Black Blade 01 – Das eisige Feuer der Magie von Jennifer Estep

Das eisige Feuer der MagieDie Autorin: Jennifer Estep
Die Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
Originaltitel: Cold Burn of Magic (Black Blade #1)
Dt. Reihentitel: Black Blade
Dt. Titel: Das eisige Feuer der Magie
Band: 1/3
Dt. Erstausgabe: 05.10.2015
Verlag: IVI
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy

Die 17-jährige Lila Merriweather verfügt über außergewöhnliche Talente. Sobald sie einem Menschen in die Augen blickt, kann sie in dessen Seele lesen. Zudem beherrscht die Waise sogenannte Übertragungsmagie – jede auf sie gerichtete Magie macht sie stärker. Doch Lila hält ihre magischen Fähigkeiten geheim, denn sie hat einen nicht ganz ungefährlichen Nebenjob: Sie ist eine begnadete Auftragsdiebin. Das Leben der freiheitsliebenden jungen Frau gerät allerdings aus den Fugen, als sie eines Tages den Sohn eines mächtigen magischen Familienclans vor einem Anschlag rettet und prompt als dessen neue Leibwächterin engagiert wird. Plötzlich muss sich Lila in der magischen Schickeria der Stadt zurechtfinden, wo Geheimnisse und Gefahren an jeder Ecke auf sie warten – ebenso wie ihre große Liebe.

Meine Meinung

Black Blade – Das eisige Feuer der Magie“ von Jennifer Estep gehörte für mich zu den absoluten Must-Haves des Jahres. Ich bin ein riesiger Fan der Autorin und werde wohl auch weiterhin immer wieder zu ihren Büchern greifen.

Doch obwohl ich das Erscheinen dieses Buches kaum erwarten konnte, hatte ich auch Zweifel. Kann mich eine dritte Urban Fantasy Reihe von ihr überzeugen? Kriegen wir vielleicht nur einen billigen Abklatsch des bereits bekannten geliefert? Alles Fragen, die sich wohl auch andere gestellt haben werden. Fragen, die zu gewissen Vorbehalten geführt haben.

So habe ich nämlich die erste Hälfte damit verbracht, krampfhaft Vergleiche zu ziehen und Unterschiede zu finden, anstatt mich einfach fallen zu lassen und das Gelesene zu genießen.

Und ja, es gibt durchaus einige Ähnlichkeiten, aber viel mehr Unterschiede! Man könnte sogar so weit gehen, zu sagen, dass Black Blade die Jugendbuch-Version der Elemental Assassin Reihe sei, aber was soll’s?

Ich werde mich bestimmt nicht über eine starke Heldin beschweren, die sich in einer Stadt behaupten muss, die von Magie, Monstern und der Mafia beherrscht wird.

Zugegeben, bei Lila läuft noch nicht alles ganz rund. Während ich Gin und Gwen von Anfang an ins Herz geschlossen hatte, brauchten Lila und ich ein wenig länger, um miteinander warm zu werden. Sie widerspricht sich für meinen Geschmack viel zu oft selbst, um richtig ernst genommen zu werden – und auch ihre Härte, die an sich absolut verständlich war, war manchmal einfach fehl am Platz. Trotzdem ist sie eine Protagonistin, mit der ich gerne noch weitere Abenteuer erlebe. Sie ist taff, unabhängig und kompetent. Meistens lässt sie auf große Worte auch Taten folgen und hat es gewiss nicht nötig, sich hinter einem Mann zu verstecken. Sie hat ein gesundes Maß an Egoismus und ist sich nicht zu schade, das einzufordern, was ihr zusteht. Sie ist ein guter Mensch, aber keine Heilige und sie ist ehrlich genug, das nicht nur anderen gegenüber sondern auch sich selbst einzugestehen.

Neben ihr wirken die anderen Charaktere allerdings etwas blass. Vor allem Devon könnte noch eine ordentliche Portion Substanz gebrauchen, um als tatsächliches Love-Interest was herzumachen. Nichtsdestotrotz hat Estep auch dieses Mal eine gute Gruppe erschaffen. Lauter Figuren voller Höhen und Tiefen, die man unweigerlich ins Herz schließt.

Wer auf der Suche nach großen Emotionen und einer dramatischen Liebesgeschichte ist, ist hier fehl am Platz. Keine Frage, zwischen Lila und Devon hat’s gefunkt und da wird bestimmt noch einiges passieren, aber bisher hält sich das Ganze eher im Hintergrund – und wird sehr wahrscheinlich auch dort bleiben. Ich persönlich begrüße das sehr, wollte es aber explizit erwähnen, weil „die große Liebe“, die im Klappentext erwähnt wird, doch etwas dick aufgetragen ist.

