Rezension

Possessions von Sara Flannery Murphy

PossessionsDie Autorin: Sara Flannery Murphy
Die Übersetzerin: Cornelia Röser
Originaltitel: The Possessions
Dt. Titel: Possessions
Dt. Erstausgabe: 10.02.2017
Verlag: Arctis
Genre: Mystery

Die ‚Elysische Gesellschaft‘ bietet ihren Kunden an, mit verstorbenen Angehörigen in Kontakt zu treten. Die Angestellten werden Körper genannt, so auch Eurydice, längste und zuverlässigste Mitarbeiterin der Firma. Ihr Erfolgsgeheimnis: Sie findet Zuflucht in der betäubenden Wirkung der Lotusse – Pillen, die den Kontakt zur Welt der Toten ermöglichen. Als Eurydice die Verbindung zur Frau von Patrick, einem rätselhaften Witwer, herstellt, wird sie besessen von dem glamourösen Paar. Sie bricht ihre eigenen Regeln, verliebt sich und dringt immer tiefer ein in Patricks Leben und das Rätsel hinter Sylvias mysteriösem Tod. Eurydice muss ihr eigenes Dasein entwirren und sich ihren längst begraben geglaubten Geheimnissen stellen.

Meine Meinung

Possessions“ von Sara Flannery Murphy ist ein ganz besonderes und faszinierendes Buch, das es mir jedoch nicht leicht gemacht hat, mir eine Meinung zu bilden.

Gelesen habe ich es schon vor einer Weile, doch noch immer fällt es mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Es ist ein sehr ruhiges Buch, das einzig durch die düstere, melancholische und mysteriöse Atmosphäre Spannung erzeugt. Es schlug mich in seinen Bann, fragte man mich jedoch, was ich da gerade lese und wie ich es fände, wusste ich nicht, was ich antworten sollte.

Der Plot erscheint bis zum Schluss recht ziellos, auch wenn er das gewiss nicht ist. Jedes Mal, wenn ich eine Ahnung zu haben schien, worauf die Autorin hinauswill, kam es wieder anders. Das ging so lange so, bis ich es aufgab und mich einfach treiben ließ.

Distanz ist das große Stichwort, denn Sara Flannery Murphy bleibt stets sehr vage und die Erzählstimme von Eurydice ist kalt und monoton. Es gibt viele kleine Sprünge, scheinbar abgehackte Kapitel und auf den ersten Blick nichtssagende Szenen, die zu Anfang zwar störend wirken, mit der Zeit jedoch immer mehr Sinn ergeben. Das, was die Autorin damit darstellen wollte, ist ihr perfekt geglückt, man braucht als Leser eben nur etwas Zeit, um dahinterzukommen, worum es geht.

Gut gefallen haben mir Flannery Murphys Beschreibungen. Es ist ihr wirklich wahnsinnig gut gelungen, Gestik und Mimik einzufangen. Schon die kleinsten Veränderungen im Gesicht eines Menschen, ausgelöst durch frisch Erlebtes oder aufwühlende Emotionen, wurden so porträtiert, dass ich es mir richtig gut vorstellen konnte. Nach dem Lesen habe ich mich dabei ertappt, wie viel aufmerksamer ich die Menschen in meinem Umfeld beobachtet habe.

Trotzdem hätte ich es schön gefunden, wenn die Geschichte etwas konkreter gewesen wäre. Gar nicht viel, sondern nur so, dass man als Leser ein besseres Gespür für dieses Buch hätte entwickeln können. So war ich zwar durchweg fasziniert, aber nie mit dem Herzen dabei.

Fazit

Sara Flannery Murphys „Possessions“ ist keine leichte Lektüre und kein Buch der großen Emotionen. Dennoch ist es faszinierend und so mysteriös, dass es mich schnell in seinen Bann zog. Bis zum Schluss genoss ich diese einzigartige Erzählung, die sich durch ihre Andersartigkeit für immer in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Und doch hätte ich es schöner gefunden, wenn man als Leser nicht so stark auf Abstand gehalten worden wäre; wenn nicht alles so verdammt vage gewesen wäre. So verbleibe ich mit gemischten Gefühlen, kann dieses besondere Buch jedoch zweifellos empfehlen: 4/5 Bücher!

Originalcover

The Possessions

Ein Gedanke zu „Possessions von Sara Flannery Murphy

  1. Romi

    Hey 🙂
    von dem Buch habe ich bisher nichts gehört. Aber ich finde es hört sich sehr interessant an und landet einfach mal auf meiner WL. Vielen Dank für deine Rezi.
    Liebe Grüße
    Romi

    Antworten

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