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[Rezension] Peter Grant 04 – Der böse Ort von Ben Aaronovitch

Der Autor: Ben Aaronovitch
Die Übersetzerin: Christine Blum
Dt. Titel: Der böse Ort
Band: 4/6
Dt. Erstausgabe: 01.05.2014
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 400
ISBN-10: 3423215070
ISBN-13: 978-3423215077

Preis: 9,95 €

Seltsame Dinge geschehen im Skygarden Tower, einem berüchtigten Sozialwohnblock in Südlondon. Dinge, die eine magische Anziehungskraft auf Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant ausüben. Zunächst geht es nur um ein gestohlenes altes Buch über Magie, das aus der Weißen Bibliothek zu Weimar stammt. Doch dann weitet sich der Fall rasant aus. Denn der Erbauer des Tower, Erik Stromberg, ein brillanter, wenngleich leicht gestörter Architekt, hatte sich einst in seiner Zeit am Bauhaus offenbar nicht nur mit modernem Design, sondern auch mit Magie befasst. Was erklären könnte, warum der Skygarden Tower einen unablässigen Strom von begabten Künstlern, Politikern, Drogendealern, Serienmördern und Irren hervorgebracht hat. Und warum der unheimliche gesichtslose Magier, den Peter noch in schlechtester Erinnerung hat, ein so eingehendes Interesse daran an den Tag legt …

Meine Meinung

Der böse Ort“ von Ben Aaronovitch ist der mittlerweile 4. Fall für Police Constable und Zauberlehrling, Peter Grant.

Diese Reihe verbindet das Beste aus beiden Welten – spannende Kriminalfälle und Magie. Für seine außergewöhnlichen Geschichten macht Aaronovitch sich den Schauplatz London zunutze. Er haucht dieser Metropole auf eine Art Leben ein, das man sie nie wieder mit denselben Augen sehen wird. Dabei zeigt jeder Band eine neue Seite der Stadt; dieses Mal ist es ein prägnantes Viertel, das seinen Glanz verloren hat und bei dem nicht alles so ist, wie es scheint.

Der Weg dorthin scheint noch verworrener als bisher. Auf den ersten Blick unzusammenhängende Ereignisse führen die Ermittlungen in unterschiedliche Richtungen – erst in Elephant Castle ist der rote Faden wieder erkennbar. Wie es bei der Reihe typisch ist, gibt es natürlich zwischen allem einen Zusammenhang, aber manches wirkte doch etwas arg konstruiert.

Wie die Flüsse, die man dort einfach nicht erwartet hätte. Auch wenn ich mich gefreut habe, sie zu „sehen“, war mein erster Gedanke doch, dass der Autor sie scheinbar unbedingt dabei haben wollte – ob das nun Sinn macht oder nicht. Gestört haben sie natürlich nicht, ganz im Gegenteil macht gerade das Aufeinandertreffen der verschiedenen Figuren immer wieder einen groß Reiz aus. Ob es nun neue oder alte Bekannte sind, spielt dabei keine Rolle. Aaronovitch hat schlicht ein Händchen für interessante Charaktere, die mit ihren Schrullen und Eigenarten schlicht dazugehören.

Der Plot verläuft in „Der böse Ort“ erstaunlich ruhig; Spannungsspitzen gibt es wenige. Das Thema Architektur nimmt hier eine wirklich zentrale Rolle ein, was durchaus etwas ermüdend sein kann. Es ist auch nicht gerade mein Thema, trotzdem hat Aaronovitch es, wie immer, gut verpackt – und ich habe mal wieder etwas Neues gelernt.

Paradoxerweise weist das augenscheinlich bisher schwächste Buch der Reihe das einschneidendste Erlebnis auf. Mit dieser Wendung war wirklich nicht zu rechnen und so kommt es, dass es zum ersten Mal so etwas wie einen Cliffhanger gibt. Nun darf man gespannt sein, denn dieses Ereignis kann die komplette Stimmung der Serie verändern.

Fazit

Ben Aaronovitchs „Der böse Ort“ mag zwar der bisher schwächste Band der wundervollen Peter Grant Reihe sein, aber es ist trotzdem das reinste Lesevergnügen. Auch diesen Band wollte ich kaum aus der Hand legen, obwohl es stellenweise etwas an Spannung gemangelt hat und der Grundton wesentlich ruhiger war. Das ändert nichts an dem fantastischen Humor, den facettenreichen Charakteren oder den interessanten, magischen Kriminalfällen. Dank einer einschlägigen Wendung gibt es dieses Mal sogar einen Cliffhanger – weitergelesen hätte ich aber so oder so. 3,5/5 Bücher!

Der Autor

Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie ‚Doctor Who‘ verfasst), arbeitet er als Buchhändler. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm.

Die Reihe

Peter Grant Reihe

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Originalcover

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