[Lisa’s Rezension] Scherbenkind von Britt Reißmann

ScherbenkindDie Autorin: Britt Reißmann
Dt. Titel: Scherbenkind
Dt. Erstausgabe: 08.08.2016
Verlag: Diana
Genre: Kriminalroman
Taschenbuch | 9,99 €
eBook | 8,99 €

Stuttgart: Der anonyme Anruf eines Kindes geht beim Polizeipräsidium ein. So kommt Hauptkommissarin Verena Sander auf die Spur einer jungen Frau, durch die sie den Toten aus einem ungelösten Mordfall identifizieren kann. Doch das Verhalten dieser Frau kommt Verena merkwürdig vor. Und das Kind, von dem der Anruf kam, scheint wie vom Erdboden verschluckt. Dann gibt es eine neue Leiche, die Fälle scheinen zusammenzuhängen. Verena muss unbedingt das Kind finden. Und kommt einer an die Grenzen menschlicher Vorstellungskraft stoßenden Tragödie auf die Spur.

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Meine Meinung

In letzter Zeit habe ich endlich wieder mehrere Krimis und Thriller gelesen und ich muss sagen, dass ich wirklich nur Glücksgriffe gelandet habe. Dieses Mal war es „Scherbenkind“ von Britt Reißmann aus dem Diana Verlag.

Mir fiel von Anfang an auf, dass die Ermittlerin Verena Sander eine sehr sympathische Person ist, sie erscheint mir völlig bodenständig und echt, mit Schwächen und Stärken. Oftmals handelt es sich bei weiblichen Ermittlerinnen um Figuren, die an einer psychischen Störung leiden und durch diese in ihrer Ermittlung beeinträchtigt werden, was oft zu vielen Nebensträngen führt und sehr konstruiert erscheint. Doch Britt Reißmann hat es geschafft, ein sehr klares und passendes Bild von ihrer Ermittlerin zu erschaffen.

Zentrales Motiv ist die Darstellung einer multiplen Persönlichkeit und ich muss sagen, dass auch hier wieder eine positive Überraschung auf mich gewartet hat, denn auf diese Art und Weise wurde sie mir bisher noch nie präsentiert. Aber auch Kindesmisshandlung ist ein großer Faktor in diesem Buch – eindeutig also nichts für schwache Nerven oder Fans von stupider Ermittlungsarbeit. Immer wenn ich gedacht habe, ich hätte die Geschichte durchschaut, hat es eine erneute überraschende Wendung gegeben, die die Spannung noch mehr gesteigert und mich zum Weiterlesen motiviert hat. Und natürlich gab es auch eine gehörige Portion Gänsehaut, denn hinter dieser Geschichte verbirgt sich ein sehr dunkler Abgrund voller abstoßender Bösartigkeiten, die ich so nicht erwartet habe.

Auch wenn der Fall am Ende des Buches an sich abgeschlossen ist, so hat Britt Reißmann mich doch mit einem Finale zurückgelassen, das offenen Spielraum für Spekulationen lässt, welches Ausmaß der bestialischen Taten tatsächlich vorliegt. Es ist einerseits ein gutes Ende, andererseits hätte ich gerne gewusst was aus der Protagonistin Sina geworden ist.

Bevor ich mit dem Lesen begonnen habe, wusste ich bereits, dass Britt Reißmann Erfahrung in kriminalistischer Arbeit gesammelt hat, zwar nicht durch eigene Ermittlungsarbeiten, aber sie hat trotz allem viele intensive Berührungspunkte damit, sodass meine Erwartungen an dieses Buch nur noch mehr gesteigert wurden. Und ja, was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht, vielmehr wurden meine Erwartungen noch übertroffen.

Fazit

Dieser Krimi hat absolut zu Recht die volle Punktzahl von 5 Büchern verdient, denn Britt Reißmann hat mit „Scherbenkind“ ein rasantes Buch erschaffen, dass mich völlig gefesselt und immer wieder überrascht hat. Erstklassig recherchiert und umgesetzt, ausgezeichnet durch erschreckende Ermittlungsergebnisse, die einem die Bösartigkeit vor Augen führen. Absolute Leseempfehlung!

Lisa's Signature

Die Autorin

Britt Reißmann war Intarsienschneiderin und Sängerin. Seit 1999 arbeitet sie bei der Mordkommission Stuttgart und schreibt Krimis, die ganz besonders realitätsnah sind. Für ihren Roman „Der Traum vom Tod“ wurde sie mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet. „Blutopfer“ ist ihr erster Krimi im Diana Verlag. Britt Reißmann lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

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