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[Rezension] The Gifted 01 – Vergiss mein nicht von Jennifer Lynn Barnes

Übersetzerin: Tanja Ohlsen
Dt. Reihentitel: The Gifted
Dt. Titel: Vergiss mein nicht
Band: 1/3
Dt. Erstausgabe: 12.05.2014
Verlag: cbt
Altersempfehlung: ab 13 Jahren
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 320
ISBN-10: 3570309134
ISBN-13: 978-3570309131
Preis: 7,99 €


Die 17-jährige Cassie hat eine ganz besondere Gabe: Sie kann die Persönlichkeit wildfremder Menschen »lesen«. Als das FBI sie deshalb als Profilerin rekrutiert, willigt sie sofort ein – bietet sich damit doch die Chance, den Cold Case ihrer Mutter wieder aufzunehmen. Doch kaum hat das Training mit vier weiteren ebenso begabten Jugendlichen begonnen, gerät Cassie ins Fadenkreuz eines Serienkillers – mit dem gleichen Mordmuster wie beim blutigen Verschwinden ihrer Mutter! Jetzt beginnt ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem das junge Team an die Grenzen seiner Fähigkeiten gehen muss, um zu überleben. Doch dann nimmt der Fall eine überraschende Wendung …

Meine Meinung

The Gifted – Vergiss mein nicht“ von Jennifer Lynn Barnes ist ein spannender Reihenauftakt und eine gelungene Abwechslung im Jugendbuch-Bereich.
Schon der Einstieg hat mir außerordentlich gefallen. Neben dem Hauptteil der Geschichte, die aus der Ich-Perspektive erzählt wird, gibt es immer wieder kurze Kapitel, die in der zweiten Person geschrieben sind, in denen man also mit „Du“ direkt angesprochen wird. Genau so fängt das Buch auch an, was meine Neugier natürlich direkt entfacht hat. Da das Buch ein Jugend-Thriller ist, konnte ich mir schon denken, dass diese Kapitel dem Täter gewidmet sind, aber dadurch wollte ich erst recht wissen, wer dahintersteckt. Außerdem erhält diese besondere Perspektive im Laufe der Geschichte noch eine eigene Bedeutung, was dem Ganzen noch mehr Gewicht verlieh.
Der Schreibstil ist nichts Besonderes, aber toll zu lesen. Man kommt unheimlich schnell voran – nicht nur wegen der spannenden Story. Die Beschreibungen sind absolut ausreichend, vor allem bei den Tatort-Szenen trifft Barnes genau das richtige Maß. Genug Blut, um authentisch zu sein, aber nicht zu viel für das Genre. Meine persönliche Altersempfehlung wäre trotzdem erst ab 14 oder 15 Jahren, nicht ab 13 wie bei Amazon angegeben.
Die Charaktere haben mir durch die Bank gut gefallen. Die Autorin hat eine interessante Gruppe zusammengestellt, deren Dynamik mich absolut überzeugen konnte. Die Verhaltensmuster der Teenager empfand ich als authentisch, was gewiss keine geringe Anforderung bei ihrem Betätigungsfeld und ihren Hintergründen ist. 
Andere Leser reden davon, dass der FBI-Nachwuchs übernatürliche Fähigkeiten hätte, was definitiv nicht der Fall ist. Sie sind Naturtalente auf den Gebieten Profiling, Analytik, Täuschung und Emotionen. Es sind keine magischen Fähigkeiten, sondern aus der Not geborene Talente.
Cassies Kindheit war geprägt davon, dass ihre Mutter als Medium von Stadt zu Stadt zog. Wer die Serie The Mentalist kennt, weiß, dass ein gutes Medium im Prinzip nichts anderes als ein Profiler ist. Ihre Mutter hat Cassie von Klein auf beigebracht, wie sie die Menschen zu lesen hat; wie sie die Kleidung, die Sprache, Narben oder sonst etwas zu interpretieren hat. Nur dadurch, dass sie damit groß geworden ist, ist ihr das alles so in Fleisch und Blut übergegangen, dass es für sie wie ein 6. Sinn geworden ist. Das ist der Unterschied zwischen ihr und den FBI-Agenten, die erst als junge Erwachsene darin ausgebildet wurden.
So ähnlich war es auch bei den anderen Kids. Michael musste lernen, die Emotionen seines Vaters zu lesen, um rechtzeitig Schutz suchen, bevor dieser einen Wutanfall bekam und ihn verprügeln konnte. Dean ist der Sohn eines Serienkillers und weiß somit aus erster Hand, wie man einen potenziellen Killer erkennt. Lia musste lernen, Lügen zu erkennen und selber eine Meisterin der Täuschung werden, um zu überleben und Sloane ist in die logische Welt der Zahlen und Gleichungen geflüchtet. Sie alle sind auf die eine oder andere Art traumatisiert, was sich auch in ihrem Charakter wiederfindet.
Die Geschichte konnte mich komplett überzeugen. Von Anfang bis Ende klebte ich an den Seiten und verfolgte mit Spannung, wie der Killer immer näher kam. Für mich war Vergiss mein nicht die perfekte Mischung aus Thriller und Jugendbuch – mit dem Besten aus beiden Welten. Es war unheimlich unterhaltsam und bis zum Ende absolut unvorhersehbar.
Der einzige Störfaktor war wie immer die aufkeimende Dreiecksgeschichte. Ich muss Barnes zwar zugestehen, dass diese weder schlecht gemacht ist, noch sich zu sehr in den Vordergrund drängt, aber sie hätte einfach nicht sein müssen.
Die Gestaltung der Bücher mag ich leider gar nicht. Das Tatort-Band und das Kapitol sind ja noch gut gewählt, auch die ominöse Gestalt im Hintergrund, aber das Mädchen…sowohl beim ersten als auch beim zweiten Band ist sie ein richtiger Störfaktor für mich. Vor allem weil die roten Haare von Cassie eine wichtige Rolle spielen, verstehe ich einfach nicht, warum die Haare auf dem Cover blond sind.

