Schlagwort-Archiv: Zeitreise-Roman

Rezension

Time School 01 – Auf ewig dein von Eva Völler

Auf ewig deinDie Autorin: Eva Völler
Dt. Reihentitel: Time School
Dt. Titel: Auf ewig dein
Band: 1/3
Dt. Erstausgabe: 21.07.2017
Verlag: One
Altersempfehlung: 12 – 16 Jahre
Genre: Jugendbuch | Zeitreiseroman

Zeitreisen kann ziemlich gefährlich sein. Das weiß Anna nur zu genau, denn seit sie auf ihrer ersten Zeitreise ihr Herz an den gut aussehenden Venezianer Sebastiano verloren hat, musste sie schon so manch brenzlige Situation bestehen. Von der Gründung einer eigenen Zeitwächter-Schule hatte sie sich eigentlich ein etwas ruhigeres Leben versprochen. Aber ihre frisch rekrutierten Schüler sind ausgesprochen eigensinnig, und schon beim ersten größeren Einsatz am Hofe von Heinrich dem Achten geht alles Mögliche schief. Und dann taucht plötzlich völlig unerwarteter Besuch aus der Zukunft bei Anna auf, der ihr komplettes Leben auf den Kopf stellt.

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Rezension

Nie mehr zurück von Vivian Vande Velde

Nie mehr zurückDie Autorin: Vivian Vande Velde
Die Übersetzerin: Regina Jooß
Originaltitel: 23 Minutes
Dt. Titel: Nie mehr zurück
Dt. Erstausgabe: 02.11.2016
Verlag: IVI
Altersempfehlung: 12 – 15 Jahre
Genre: Jugendthriller | Zeitreise-Roman
Seitenzahl: 208

Zoe ist anders als alle anderen. Sie hat die besondere Fähigkeit, die Zeit zurückzudrehen und dadurch das Geschehene zu verändern. Als sie bei einem Bankraub miterleben muss, dass ein junger Mann erschossen wird – ausgerechnet der gut aussehende Daniel, der ihr nur wenige Minuten zuvor in einer schwierigen Situation beigestanden hat – entschließt sie sich dazu, ihn zu retten. Doch ihre Gabe kommt nicht ohne Einschränkungen. Zoe kann nur 23 Minuten in der Zeit zurückspringen, und oft verschlimmert sich die Situation durch ihr Eingreifen. Zoes Entschluss könnte in einer Katastrophe enden. Und er bringt sie in große Gefahr. Denn er lenkt die Aufmerksamkeit des Bankräubers auf sie …

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Verliebt in Hollyhill von Alexandra Pilz

Die Autorin: Alexandra Pilz

Band: 2/3
Dt. Erstausgabe: 03/2014
Verlag: Heyne fliegt
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Format: Hardcover
Seitenzahl: 384
ISBN-10: 3453269179
ISBN-13: 978-3453269170
Preis: 16,99 €
Emily ist zurück! Zurück in Hollyhill, dem kleinen Dorf im Dartmoor, und zurück in der Gegenwart. Gemeinsam mit Matt hat sie in den schrillen 80er-Jahren einen Mörder gefasst, das Geheimnis ihrer Herkunft gelüftet und sich Hals über Kopf in den wortkargen Jungen verliebt. Doch der scheint sie plötzlich nicht mehr zu wollen. Aber bevor Emily herausfinden kann, wieso ihre Beziehung zu Matt so kompliziert ist, wird Hollyhill erneut in die Vergangenheit katapultiert – und Emily gleich mit. Willkommen im Jahr 1811! Emily ist hin und weg von den romantischen Regency-Kleidern und den eleganten Hochsteckfrisuren. Viel Zeit zum Einleben bleibt ihr allerdings nicht, denn wie aus dem Nichts taucht eine Kutsche in Hollyhill auf, mit einer bewusstlosen jungen Frau darin. Die Suche nach ihrer Herkunft führt zu einem abgelegenen Herrenhaus. Noch ahnen Emily und Matt nicht, welch düstere Geheimnisse sich hinter den alten Mauern verbergen – und welche dramatischen Auswirkungen diese auf Emilys Zukunft haben …

Inhalt

Emily hat ihr erstes Zeitreise-Abenteuer hinter sich und muss sich so langsam aber sich an die Planung der Heimreise machen – ob sie will oder nicht. Doch kann sie wirklich aufgeben, was sich das zwischen ihr und Matt entwickeln könnte? Kurzerhand nimmt Hollyhill ihr die Entscheidung ab und katapultiert die Dorfbewohner ins 19. Jahrhundert, wo sie es mit einer Familientragödie der besonderen Art zu tun kriegen…

Eigene Meinung

Verliebt in Hollyhill“ von Alexandra Pilz ist eine gute, aber etwas schwächere Fortsetzung.

Der Schreibstil hat mich auch dieses Mal begeistert und machte es mir leicht, mich wieder in das Setting hineinzufinden. Weiterhin wird die Geschichte im personalen Erzählstil aus Sicht von Emily erzählt.

Emily hat dieses Mal einiges zu verarbeiten. Matt macht es ihr alles andere als leicht und leider ist er nicht der Einzige. Vor allem aber beschäftigt sie die Frage, ob sie Hollyhill wirklich verlassen kann. Kann sie ihre neue Familie, ihre neuen Freunde und Matt tatsächlich verlassen? Hat ihre aufkeimende Beziehung keine Chance verdient? Wobei Matts Verhalten auch noch die Frage aufwirft, ob sich überhaupt etwas zwischen ihnen entwickelt. Aber wenn sie bleiben sollte – was wird dann aus Fee und ihrer anderen Oma?

Frustrierenderweise vertritt Matt die Meinung, dass es keine Entscheidung gibt. Wenn es nach ihm ginge, würde Emily Hollyhill so schnell wie möglich verlassen. Aber wie kann das sein? Warum hat er sie dann überhaupt geküsst? Hat sie sich wirklich alles nur eingebildet? 

Die arrogante Chloe und ihr undurchschaubarer Bruder Cullum unterstützen Matt in diesem Punkt vollkommen. Wobei zumindest Chloe kein Geheimnis aus ihren Absichten macht. Sie kann Emily nicht leiden, findet ihre Fähigkeit, in die Zukunft zu träumen, lächerlich und unnötig und zeigt ihr dies bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Cullum hingegen macht sich einfach mit seiner schmierigen und unangenehmen Art bei Emily unbeliebt. Doch im Gegensatz zu seiner Schwester gibt er ihr wenigstens Gründe für und gegen ein Leben in Hollyhill – und auch Erklärungen dafür, warum Matt sich so schwer tut. Allerdings ist ungewiss, warum er das tut, denn dass er eigene Ziele verfolgt, steht außer Frage.

