Sherman’s End von C. R. Schmidt

Sherman's EndDer Autor: C. R. Schmidt
Dt. Titel: Sherman’s End
Dt. Erstausgabe: 27.05.2015
Verlag: in Farbe und Bunt
Genre: Endzeit
Taschenbuch | 13,80 €
eBook | 7,49 €

Nach einem verheerenden Krieg liegt das Nordamerika der Zukunft in Schutt und Asche. Der junge Hud hält sich mit zwielichtigen Geschäften über Wasser, zieht als Plünderer durchs Land und ist vor allem eins: sich selbst der Nächste. Als ihm eine Karte zum geheimnisumwobenen Sherman’s End in die Hände fällt, beschließt Hud kurzerhand, diesen Ort zu finden, denn zahlreiche Schätze sollen dort verborgen sein. Auf seiner Reise schließt sich ihm ein Mann namens Archie an, der über sonderbare Fähigkeiten verfügt und sich insgeheim geschworen hat, Sherman’s End um jeden Preis zu vernichten.

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Meine Meinung

Sherman’s End“ von C. R. Schmidt nimmt uns mit auf einen Roadtrip durch ein apokalyptisches Nordamerika, das von Mutanten und Gangs beherrscht wird.

Erweckt es zu Anfang noch den Eindruck, es handele sich um eine Dystopie, wird man schnell eines Besseren belehrt – denn um eine Gesellschaft zu kritisieren, braucht man erstmal eine Gesellschaft. Doch die Menschen in dieser Welt sind so zerschlagen, dass davon kaum die Rede sein kann. Es gibt einige wenige Siedlungen, die zumeist allerdings über kurz oder lang überrannt werden. Gesetze sind ein veraltetes Konstrukt, das zugunsten des Mann-gegen-Mann-Prinzips aufgegeben wurde. Jeder ist sich selbst am nächsten und kämpft ums Überleben.

In dieser brutalen Welt schlägt sich Hub als Dingo durch. Er ist immer in Bewegung, lässt sich nirgendwo nieder. Er verdingt sich als Gelegenheitsdieb und Drogendealer und ist selbst süchtig nach dem Stoff. Er ist ein richtiger Antiheld; eine Person, die polarisiert. Obwohl man ihn nicht leiden kann, fiebert man mit ihm mit.

Auf seinem Weg findet er Gefährten, schafft sich Feinde und muss sich mit Freaks und Superfreaks herumschlagen. Wobei die größten Schrecken meist bei den augenscheinlich netten, normalen Menschen zu finden sind.

C. R. Schmidt kreiert aus einem wilden Genre-Mix eine abenteuerliche Geschichte. Kurze Kapitel und ein knackiger Stil treiben das Tempo ordentlich in die Höhe. Langweilig wird es nie, weil man einfach nie einschätzen kann, was als nächstes passiert. Alles kann, nichts muss. So in etwa.

Doch das Besondere an „Sherman’s End“ ist die Liebe zur Sprache, die geradezu zelebriert wird. Jedes Kapitel ist mit der lexikalischen Definition eines Wortes versehen, das gleich auch Aufschluss über den Inhalt dieses Kapitels gibt. Hud liebt es, neue Worte zu lernen, auch wenn er sie gerne mal durcheinanderbringt. Und da in dieser postapokalyptischen Welt ein großer Teil unseres heutigen Wortschatzes verloren gegangen ist, haben alte Worte einen hohen Wert. C. R. Schmidt macht sogar noch mehr: er selbst spielt mit Formulierungen und macht versteckte oder offensichtliche Anspielungen.

Diese unterstreichen noch den schwarzen Humor, der mir zwischenzeitlich schallende Lacher entlocken konnte. Selbst nach oder sogar während einer gruseligen oder ekligen Szene. „Comic Relief“, wie er im Buche steht, nur viel böser.

Fazit

C. R. Schmidts „Sherman’s End“ ist ein wilder Ritt. Es ist eine skurrile Geschichte in einer verrückten, sterbenden Welt, mit viel schwarzem Humor, Monstern und Mutanten. Es vereint alle möglichen Genre, Motive und Stoffe, sodass es schon allein wegen seiner Unvorhersehbarkeit nie langweilig werden kann. Hinzukommt ein kiffender Antiheld und Aliens. Braucht Ihr noch mehr Argumente? 4,5/5 Bücher!

Der Autor

Als Kind der frühesten Neunziger würde C.R. Schmidt gerne behaupten, ein Rebell gegen das System zu sein. Er ist aber laut eigener Aussage viel zu faul dafür. Seine Liebe gilt stattdessen den Sci-Fi- und Horrorgeschichten, die seine Teenagerjahre prägten. Der Autor lebt in Kiel, möchte es aber dringend verlassen.

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4 Gedanken zu „Sherman’s End von C. R. Schmidt

    1. Rica Artikelautor

      Hey Steffi!

      Das Buch ist wirklich spannend, lohnt sich also sehr 🙂 Hör mal, das ist mir etwas peinlich, aber so ad hoc weiß ich das gar nicht. Ich werde nochmal nachhaken, wer gewonnen hat!

      Antworten
  1. Pingback: C. R. Schmidt | Booxikon

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