Schlagwort-Archiv: Gegenwartsliteratur

Rezension

Die Schule der Nacht von Ann A. McDonald

© Randomhouse | Penhaligon Verlag

© Randomhouse | Penhaligon Verlag

Die Autorin: Ann A. McDonald
Der Übersetzer: Christoph Göhler
Originaltitel: The Oxford Inheritance*
Dt. Titel: Die Schule der Nacht*
Dt. Erstausgabe: 22.05.2017
Verlag: Penhaligon
Genre: Gegenwartsliteratur | Urban Fantasy

»Du kannst dich nicht für immer vor der Wahrheit verstecken. Bitte komm zurück, und bring alles zu einem guten Ende.« Diese Nachricht erhält die Amerikanerin Cassandra Blackwell in einem mysteriösen Päckchen, zusammen mit einem alten Foto ihrer verstorbenen Mutter, gekleidet in die schwarze Robe der Oxford Universität. Kurzerhand beschließt sie, nach England zu reisen, um mehr über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren. Dort entdeckt Cassie eine Welt voller Traditionen und Privilegien und merkt schnell, dass hier eine dunkle Macht am Werk ist – verbunden mit einer geheimen Gesellschaft, die sich Die Schule der Nacht nennt …

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Rezension

The Hate U Give von Angie Thomas

Die Autorin: Angie Thomas
Die Übersetzerin: Henriette Zeltner
Originaltitel: The Hate U Give *
Dt. Titel: The Hate U Give *
Dt. Erstausgabe: 24.07.2017
Verlag: cbt
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Gegenwartsliteratur | Jugendbuch

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen…

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[Lisa’s Rezension] Der weite Raum der Zeit von Jeanette Winterson

Der weite Raum der ZeitDie Autorin: Jeanette Winterson
Die Übersetzerin: Sabine Schwenk
Originaltitel: The Gap of Time
Dt. Titel: Der weite Raum der Zeit
Dt. Erstausgabe: 11.04.2016
Verlag: Albrecht Knaus
Genre: Adaption | Gegenwartsliteratur
Hardcover | 19,99 €
eBook | 15,99 €

Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenüber allen gegenteiligen Beweisen verstößt er MiMi und seine neugeborene Tochter Perdita. Durch einen glücklichen Zufall findet der Barpianist Shep das Baby und nimmt es mit nach Hause. Jahre später verliebt sich das Mädchen in einen jungen Mann – Xenos einzigen Sohn. Zusammen machen sie sich auf, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen und alte Wunden zu heilen, damit der Bann der Vergangenheit endlich gebrochen wird.

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[Lisa’s Rezension] Das Haus, das in den Wellen verschwand von Lucy Clarke

Das Haus, das in den Wellen verschwandDie Autorin: Lucy Clarke
Die Übersetzerin: Claudia Franz
Originaltitel: The Blue
Dt. Titel: Das Haus, das in den Wellen verschwand
Dt. Erstausgabe: 01.06.2016
Verlag: Piper
Genre: Gegenwartsliteratur
Paperback | 14,99 €
eBook | 12,99 €

Lana und ihre beste Freundin Kitty wagen das ganz große Abenteuer und verlassen ihre Heimat England, um auf Weltreise zu gehen. Unterwegs treffen sie auf eine Gruppe junger Globetrotter, die mit ihrer Yacht »The Blue« von den Philippinen nach Neuseeland segelt. Schnell werden die beiden jungen Frauen Teil der Crew, und es beginnt eine aufregende Zeit voller neuer Erfahrungen vor der traumhaften Kulisse der Südsee. Doch auch das Paradies hat seine Grenzen. Denn Lana und Kitty merken bald, dass an Bord nichts ist, wie es scheint. Und als ein Crewmitglied mitten auf dem Ozean spurlos verschwindet, kommen nach und nach die Gründe ans Licht, weshalb ihre Mitreisenden die Fahrt wirklich angetreten haben …

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Der-Lavendelgarten

[Rezension] Der Lavendelgarten von Lucinda Riley

© Goldmann Verlag

Autorin: Lucinda Riley
Originaltitel: The Light behind the Window 
Dt. Titel: Der Lavendelgarten 
Dt. Erstausgabe: 05/2013
Verlag: Goldmann
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 512
ISBN-10: 3442477972
ISBN-13: 978-3-442-47797-5
Preis: 8,99 €