Die Geschichte war nicht ganz so charmant und lieblich wie im ersten Band. Sie konnte mich weder so packen, noch so bezaubern. Nichtsdestotrotz war auch diese Fortsetzung schnell gelesen und ohne Frage unterhaltsam. Ich kann mich aber auch gar nicht entscheiden, ob ich es gut oder schlecht finde, dass das Beziehungsdrama – und ja, dieses Mal muss man von einem Drama reden – so in den Mittelpunkt gerückt ist. Eindeutig positiv ist aber, dass im Laufe der Geschichte für Klarheit gesorgt wird. So muss man wenigstens nicht befürchten, dass uns auch im dritten Band dasselbe hin und her erwarten wird. Ein klarer Schock war für mich das Ende. So ein fieser Cliffhanger! Wehe, Frau Pilz lässt uns jetzt ewig warten…

Auch wenn ich gesagt habe, dass dieser Band nicht ganz so charmant sei, heißt das nicht, dass gar kein Charme vorhanden wäre. Abgesehen davon, dass man wieder neue Einblicke in die Geheimnisse Hollyhills bekommt, gestaltet sich auch die zentrale Zeitreise als höchst amüsant. Wobei ich als erklärter Fan von sowohl Zeitreise-Geschichten als auch historischen Romanen sagen muss, dass sich Emily doch arg dumm angestellt hat und die Dialoge und Umgangsformen nicht wirklich korrekt waren. Es war aber genug Authentizität vorhanden – oder zumindest genug, um den Anschein zu erwecken -, dass man über diesen Makel hinwegsehen und von Herzen lachen kann, denn ihren Humor hat die liebe Emily zum Glück nicht verloren.

Fazit

Alexandra Pilz‘ „Verliebt in Hollyhill“ ist eine tolle Fortsetzung, die mir aber nicht ganz so gut gefallen hat wie Band 1. Nichtsdestotrotz wird man wieder gut unterhalten, lernt wieder außergewöhnliche Charaktere kennen und kämpft mit Emily um ihre Liebe. Nach diesem unglaublich fiesen Ende kann ich nur hoffen, dass Band 3 nicht allzu lange auf sich warten lässt. Gute 4/5 Bücher und auch dieses Mal eine klare Empfehlung!

Die Autorin

© Gabriela Neeb
Alexandra Pilz hat am gleichen Tag Geburtstag wie Jane Austen. Die Journalistin liebt England, hat eine Schwäche für komplizierte Liebesgeschichten, lebt mit Mann und Katze in München und träumt von einem Cottage in Cornwall. Ihr Debütroman „Zurück nach Hollyhill“ war ein großer, von Publikum und Presse gefeierter Erfolg.

Die Reihe

Hollyhill Trilogie

  1. Zurück nach Hollyhill
  2. Verliebt in Hollyhill
  3. Für immer Hollyhill

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Zurück nach Hollyhill von Alexandra Pilz

Die Autorin: Alexandra Pilz

Band: 1/3
Dt. Erstausgabe: 02/2013
Verlag: Heyne fliegt
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Format: Hardcover
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3453534263
ISBN-13: 978-3453534261
Preis: 16,99 €
Wie weit würdest du gehen? Um das Geheimnis deiner Herkunft zu lüften, den Jungen deiner Träume zu bekommen und deine Freundin zu retten? Für die 17-jährige Emily werden diese Fragen plötzlich entscheidend, als sie nach dem Abitur in das geheimnisvoll einsame Dartmoor reist, um das Dorf ihrer verstorbenen Mutter zu finden. Ein Dorf, das auf keiner Karte eingezeichnet ist. Das jedoch genau der Junge kennt, der in Emily von der ersten Sekunde an Gefühle auslöst, die irgendwo zwischen Himmel und Hölle schwanken … 

Emily kann es nicht fassen! Am Tag ihres Abiturs erhält sie einen Brief ihrer verstorbenen Mutter, in dem diese Emily in geheimnisvollen Worten beschwört, das Dorf aufzusuchen, das einst ihre Heimat war. Kurzerhand steigt Emily in München ins Flugzeug – und landet allein und vom Regen durchnässt mitten im englischen Dartmoor. Hilfe naht in Form eines Geländewagens, darin Matt, der attraktivste Junge, den Emily je gesehen hat. Als sie ihn nach dem Weg nach Hollyhill fragt, verändert Matt sich jedoch schlagartig. War er zuvor offen und hilfsbereit, stimmt er nun nur widerwillig zu, Emily nach Hollyhill zu bringen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch das einsame Moor landen sie schließlich in dem winzigen Dorf, dessen Bewohner zwar alle ein wenig schrullig, aber freundlich zu Emily sind. Nur Matt, der Junge, in den sie sich Hals über Kopf verlieben könnte, gibt ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Gefühl, unerwünscht zu sein. Bis eines Nachts ein Mörder auftaucht und Emily entführt. Und plötzlich findet sie sich im Jahr 1981 wieder – und dort sind die gewöhnungsbedürftige Mode und ein grimmiger Matt ihr geringstes Problem …

Inhalt

Zum Abitur erhält Emily einen Brief ihrer lang verstorbenen Mutter. Ihre Oma hatte die strikte Anweisung, ihr diesen erst zu diesem Zeitpunkt zu übergeben. Darin berichtet Emilys Mutter von dem Dorf, in dem sie aufgewachsen ist – Hollyhill. Sie empfiehlt ihr diesen Ort zu besuchen, um die andere Seite der Familie kennenzulernen, mit der kryptischen Botschaft, sie werde Hollyhill schon finden. Kurzerhand beschließt sie, diesem „Ruf“ zu folgen und reist nach England. Dabei hat sie nicht die geringste Ahnung, was sie dort erwartet…

Eigene Meinung

Zurück nach Hollyhill“ von Alexandra Pilz ist ein außergewöhnliche Zeitreise-Roman und ein vielversprechender Reihenauftakt.

Der Schreibstil ist einfach toll. Schon nach den ersten Sätzen war ich mitten im Geschehen und wollte das Buch nicht mehr zur Seite legen. Obwohl Pilz eher „schnörkellos“ schreibt, regt sie auf eine sehr farbenfrohe und intensive Weise das Kopfkino an. Erzählt wird die Geschichte im personalen Erzählstil.

Die Charaktere sind einzigartig und erobern die Leserherzen im Sturm – zumindest mir erging es so.

Emily ist unglaublich authentisch. Sie ist bodenständig, kreativ und humorvoll. Sie ist die perfekte Mischung aus Verantwortungsbewusstsein und Spontaneität. Es macht einfach Spaß, das Abenteuer Hollyhill aus ihrer Perspektive zu erleben.

Matt ist eine Mischung aus Ritter in schimmernder Rüstung und undurchschaubarer Bad Boy. Er trägt so viel Groll mit sich herum, dass es ihn wie eine Aura aus Ablehnung umgibt. Er ist ein viel zu guter Lügner und sehr wichtiger Teil der Dorfgemeinschaft.

Dann haben wir noch die liebevolle, aber trauernde Grandma; den exotischen Modenarr Joe; die durchgeknallte und immer gut gelaunte Silly; den ernsten, aber hilfsbereiten Josh und noch einige mehr.

Die Geschichte lädt zum Wohlfühlen ein. Alexandra Pilz hat das Thema Zeitreise mal ganz anders interpretiert und das auf eine so charmante Weise, dass man Hollyhill nie mehr verlassen will. Vieles wirkt auf den ersten Blick ziemlich klischeehaft und entpuppt sich dann als doch ganz anders. Und wenn man denkt, dass man alles durchschaut hat, wird man wirklich überraschend überrascht, denn ab einem gewissen Punkt erscheint die Geschichte unglaublich vorhersehbar.

Dass es eine Liebesgeschichte gibt, ist von Anfang an klar, aber überhaupt nicht störend. Ich finde, dass die Autorin einen guten Mittelweg zwischen der Romanze und dem Zeitreise-Geheimnis gefunden hat. Das Ganze ist nicht halb so überdramatisiert wie in vielen anderen Jugendbüchern.

