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Der S. Fischer Verlag ist ein großes deutsches Verlagshaus, das seit 1962 als Geschäftsbereich der Verlagsgruppe Holtzbrinck agiert. Der Verlag wurde 1886 von Samuel Fischer in Berlin gegründet, hat aber heute seinen Sitz in Frankfurt am Main und zählt traditionell zu den renommiertesten Verlagen im deutschsprachigen Raum.

Geschichte

Ursprünglich war der Verlag für naturalistische Literatur bekannt. Berühmte Autoren sind Gerhart Hauptmann und Thomas Mann, die beide den Nobelpreis für Literatur erhielten.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland floh die jüdische Familie des Inhabers Gottfried Bermann-Fischer und gründete in Wien eine Filiale ihres Verlages. Diejenigen, die in Berlin blieben, behielten den offiziellen Namen "S. Fischer Verlag" und wurden von Peter Suhrkamp geleitet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zwischen Suhrkamp und Fischer zu Streitigkeiten über die Zukunft des Verlags. Dies führte zu einer außergerichtlichen Einigung, die zu einer Art Halbierung des S. Fischer Verlags führte: Bermann-Fischer erhielt die Kontrolle von Peter Suhrkamp zurück, aber Suhrkamp gründete 1950 einen eigenen Suhrkamp Verlag, und die Autoren konnten sich aussuchen, in welchem Verlag sie künftig veröffentlicht werden wollten. Letztlich entschieden sich 33 der 48 Autoren, darunter Bertolt Brecht, Hermann Hesse, T. S. Eliot und George Bernard Shaw, für einen Wechsel zu Suhrkamp.

Zu den Imprints von Fischer gehören der Fischer Taschenbuch Verlag, der Argon Verlag und der Scherz Verlag. Heute gehört der S. Fischer Verlag, wie auch andere Verlage, wie Kindler, Rowohlt und Kiepenheuer & Witsch und Metzler, zur Verlagsgruppe Holtzbrinck. Holtzbrinck kaufte S. Fischer im Jahr 1963.

Programm

Von Anfang an veröffentlichte der Verleger zeitgenössische Autoren sowie Werke der Weltliteratur.

Project Gutenberg

Im Jahr 2015 verklagte der S. Fischer Verlag das US-amerikanische Project Gutenberg vor einem deutschen Gericht wegen der Verletzung des Urheberrechts an 18 Werken von Heinrich Mann, Thomas Mann und Alfred Döblin. Die Werke sind in den USA gemeinfrei, aber nach deutschem Recht noch urheberrechtlich geschützt. Dies war nur möglich, weil das deutsche Gericht internationale Verträge wie die Berner Übereinkunft ignorierte. Nach internationalem Recht hätte der Prozess in den USA und nicht in Deutschland stattfinden müssen, da der S. Fischer Verlag in den Vereinigten Staaten unter dem Namen Macmillan präsent ist, während Project Gutenberg in Deutschland keine Präsenz hat.

Im Februar 2018 reagierte Project Gutenberg auf das Urteil des deutschen Gerichts, indem es den gesamten Zugang zu Project Gutenberg von IP-Adressen in Deutschland blockierte, wodurch der gesamte Inhalt von Project Gutenberg für in Deutschland ansässige Personen unzugänglich wurde.