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Jahrelang hat Emilie de la Martinières darum gekämpft, sich eine
Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft aufzubauen. Doch als
ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, lastet das Erbe der
Familie allein auf Emilies Schultern. Sie kehrt zurück an den Ort ihrer
Kindheit, ein herrschaftliches Château in der Provence. Der Zufall
spielt ihr eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante
Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer
tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für
immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch
nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen …
 

Inhalt

Emilie
de la Martinères genoss ihr Leben in Paris, fernab ihrer Mutter und den
Pflichten, die einem Adelskind nun mal auferlegt werden. Ihre selbst gewählte
Distanz funktionierte aber nur, solange es noch eine Familie gab, der sie sich
fernhalten konnte. So kehrt sie nach dem Tod ihrer Mutter zu ihren Wurzeln
zurück und steht vor einem Erbe, das mehr Last als Sicherheit bedeutet. Genau
in dieser schwierigen Zeit trifft sie Sebastian, der ihr nur zu gerne hilft. Er
erzählt ihr, dass seine Großmutter im zweiten Weltkrieg in dem Chateau der de
la Martinières Schutz gesucht hatte, er aber nicht wisse, wie genau es dazu
kam. So begeben sich die beiden auf die Spuren der Vergangenheit und Emilie
muss erkennen, dass sich diese nicht einfach verdrängen lässt…

Eigene
Meinung

Nachdem
Das Orchideenhaus so gar nichts für
mich war, hatte ich so meine Zweifel, ob Das
Lavendelhaus
von Lucinda Riley
meinem Geschmack entspricht. Der einladende Klappentext und das wunderschöne
Cover sprachen mich jedoch so sehr an, dass ich einfach nicht daran vorbeigehen
konnte als ich es bei Penny (!) gesehen hatte.
Rileys
Schreibstil ist ziemlich ernst, aber schön zu lesen. Sie hat eine sehr feine
und farbenfrohe Ausdrucksweise. Das Setting und die Atmosphäre beschreibt sie
so detailgetreu, dass man sich alles ganz leicht vorstellen kann. Erzählt wird
die Geschichte zum Teil im personalen Erzählstil, zum Teil von einem
auktorialen Erzähler. Es gibt zwei Handlungsstränge: die Hauptgeschichte ab dem
Jahr 1999 und die integrierte Erzählung, die im zweiten Weltkrieg spielt.
Die
Charaktere sind auch dieses Mal nicht so plastisch wie ich es mir wünschen
würde, vor allem im direkten Vergleich mit den unglaublichen
Landschaftsbildern, die Riley uns in
den Kopf setzt. In diesem Band gibt es allerdings viele wichtige Personen, die
auf die ein- oder andere Weise immer wieder eine Rolle spielen – und sei ihr
Beitrag auch noch so klein.
Emilie de la
Martinières
ist
eine von Selbstzweifeln zerrüttete, junge Frau, die im Laufe der Geschichte
eine erstaunliche Wandlung vollzieht. Sie ist sehr ruhig und besonnen, versucht
stets vorurteilsfrei an eine Sache heranzugehen und hört sich am liebsten immer
mehrere Perspektiven an, bevor sie sich eine Meinung bildet. Sie selbst erkennt
nicht, wie schön, stark und intelligent sie ist – doch auch ihr
Selbstbewusstsein soll schon bald wachsen.
Sebastian und Alexander Carruthers könnten nicht unterschiedlicher sein. Alex ist hochintelligent und hat mehr
Begabungen als man sich vorstellen kann. Sein Bruder, der in allem schlechter
war als er, hat ihm daraufhin das Leben zur Hölle gemacht. Was Sebastian an Begabung missen musste, hat
er mit seinen gewieften Tricksereien und Lügen wieder wett gemacht.
Die
Geschichte ist komplex und doch leichtgängig. Die verworrenen Fäden, die die
beiden Familien miteinander verbinden, bieten den perfekten Grundstoff für eine
spannende und durchaus auch romantische Handlung. Die Handlungsstränge werden
munter vermischt, ohne dass dabei der rote Faden aus den Augen verloren geht. Doch
auch dieses Mal hatte ich das Gefühl, dass Riley
die Handlungen in der Vergangenheit besser gelungen sind. Vielleicht sollte sie
sich mal an einem reinen historischen Roman versuchen?
Leider
wirkten die Dialoge oftmals aufgesetzt und emotionslos. Gerade zu Anfang, wurde
ich dadurch so gar nicht warm mit den Figuren. Dafür konnte mich die
französische Perspektive auf den zweiten Weltkrieg, Rileys durchaus nicht durchweg schlechte Meinung über die Deutschen
und die Geschichte der SOE Frauen, die als Spione in den Krieg zogen,
überzeugen. Beschämenderweise kann ich mich nicht daran erinnern, schon einmal
davon gehört zu haben, umso überraschender und spannender waren diese
Abschnitte dann für mich!