Soweit ich mitbekommen habe, polarisiert das Cover ganz schön. Ich meine mich zu erinnern, dass ich es ganz zu Anfang in der Vorschau völlig übersehen habe – was eine Kunst ist bei diesem schreienden Gelbton! Je öfter es mir über den Weg lief, desto neugieriger wurde ich und als ich es tatsächlich in Händen hielt, was ich begeistert. Es passt und ist vor allem einzigartig – gut gemacht!

Fazit

Alexandra Pilz‘ „Zurück nach Hollyhill“ ist eine Geschichte zum Wohlfühlen und Entspannen. Man kann sich einfach fallen lassen und diese außergewöhnliche Zeitreisegeschichte vom Anfang bis zum Ende genießen. Mit ihrem doch sehr schlichten Schreibstil erschafft die Autorin ein großartiges Kopfkino und die Charaktere muss man einfach lieben. Ich bin immer noch total begeistert und kann dieses Buch nur empfehlen – 5/5 Bücher!

Die Autorin

© Gabriela Neeb
Alexandra Pilz hat am gleichen Tag Geburtstag wie Jane Austen. Die Journalistin liebt England, hat eine Schwäche für komplizierte Liebesgeschichten, lebt mit Mann und Katze in München und träumt von einem Cottage in Cornwall. Ihr Debütroman „Zurück nach Hollyhill“ war ein großer, von Publikum und Presse gefeierter Erfolg.

Die Reihe

Hollyhill Trilogie

  1. Zurück nach Hollyhill
  2. Verliebt in Hollyhill
  3. Für immer Hollyhill

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Jake Djones 02 – In der Arena des Todes von Damian Dibben


© Penhaligon Verlag

Autor: Damian Dibben
Originaltitel: Circus Maximus (History Keepers #2)
Dt. Reihentitel: Jake Djones
Dt. Titel: In der Arena des Todes
Dt. Erstausgabe: 10/2013
Verlag: Penhaligon
Format: Hardcover
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3764530944
ISBN-13: 978-3764530945
Preis: 16,99 €

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Die Geschichtshüter geraten erneut in große Gefahr, denn ihre Vorräte an
Atomium sind beunruhigend geschrumpft. Ohne zu zögern begeben sich Jake
Djones und seine Gefährten auf eine riskante Mission, um jenes
geheimnisvolle Elixir zu beschaffen, ohne das sie nicht durch die Zeit
reisen können. Da erfahren die Agenten von den jüngsten Plänen ihrer
Erzfeinde: Die Familie Zeldt versucht mit aller Macht, die antike
römische Welt unter ihre Kontrolle zu bringen. Und so müssen die
Geschichtshüter weiter als jemals zuvor in der Vergangenheit
zurückreisen, um die Gegenwart und die Zukunft unserer Welt zu retten
 

Inhalt

Jake hat gerade ein Abenteuer hinter sich, da kriegt er seinen ersten offiziellen Auftrag. Gemeinsam mit Nathan und Charlie soll er eine Lieferung Atomium abholen – eine simple Aufgabe, die doch so wichtig ist, denn ohne das dringend benötigte Atomium sind keine Zeitreisen mehr möglich. Es scheint alles glatt zu laufen, bis Jake einen folgenschweren Fehler begeht…

Zeitgleich erreicht die Geschichtshüter eine Nachricht aus dem Jahr 27 von der verschollenen Topaz. Sie sind sich nicht sicher, was die Nachricht zu bedeuten hat oder ob sie überhaupt echt ist, aber eines ist klar: ein Team muss dorthin reisen und die Zeldts aufhalten, sollten sie wirklich wieder etwas planen…

Eigene Meinung

Jake Djones – In der Arena des Todes“ von Damian Dibben ist eine gute Fortsetzung, die mir wesentlich besser gefallen hat als der erste Band! 

Der Schreibstil überzeugt auch weiterhin mit seiner simplen, aber fesselnden Art. Detailreiche Erklärungen wechseln sich mit jugendlichen Dialogen ab, die für meinen Teil aber stellenweise wieder zu erwachsen wirkten. Die Liebe fürs Detail wird auch in den Beschreibungen deutlich, die den Leser einen farbenfrohen Einblick in das Rom der Antike gewähren. Der auktoriale Erzähler war zwar dieses Mal keine Überraschung, aber so ganz warm werde ich damit einfach nicht.

Jake genießt den Ritt auf seiner persönliche Welle des Erfolges bis diese mit einem lauten Krachen in sich zusammenbricht. Mit dem Fehler, den er begangen hat, hat er nicht nur seine Freunde, sonder vor allem sich selbst enttäuscht und muss erstmal lernen, damit umzugehen. Von daher ist es kaum verwunderlich, dass er sich mit noch mehr Eifer in alle weiteren Aufgaben stürzt und ich muss wirklich bewundern, dass er sich nicht unterkriegen lässt.

Nathan hat etwas von seiner Arroganz eingebüßt und entpuppt sich als ein wahrer Freund, der Jake beinahe auf Augenhöhe gegenübertritt – was aber nicht heißt, dass der fiese Nathan nicht noch irgendwo in ihm steckt. Dieses Mal überzeugt er mich auch endgültig von seinen Führungqualitäten, obwohl er mit seinem Modetick weiterhin für viele Lacher sorgt.

Charlie besticht durch seine allumfassende Intelligenz und seinem Hang zu ausschweifenden Erklärungen, was auch weiterhin über sein wahres Alter hinwegtäuscht. Ansonsten ist er eher der ruhige Typ, der sich aus Konflikten innerhalb des Teams raushält solange es möglich ist.

Die Geschichte ist wesentlich temporeicher und spannender als die des Vorgängers. Gleichzeitig treten aber auch immer mehr Ungereimtheiten auf, die mich überaus gestört hatten. So komme ich nicht umhin, mich zu fragen, wie die Familie Zeldt zuvor an Atomium herangekommen ist, wenn es nur eine Familie gibt, die die Rezeptur kennt und ausschließlich die Geschichtshüter beliefert? Wie kann es funktionieren, dass man nie zur selben Zeit in mehreren Jahren sein kann? Nur weil Jake in die Vergangenheit gereist ist, wird er doch nicht aus den 16 Jahren seines bisherigen Lebens getilgt werden, oder? Fragen über Fragen, die ich krampfhaft auszublenden versuchte, um mich wieder in die Geschichte fallen zu lassen. Zum Glück gelang mir das auch nach einer Weile und ich wurde mit viel Action und einigen Überraschungen belohnt.

Vor allem die Liebesgeschichte, die ich in meiner Rezension zum ersten Band schon als überflüssig bezeichnete, nahm eine eher unverhoffte Wendung. Eine Wendung, von der ich nicht weiß, was ich davon halten soll, aber seht selbst…

Dafür überzeugt Dibben mit einem überaus gelungenen Einstieg, denn er versteht es meisterhaft, dem Leser bereits Erlebtes unaufdringlich in Erinnerung zu rufen. Außerdem baut die Handlun wunderbar auf den vorherigen Ereignissen auf und zum Schluss werden dann schon sehr offensichtliche Anspielungen auf den Folgeband gemacht und ich muss gestehen, dass ich mich doch tatsächlich auf die Abenteuer im China der Vergangenheit freue.

Cover und Titel passen „wie die Faust aufs Auge“, aber den ersten Band fand ich eindeutig stilvoller.

Fazit

Damian Dibbens „Jake Djones – In der Arena des Todes“ ist eine gute Fortsetzung, die den ersten Band vor allem an Spannung weit übertrifft. Der Autor bleibt sich selbst treu und die Geschichte überzeugt mit vielen überraschenden Wendung – vor allem in Liebesdingen hat er mich eiskalt erwischt. Logikfehler und die ein oder andere Ungereimtheit schmälern allerdings das Lesevergnügen, aber ich bleibe dabei, dass es für junge Leser toller Lesestoff ist. 4/5 Bücher!

