Worte für die Ewigkeit von Lucy Inglis

Worte für die EwigkeitDie Autorin: Lucy Inglis
Die Übersetzerin: Ilse Rothfuss
Originaltitel: Crow Mountain
Dt. Titel: Worte für die Ewigkeit
Dt. Erstausgabe: 01.09.2016
Verlag: Chicken House
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch
Hardcover | 19,99 €
eBook | 13,99 €

Sommer in Montana, darauf hat Hope so gar keine Lust. Aber gegen ihre resolute Mutter kann sich die 16-Jährige einfach nicht durchsetzen. Und hier, mitten im Nirgendwo, auf einer einsamen Pferderanch begegnet sie Cal, der ihr Leben für immer verändern wird. Montana 1867, die 16-jährige Emily ist auf dem Weg zu ihrem Ehemann, den sie nie zuvor gesehen hat. Doch die Kutsche, in der sie unterwegs ist, verunglückt und als einzige Überlebende wird sie von Nate gerettet – einem Halbindianer, der ihr zeigt, was Leben und Freiheit bedeutet. Zwei große Liebesgeschichten, die auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind.

Meine Meinung

Worte für die Ewigkeit“ von Lucy Inglis verbindet zwei Liebesgeschichten, zwei Epochen, miteinander und entführt uns dafür in das Montana der Gegenwart und auch der Vergangenheit.

Vor etwas mehr als einem Jahr konnte mich Lucy Inglis bereits mit „Zwischen Licht und Finsternis“ begeistern, einem actionreichen Urban-Fantasy-Abenteuer im modernen London. Die Geschichte war relativ flach, aber so unterhaltsam und aufregend, dass ich mir fest vorgenommen hatte, die Autorin im Auge zu behalten. Als ich dann „Worte für die Ewigkeit“ entdeckte, war ich gleich neugierig, zögerte aber doch. Immerhin hatte ich bereits mehrere dieser Bücher gelesen, die parallel zwei Geschichten zu unterschiedlichen Zeiten erzählen und wusste, dass dafür sehr viel Feingefühl und Tiefe nötig war. Genau die beiden Dinge, die ich bei ihrem Debüt vermisst hatte.

Letztlich siegte meine Neugierde, die Begeisterung befreundeter Bloggerinnen tat ihr Übriges, und so legte ich mir das Buch dann doch zu. Zwar dauerte es dann immer noch ein bisschen, bis ich es tatsächlich gelesen habe, aber ich denke, so war es zumindest der richtige Zeitpunkt.

Wobei „Worte für die Ewigkeit“ das fast gar nicht nötig hätte, denn es dauerte nicht lange bis ich gebannt war. Schnell war klar, dass dieses Buch nicht mit ihrem Debüt vergleichbar wäre, tatsächlich könnte man meinen, die beiden Bücher wären von verschiedenen Autoren.

Abwechselnd erzählt uns Lucy Inglis nun also die Geschichten von Emily und Hope. Letztere im personalen Erzählstil, Erstere aus der Ich-Perspektive, teils mit direkter Anrede, was sich schnell erklärt. Mit viel Gefühl beschreibt uns die Autorin das famose Setting, dessen Landschaft zu beiden Zeiten zu beeindrucken weiß. Auch die Charaktere nehmen schnell Form an und erreichen im Laufe der Geschichte, die Tiefe, die ich der Autorin fast nicht zugetraut hätte.

Beide Erzählstränge gestalten sich zwar sehr ruhig, aber nicht langweilig. Es gibt durchaus einige wenige im klassischen Sinne spannende Stellen, im Vordergrund stehen aber ganz klar die Charaktere, ihre Beziehung, die Verbindung über die Jahrhunderte und ganz viel Emotion.

Großen Wert legt Inglis auf die historische Korrektheit, die ich sehr zu schätzen weiß, von einer Historikerin aber auch gar nicht anders erwarten würde. In der Danksagung betont die Autorin, dass sie den Ureinwohnern Amerikas bewusst die Stimme geraubt hatte, weil sie es sich nicht anmaßen würde, ihnen Worte in den Mund zu legen. Das mag im ersten Moment vielleicht seltsam klingen, aber ich finde es richtig, ganz abgesehen davon, dass das schlicht ganz wundervoll gelöst wurde. Generell ist durchweg spürbar, dass „Worte für die Ewigkeit“ ein Herzensprojekt war – und das macht es so besonders!

Fazit

Lucy Inglis‘ „Worte für die Ewigkeit“ ist ein absolutes Herzensbuch, das mich tief berührt hat und so schnell nicht vergessen sein wird. Zwei Liebesgeschichten aus zwei Epochen, die untrennbar miteinander verbunden sind und doch auch einzeln unheimlich spannend sind vor einer Kulisse, die sich unbesehen in mein Gedächtnis eingebrannt hat. Es ist ein Buch, das unter die Haut geht und gehört mit Abstand zu den besten Romanen, die ich in den letzten Jahren lesen durfte. 5/5 Bücher!

Die Autorin

Lucy Inglis ist Historikerin und hat sich auf das 18. Jahrhundert spezialisiert. Ihr Blog Gregorian London, für den sie mehrfach ausgezeichnet und der von internationalen Zeitungen und Zeitschriften hochgelobt wurde, ist inzwischen Sekundärquelle für Studenten und Institutionen. Mit ihrem Mann und dem Border Terrier lebt sie im Schatten der St Paul’s Cathedral in London.

Originalcover

Crow Mountain

Ein Gedanke zu „Worte für die Ewigkeit von Lucy Inglis

  1. Tanja

    Hallo Rica,

    ich gebe dir absolut Recht: Die beiden Bücher der Autorin lassen sich überhaupt nicht vergleichen. Ich möchte dir sogar zustimmen, wenn du sagst, dass es sich fast so anfühlt, als wären hier zwei verschiedene Autorinnen am Werk gewesen. Vom Schreibstil, vom Setting, von der Leidenschaft zwischen den Charakteren, hier waren wirklich gravierende Unterschiede erkennbar.

    Wundervolle Rezension zu einem wundervollen Buch <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    Antworten

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