Zwölf Wasser 01 – Zu den Anfängen von E. L. Greiff

© dtv
Autorin: E. L. Greiff
Dt. Reihentitel: Zwölf Wasser
Dt. Titel: Zu den Anfängen
Dt. Erstausgabe: 08/2012
Verlag: dtv
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 608
ISBN-10: 3423249145
ISBN-13: 978-3-423-249149-0
Preis: 16,90 €
Wasserstände sinken, Quellen versiegen. Noch ist die
Bedrohung des Kontinents kaum spürbar, die Völker leben in Frieden. Aber
die dunklen Vorzeichen einer Katastrophe, weit grausamer als eine
weltweite Dürre, häufen sich. Denn die Quellen spenden mehr als nur
Wasser …

Die Undae, eine Gemeinschaft von Frauen, die dem Wasser
verbunden sind und darin lesen können, brechen ihr jahrhundertelanges
Schweigen und warnen die Menschen. Drei von ihnen machen sich auf den
langen Weg zu den zwölf Quellen mit dem Ziel, die Katastrophe vom
Kontinent abzuwenden. Sie gehen nicht allein. Ein Schwertkämpfer, der
sich gegen seine Bestimmung wehrt, ein junger Hirte auf der Suche nach
Rache und sein Falke begleiten sie. Aber wie soll man eine ganze Welt
retten, wenn es unmöglich scheint, sich selbst zu retten?

Inhalt

In einer Welt, in der das Wasser mehr ist als der Quell des Lebens, kann es nichts Gutes bedeuten, wenn die sagenumwobenen 12 Quellen versiegen. Das wird sogar einigen wenigen Menschen klar als die schweigenden Undae ihre Stimmen erheben und zu einem sofortigen Aufbruch aufrufen. 
So begeben sich 3 Undae gemeinsam mit 3 welsischen Offizieren und einem Falkner auf eine Reise, dessen Ziel ungewiss ist…

Charaktere

Babu, eigentlich Badak-An-Bughar Bator, gehört zum Volk der Merzer. Ursprünglich lebten diese als umherwanderndes Volk in der Steppe, doch der amtierende Thon baut sich eine Stadt.
In dieser Zeit weiß Babu nicht so recht, wo er hingehört. Er ist ein sehr ehrgeiziger Hirte, der allen Erwartungen zum Trotz die veraltete Prüfung absolviert hat, und in jungen Jahren schon eine sehr große Herde angezüchtet hat. Er ist bei den Frauen begehrt und nimmt das selbst nicht richtig wahr, weshalb er sich die Chance auf seine Jugendliebe verdirbt. Neben seinem Erfolg plagt ihn allerdings auch die Sehnsucht nach Freiheit. Mit Erhalt des Falkeneis wird sein Freiheitsdrang noch verstärt und auch wenn sein Abschied vom Dorf mehr als unangenehm ist, wird er diesen niemals bereuen.
Felt ist ein Fels in der Brandung. Er ist ein Welse, das heißt, dass er zu einem beinahe ausgestorbenem Volk gehört. Nach einem großen Krieg bleibt ihnen nur noch eine Stadt am Rand der Welt, in der die Menschen stets unter Kälte und Hunger zu leiden haben. Doch dieses Leben hat sie stark gemacht. Stark und stolz. Auch wenn die anderen Völker ihren Stolz oft mit Unfreundlichkeit verwechseln, so stehen die Welsen doch zu ihren Prinzipien und ihrer Meinung. 
Felt ist das Musterbeispiel eines jeden Welsen und eines Königs würdig. Er ist ein guter und aufrichtiger Anführer, dem die Menschen in seiner Umgebung am Herzen liegen. Er setzt sich für die Seinen ein und liebt seine Familie mit einer Inbrunst, die bewundernswert ist. Wenn er eine Aufgabe hat, führt er sie bedingungslos durch.