Der Autor

© Derek Henthorn
Damian Dibben hat als Drehbuchautor an Filmen wie Das Phantom der Oper und Der gestiefelte Kater
mitgearbeitet. Er ist eine neugierige Entdeckernatur und beschäftigt
sich mit vielen Dingen, von der Archäologie bis hin zur Kosmologie, und
liebt nichts mehr als wirklich spannende Abenteuergeschichten. Damian
Dibben lebt mit seinem Hund Dudley in London. 

Die Reihe

Jake Djones Reihe

  1. Und die Hüter der Zeit / The Storm begins (History Keepers #1)
  2. In der Arena des Todes / Circus Maximus (History Keepers #2)
  3. Die Dynastie des Bösen / Night Ship to China (History Keepers #3)
  4. ??? / ??? (History Keepers #4)

Weitere Cover

Mein Dank geht an… 

…den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
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Jake Djones 01 – Und die Hüter der Zeit von Damian Dibben


© Penhaligon Verlag

Autor: Damian Dibben
Originaltitel: The Storm Begins (History Keepers #1)
Dt. Reihentitel: Jake Djones
Dt. Titel: Und die Hüter der Zeit
Dt. Erstausgabe: 09/2012
Verlag: Penhaligon
Format: Hardcover
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3764530936
ISBN-13: 978-3764530938
Preis: 16,99 €

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Jake Djones führt ein ganz gewöhnliches Leben – bis er eines Tages vom
Geheimbund der Geschichtshüter erfährt. Die Agenten dieses Bundes
eröffnen Jake nicht nur, dass er durch die Zeit reisen kann, sie
benötigen auch noch seine Hilfe. Der skrupellose Prinz Xander Zeldt will
die Vergangenheit nach seinem Willen verändern und der Welt damit für
alle Zeit seine Herrschaft aufzwingen. Gemeinsam mit den besten Agenten
der Geschichtshüter begibt Jake sich auf eine gefährliche Mission ins
Venedig des 16. Jahrhunderts. Das Schicksal der Menschheit hängt allein
von ihrer Entschlossenheit ab – in der Vergangenheit, der Gegenwart und
der Zukunft …
 

Inhalt

Jake Djones ist ein ganz normaler Junge – bis zu dem Tag, an dem er von einem Vertreter der Geschichtshüter entführt wird. Dieser offenbart ihm, dass seine Eltern beinahe ihr ganzes Leben lang als Agenten tätig waren, nun aber in der Wirren der Zeit verschwunden sind. Als Djones verfügt aber auch Jake über die nötigen Gene, um durch die Zeit zu reisen und er kann der Möglichkeit nicht widerstehen, selbst nach seinen Eltern zu suchen…

Eigene Meinung

Jake Djones – Und die Hüter der Zeit“ von Damian Dibben ist ein guter Trilogieauftakt, der mich leider nicht völlig überzeugen konnte.
Das liegt vor allem an dem Schreibstil, der zwar angenehm zu lesen, stellenweise aber auch sehr trocken ist. Die Beschreibungen sind teils überdetailliert, teils ungenau und viele der verwendeten Begriffe sind nicht mehr geläufig, sodass man einige schon nachschlagen müsste. Die Sprache variiert von Figur zu Figur, immerhin stammen sie alle aus verschiedenen Ländern und verschiedenen Epochen. So kommt es, dass ein 14- oder 15-jähriger Agent plötzlich wie ein 50-jähriger Gelehrter auftritt, was durchaus irritierend sein kann. Ein weiterer Knackpunkt ist der auktoriale Erzähler, der mich völlig unvorbereitet getroffen hat. Mir mag zwar kein konkreter Kritikpunkt diesbezüglich einfallen, aber irgendwie werde ich damit nicht warm – und ich kriege einfach keinen Draht zu den Figuren.
Die Charaktere lassen sich trotz des allwissenden Erzählers nicht wirklich in die Karten gucken. Vor allem die Adoptivgeschwister Topaz und Nathan machen es mir nicht leicht, sie zu durchschauen. Nathan wirkt – nicht nur auf den ersten Blick – ziemlich oberflächlich, obwohl er doch einiges auf dem Kasten hat; Topaz ist zeitgleich mitfühlend und distanziert. Natürlich verstehe ich die Funktion der beiden Figuren und warum sie so sind, wie sie eben sind, aber deshalb fehlt mir halt auch die Bindung. Vor allem die Opferbereitschaft und Konsequenz, mit der Agenten auch zurückgelassen werden, hilft nicht dabei, groß mit ihnen mitzufühlen. Insbesondere da man ja weiß, dass es eh gut ausgehen wird. Charlie ist der klassische Erfinder / Nerd / Gelehrte, dessen Verschrobenheit durch die Begleitung seines kunterbunten Papageis, Mr. Drake, unterstrichen wird. Jake ist noch die beste Figur. Er hat zwar heldenhafte Talente, aber auch große Schwächen. Er macht Fehler und blamiert sich auch mal, wodurch er sehr authentisch wirkt. Er hat Köpfchen, aber ist vor allem mit seinem Herz dabei. Alles in allem muss man ihn einfach gern haben. Rückblickend ist mein einziger handfester Kritikpunkt also, dass die Charaktere absolut nicht altersgemäß sind, wobei hier bestimmt viele damit argumentieren werden, dass man unter ihren Lebensbedingungen halt schnell erwachsen wird.
Die Geschichte ist wirklich nett und für ein jugendliches Publikum wirklich gut geeignet. Mich konnte sie leider nur stellenweise fesseln. Ich hatte einfach nie das Gefühl, wirklich „in“ der Geschichte zu sein und es kam auch einfach nicht dieses tolle Zeitreise-Feeling auf, das mich bei anderen Romanen dieses Genre sonst stets so begeistert. Es gab auch einige Stellen, die nicht wirklich logisch waren oder im Widerspruch zu vorherigen Aussagen standen. Die „Liebesgeschichte“ kann man als solche eigentlich gar nicht betiteln, ist für mich aber völlig unnötig. Meiner Meinung nach tut sie nichts für die Geschichte. Der zweite Handlungsstrang, der sich mit der älteren Generation befasst, müsste weiter ausgebaut werden – ich hoffe, dass meine Hoffnungen diesbezüglich im zweiten Band erfüllt werden!
Die Gestaltung ist klasse – auf dem Cover ist das oft erwähnte Emblem der Geschichtshüter abgebildet, sowie deren Stützpunkt Mont Saint Michel. Auf der Rückseite findet man dann sogar noch eine Abbildung unserer vier Helden, wodurch man zumindest direkt das richtige Bild im Kopf hat. Im Vergleich mit dem Cover des zweiten Bandes wirkt dieses viel edler und ich finde es sehr schade, dass das bei der Fortsetzung so geändert wurde.

Fazit

Damian Dibbens „Jake Djones – Und die Hüter der Zeit“ ist vor allem für Jugendliche eine wirklich tolle Lektüre. Leider konnte mich weder der Schreibstil, noch die Geschichte selbst so richtig fesseln und ich habe es bis zum Ende nicht geschafft, eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen. Trotzdem muss ich gestehen, dass wirklich viel Potential in diesem Roman steckt und ich vielleicht einfach zu alt dafür bin. Deshalb vergebe ich gute 3.5/5 Bücher!