Die Geschichte an sich bietet, wie immer, gute Unterhaltung. Langeweile kommt bei Esteps Büchern im Grunde nie auf und das war dieses Mal nicht anders. In jedem Kapitel passiert irgendetwas Unvorhergesehenes – an Action mangelt es dem Roman also nicht.

Das Interessanteste für mich war die Magie. Da es nun die dritte Urban Fantasy Reihe der Autorin ist, war ich natürlich gespannt darauf, wie sie die Magie dieses Mal interpretieren würde. Tatsächlich ist es ihr auch dieses Mal gelungen, uns ein ganz neues Spektrum zu präsentieren, aber eine Gemeinsamkeit gibt es dann doch: ihre Heldin hat zwar viele Talente, aber nichts davon erscheint auf den ersten Blick sonderlich mächtig. Estep scheint eindeutig einen Faible für die Underdogs der magischen Kräfte zu haben. Man muss es nicht mögen, aber beeindruckend ist es schon, denn sie stellen immer ganz fabelhafte Dinge mit diesen Talenten an.

Dieses Mal allerdings war ich etwas enttäuscht. Lilas geheimstes Talent wurde dermaßen aufgebauscht, dass es in der Umsetzung nur versagen konnte. Ich hoffe einfach, dass Lila den Dreh noch nicht ganz raus hat, ansonsten wäre ihre Superkraft ein ziemlicher Flop.

Fazit

Jennifer Esteps „Black Blade – Das eisige Feuer der Magie“ ist der gelungene Auftakt zu einer weiteren vielversprechenden Urban Fantasy Reihe aus der Feder der Autorin. Auch dieses Mal bietet sie uns unterhaltsame Lesestunden voller Action, Magie und Liebe. Bei zwei vorangestellten Reihen im selben Genre bleiben Vergleiche nicht aus, aber die mal mehr mal weniger auffälligen Ähnlichkeiten schmälern das Lesevergnügen kaum. Ich hatte viel mehr Probleme mit den gefloppten Talenten der sonst so kompetenten Heldin. 4/5 Bücher!

Die Autorin

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© Andre Teague

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihen »Elemental Assassin« und »Bigtime«.

Die Reihe

BLACK BLADE TRILOGIE

  1. Das eisige Feuer der Magie | Cold Burn of Magic (Black Blade #1) → IVI, Okt. 2015
  2. Das dunkle Herz der Magie | Dark Heart of Magic (Black Blade #2) → IVI, Mai 2016
  3. Die helle Flamme der Magie | Bright Blaze of Magic (Black Blade #3) → IVI, Okt. 2016

Originalcover

Cold Burn of Magic

7 Gedanken zu „Black Blade 01 – Das eisige Feuer der Magie von Jennifer Estep

  1. Dunkelbunt

    Ha! Da hat es sich wohl endlich mal gelohnt, erst später bei einer Autorin einzusteigen und "Black Blade" als erstes Buch aus ihrer Feder zu lesen! Der nervige Knoten im Gehirn, der einen dazu zwingt Vergleiche zu ziehen, fehlte mir hier glücklicherweise entsprechend. 🙂

    Ich muss sagen dass ich es echt angenehm fand, dass die Liebesstory im Hintergrund bleibt. Ich würde es sogar noch weiter treiben und behaupten, dass es mir ganz ohne Liebesgetue noch besser gefallen hätte. Es wirkt immer so ein bisschen erzwungen. Also kann ich in diesem Fall nur sagen: Zum Glück war der Klappentext nicht zu 100% ernstzunehmen ("die große Liebe"…).

    Sehr schöne Rezension, die meine Meinung auch gut wiederspiegelt.

    Liebe Grüße und einen schönen Tag!
    Johanna

    Antworten
    1. Rica Artikelautor

      Liebe Joanna,

      Du hast Recht: manchmal ist es schön, eine Autorin später kennenzulernen. Wirst Du ihre anderen Reihen denn nachholen oder hast Du das mittlerweile schon getan? Die lohnen sich nämlich auf jeden Fall!

      Und mal unter uns: ich bin auch immer für ohne Liebe. Einfach, weil es viel zu viele Liebesgeschichten gibt und die definitiv nicht immer nötig wären.

      Antworten
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