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Zwölf Wasser 02 – In die Abgründe von E. L. Greiff

© dtv

Autorin: E. L. Greiff
Dt. Reihentitel: Zwölf Wasser
Dt. Titel: In die Abgründe
Dt. Erstausgabe: 10/2013
Verlag: dtv
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 560
ISBN-10: 3423249668
ISBN-13: 978-3423249669
Preis: 16,90 €

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Die Undae, hohe Frauen, die dem Wasser verbunden sind und darin lesen
können, brechen ihr jahrhundertelanges Schweigen und warnen die
Menschen: Schwindet das Wasser, schwindet die Menschlichkeit. Drei von
ihnen machen sich auf den Weg zu den zwölf Quellen, um die Katastrophe,
weit grausamer als eine weltweite Dürre, abzuwenden. Drei welsische
Offiziere, ein Hirte und sein Falke begleiten sie. Während die Reisenden
in verschiedenen Weltgegenden versuchen, die Quellen zu erreichen,
bricht unter ihnen der Kontinent auseinander: Erdspalten tun sich auf,
längst verloschene Vulkane erwachen und Beben erschüttern die Städte.
Aber die wahre Katastrophe droht aus der segurischen Hauptstadt Agen:
Dort bereitet die dämonische Asing ihre Rückkehr vor …
 

Inhalt

Die Reisegruppen haben sich getrennt. Jeweils eine Unda und ein Welse versuchen, die Quellen vor dem Versiegen zu bewahren. Während ihrer eh schon beschwerlichen Reise gerät eine Gruppe zwischen die Fronten eins Bruderkrieges, die anderen müssen sich mit den Urgewalten der Natur auseinandersetzen und die dritte Gruppe hat mit inneren Dämonen zu kämpfen, die immer mehr Gestalt anzunehmen drohen…

Eigene Meinung

Zwölf Wasser – In die Abgründe“ von E. L. Greiff ist eine überaus gelungene Fortsetzung, die „Zu den Anfängen“ fast noch übertroffen hat.

Ich konnte mich gar nicht daran erinnern, wie metaphorisch und richtig malerisch Greiffs Schreibstil zwischenzeitlich anmutet. Gleichzeitig liest dieser sich flüssig, obgleich dieser komplex und nicht gerade leichte Kost ist. Ein auktorialer Erzähler gibt das Geschehen wieder.

Die Charaktere sind außergewöhnlich plastisch und tiefgründig. Sie sind die Spiegelbilder des Niedergangs der Menschlichkeit und gleichzeitig des Kampfes darum. Sie repräsentieren die verschiedenen Quellen auf ganz unaufdringliche Weise, sodass das erst in diesem Band vollends klar wird. Auch wenn es mir zu Anfang nicht leicht fiel, mich auf diese komplexen Persönlichkeiten einzulassen, konnte ich schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr anders, als mit ihnen fühlen. Wenn man sich fallen lässt, wird man mit bewundernswerten, ausdrucksstarken und vor allem glaubhaften Entwicklungen belohnt.

Der Einstieg in die Geschichte gelang ausgesprochen gut, dabei hatte ich richtig Angst davor, weil man bei so komplexen High-Fantasy Romanen im Laufe eines Jahres einfach zu viel vergisst. Dadurch, dass sich die Charaktere an strategisch günstigen Stellen immer an die nötigen vorangegangen Ereignissen erinnert haben, hatte auch der Leser keine Probleme. Wer vor allem die Personen nicht mehr zuordnen konnte, kann diese im angefügten Glossar nachschlagen, was in Kombination mit der schönen und detaillierten Karte vieles erleichtert hat. Die Geschichte knüpft nahezu nahtlos an den Vorgängerband an und bleibt ihrem Stil treu. Endlich kriegt man Antworten auf seine vielen Fragen, auch wenn einige wohl erst im finalen Band aufgeklärt werden. „Etwas geht vor.“ – Diese Drohung schwebt auch weiterhin über allem, bleibt dieses „Etwas“ nämlich immer noch lange Zeit unbenannt. Erst zum Schluss nimmt es Gestalt an und die Zusammenhänge werden ersichtlich.

Auch dieser Band ist in viele Abschnitte gegliedert, wird aus den verschiedensten Perspektiven und stellenweise im Briefformat erzählt. Dadurch wird eine immer größer werdende Spannung aufgebaut, die stets zum Lesen animiert. Dennoch muss ich erwähnen, dass sich manche Perspektiven besser und schneller lesen lassen als andere. Schon im ersten Band konnten mich die Ereignisse rund um Felt und dem Szasran Babu am stärksten fesseln.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass auch dieser Band ein Meisterwerk ist, das jeden High-Fantasy Fan begeistern wird. Leser, die diesem Genre nicht so zugetan sind, werden aber vermutlich zu kämpfen haben. So sollte man sich von vornherein darüber im Klaren sein, dass diese Trilogie keine Leicht kost ist und man diese Bücher nicht mal eben runterlesen kann.

Das Cover unterscheidet sich nur von der Hintergrundfarbe von seinem Vorgänger, aber mich persönlich stört das gar nicht. Ich finde, dass diese Farbe genau zu der Geschichte passt und auch die düstere Stimmung einfängt. Der Titel ist Programm und findet immer wieder Erwähnung im Laufe der Geschichte.

Fazit

E. L. Greiffs „Zwölf Wasser – In die Abgründe“ ist eine solide Fortsetzung, die mich genauso begeistern konnte wie der Vorgänger. Der ausdrucksstarke und komplexe Schreibstil ist bildgewaltig und passt perfekt. Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch und stellen Spiegelbilder des Konfliktes dar. Die Geschichte ist spannend und regt zum Nachdenken an. Alles in allem ist es wieder einmal ein perfekter High Fantasy Roman, der allerdings nichts für Zwischendurch ist. 5/5 Bücher und eine klare Empfehlung!

Die Autorin

E. L. Greiff, 1966 in Kapstadt geboren, lebt heute in den
Niederlanden. Studium der Theaterwissenschaften und der Germanistik,
anschließend zahlreiche freie Regiearbeiten. Neben der Autorentätigkeit
freie Mitarbeit in einer Werbeagentur.

Die Reihe

Zwölf Wasser Trilogie

  1. Zu den Anfängen
  2. In die Abgründe
  3. Nach den Fluten (erscheint im Oktober 2014)

Mein Dank geht an…

…den Deutschen Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! 

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