Der Autor

© Derek Henthorn
Damian Dibben hat als Drehbuchautor an Filmen wie Das Phantom der Oper und Der gestiefelte Kater
mitgearbeitet. Er ist eine neugierige Entdeckernatur und beschäftigt
sich mit vielen Dingen, von der Archäologie bis hin zur Kosmologie, und
liebt nichts mehr als wirklich spannende Abenteuergeschichten. Damian
Dibben lebt mit seinem Hund Dudley in London. 

Die Reihe

Jake Djones Reihe

  1. Und die Hüter der Zeit / The Storm begins (History Keepers #1)
  2. In der Arena des Todes / Circus Maximus (History Keepers #2)
  3. Die Dynastie des Bösen / Night Ship to China (History Keepers #3)
  4. ??? / ??? (History Keepers #4)

Originalcover

Weitere Dt. Cover

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Tempest 02 – Feinde der Zeit von Julie Cross

© Fischer FJB

Autorin: Julie Cross
Originaltitel: Vortex (Tempest #2)
Dt. Titel: Feinde der Zeit
Dt. Erstausgabe: 08/2013
Verlag: Fischer FJB
Format: Hardcover
Seitenzahl: 544
ISBN-10: 3841422101
ISBN-13: 978-3841422101
Preis: 16,99 €

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Jackson Meyer wirft sich voller Elan in seine Rolle als Agent für
Tempest – die geheimnisvolle CIA-Abteilung, die für alle mit Zeitreisen
verbundenen Bedrohungen zuständig ist. Trotz seines Kummers darüber,
dass er den Lauf der Geschichte ändern und die Liebe seines Lebens
aufgeben musste, zeigt Jackson, dass er ein hervorragender Agent ist –
auch ohne, dass er seine eigenen Kräfte nutzt und durch die Zeit
springt. All das ändert sich jedoch, als Holly – das Mädchen, für das er
den Lauf der Geschichte geändert hat – erneut in sein Leben tritt. Dann
wird plötzlich Eyewall, eine gegnerische CIA- Abteilung, aktiv. Jackson
und seine Agentenkollegen werden angegriffen und müssen fliehen.
Jackson erkennt, dass die Welt um ihn herum sich geändert hat. Jemand
weiß von seiner ausgelöschten Beziehung zu Holly, so dass sie beide
wieder in Gefahr sind.
 

Inhalt

Jackson hat das Unvorstellbare getan: um seine große Liebe Holly zu retten, ist er in die Vergangenheit gereist und hat ihr Kennenlernen verhindert. Jetzt steht er ohne Freundin und auch ohne besten Freund da, immerhin kannte er Adam über Holly. Kurzerhand beschließt er, sich der CIA, genauer gesagt der Abteilung Tempest, anzuschließen. Wenn ihm Zweifel kommen, tröstet er sich mit dem Gedanken, dass er Holly das Leben gerettet hat, doch dann findet er heraus, dass ihm jemand ins Handwerk gepfuscht hat. Holly ist nicht die Studentin, die sie eigentlich im Jahr 2009 sein sollte, sondern eine Agentin der gegnerischen Abteilung Eyewall…

Eigene Meinung

Ich hatte das Glück, „Feinde der Zeit„, den zweiten Teil der Tempest Trilogie von Julie Cross, direkt hinter dem Auftakt „Sturz in die Zeit“ lesen zu dürfen. So blieben mir die Einstiegsschwierigkeiten, über die viele andere Leser klagen erspart – dennoch kam auch ich nicht ohne gewisse Schwierigkeiten davon.
Der Roman knüpft direkt an den Vorgänger an und bleibt seinem „Bericht-Stil“ treu, wird doch der erste Abschnitt komplett in Form von Tagebucheinträgen wiedergegeben. Weiterhin gibt es nur einen Erzähler, der aus der Ich-Perspektive von Jackson das Erlebte beschreibt.
Jackson Meyer hat sich definitiv weiterentwickelt. Von dem draufgängerischen Teenager ist seit seiner selbstlosen Tat nicht mehr viel übrig. Er übernimmt die Verantwortung für seine Taten und denkt so weit es geht voraus. Je mehr Wahrheiten ans Licht kommen, desto inniger wird die Beziehung zu seinem Vater – was auch zwingend nötig ist, immerhin ist ihm sonst niemand mehr geblieben. Er stürzt sich in das Agentenleben, den Kampf gegen die EOT immer im Blick, und erstreitet sich seine Vorrangstellung in der Gruppe, obwohl er der ungewünschte Eindringling ist. „Vertraue niemandem“ ist sein neues Lebensmotto geworden.
Eine Liebesgeschichte gibt es nicht mehr wirklich, immerhin ist Jackson für Holly auch ein Fremder. Durch ihre Rollen als gegnerische Agenten treffen sie dennoch immer wieder aufeinander, sodass das Thema nie ganz in Vergessenheit gerät.
Dafür überzeugt die Handlung dieses Mal mit noch mehr Spannung und Action. Wieder legt Julie Cross ein sehr hohes Erzähltempo an den Tag und lässt an keiner Stelle Langeweile aufkommen. Grandiose und außergewöhnliche Schauplätze, sowie eine nervenaufreibende Atmosphäre machen auch diesen Band wieder zu einem richtigen Pageturner.
Leider wurde meine Verständnisschwierigkeiten die Zeitreisethematik betreffend nicht gelöst, stattdessen sogar so verwirrend, dass ich irgendwann den Versuch aufgegeben habe, der Logik dahinter folgen zu wollen. Das Frustrierende daran war, dass es zwischenzeitlich einen Aha-Moment gab, der kurz darauf komplett über den Haufen geworfen wurde, weil die alten Theorien plötzlich völlig hinfällig waren. Doch am meisten gestört hat mich die Tatsache, dass es niemand hinterfragt hat, dass Jackson die Vergangenheit verändert hat, obwohl er den Sprung, der dafür nötig war, offiziell gar nicht konnte. Er selbst kam erst am Ende des zweiten Bandes auf die Idee, dass er doch dazu fähig sein könnte…aber wie kann das sein, wenn er doch de facto was geändert hat? Mag sein, dass ich da auch was völlig verstanden habe, wie gesagt hat mich da so einiges verwirrt.
Das Cover ist wieder einmal ein echter Hingucker und passt perfekt zum ersten Band. Auch der Titel ist durchaus zutreffend.

Fazit

Julie Cross‘ „Feinde der Zeit“ ist eine solide Fortsetzung, die ihrem Vorgänger in Nichts nachsteht. Nur die Romantiker unter uns könnten ein wenig enttäuscht sein, immerhin ist keine direkt Lovestory vorhanden. Dafür wird die Spannung so richtig hochgetrieben. Temo- und Actionreich erzählt Jackson seine Geschichte, die an keiner Stelle langweilig wird. Leider war mir auch dieses Mal das Thema Zeitreise viel zu kompliziert und stellenweise unlogisch interpretiert, sodass es wieder „nur“ 4/5 Bücher gibt.

Die Autorin

© Christian Doellner

Julie Cross wurde in Heidelberg geboren und lebt heute mit ihrem Mann
und ihren drei Kindern in Illinois, in der Nähe von Chicago. Bei
FISCHER FJB erschien ihr Roman »Sturz in die Zeit«, der erste Teil der
Trilogie.