Fazit

Lucinda
Rileys „Der Lavendelgarten“ war es definitiv wert, ihr eine zweite Chance
gegeben zu haben. Der Schreibstil ist immer noch einen Hauch zu ernst, die
Dialoge etwas zu platt, trotzdem konnte mich die Geschichte überzeugen. Das
Thema war durchweg interessant, die Verwicklungen der beiden Familien überaus
gut durchdacht. Meiner Meinung nach ist dieser Roman eine klare Leseempfehlung
– sehr gute 4/5 Bücher!

Die Autorin

© Isabelle Grubert
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere
Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten
ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und
Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das
Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten
Debüt, „Das Orchideenhaus“, stürmte jeder ihrer Romane die
internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie
in Norfolk im Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.

Weitere Cover 

Ein-ganzes-halbes-Jahr-2

[Rezension] Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes

© Rowohlt Verlag

Autorin: Jojo Moyes
Originaltitel: Me before you
Dt. Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Dt. Erstausgabe: 03/2013
Verlag: Rowohlt
Format: Paperback
Seitenzahl: 512
ISBN-10: 3499267039
ISBN-13: 978-3-499-26703-1
Preis: 14,99 €

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Die Leseprobe findet Ihr hier.

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas
schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen
Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt.
Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie
tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie
wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses
neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou
begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als
alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will.
 

Inhalt

In Zeiten
einer Rezession ist es nicht leicht einen Job zu finden – vor allem nicht als
26-jährige Ex-Kellnerin ohne jegliche Qualifikation. Bei der Wahl zwischen
Poledance, Seniorenpflege und der Arbeit in einem Schlachthof kommt Louisa
Clark die Ausschreibung zur Betreuung eines Tetraplegikers gerade recht. So
trifft sie auf Will, der nach einem Unfall vor 2 Jahren dieses undankbare
Dasein fristen muss. Die beiden kommen nicht gerade gut miteinander aus, aber
Lou kann sich nicht erlauben, auf das Geld zu verzichten. So freundet sie sich
mit dem Gedanken an, dass ihr Vertrag eh nur auf ein halbes Jahr befristet ist
– jedenfalls bis zu dem Tag, an dem sie erfährt, dass nach Ablauf der Frist
Will sein Leben beenden will…

Charaktere

Louisa
Clark
ist außergewöhnlich anders. Sie lebt ohne Plan und akzeptiert, ohne groß
darüber nachzudenken, dass ihre langjährige Beziehung zum
„Marathon-Mann“-Patrick genau an dem Punkt stagniert ist, an dem die meisten
Paare heiraten – oder wenigstens mal zusammen ziehen. Die Wahl ihrer Kleidung
muss ihrer Stimmung entsprechen, nicht der angesagten Mode, wodurch immer mal
wieder skurrile Kreationen zustande kommen. Sie hat eine Lebensfreude, die
ansteckend ist und lässt sich selten wirklich runterziehen. Sie ist chaotisch,
tollpatschig und herrlich selbstironisch. Ihr steter Drang zu quasseln, ist
genauso anstrengend wie erheiternd.
Will
Traynor
hatte alles, was man sich nur wünschen kann. Er war von Geburt an
wohlhabend, sah gut aus, hatte Erfolg im Beruf – und bei den Frauen. Er war der
reinste Abenteurer, wollte alles sehen und erleben. Gleichzeitig war er sehr
gebildet, wusste klassische Musik und ein gutes Buch zu schätzen – und hatte
allgemein zu allem eine Meinung. Umso härter traf ihn der Unfall, der sein
Leben verändern sollte. Denn ein Dasein als Tetraplegiker kam für ihn überhaupt
nicht infrage. Denn wenn die einzige Entscheidung, die er noch selbst treffen
darf, die ist, ob er leben oder sterben will, dann wählt er den Tod…-