Eigene Meinung

Mit ihrem Auftakt „Zwölf Wasser – Zu den Anfängen“ ist E. L. Greiff ein meisterhaftes Debut gelungen. Dabei ist es definitiv keine leichte Kost.
Der Roman ist in 5 Teile und zig betitelte Kapitel gegliedert. Jeder Abschnitt ist in sich abgeschlossen und fließt doch in den anderen ein. Der Schreibstil ist sehr komplex. Greiff wartet mit vielen verschachtelten Sätzen auf, sodass man alle seine Sinne beisammen haben muss, um dem Roman folgen zu können. Er ist wortgewandt und bildgewaltig.
Das Cover ist schlicht und doch auffällig. Die Farben sind gut aufeinander abgestimmt und einfach schön anzusehen. Es passt einfach zum Buch.
Die Charaktere sind definitiv einzigartig und ebenso komplex wie das ganze Werk. Man freundet sich nicht sofort mit ihnen an oder fühlt sich mit ihnen verbunden, aber das macht sie nicht unsympathisch. Ganz im Gegenteil lernt man sie auf Dauer ausführlich kennen und leidet und lebt dann auch mit ihnen.
Die ganze Geschichte ist definitiv High Fantasy. Greiff hat eine faszinierende und komplexe Welt erschaffen, ohne sich irgendwelcher bisher bekannten magischen Wesen zu bedienen. Selbst die Magie wirkt neuartig und doch vertraut. Es ist tiefgründig und nichts für Zartbesaitete, denn blutige Szenen werden keinesfalls verschönert.
Der erste Teil war nicht so meins, weil ich zu Anfang gar nicht wusste, um wen es denn jetzt geht. Außerdem waren einige Szenen so fremd und vage, dass ich völlig verwirrt war. Die weitere Geschichte hat aber alles wieder rausgeholt.
Der Roman ist so vielseitig, dass man sich am Besten selbst ein Bild macht. Ich für meinen Teil bin begeistert und irgendwie wurde eine Saite in mir angeschlagen. 

Fazit

High Fantasy wie sie im Buche steht! E. L. Greiff geht definitiv nicht im Schatten Tolkiens unter und zeigt mit seinem Debut die reife Seite dieses polarisierendem Genres. Ganz klare Leseempfehlung für jeden, der sich die Zeit nimmt und sich darüber im Klaren ist, dass man dieses Roman nicht einfach „runterlesen“ kann.

Die Autorin

E. L. Greiff, 1966 in Kapstadt geboren, lebt heute in den
Niederlanden. Studium der Theaterwissenschaften und der Germanistik,
anschließend zahlreiche freie Regiearbeiten. Neben der Autorentätigkeit
freie Mitarbeit in einer Werbeagentur.

Die Reihe

Zwölf Wasser Trilogie

  1. Zu den Anfängen
  2. In die Abgründe
  3. Nach den Fluten (erscheint im Oktober 2014)

10 Gedanken zu „Zwölf Wasser 01 – Zu den Anfängen von E. L. Greiff

    1. Rica

      Danke für Deinen netten Kommentar, Steffi (:
      Ich weiß noch, dass ich direkt Deine Rezension gelesen hatte, als Du sie gepostet hattest, und mir zum Einen dachte, dass ich das Buch unbedingt lesen will und zum Anderen, dass die Rezension dazu bestimmt nicht einfach wird 😀
      Jetzt hab ich mich tatsächlich eine Woche davor gedrückt, diese zu schreiben, nur um dann festzustellen, dass sie sich quasi von selbst geschrieben hat. Unfassbar!

      Antworten
  1. Julia (Zwischen den Zeilen)

    Wow, tolle Rezension, da bekomme ich gleich Lust, das Buch auch zu lesen. Das der Anfang den Einstieg nicht gerade erleichtert habe ich jetzt schon von mehreren gehört, aber es ist doch schön, dass der Rest der Story das Ganze wieder wettmachen kann.

    Liebe Grüße,
    Julia

    Antworten
    1. Rica

      Danke für Deine netten Worte 🙂 ich freu mich, wenn ich jemandem zu diesem Buch raten konnte. Es ist wirklich lesenswert 🙂

      Liebe Grüße

      Rica

      Antworten
  2. Anonym

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