Fazit

Jennifer Lynn Barnes‘ „The Gifted – Vergiss mein nicht“ ist die perfekte Mischung aus Jugendbuch und Thriller. Für Fans von „Criminal Minds“ oder „The Mentalist“ ist diese Reihe ein Muss – ich bin jedenfalls süchtig! 
Das Buch ist überaus unterhaltsam und spannend und lässt sich unheimlich schnell lesen. Einziger Kritikpunkt ist für mich das aufkeimende Liebesdreieck, aber da bin ich ja generell kein Fan von. 4.5/5 Bücher!

Die Autorin

Jennifer Lynn Barnes hat bereits mehrere hochgelobte Jugendromane veröffentlicht. Sie studierte Psychologie, Psychiatrie und Kognitionsforschung. Ihren Abschluss hat sie vor Kurzem von der Yale University erhalten und arbeitet nun als Psychologieprofessorin.

Die Reihe

The Gifted Trilogie

  1. Vergiss mein nicht / The Naturals (The Naturals #1)
  2. Auf ewig dein / Killer Instinct (The Naturals #2)
  3. ??? All In (The Naturals #3)

Prefer it in English?

Originalcover

2 Gedanken zu „[Rezension] The Gifted 01 – Vergiss mein nicht von Jennifer Lynn Barnes

  1. Tine

    Hey Ricarda,
    musstest die das Buch mit den Serien vergleichen? Jetzt will ich es auch 😀 Haha, ne. Schöne Rezi, hast du so beschrieben, dass man weiß was einem erwarten wird, findet ich gut . *Buch auf WL kritzel 😉
    lg. Tine 🙂

    Antworten
  2. Pingback: Mein Lesejahr 2015 - Die fantastische Bücherwelt

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