Die Reihe

Tempest Trilogie

  1. ??? / Tomorrow is Today (Tempest #0.5)
  2. Sturz in die Zeit / Tempest (Tempest #1)
  3. Feinde der Zeit / Vortex (Tempest #2)
  4. Sturm der Zeit / Timestorm (Tempest #3)

Originalcover

Mein Dank geht an…

…den Fischer FJB Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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Tempest 01 – Sturz in die Zeit von Julie Cross


© Fischer FJB

Autorin: Julie Cross
Originaltitel: Tempest (Tempest #1)
Dt. Titel: Sturz in die Zeit
Dt. Erstausgabe: 08/2012
Verlag: Fischer FJB
Format: Hardcover
Seitenzahl: 512
ISBN-10: 3841422098
ISBN-13: 978-3841422095
Preis: 16,99 €

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen
Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar
Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis
eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und
seine Freundin Holly im Studentenwohnheim – und erschießen Holly. In
seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich
zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn:
zurückzukommen und Holly zu retten. Er wird ALLES dafür tun. ALLES – für
seine große Liebe.
 

Inhalt

Jackson Meyer kann durch die Zeit reisen. Bisher allerdings nur wenige Stunden, sodass er das nicht wirklich ernst nimmt. Das ändert sich an dem Tag, an dem seine Freundin, Holly, angeschossen wird. Um sie zu retten, reist er in die Vergangenheit, allerdings macht er einen Sprung von 2 Jahren – und hängt fest. Sollte er es wirklich nicht schaffen, zurück zu springen, wird er wohl oder über Holly erneut für sich gewinnen, doch die 2007er Holly hat so gar keine Lust auf ihn…

Der Protagonist

Jackson Meyer ist Student an der NYU. Er kommt aus einem wohlhabenden Haus, musste dafür aber einige Verluste einstecken. Seine Mutter hat er nie kennen gelernt, seine Schwester starb an Krebs und sein Vater verbringt die meiste Zeit auf der Arbeit. Bevor er seine große Liebe, Holly, kennen gelernt hat, war er der typisch reiche Partygänger. Jetzt allerdings arbeitet er mit Jugendlichen und nimmt sein Studium sehr ernst. Im Zentrum von allem steht Holly, bis er plötzlich entdeckt, dass er durch die Zeit reisen kann. So naiv wie er ist, ahnt er nicht, dass diese Gabe nicht nur sein Leben auf den Kopf stellen wird…

Eigene Meinung

Sturz in die Zeit“ von Julie Cross ist ein vielversprechender Trilogieauftakt, der die Zeitreisethematik ganz neu und ziemlich kompliziert interpretiert.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und lädt zum Lesen ein. Durch kurze Kapitel, die selbst noch in viele kurze Abschnitte eingeteilt sind, kommt die Geschichte direkt in Fahrt und hat von Anfang an ein konstant hohes Erzähltempo. Viele Kapitel werden in Form von Tagebucheinträgen dargestellt und alle sind mit dem jeweiligen Datum betitelt. Die Geschichte wird durchgehend aus der Ich-Perspektive des Protagonisten erzählt.

Die Charaktere sind angenehme, aber undurchsichtige Zeitgenossen. Durch die Zeitreisen lernt man an sich viele Facetten und auch einige Hintergründe der verschiedenen Personen kennen, kriegt aber aller Erwartungen zum Trotz kein größeres Verständnis für sie, weil sich die Zukunft und damit auch die Persönlichkeiten ständig verändern können. Vor allem Holly, die im Mittelpunkt von allem zu stehen scheint, bleibt enttäuschend flach. Auch der Bezug zu Jackson hinkt ein wenig. Man erlebt das Geschehen zwar aus seiner Sicht, aber seine Erzählweise hat etwas „Klinisches“, sodass die ganze Geschichte mehr einem Bericht gleicht. Mein persönlicher Favorit ist der klischeebehaftete Adam. Ein typischer Nerd, der für jede Verschwörungstheorie zu haben ist, mit übergreifendem Wissen glänzt und in weiser Voraussicht handelt. Dennoch oder gerade wegen diesen Charakterzügen ist er eine der sympathischsten Figuren und für Jackson in jeder Zeitleiste ein treuer Freund.

Die Geschichte ist ganz anders als erwartet! Aus einem romantischen Zeitreiseroman wird schnell ein spannungsgeladener Spionagethriller. Über allem schwebt die Frage, wem man trauen kann, und man wird im Laufe der Handlung immer paranoider. In Kombination mit der komplizierten Auslegung der Zeitreisethematik ist dieser Roman gar keine so leichte Kost. Zumindest, wenn man versuchen will, zu verstehen, muss man sich wirklich konzentrieren. So schade das sein mag, ist es für mich doch ein richtiger Kritikpunkt. Ab einem gewissen Punkt fiel es mir richtig schwer, den ganzen Theorien zu folgen.

Die Liebesgeschichte ist ebenfalls anders als erwartet. Sie ist zwar ein allgegenwärtiges, oftmals aber ziemlich einseitiges Thema. Dennoch ist es wirklich schön, das Ganze aus Sicht des männlichen Parts zu erleben und seinen stillen Liebesbekundungen zu „lauschen“.

Das Cover ist ein richtiger Eyecatcher, passt zur Thematik und trifft erstaunlich gut den Protagonisten. So hat man als Leser gleich ein Bild im Kopf, was man bei Bedarf immer wieder auffrischen kann. Auch der Titel passt ziemlich gut!

Fazit

Julie Cross‘ „Sturz in die Zeit“ ist ein vielversprechender Trilogieauftakt, der so ganz anders ist als erwartet. Eine dramatische Lovestory entpuppt sich als packender „Spionagethriller“. Leider ist die Zeitreisethematik recht verwirrend und die Charaktere enttäuschend flach. Alles in allem wurde ich aber gut unterhalten und konnte diesen Roman kaum zur Seite legen. Dafür vergebe gerne noch 4/5 Bücher!

Die Autorin

© Christian Doellner

Julie Cross wurde in Heidelberg geboren und lebt heute mit ihrem Mann
und ihren drei Kindern in Illinois, in der Nähe von Chicago. Bei
FISCHER FJB erschien ihr Roman »Sturz in die Zeit«, der erste Teil der
Trilogie.

Die Reihe

Tempest Trilogie

  1. ??? / Tomorrow is Today (Tempest #0.5)
  2. Sturz in die Zeit / Tempest (Tempest #1)
  3. Feinde der Zeit / Vortex (Tempest #2)
  4. Sturm der Zeit / Timestorm (Tempest #3)

Originalcover

Hourglass 02 – Die Versuchung der Zeit von Myra McEntire

Autorin: Myra McEntire
Übersetzerin: Inge Wehrmann
Originaltitel: Timepiece (Hourglass #2)
Dt. Reihentitel: Hourglass
Band: 2/3
Dt. Erstausgabe: 17.06.2013
Verlag: Goldmann
Format: Paperback
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3442475643
ISBN-13: 978-3442475643
Preis: 12,99 €


Warum sieht Kaleb Ballard plötzlich Menschen aus der Vergangenheit? Er gehört zwar dem„Hourglass“ an, einer Organisation von Menschen mit übersinnlichen Kräften, aber Visionen zählen definitiv nicht zu seinen Fähigkeiten. Jemand scheint die Zeit zu manipulieren, und Kaleb hat auch schon eine Vermutung, wer. Er verdächtigt Jack Landers, der bereits versucht hatte, sowohl Kalebs Vater als auch seine große Liebe Emerson Cole umzubringen. Kaleb muss Landers finden und ihn ein für alle Mal stoppen. Aber wie kann man jemanden aufhalten, der unberechenbar durch die Zeit springt?