Eigene
Meinung

Lange habe
ich daran gezweifelt, ob „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes etwas für mich
sein könnte. Wer meinem Blog folgt, hat schnell gemerkt, dass das nicht gerade
mein bevorzugtes Genre ist, also war es wohl nicht weiter verwunderlich, dass
ich es die letzten Wochen geschafft habe, diesen Roman gekonnt zu ignorieren.
Als mich dann die Nachricht erreichte, dass ich es als Wanderbuch erhalten
würde, dachte ich mir, “Jetzt oder nie“.
Dank Moyes
wahrhaft wunderschönem und bildhaftem Schreibstil war ich binnen weniger Minuten
in der Geschichte eingetaucht und jeglicher Zweifel beraubt. Ich habe selten
erlebt, dass jemand gleichzeitig so fröhlich und so ernst, so anspruchsvoll und
doch leichtgängig schreibt. Dass das Geschehen aus Lous Ich-Perspektive
geschildert wird, bietet neben den wichtigen Einblicken vor allem die richtige
Portion Humor.
Die
Charaktere sind so natürlich, dass man das Gefühl hat, ihnen jederzeit auf der
Straße begegnen zu können. Sie haben ihre Ecken und Kanten und wenn man ehrlich
ist, ist keiner davon ein richtiger Sympathieträger (abgesehen vielleicht von
Thomas, Lous Opa und Louisa). Natürlich erobert auch Will mein Herz, aber das
gelingt ihm nicht durch seinen Charme. Besonders gut hat mir gefallen, dass
jede Figur einen anderen Standpunkt zum Thema „Sterbehilfe“ vertritt. Manche
sind strikt pro oder contra, andere wissen nicht, was sie davon halten sollen,
manch einer versteht Wills Wunsch, möchte aber gleichzeitig nicht loslassen. Es
ist ein schwieriges Thema, das hier auf unaufdringliche Weise behandelt wird.
Die
Geschichte ist gleichermaßen wunderschön als auch unglaublich traurig. Ich bin
froh, dass ich dieses Mal eine Ausnahme gemacht und mir vorher eine Rezension
durchgelesen habe, sonst hätte ich anhand des Klappentextes nämlich nicht
ersehen können, worum es wirklich geht und man sollte sich schon darüber im
Klaren sein. So leicht es sich auch lesen lässt, so schwer ist es doch zu
verdauen und das sollte man dann nicht unter Stress oder in der Mittagspause
tun.
Ich hatte
wahrlich Angst, dass die Thematik die Stimmung drücken würde doch das tut es
ganz und gar nicht. Während man Lou und Will auf ihrem beiderseitigen Kampf
begleitet, erlebt man die gesamte Palette der Gefühle; tatsächlich ist Mitleid
dabei noch das Geringste. Moyes zeigt nämlich ganz klar, dass Will zwar ein
furchtbares Schicksal erleidet, er aber immer noch ein Mensch ist und auch so
behandelt werden will. Er will nicht dauerhaft mit Samthandschuhen angefasst
werden, die mitleidigen Blicke oder das Getuschel im Hintergrund ertragen. Er
besitzt keine Bewegungsfreiheit mehr, ist in allem eingeschränkt und hat eine
Lebensqualität, die sich von Jahr zu Jahr verschlechtert – da möchte man doch
wenigstens in dem wenigen, das man noch tun kann, normal behandelt werden. So
ist es nicht weiter verwunderlich, dass es zwischen Will und Lou des Öfteren zu
witzigen Wortgefechten kommt, die den Großteil des Charmes dieses Romanes
ausmachen.
Die
Liebesgeschichte ist mit eine der Schönsten, die ich je gelesen habe. In
Gegenüberstellung eines aktiven, sportlichen Mannes zu einem Tetraplegiker
würden sich wohl die wenigstens für letzteren entscheiden, auch wenn dieser
noch so charmant oder intelligent ist. Louisa tut es, doch nicht auf die
kitschige, klischeehafte Weise, stattdessen auf ganz hohem Niveau mit großem
Gefühl. Es ist die echte wahre Liebe und doch keine klassische
Liebesgeschichte.

