[Rezension] Abenteuer Space Camp von Annika Lüders

Die Autorin: Annika Lüders
Dt. Titel: Abenteuer Space Camp
Dt. Erstausgabe: 29.02.2016
Verlag: Divan
Altersempfehlung: 10 – 12 Jahre
Format: Hardcover
Seitenzahl: 192
ISBN-10: 3863271106
ISBN-13: 978-3863271107
Preis: 14,90 €
Endlich! Der 13-jährige Sky hat es geschafft, er darf die Sommerferien im Space Camp verbringen. Und nicht nur das: Die Teams, denen es gelingt, die harte Ausbildung abzuschließen, werden mit einem Flug ins All belohnt. Ausbilder Lüders und seine Assistentin Kristal Datafile setzen alles daran, die Jungen ihrer Gruppe durchzubringen. Als Skys Team zu seinem Weltraumflug startet, gerät ihr Raumschiff in einen Antimateriesturm und wird in eine weit entfernte Galaxie geschleudert. Alle vier Jungen überleben die Bruchlandung auf einem fremden Planeten, der zunächst zwar ausgesprochen karg, doch unbewohnt erscheint. Ausgestattet mit letzten Vorräten an Weltraumnahrung und Wasser, machen sich Sky, Jonas, Patrick und Matthew auf, nach Hilfe zu suchen und erleben das wohl unglaublichste Abenteuer ihres Lebens samt brenzligen Begegnungen mit Aliens und Doppelgängern.


Meine Meinung

Abenteuer Space Camp“ von Annika Lüders ist, wie der Titel schon vermuten lässt, ein Weltraum-Abenteuer für Kinder ab 10 Jahren.

Dementsprechend einfach fällt auch der Schreibstil aus, was natürlich überhaupt nicht schlimm ist. Die 192 Seiten vergehen wie im Flug und auf den ersten Blick erweckt es so den Eindruck, ansprechend kindgerecht zu sein. Rückblickend betrachtet, könnte ich mir aber vorstellen, dass die Zielgruppe vielleicht doch ihre Probleme haben könnte.

Das liegt vor allem daran, dass für ein Kinderbuch die Technik zu stark im Vordergrund steht. Ich finde es zwar prinzipiell gut, dass die Kinder so schon etwas gefordert werden und gewiss auch etwas lernen können, aber die vielen Fachtermini könnten durchaus eine abschreckende Wirkung haben. Außerdem fühlte ich mich mit meinen 25 Jahren wahrscheinlich etwas zu gut unterhalten.

Die Geschichte ist wirklich überraschend unterhaltsam und bietet Spaß und Spannung für die Kids und ihre Eltern/ihre Vorleser. Neben dem eigentlichen Plot hat mir vor allem die wundervolle Teamarbeit gefallen. Nach und nach lernen die im Camp befindlichen Teenager die Stärken und Schwächen der anderen kennen – und viel wichtiger: akzeptieren und respektieren sie. Es ist eine Freude, ihr Miteinander zu beobachten, und wie sie dabei über sich hinauswachsen. Ich habe mich selbst ertappt, wie ich darüber nachgedacht habe, dass ich oder Freunde/Verwandte von mir sich davon eine Scheibe abschneiden könnten. Somit vermittelt Lüders zweifellos ganz wichtige Werte für ihre junge Leserschaft.

Allerdings fühlen sich diese mutigen ProtagonistInnen keineswegs wie 13 Jahre alte Kinder an. Ihr Verhalten und Denken entsprechen dem eines (jungen) Erwachsenen, was in der dargestellten Situation zwar zwingend nötig, aber schlicht unrealistisch war. Selbst wenn sie alle Genies sind. Als 10-jähriger Leser würde es mir wahrscheinlich schwerfallen, mich angesprochen zu fühlen oder mich gar hineinzuversetzen.

Fazit

Annika Lüders „Abenteuer Space Camp“ ist ein spannendes Kinderbuch, das mir wahrscheinlich für die kurze Dauer viel zu gut gefallen hat. Es ist höchst unterhaltsam und bietet einige wundervolle Denkansätze, die sich nicht nur die Zielgruppe zu Herzen nehmen sollte. Doch gerade diese wird es nur schwer erreichen, weil sich die Figuren wie Erwachsene benehmen und die vielen Fachbegriffe für junge Leser eine echte Hürde darstellen könnten. Gute 3/5 Bücher!

Die Autorin

Annika Lüders lebt und arbeitet als Autorin und Redakteurin in Berlin. Nach dem Studium der Pädagogik und der Psychologie beschäftigt sie sich in ihren Romanen vor allem mit den Abenteuern, Dramen und Sehnsüchten im Leben ihrer jugendlichen Helden und dringt dabei bis in entlegene Sphären wie den noch weitgehend unbekannten Planten Hrask vor. Nach ihrem zweisprachigen Roman Im Land der Vampire (Langenscheidt 2010) ist Abenteur Space Camp ihr zweiter Roman für Kinder.
Besuchen Sie die Autorin auf: www.annikalueders.de

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