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[TTT #296] Meine 10 Bücherflops aus 2016

Hand auf’s Herz – Flops sind viel spannender als Highlights, oder? Zumindest mir bereiten Verrisse immer eine diebische Freude; ob ich sie nun lese oder schreibe, wobei ich bei Letzterem oft eher rechtschaffene Entrüstung, große Enttäuschung und Frust empfinde. Trotzdem schreibt sich eine negative Kritik immer leichter als ein Loblied, auch wenn man sich da dreimal überlegen muss, wie man etwas formuliert. Dafür kann man anhand negativer Rezensionen viel besser beurteilen, ob man ein Buch lesen möchte oder nicht…aber darum geht’s hier ja nicht. Mal schauen, ob ich in 2016 überhaupt auf 10 Flops gekommen bin, denn die meisten Bücher waren wirklich gut…

10 6 Flops aus 2016

Natasha Ngans „Alba und Seven – Vertraue niemals der Erinnerung“ ist oberflächlich betrachtet ein echt nettes Jugendbuch – für mich entpuppte es sich jedoch als herbe Enttäuschung. Ein bündiger Erzählstil, extrem kurze Kapitel und viel Schein sorgen dafür, dass der Eindruck einer temporeichen, spannenden Geschichte entsteht. Blickt man allerdings hinter die Fassade, realisiert man, wie wenig tatsächlich passiert und wie „inhaltlos“ die meisten Kapitel einfach sind. Das Ende ist ein Witz und das vorhandene Potenzial absolut nicht genutzt. Schade!

Annika Meyers „Verschwundene Seelen – Die Vergessenen der Wirklichkeit“ ist mein erster richtiger Flop in diesem Jahr – leider. Obwohl die junge Autorin einen angenehmen Schreibstil hat war dieses Jugendbuch nur selten ein Vergnügen. Eine wirre Anhäufung von unzusammenhängenden Ideen prasselte förmlich auf mich nieder und sorgte dafür, dass ich den Faden nicht verloren, sondern geradezu weggeschleudert habe. Unangebrachte Gewalt trifft auf pink-glitzernde Mädchen-Vorlieben. Leider keine Empfehlung.

Kim Harrisons „Die Zeitagentin“ war für mich leider ein Schuss in den Ofen. Die Prämisse war super, die Vorfreude groß – und die Enttäuschung am Ende nur umso größer. Die Geschichte ist verwirrend, lang und auch langweilig, zumindest, wenn man wie ich den Faden verliert. Ich brauche einfach jemanden, den ich anfeuern oder den ich hassen kann, doch hier sind sie alle gleichermaßen schlecht. So leid es mir auch tut, aber eine Protagonistin, die ständig ihr Gedächtnis verliert und konstant manipuliert wird, ist niemand, in den ich mich hineinversetzen kann und will. Die Reihe kann nur besser werden, aber ich bezweifele, dass ich weiterlesen werden.

Pupuze Berbers „Hubi oder aller Anfang ist unschuldig“ wirkt wie der erste Entwurf, aus dem durchaus ein lesenswertes Kinderbuch hätte werden können. Das mangelnde Korrektorat und Lektorat war jedoch leider nicht zu überlesen und so verbleibe ich als Leser enttäuscht und auch verwirrt, denn einiges machte so einfach keinen Sinn. Ich bin mir sicher, dass man mit professioneller Hilfe ein gute Geschichte rausholen kann, aber so kann ich es wirklich nicht empfehlen.

Peter Freunds „Battle Island“ gehörte zu den Büchern, auf die ich mich in 2016 am meisten gefreut haben – und entpuppte sich als einer der größten Flops. Die sprunghafte Erzählung raubte mir nicht nur jeden Anreiz, sondern verdammte die Figuren zu eindimensionalen Stereotypen, die krampfhaft in Schubladen passen musste. Die Kritik ging nach hinten los und was eigentlich genau hinter der ach so großen Verschwörung steckte, habe ich jetzt schon wieder vergessen. Mehr als einmal kam mir der Gedanke, dass so unbedarfte Teilnehmer es gar nicht anders verdient hätten; ich bezweifle, dass das der Sinn und Zweck des Ganzen war.

Veronika Mauels „Shadow Twins – Zwischen Himmel und Hölle“ ist für mich nicht nur ein großer Flop, sondern ein Buch, das so, wie es aktuell ist, einfach nicht geht. Verlage und Autoren tragen eine Verantwortung ihren Lesern gegenüber und die wird hier mit Füßen getreten. Sicherlich gibt es Abschnitte, die auch ich unterhaltsam oder sogar spannend fand, aber das ist nicht der Punkt. Denn das, was vor allem am Ende präsentiert wird, ist so nicht vertretbar. Mit Sicherheit war das so nicht beabsichtigt und manche Leser überlesen das vielleicht sogar (auch wenn ich nicht weiß, wie), aber Fakt ist: es zählt, was geschrieben ist. Und das ist nicht okay.


Habt Ihr die Bücher gelesen und teilt meine Meinung?

Was sind Eure Flops aus 2016?