Inhalt

Kaleb Ballard ist als Sohn des Leiters und Gründers von Hourglass, Liam Ballard, seit jeher an übernatürliche Phänomene gewöhnt. Er selbst besitzt sogar eine Gabe, aber diese impliziert definitiv nicht die Wahrnehmung von Zeitlosen. Warum also scheint er plötzlich Emersons Gabe zu teilen? Die Antwort kommt schneller als ihm lieb ist: Jack Landers manipuliert weiterhin das Raum-Zeit-Kontinuum und den Hourglass-Helden wird eine Frist von einem Monat gesetzt, ihn zu finden und aufzuhalten. Halten sie sich nicht daran, wird die Zeit zurückgedreht, was nicht nur Liams Tod bedeuten würde, sondern auch, dass Emerson wieder zurück in die Psychiatrie muss, unwissend, dass sie über eine wichtige Gabe verfügt…

Der Protagonist

Kaleb Ballard ist der Bad Boy der Truppe. Nachdem sein Vater gestorben und seine Mutter ins Koma gefallen war, ließ er sich tattoowieren und neigte zu Alkoholexzessen. Dass er sich ausgerechnet in das Mädchen verliebt hat, das sich für Michael, den Liebling seines Vaters, entschieden hat, macht die Sache für ihn nicht gerade leichter. Vor allem, weil er durch seine Gabe als Empath jedes Gefühl der anderen am eigenen Leib zu spüren bekommt.

Meine Meinung

„Die Versuchung der Zeit“ ist die lang ersehnte Fortsetzung der Hourglass Reihe von Myra McEntire, die mich leider zeitweise verwirrt und auch enttäuscht hat.
McEntires Schreibstil ist auch weiterhin schön zu lesen und einfach perfekt für das Genre Jugendbuch. Der Sprachgebrauch ist jugendlich frisch, die Erzählweise flüssig und bildhaft. Weiterhin wird das Geschehen aus der Ich-Perspektive erzählt, doch nicht wie erwartet von Emerson, sondern von Kaleb. Für mich nicht ganz verständlich, ist Hourglass doch ganz klar eine Reihe, die aufeinander aufbaut. Solche totalen Perspektivwechsel kann ich bei diesen klassischen Lyx-Romantasy-Reihen verstehen, die zwar alle in der selben Welt spielen, aber immer nur ein Liebespaar abhandeln. Doch bei einer Jugendbuchtrilogie empfinde ich das einfach als unpassend. Man verbindet was mit den Protagonisten und identifiziert diese mit der Geschichte. Außerdem frage ich mich natürlich, was uns im finalen dritten Band erwarten wird – wird dieser dann etwa aus Sicht eines Nebencharakters erzählt? Oder wieder aus Emersons Sicht? Vielleicht dann abwechselnd von Kaleb und Emerson? Man darf gespannt sein.
Abgesehen von Kaleb, der schon im ersten Band interessant war und natürlich nichts dafür kann, dass die Geschichte plötzlich aus seiner Sicht erzählt wird, waren alle anderen Figuren oberflächlich und stellenweise einfach unsympathisch. Emerson, die mir in Die Stunde der Zeitreisenden so ans Herz gewachsen ist, agiert hier egoistisch, uneinsichtig, verwöhnt und zickig. Michael war mal wieder zu perfekt, gleichzeitig berechnend, langweilig und ebenfalls unsympathisch. Und Lily, das für Kaleb angedachte weibliche Gegenstück, ging mir die erste Hälfte des Buches schlichtweg nur auf die Nerven. Das besserte sich zwar zum Ende hin,  aber es macht einfach keinen Spaß, wenn ich die meiste Zeit über damit beschäftigt bin, mich zu ärgern oder Mitleid für den armen Protagonisten zu empfinden.
Die Geschichte wäre an sich eine gute Fortsetzung gewesen. Der Stein, der in Die Stunde der Zeitreisenden ins Rollen gebracht wurde, löst in Die Versuchung der Zeit eine vorhersehbare Lawine aus. Es gibt neue Probleme, neue Fähigkeiten, neue Figuren, neue Konflikte. Allerdings hat McEntire dabei nicht bedacht, dass die ein- oder andere Rückblende durchaus angebracht wäre. So bezieht sie sich in ihrer Geschichte zwar auf Details des Vorgängerbandes, erklärt diese aber nicht näher. Schon vor dem Lesen wurde ich gewarnt, dass ich besser nochmal den 1. Band lesen soll. Natürlich habe ich das nicht getan, ist es ja noch nicht soo lange her, dass ich den gelesen habe, außerdem habe ich ja meine Rezension, so dachte ich jedenfalls. Was mir direkt auffiel, waren die fehlenden physikalisch logischen Erklärungen, die ich beim ersten Buch noch so gelobt habe. So ungern ich das auch zugebe, aber ich habe bis jetzt noch nicht so richtig verstanden wie die ganzen Zeitrisse zustanden kommen, warum es keine Zeitlosen aus der Zukunft mehr gibt und wie Michael und Em in einem verschwinden konnten. Dass sich manche Probleme nahezu von selbst , wohingegen andere, meiner Meinung nach, gar nicht gelöst wurden, ist noch so ein Punkt, der mich stutzig gemacht hat.
Die aufkeimenden Gefühle zwischen Lily und Kaleb waren vorhersehbar, aber nicht nachvollziehbar. Mich persönlich hat diese Beziehung auch einfach gar nicht berührt.

Fazit

Myra McEntires „Hourglass – Die Versuchung der Zeit“ wäre eine gelungene Fortsetzung, gäbe es keinen nicht nachvollziehbaren Perspektivwechsel, würden die Charaktere nicht plötzlich alle unsympathisch werden und die Geschichte selbst nicht so lückenhaft sein. Rückblenden, ein Glossar oder wenigstens ein paar Erklärungen habe ich schmerzlich vermisst und ich muss beschämenderweise zugeben, dass ich nicht alles verstanden habe. Durch den fiesen Cliffhanger werde ich natürlich auch den dritten Band lesen, aber ich hoffe inständig, dass McEntire dort dann wieder zur alten Größe findet. Für Fans der Reihe ist auch dieser Band ein Muss, aber tut Euch selbst einen Gefallen und lest vorher dringend den ersten Band nochmal. So schneidet „Die Versuchung der Zeit“ für mich nur mit 3/5 Büchern ab.

Die Autorin

Myra McEntire lebt in Nashville, der Country-Metropole von Amerika. Da Country-Musik aber überhaupt nicht ihrem Geschmack entspricht, blieb ihr nichts anderes übrig, als sich aufs Schreiben zu konzentrieren. Seit ihrer Kindheit hat sie daher immer wieder kürzere Erzählungen verfasst, aber »Hourglass – Die Stunde der Zeitreisenden« war ihr erster Roman. Und sie hat noch viele Ideen für weitere spannende Geschichten aus der Welt von »Hourglass«.

Weitere Informationen:

Auf der Homepage zur Reihe findet sich auch ein lesenswertes Interview:

Zum Interview

Zur englischsprachigen Homepage der Autorin

Zum englischsprachigen Blog der Autorin

Die Reihe

Hourglass Trilogie

  1. Die Stunde der Zeitreisenden / Hourglass (Hourglass #1)
  2. Die Versuchung der Zeit / Timepiece (Hourglass #2)
  3. Das Ende der Zeit / Infinityglass (Hourglass #3)

Prefer it in English?

Originalcover

Timeless 02 – Schatten der Vergangenheit von Alexandra Monir

© Heyne Verlag

Autorin: Alexandra Monir
Originaltitel: Timekeeper
Dt. Reihentitel: Timeless Dilogie
Dt. Titel: Schatten der Vergangenheit
Dt. Erstausgabe: 06/2013
Verlag: Heyne
Format: Hardcover
Seitenzahl: 304
ISBN-10: 3453267591
ISBN-13: 978-3453267596
Preis: 14,99 €

Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

Michele liebt Philip, und Philip liebt Michele – die Sache hat nur einen Haken: Er lebt als Musiker im New York des Jahres 1910 und sie in der Gegenwart. Doch eines Tages taucht Philip in Micheles Highschool auf, und alles gerät aus den Fugen. Hat ihre Liebe, die gegen die Gesetze des Universums verstößt, eine Chance?

Im glitzernden New York des Jahres 1910 hat die 16-jährige Michele in dem Musiker Philip ihre erste große Liebe gefunden – und wieder verloren. Denn irgendwann muss sie zurück in die Gegenwart. Als ihr plötzlich in ihrer Highschool Philip gegenübersteht, traut sie ihren Augen nicht und kann ihr Glück kaum fassen. Doch ihre Freude ist nur von kurzer Dauer: Denn Philip scheint sich an nichts erinnern zu können, nicht an sie, nicht an ihre gemeinsamen, romantischen Stunden – und auch nicht daran, wer er eigentlich ist und aus welcher Zeit er kommt. Michele ahnt, dass ein dunkles Verhängnis an Philips plötzlichem Gedächtnisverlust schuld ist – ein Verhängnis, das bis in die Tiefen ihrer eigenen Familiengeschichte zurückreicht. Fast zu spät erkennt sie, dass Philip in großer Gefahr schwebt, und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit …

 

Inhalt

Philip hat es geschafft! Er ist wahrhaft in ihrer Zeit gelandet. Allerdings scheint er sich nicht an Michele erinnern zu könnnen…schlimmer noch: offensichtlich hat er Gefallen an der Schulschönheit Kaya gefunden. Für Michele der reinste Alptraum, doch das ist lange nicht die unangenehmste Angelegenheit, die sie beschäftigt, denn eine lang verstorbene Verwandte sinnt auf Rache und Michele bleiben nur 7 Tage Zeit, um sie aufzuhalten…

Eigene Meinung

Ich hatte das Glück, direkt nach Alexandra Monirs „Timeless“ zu der Fortsetzung „Schatten der Vergangenheit“ greifen zu dürfen. Umso schöner war es für mich, dass Band 2 nahtlos an seinen Vorgänger anknüpft.

Gleich zu Anfang fielen mir erste Änderungen aus. So bekam der Leser zwischen jedem Kapitel einen Abschnitt aus dem „Handbuch der Zeitgesellschaft“, sodass viele offene Fragen beantwortet wurden. Außerdem erlebte man Abschnitte aus Sicht von Irving Henry, Michels Vater. Der Schreibstil lockt auch weiterhin mit seiner Leichtigkeit, allerdings wurde das Tempo in diesem Band nochmal um einiges gesteigert, sodass man Micheles Zeitreisen gleich durch die Kapitel rast.

Die Charaktere erscheinen auch weiterhin ziemlich farblos, vielleicht sogar noch blasser als im Vorgängerband. So hat Monir in dem Versuch, ihre Figuren lebhafter erscheinen zu lassen, auch den Nebenfiguren etwas mehr Raum und einige Konflikte angedacht, die aber soweit ungelöst bleiben, dass ich mich einfach fragen muss, warum man sie überhaupt angeführt hat. Dabei kann man sich wunderbar in die Persönlichkeiten hineinversetzen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird – leider beschränkt sich das ja bekanntlich auf nur zwei Stück. Weiterhin hatte ich kein genaues Bild von Philip vor mir, obwohl er so ausgiebig und oft beschrieben wird. 

Die Geschichte ist um einiges spannender als vorher. In diesem Szenario wird Michele gleich mit drei Konflikten konfrontiert, die es schnellstmöglich zu lösen gilt, denn die Zeit rennt – buchstäblich. Micheles Kampfgeist ist bewundernswert, obwohl sie immer mal wieder das Ziel aus den Augen verliert. Dass sich die Beziehung zu ihren Großeltern endlich zu etwas entwickelt, das dieser Bezeichnung wert ist, ist erfreulich und alles in allem wird man wieder gut unterhalten. Doch leider stecke ich wieder in derselben Zwickmühle wie bei „Timeless“, hatte ich doch unglaublichen Spaß beim Lesen, muss aber, kritisch betrachtend, einiges bemängeln. So bleibt trotz der Auszüge aus dem Handbuch weiterhin einiges ungeklärt und dass durch-den-Raum-reisen wird hier noch schamloser ausgenutzt. Außerdem ist da diese eine große Sache, die Michele betrifft, die ein Thema im Großteil des Buches ist und trotzdem ungeklärt bleibt. Und wie erklärt man die Existenz Philips in unserer Zeit? Es gibt zwar einige Lösungsansätze, aber wirklich belegt ist keiner davon und irgendwie wurmt mich das. Dabei bin ich als passionierte Fantasy-Leserin eigentlich ziemlich abgehärtet, was bedingungslose Akzeptanz betrifft – Fakt ist aber nun mal, dass Zeitreiseromane eben kein Fantasy im klassischen Sinn sind. Dann darf ich doch wohl meckern, oder?

Der große Showdown hat dafür alles, was man sich nur wünschen kann und ich hatte sogar ein klein wenig Gänsehaut, obwohl auch dieser viel zu schnell und viel zu glatt vorbeiging.

Fazit

 

Mit „Timeless – Die Schatten der Vergangenheit“ hat Alexandra Monir eine tolle Fortsetzung geschaffen, die jeden Fan der Reihe und des Genres begeistern wird. Ich kam an sich voll auf meine Kosten und auch wenn dieser Roman ein schönes, rundes Ende hat, hoffe ich inständig auf eine Fortsetzung. Die Kritikerin in mir lässt sich aber leider von keinem guten Gefühl den Mund verbieten, sodass ich einfach anführen muss, dass mir wieder einmal einige Erklärungen zu schwammig sind oder einfach fehlen. Dass die Nebenfiguren und selbst Micheles große Liebe einfach farblos und nicht überzeugend sind und dass sich die Autorin durchaus etwas mehr Zeit nehmen kann. So schön kurzweilige Lektüren auch sind, so gerne hätte ich etwas mehr Zeit in der ein- oder anderen Epoche, mit der ein- oder anderen Figur verbracht. Trotz allem kann ich diese Dilogie (?) getrost weiterempfehlen, denn Spaß hat man beim Lesen allemal. 4/5 Bücher!

Die Autorin

© Neal Preston
Alexandra Monir wuchs in
der Nähe von San Francisco auf und endeckte schon als Kind ihre Liebe
zu Musik, Theater und Literatur. Sie nahm Gesangs- und
Schauspielunterricht, bevor sie im Alter von siebzehn nach Los Angeles
zog, um dort Sängerin und Songrwiterin zu werden. Sie arbeitete unter
anderem mit den Produzenten von Aretha Franklin und Mariah Carey
zusammen. Mit ihrem Romandebüt Timeless verwirklichte sich
Alexandra Monir ihren großen Traum und wurde Schriftstellerin. Die
Autorin lebt in New York und Los Angeles.

Die Reihe

Timeless Dilogie
  1. Schatten der Vergangenheit / Timekeeper

Originalcover

Mein Dank geht an…

… den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!