Das Spiel von Liebe und Tod von Martha Brockenbrough

Das Spiel von Liebe und TodDie Autorin: Martha Brockenbrough
Die Übersetzerinnen: Sandra Knuffinke | Jessika Komina
Originaltitel: The Game of Love and Death
Dt. Titel: Das Spiel von Liebe und Tod
Dt. Erstausgabe: 25.07.2016
Verlag: Loewe
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre
Genre: Jugendbuch
Hardcover | 18,95 €
eBook | 9,99 €

Romeo und Julia, Kleopatra und Mark Anton, Napoleon und Josephine, sie alle waren schon Figuren in dem jahrtausendealten Spiel von Liebe und Tod. Die Regeln sind einfach. Verlieben sich die Paare vor dem ausgewürfelten Termin, hat die Liebe gewonnen, trennen sie sich, triumphiert der Tod und einer der Liebenden muss sterben. Immer wieder steht Henry vor der Tür des Jazzclubs, in dem Flora allabendlich singt. Er ist hingerissen von der schönen jungen Frau, ihrer Stimme und ihrer Musik. Flora dagegen versucht lange, sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Ihre Haut ist schwarz und eine Beziehung mit einem weißen jungen Mann ist im Seattle des Jahres 1937 völlig ausgeschlossen. Was Flora und Henry nicht wissen: Sie sind nur Figuren in einem uralten Spiel, in dem die Liebe selbst und ihr alter Widersacher Tod menschliche Gestalt angenommen haben. Und beide nutzen all ihre manipulativen Fähigkeiten, um zu gewinnen.

Meine Meinung

Das Spiel von Liebe und Tod“ von Martha Brockenbrough ist ein stimmungsvolles Jugendbuch, das mit seiner Ernsthaftigkeit und Tiefe zu überzeugen weiß.

Es ist ein Roman, der gleich meine Neugierde wecken konnte, obgleich ich nur schwer einschätzen konnte, was genau auf mich zukommen würde. Mit dem Anfang war ich dann gleich gebannt, denn Liebe und Tod treten faktisch als Personen auf, was sich als ein wertvolle Komponente erweisen sollte.

Martha Brockenbrough hat einen wundervollen Schreibstil – bildgewaltig, facettenreich und klangvoll. Sie wählt ihre Worte mit Bedacht und fängt perfekt den Zeitgeist der 30er Jahre ein. So entpuppt sich ihre Geschichte als ein sprachliches Highlight, ist für ein Jugendbuch allerdings gar keine so leichte Kost.

Das spiegelt sich auch in der Stimmung und meinem Leseverhalten wider – meist jedoch im positivem Sinn. Wenn ich „Das Spiel von Liebe und Tod“ einmal in Händen hielt, genoss ich jede Seite, hatte allerdings doch ein, zwei Mal das Gefühl, nicht vom Fleck zu kommen. Langeweile kam zwar keine auf, doch es ist eben kein Buch, das man innerhalb von ein paar Stunden verschlingen würde.

Dafür ist die Geschichte schlicht zu ruhig, was ebenfalls keine Kritik darstellen soll. Denn anders könnte ich es mir gar nicht vorstellen. Auch bietet „Das Spiel von Liebe und Tod“ eine Bandbreite von Themen, die man als Leser einfach mal sacken lassen muss. Seien es reale historische Ereignisse, die Kluft zwischen Arm und Reich, Schwarz und Weiß, Intoleranz gegenüber Homosexualität, Machtmissbrauch uvm. Alles Dinge, mit denen man sich sehr wahrscheinlich schon beschäftigt hat, aber zu denen man nun noch einmal einen ganzen Blickwinkel erhält.

Das Highlight sind Liebe und Tod, auch unabhängig von ihrem dramatischen Spiel. Die Kapitel aus ihren Perspektiven haben mich durchweg am meisten interessiert; sie waren faszinierend, aufregend und wirklich spannend. Die Frage, was den Tod eigentlich ausmacht, steht immer wieder im Raum und die Verbindung dieser so konträren Figuren lässt mich auch jetzt noch nicht los. Martha Brockenbrough hinterfragt unseren moralischen Kompass und lässt uns tief ins Grübeln geraten – auf eine charmante und subtile Weise.

Mit Liebe und Tod habe ich ebenso mitgefiebert wie mit Flora und Henry. Ihre Schicksale sind untrennbar miteinander verknüpft und bis zum Schluss konnte ich mir nicht vorstellen, wie diese vertrackte Situation zu einem zufriedenstellenden Ende gelangen sollte. So gipfelte die Geschichte dann auch in einem überraschend dramatischen Showdown, der im starken Kontrast zur restlichen Handlung steht und trotzdem genau richtig ist. Mit Tränen in den Augen schloss ich letztendlich dieses besondere Buch und genoss zum ersten Mal die Stille, die nach dem Ende einer Geschichte sonst immer erdrückend auf mir lastet.

Fazit

Martha Brockenbroughs „Das Spiel von Liebe und Tod“ ist kein Buch für Zwischendurch, dafür eines, das einen wertvollen, bleibenden Eindruck hinterlässt. Die Autorin fängt den Zeitgeist der 30er Jahre perfekt ein und erzählt gefühlvoll und atmosphärisch. So präsentiert sich diese einzigartige Liebesgeschichte zwar sehr ruhig, dafür umso tiefgründiger. Liebe und Tod als tatsächliche Figuren sind ein Highlight und mit das wertvollste Bestandteil dieses Buches. Wer auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Geschichte ist, sollte diesem Jugendroman unbedingt eine Chance geben. 4,5/5 Bücher!

Die Autorin

Martha Brockenbrough hat als Redakteurin für MSN.com gearbeitet, sich Fragen für Trivial Pursuit und Cranium ausgedacht und Liedtexte für eine Reality TV-Show geschrieben. Sie lebt mit ihrer Familie in Seattle und spielt in einer Band die Rats in the Attic heißt. Das Spiel von Liebe und Tod ist ihr zweites Jugendbuch.

Originalcover

The Game of Love and Death

2 Gedanken zu „Das Spiel von Liebe und Tod von Martha Brockenbrough

  1. Desiree

    Hallo Rica,

    ich fand das Buch damals auch richtig toll und etwas komplett anderes! Ja, das Wort außergewöhnlich trifft es perfekt. Das Cover von der englischen Version sehe ich heute zum ersten mal und finde ich auch sehr interessant.

    Liebe Grüße
    Desiree

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *