Rezension

Mein schönes falsches Leben von Hilary Freeman

Mein schönes falsches LebenDie Autorin: Hilary Freeman
Die Übersetzerin: Ulrike Köbele
Originaltitel: When I Was Me
Dt. Titel: Mein schönes falsches Leben
Dt. Erstausgabe: 13.03.2017
Verlag: Loewe
Altersempfehlung: 13 – 16 Jahre
Genre: Jugendbuch

Als Ella eines Morgens aufwacht, hat sich auf einmal alles verändert: Ihre Haare sind über Nacht mehrere Zentimeter gewachsen, sie ist plötzlich eine Einser-Schülerin und ihre Eltern haben sich doch nicht getrennt. Was zunächst gar nicht so schlecht klingt, entwickelt sich zu einem wahren Albtraum. Denn ihr Freund weiß nicht mehr, dass sie schon seit Jahren zusammen sind, und ihre beste Freundin erkennt sie nicht wieder! Verzweifelt versucht Ella herauszufinden, was mit ihr geschehen ist. Eins ist klar: Sie will in ihr altes Leben zurück – koste es, was es wolle.

Meine Meinung

Mein schönes falsches Leben“ von Hilary Freeman ist ein Jugendbuch zum derzeit beliebten Thema Parallelwelten.

Im Gegensatz zu seinen thematischen Pendants im Jugendbuchbereich betrachtet Freeman so einen Sprung in ein anderes Ich aus einer fast schon philosophischen Perspektive. Statt gekünstelter Situationskomik erleben wir durch Ella Verzweiflung und Angst.

Es ist ein ruhiges Buch, dabei jedoch sehr eindringlich. Der ernste Ton hebt es von den Massen ab und bringt ein ganz eigenes Lesegefühl mit sich. Gerade durch Schlüsselfigur Daniel entsteht eine Dringlichkeit, die spürbar auf den Leser übergreift. Einmal angefangen konnte ich „Mein schönes falsches Leben“ nicht mehr aus der Hand legen.

Der Plot bietet an sich wenige Überraschungen, doch diejenigen, die enthalten sind, haben es in sich. Fieberhaft ist man mit Ella auf der Suche nach der Ursache und einer Lösung. Gleichzeitig ist ungewiss, ob es so etwas überhaupt gibt. Stets wandelt Freeman auf einem schmalen Grat zwischen Realität und Fiktion. Bildet sich Ella das Ganze vielleicht nur ein? Ist es ein Traum? Wird sie verrückt?

Es ist eine reine Glaubensfrage, mit der nicht nur Ella konfrontiert wird. Auch wir Leser müssen und sollen uns damit befassen und das sogar bis zum Schluss. Dieser ist radikal und schockierend und in seiner Art und Weise geradezu brillant. Gerade für eine Geschichte über Parallelwelten ist es der perfekte Schluss, denn letztendlich entscheidet jeder Leser für sich, was er glauben würde und kann rekapitulieren, was er an Ellas Stelle getan hätte.

Fazit

Hilary Freemans „Mein schönes falsches Leben“ war ein richtiger Überraschungshit für mich. Einmal angefangen, musste ich es in einem Rutsch lesen und bin noch immer begeistert. Bücher über Parallelwelten sind meist humorvoll und/oder actionreich. Dieses entgegen ist ernst, brisant und radikal. Das Ende ist perfekt und stellt uns Lesern die Fragen, woran wir glauben und wofür wir uns entscheiden würden. Ein Jugendbuch, das ich gerne empfehle. 5/5 Bücher!

Die Autorin

Hilary Freeman ist freie Journalistin und Autorin von Jugendbüchern. Sie hat bereits für die Zeitung, verschiedene Magazine und Webseiten sowie für das Fernsehen und Radio gearbeitet. Zu ihren Leidenschaften gehören Karaokesingen und Vorsichhinkritzeln. Zurzeit lebt sie mit ihrem Partner im Norden von London.

Originalcover

When I Was Me

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