Fazit

Jojo Moyes
konnte mich mit „Ein ganzes halbes Jahr“ schnell begeistern und wird mich doch
lange nicht loslassen. Ich habe selten so viel gelacht und geweint gleichzeitig
und war ganz bestimmt noch nie so gefesselt von Gegenwartsliteratur.
Authentische Charaktere und eine Geschichte, die gut unterhält, doch
gleichzeitig zum Nachdenken anregt, ist ein Erfolgsrezept, das ich jedem nur zu
lesen empfehlen kann. Ich muss mich der Reihe der Begeisterungsrufe anschließen
und betitel es mit Freuden als eines meiner Jahreshighlights. 5/5 Bücher!

Die Autorin

© by Phyllis Christopher

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday
Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet.
Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.

Weitere Cover

Mein Dank geht an…

… Gisela M. für die Bereitstellung des Wanderbuches! <3

[Rezension] Beautiful Disaster von Jamie McGuire

© Piper Verlag

Autorin: Jamie McGuire
Originaltitel: Beautiful Disaster (Beautiful #1)
Titel: Beautiful Disaster
Dt. Erstausgabe: 04/2013
Verlag: Piper
Seitenzahl: 464
ISBN-10: 349230334X
ISBN-13: 978-3-492-30334-7
Preis: 9,99 €

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Die Leseprobe findet Ihr hier.

Als sie Travis zum ersten Mal in die Augen blickt, ist nichts mehr wie zuvor. Abby fühlt sich unwiderstehlich von ihm angezogen, obwohl er alles ist, was sie nicht will: ein stadtbekannter Womanizer, arrogant, unverschämt – aber leider auch unverschämt sexy. Doch dann lässt Abby sich auf eine verhängnisvolle Wette mit ihm ein und gerät in ein gefährliches Spiel voller Hingabe und Leidenschaft, das sie bis an ihre Grenzen treibt…

Inhalt

Abby nutzt ihre Chance, ihrer zwielichtigen Vergangenheit zu entfliehen, und schreibt sich gemeinsam mit ihrer besten Freundin, America, am College ein. Dort trifft sie auf Travis, den Herzensbrecher schlechthin. Von Anfang an macht sie klar, dass sie nicht an Sex interessiert ist und so werden die beiden tatsächlich Freunde. Dabei weiß doch jeder, dass „platonische“ Beziehungen nur ein Gerücht sind, oder?

Charaktere

Abigail Abernathy kommt aus einer Familie, die vom Glücksspiel beherrscht wurde. Ihr Vater war einer der größten Pokerspieler aller Zeiten, der allerdings seine Tochter dafür verantwortlich macht, dass seine Glückssträhne ein Ende hat. Als „Lucky Thirteen“ war sie sogar in den Medien. Das College bietet ihr die Fluchtmöglichkeit, die sie gesucht hat. Dort versteckt sie sich hinter einer biederen Fassade, die allerdings nicht lange anhält…
Travis Maddox ist der Casanova des Colleges. Sein Studiendarlehen zahlt er durch die Teilnahme an illegalen Kämpfen ab und insgesamt schreit alles an ihm „Bad Boy“. Dass auch er sich nur hinter einer verkorksten Fassade versteckt, ist nicht einmal seiner männlich dominierten Familie bewusst.

