[Rezension] Verschwundene Seelen 01 – Die Vergessenen der Wirklichkeit von Annika Meyer

Die Autorin: Annika Meyer
Dt. Reihentitel: Verschwundene Seelen
Band: 1/2
Dt. Erstausgabe: 01.03.2016
Verlag: Fabulus
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre
Format: Hardcover
Seitenzahl: 340
Preis: 16,95 €

Alina und weitere sechs Jugendliche gehören zum engeren Kreis der Auserwählten. Sie sollen das Buch des Lebens, das »Zauberbuch«, vor der Vernichtung durch die Schattenmenschen retten. Dazu sind die Aus- erwählten mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet. Im Kampf um das Gute haben sie es jedoch mit einem übermächtigen und verschlagenen Feind zu tun, der mit aller Brutalität vorgeht. Werden die sieben diese Schlacht letztendlich für sich entscheiden und die Schattenmenschen zurückdrängen können? Der Preis ist hoch, den die Auserwählten für ihre Berufung zu zahlen haben: Solange sie sich in ihrer Parallelwelt bewegen, verlieren Freunde, Verwandte und Kameraden in der »normalen« Welt jegliche Erinnerung an sie. Die Auserwählten sind dann die »verschwundenen Seelen«.

Meine Meinung

Verschwundene Seelen – Die Vergessenen der Wirklichkeit“ von Annika Meyer ist ein sehr durchwachsenes Jugendbuch, das vermutlich irgendwo zwischen Dark- und Urban Fantasy einzuordnen ist.

Der Einstieg in die Geschichte ist wie ein Sprung ins kalte Wasser. Die übernatürlichen Geschehnisse treten direkt in Kraft und so geht es auch gleich spannend los. Etwas, was ich normalerweise sehr zu schätzen weiß, sich in diesem Kontext aber doch eher oberflächlich angefühlt hat. Ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass mich hier nichts Halbes und nichts Ganzes erwarten würde. Und so war es leider auch.

Annika Meyer hat einen angenehmen Schreibstil, der es mir leicht gemacht hat, zügig voranzukommen. Die Beschreibungen sind ansprechend plastisch, aber in ihrem Wortschatz doch noch etwas eingeschränkt. Da hat man der jungen Autorin ihr Alter doch angemerkt.

Davon abgesehen war für mich einfach das Gesamtbild in sich nicht stimmig. In vielerlei Hinsicht ist „Verschwundene Seelen – Die Vergessenen der Wirklichkeit“ ein typisches Jugendbuch – nur viel, viel brutaler. Doch keine Sorge, unter die Haut geht es deshalb keineswegs, stattdessen empfand ich all das Gemetzel eher als lächerlich. Das war ebenso an den Haaren herbeigezogen, wie die eigentliche Idee.

Es kommt wirklich selten vor, dass ich eine Idee bemängel – in der Regel hapert es ja doch eher an der Umsetzung -, doch hier passte einfach beides nicht. Ich habe bis zum Schluss nicht ganz verstanden, wofür genau diese armen Teenager ihr Leben wegwerfen müssen – noch weniger, dass sie es einfach so tun. Es gibt keinerlei Reflektion, die in Büchern nun mal das entscheidende Detail ist. Die Zwergenaufstände seitens Alina zähle ich nicht dazu, vor allem weil sie dann direkt als egoistisch oder als Dramaqueen bezeichnet wird. Ich würde mir auch zweimal überlegen, ob ich mein Leben für irgendwelche Leute wegwerfen würde, mit denen ich NICHTS zu tun habe und die einfach so entschieden habe, dass ich jetzt deren Schutzschild bin.

„Weniger ist manchmal mehr.“ Eine Weisheit, die Annika Meyer sich eindeutig mal zu Herzen nehmen sollte. Diese Aneinanderreihung an an den Haaren herbeigezogenen Ideen hat mich in den Wahnsinn getrieben. Dazu die Mischung aus ganz viel Pink und Mädchenkram und obenauf dann Blut, Gemetzel und grausame Folter.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die junge Autorin mit ihren Werken wachsen wird und dass da noch so einiges an Ideen in ihr drin steckt, aber BITTE nur eine Idee pro Buch und etwas mehr Tiefgang.

Fazit

Annika Meyers „Verschwundene Seelen – Die Vergessenen der Wirklichkeit“ ist mein erster richtiger Flop in diesem Jahr – leider. Obwohl die junge Autorin einen angenehmen Schreibstil hat war dieses Jugendbuch nur selten ein Vergnügen. Eine wirre Anhäufung von unzusammenhängenden Ideen prasselte förmlich auf mich nieder und sorgte dafür, dass ich den Faden nicht verloren, sondern geradezu weggeschleudert habe. Unangebrachte Gewalt trifft auf pink-glitzernde Mädchen-Vorlieben. Leider keine Empfehlung – 1/5 Bücher!

Die Autorin

Jahrgang 1999, ist musisch und künstlerisch hochtalentiert und hat bereits an mehreren Wettbewerben erfolgreich teilgenommen. Ihre wahre Leidenschaft gilt aber der Literatur und dem Schreiben. Neben der Schule widmet sie jede freie Minute diesem Hobby. »Verschwundene Seelen« ist ihr Debütroman.

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