Rezension

[Lisa’s Rezension] Das Frostmädchen von Stefanie Lasthaus

Das FrostmädchenDie Autorin: Stefanie Lasthaus
Dt. Titel: 
Das Frostmädchen
Dt. Erstausgabe: 
14.11.2016
Verlag:
Heyne
Genre:
 Fantasy
Taschenbuch |
12,99€
eBook |
9,99€

Als ihr Freund Gideon bei einem Streit handgreiflich wird, flieht die zwanzigjährige Neve hinaus in die klirrend kalte Nacht des kanadischen Winters und verirrt sich. Glücklicherweise wird sie rechtzeitig von dem jungen Künstler Lauri gefunden, der sie in seiner abgelegenen Blockhütte gesund pflegt. Bei Lauri fühlt sich Neve vom ersten Augenblick an geborgen, und zwischen den beiden entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte. Doch in der Nacht im Wald ist etwas mit Neve geschehen – etwas, das die uralte Wintermagie in ihr entfesselt hat …

Meine Meinung

Das Frostmädchen von Stefanie Lasthaus hat mich vom Klappentext her auf den ersten Blick angesprochen. Umso froher war ich, als das Buch dann auch relativ schnell bei mir gelandet ist. Trotzdem habe ich dann sehr lange gebraucht, bis ich es endlich zur Hand genommen habe. Mein Bauchgefühl hat gesagt „Warte noch…Warte…“ und das hab ich gemacht. Leider hat das Bauchgefühl recht gehabt.

Der Anfang der Geschichte war vielversprechend. Die Idee gefiel mir sehr gut und es war auch schon recht spannend, sodass ich ziemlich Lust auf die Geschichte bekommen habe. Man hat einen wirklich tollen Blick auf die winterliche Atmosphäre bekommen und auch der Schreibstil war angenehm. Ab dem Mittelteil habe ich mich dann immer wieder gefragt, wann es denn nun endlich los geht mit der Geschichte und habe nach und nach die Lust verloren. Es hat sich endlos gezogen und war einfach nur langweilig.

Im Großen und Ganzen muss ich leider auch sagen, dass mir die Figuren nicht besonders gut gefallen haben, insbesondere Neve. Sie war einfach unendlich nervig, kindisch, jämmerlich und anstrengend. Ihre Beziehung zu ihrem ersten Freund Gideon wird beschrieben, als hätten die beiden eine jahrelange Partnerschaft mit Höhen und Tiefen geführt, was Neves Dilemma erklären würde, dabei stellt sich aber heraus, dass die beiden gar nicht wirklich lang zusammen waren und es eher eine typische Teenie-Schwärmerei war. Neve, das Mauerblümchen, das sich von dem Bad-Boy beeindrucken und um den Fingern wickeln lässt, aber schnell merkt, dass das Märchen nur ein Hirngespinst und der vermeintliche Prinz nur ein Vollidiot ist. Doch dann, Leute, haltet euch fest, dann kommt Lauri, der Ritter auf dem weißen Ross, und erlöst sie aus den Fängen des Bösen. Märchen gerettet. Wunderbar. Klischee lässt grüßen.

Auch erschien es mir sehr abgehackt, wie Neve ihr neues Schicksal ungefragt angenommen hat, ohne sich groß darüber zu wundern, dass es abseits der normalen Welt offenbar auch noch eine andere gibt. Kann ja mal passieren. Sie akzeptiert nach kurzem Nachdenken, was mit ihr geschehen ist und dann geht das vermeintliche Abenteuer weiter.
Hierbei hat diese Geschichte so viel Potential, das Stefanie Lasthaus jedoch leider so gar nicht ausschöpft. Die Handlung wiederholt sich grundlegend immer wieder und man weiß eigentlich was als nächstes passiert. Neve merkt, dass Lauri was viel besseres verdient hat (stimmt!), aufopferungsvoll läuft sie also davon, doch Lauri liebt dieses eiskalte sprunghafte Mädchen so sehr, dass er ihr heldenhaft hinterhereilt und dabei prompt in Gefahr gerät. Neve rettet ihn natürlich und die Welt ist wieder heil. Bis zum nächsten Sinneswandel. Repeat.

Fazit

Buch normal

Dieses Buch ist sicherlich für Leser geeignet, die gerne ein nicht allzu rasantes Wintermärchen mit eintönigem Liebeszauber erleben möchten, sofern man nicht allzu viel auf die Details achtet und eine Menge Zeit mitbringt. Ich versuche immer, an jedem Buch etwas positives zu finden, denn sicherlich gibt es viele Leser, denen Das Frostmädchen von Stefanie Lasthaus ein paar tolle Lesestunden bereitet, aber leider kann ich nicht viel mehr sagen als: Idee top, Umsetzung flop.

Gefühlt die Hälfte des Buches hätte man sich sparen und direkt zum Ende kommen können, denn wenigstens da kommt nochmal ein wenig Spannung auf. Die Figuren bedienen jegliches Klischee, aber Neve übertrifft mit ihrer Theatralik einfach alles.
Ständig wird nur im Schnee hin und her spaziert, Neve voran, Lauri hinterher, wobei letzterer in brenzlige Situationen gerät und Neve zur Hilfe eilt. Niemand wird so richtig schlau daraus, was sich eigentlich abspielt, aber nur die Liebe zählt.

Für mich war dieses Buch ein absoluter Flop, da ich aber die Idee mochte und auch die Winteratmosphäre gut eingefangen wurde, gebe ich Stefanie Lasthaus für Das Frostmädchen 1,5/5 Büchern.

Lisa's Signature

Die Autorin

Stefanie Lasthaus wuchs im nördlichen Ruhrgebiet auf. Sie studierte Skandinavistik, Publizistik und Sozialanthropologie in Bochum und Kopenhagen. Nach verschiedenen Stationen in Australien, England und der Schweiz, kehrte sie nach Deutschland zurück und widmete sich ganz dem Schreiben – ob als Texterin für Onlinespiele-Anbieter oder als Autorin ihrer eigenen Fantasy-Romane. Stefanie Lasthaus lebt und arbeitet in Karlsruhe.

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