12 Gedanken zu „[TTT #296] Meine 10 Bücherflops aus 2016

  1. Andrea

    Mein Flop 2016 war „Die Prinzessin von New York“. Die Idee der Geschichte klang vielversprechend, doch die Umsetzung fand ich eher mau. Viele Rechtschreibfehler, die Protas waren mir nicht sympathisch und immer wenn es spannend hätte werden können, verlor sich die Autorin in seitenlangem Gefasel über die Kindheit der Prota oder irgendwelche Verwandschafts oder Geschäftsbeziehungen.

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  2. Andrea

    Hey 🙂

    Von den Büchern kenne ich vom Cover her nur Alba & Seven, das wollte ich eig irgendwann mal noch lesen 🙂
    Gelesen habe ich schon Shadow Twins und das wiederum hat mir echt gut gefallen 🙂

    Mein heutiger Beitrag

    Ich wünsche dir ein flopfreies Jahr 2017 🙂

    Liebe Grüße
    Andrea

    Antworten
    1. Rica Artikelautor

      „Alba und Seven“ liest sich sehr angenehm – es ist also keiner dieser Flops, durch den man sich durchquälen müsste 🙂

      Dir wünsche ich natürlich auch ein flopfreies Jahr!

      Antworten
  3. Punkt und Ende

    Guten Abend,

    von Kim Harrison habe ich die ersten beiden Bände der „Rachel Morgan“ Serie gelesen und die mochte ich ganz gerne. Die Bücher empfand ich als gemütlich.
    „Battle Island“ klingt eigentlich nach einem Buch, dass mich grundsätzlich erstmal interessiert hätte – aber ich kann stereotype und dumme Charaktere nicht leiden. Wird aus dem Gedächtnis gestrichen.

    Ansonsten gebe ich dir allerdings Recht. Mich amüsieren Flops auch sehr viel mehr und ich schreibe/lese auch gerne Verrisse.
    Daher musste ich zu meinen zehn Flops auch noch mal ein bisschen Dampf ablassen.

    Mein Beitrag:
    http://punktundende.blogspot.de/2017/01/top-ten-thursday-flops-2016.html

    LG, Ina

    Antworten
    1. Rica Artikelautor

      Die ersten beiden Bände der Rachel Morgan Reihe habe ich auch noch im Regal stehen und irgendwann werde ich sie auch lesen 🙂 ich finde es auch sehr schade, dass „Die Zeitagentin“ so eine Enttäuschung war, aber diese ständigen Gedächtnisverluste waren echt mühsam. So funktioniert keine Geschichte.

      Deinen Beitrag werde ich mir gleich mal ansehen! hihi

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  4. Aleshanee

    Hi Rica!

    Eine diebische Freude? O.O *lach* Also so seh ich Flops eigentlich nicht 😀 Sie gehen mir zwar auch etwas leichter von der Hand zum schreiben, also die Rezension dazu, aber freuen tu ich mich da nicht drüber.
    Zum einen ärgere ich mich meistens, mich mit dem Buch rumgeschlagen zu haben und zum anderen tuts mir auch irgendwie um den Autor leid, der sich sicher Mühe gegeben und auch viel Zeit reingesteckt hat, es aber für mich einfach nicht funktioniert hat ^^

    Von deiner Liste kenne ich zum Glück keins, und außer Alba & Seven kenne ich sie nicht mal vom Cover her. Aber da hab ich ja wohl auch nix verpasst 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee
    Mein Flop Ten Thursday

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    1. Rica Artikelautor

      Klar, ich freue mich auch mehr, wenn mir die Bücher, die ich lese, auch gefallen, aber irgendwie genieße ich auch die Flops. Nicht beim Lesen, aber beim Meckern danach und wie sollen Autoren lernen, wenn ihnen keiner sagt, was sie falsch gemacht haben? In vielen Flops steckt viel Potenzial und oft bin ich auch eher wütend über das Lektorat. Die sind es doch, die da schlampen. Außerdem habe ich immer das Gefühl, dass meine Glaubwürdigkeit flöten geht, wenn ich 20 4-5 Sterne Rezis hintereinander poste. Da freue ich mich also über einen Flop im Sinne von „Seht her, ich bin durchaus kritisch!“ 😀

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  5. LeseMaus

    Dass „Die Zeitagentin“ ein Flop sein könnte, hätte ich nicht gedacht. Nun ja, davon habe ich nur die kostenlose E-Book-Kurzgeschichte auf dem Reader, insofern nicht schlimm.
    Und vor „Shadow Twins“ habe ich jetzt irgendwie Angst bekommen…“
    Ich lese meine Flops meistens gar nicht zu Ende – hast du dich hier wirklich jeweils durchgekämpft? Brichst du denn auch Bücher ab?

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    1. Rica Artikelautor

      Witzigerweise ist das eShort zu „Die Zeitagentin“ richtig spannend 😀 das mochte ich total!

      Aber ja, ich kämpfe mich immer durch. „Shadow Twins“ war das erste Buch, wo ich wirklich übers Abbrechen nachgedacht hatte. Und bislang hatte ich nur 2 oder 3 Bücher, die tatsächlich eine Qual waren, denn die meisten Bücher, die mir vielleicht am Anfang zu seicht, zu langweilig oder irgendwas sind, sind im Ganzen viel besser als gedacht. Und die meisten Flops lesen sich ganz nett, aber das ändert ja nichts an den Kritikpunkten 🙂

      Antworten

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