Eigene Meinung

Beautiful Disaster“ von Jamie McGuire ist eine tolle Geschichte, die voller Überraschungen steckt.
Aus Sicht der Protagonistin, Abby, erlebt man, dank der Ich-Perspektive, hautnah das Auf- und Ab der Gefühle, das sich hinter dem recht vagen Titel verbirgt. Der Sprachgebrauch ist modern, jugendlich und angepasst. McGuires Schreibstil fesselt den Leser mit einer Leichtigkeit, die die Seiten nur so dahinfliegen lässt.
Die Charaktere sind authentisch und greifbar. Sie überzeugen durch ihre vielfältigen Facetten und vor allem dadurch, dass sie sich weiterentwickeln und wachsen. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen beschränkt McGuire sich keineswegs auf die beiden Liebenden, sie gestaltet ein lebhaftes, abwechslungsreiches Umfeld.
Die Geschichte ist an sich recht schlicht und keinesfalls innovativ, dennoch schlägt sie den Leser in ihren Bann. Das liegt vor allem an den unerwarteten Wendungen, ungeklärten Verhaltensmustern und den vielen kleinen Überraschungen.
Die Lovestory ist alles andere als normal, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Wie der Titel schon verrät, gestaltet sich Travis’ und Abbys Beziehung als das reinste Desaster, ohne dabei aber allzu stark an den Nerven zu zehren.
Durch den recht nichtssagenden Klappentext bin ich, und wahrscheinlich noch einige andere Leser, mit einer ziemlich niedrigen Erwartungshaltung an dieses Buch herangetreten. Typisch kombinierte Schlagwörter wie z.B. „Hingabe“, „verhängnisvoll“ und „Leidenschaft“ ließen mich den derzeit trendigen Schund à la Shades of Grey befürchten. Doch weit gefehlt! So sexy Travis auch sein mag, so knisternd die Atmosphäre erscheint, schnell wird klar: es geht mal nicht um Sex. Nicht, dass es keine pikanten Szenen gäbe, aber genau genommen sind diese kaum erwähnenswert. Die wohl größte und angenehmste Überraschung sind die vertauschten „Machtverhältnisse“, denn in diesem Szenario ist der Mann unsterblich verliebt, hingegen die Frau gelinde gesagt reserviert. Abby macht es Travis nicht leicht, was vor allem daran liegt, dass das ach so brave Mädchen eine weitaus dunklere Vergangenheit als der Bad Boy Travis hat. Die beiden sind eine explosive Mischung, deren Verhalten nicht nur ihren Freundeskreis, sondern auch den Leser berührt.
Heftige Wortgefechte und eine Prise Humor strapazieren die Lachmuskeln. Dass McGuire gelegentlich zu Übertreibungen neigt und das Finale eine Überspitzung schlechthin ist, kann man insofern verzeihen, als dass es einfach zu diesen beiden extremen Persönlichkeiten passt.
Das Cover ist ein Eyecatcher, der ebenso wenig über den Inhalt preisgibt wie der Klappentext. Ich selbst bin leider auch noch nicht dahinter gekommen, wofür der Schmetterling in dem Glas steht, aber es ist immerhin schön anzusehen.

Fazit

Jamie McGuires „Beautiful Disaster“ ist eine Geschichte, die voller Überraschungen steckt und deren Titel Programm ist. Selten erlebt man solch lebendige Charaktere, die einer Naturgewalt gleichkommen. Ihr Zusammenstoß wirkt sich auf den Leser aus und hält diesen fest im Griff. Die Geschichte übertrifft alle Erwartungen und eine gesunde Prise Humor lockert das Ganze wieder auf. Man erlebt eine Achterbahn der Gefühle und verliebt sich vielleicht sogar ein bisschen, in meinem Fall, in Travis. 

Die Autorin

Jamie McGuire ist in Tulsa, Oklahoma, aufgewachsen und hat unter anderem Radiologie studiert. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer zehn Hektar großen Farm in der Nähe ihrer Heimatstadt. Beautiful Disaster veröffentlichte sie zunächst selbstständig als eBook, das es bis in die Top 10 der New York Times-Bestsellerliste schaffte. Die Printausgabe konnte diesen Erfolg sogar noch überbieten. Beautiful Disaster ist Jamie McGuires erster Roman, der auf Deutsch erscheint.  

Die Reihe

  1. Beautiful Disaster / Beautiful Disaster (Beautiful #1)
  2. ??? / Walking Disaster (Beautiful #2)

Das Originalcover 

Mein Dank geht an…

… den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.