Schlagwort-Archiv: Dan Wells

Rezension

Mirador 01 – Bluescreen von Dan Wells

BluescreenDer Autor: Dan Wells
Der Übersetzer: Jürgen Langowski
Originaltitel: Bluescreen (Mirador #1)
Dt. Reihentitel: Mirador
Dt. Titel: Bluescreen
Band: 1/3
Dt. Erstausgabe: 04.10.2016
Verlag: PIPER
Genre: Science Fiction
Seitenzahl: 368

Nach den Bestsellern um den Serienkiller John Cleaver führt Dan Wells in eine Zukunft, die erschreckend schnell Realität werden kann: Los Angeles im Jahr 2050 ist eine Stadt, in der du tun und lassen kannst, was du willst – solange du vernetzt bist. Durch das Djinni, ein Implantat direkt in deinem Kopf, bist du 24 Stunden am Tag online. Für die Menschen ist das wie Sauerstoff zum Leben – auch für die junge Marisa. Sie wohnt im Stadtteil Mirador, doch ihre wirkliche Welt ist das Netz. Und sie findet heraus, dass darin ein dunkler Feind lauert. Als sie an die virtuelle Droge Bluescreen gerät, die Jugendlichen einen sicheren Rausch verspricht, stößt Marisa auf eine Verschwörung, die größer ist, als sie je ahnen könnte …

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Partials 02 – Fragmente von Dan Wells

Autor: Dan Wells
Übersetzer: Jürgen Langowski
Originaltitel: Fragments (Partials #2)
Dt. Reihentitel: Partials
Dt. Titel: Fragmente
Band: 2/3
Dt. Erstausgabe: 10.03.2014
Verlag: IVI
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahren
Format: Hardcover
Seitenzahl: 576
ISBN-10: 349270283X
ISBN-13: 978-3492702836
Preis: 19,99 €
Leseprobe


In ferner Zukunft wurde die Menschheit durch den Isolationskrieg fast vollständig vernichtet – besiegt von den Partials, künstlichen Kriegern, die die Menschen selbst erschaffen hatten. Eine der letzten Überlebenden ist Kira Walker, die erfahren hat, dass sie selbst ein verhängnisvolles Erbe in sich trägt, von dem sie nichts ahnte. Auf der Suche nach ihrer eigenen Herkunft muss sie sich ausgerechnet auf die Hilfe zweier Partials verlassen – Samm und Heron, die als Einzige ihr Geheimnis kennen. Kiras Weg führt sie durch das verwüstete Land, das der Isolationskrieg aus dem nordamerikanischen Kontinent gemacht hat – und dort wird sie dem schrecklichsten Feind begegnen, den die Menschheit je gekannt hat …

Inhalt

Kira hat es zwar geschafft, ein Baby zu retten, aber die Synthetisierung und Reproduktion des Heilmittels scheinen bisher unmöglich. Während die Menschheit also weiterhin um das Überleben kämpft, versucht Kira mehr über ihre eigene Herkunft herauszufinden – und nebenbei auch die Rettung für die Partials zu finden. Dazu reist sie nach Manhattan, wo sie nach einiger Zeit auch Samm und Heron wiederfindet. Gemeinsam nehmen sie den beschwerlichen Weg nach Denver auf sich, um hinter die Geheimnisse von ParaGen zu kommen. In der Zwischenzeit wird Long Island von den Partials eingenommen, die auf der Suche nach Kira sind…

Meine Meinung

Fragmente“ von Dan Wells ist eine tolle Fortsetzung, die mir genauso gut gefallen hat wie der erste Band.
Der Schreibstil liest sich gewohnt flüssig und zog mich gleich wieder in seinen Bann. Die Beschreibungen sind detailliert und atmosphörisch. Die Geschichte wird weiterhin aus der Ich-Perspektive mehrerer Personen erzählt.

Die Charaktere dürfen sich von neuen Seiten zeigen und müssen ziemlich schwere Entscheidungen treffen.

Kira ist auf der Suche nach Antworten – und sich selbst. Nebenbei bürdet sie sich noch die Rettung der Welt auf, nur dass sie im Gegensatz zu allen anderen Parteien tatsächlich sowohl die Menscheit als auch die Partials retten will. Dass sie selbst eine Partial ist, kann sie nicht so recht verinnerlichen. Unbewusst stellt sie sich immer wieder auf die Seite der Menschen, auch wenn sie stets hehre Ziele verfolgt. Doch so sehr sie auch versucht, Leben zu retten, muss sie zwangsläufig auch Opfer in Kauf nehmen, was ihr mehr und mehr zu schaffen macht.

Samm ist die meiste Zeit so undurchschaubar wie eh und je. Zumindest solange bis man mal das ein oder andere Kapitel aus seiner Sicht erlebt. Somit erhielt ich Einsichten, die mich unter anderem zum Schmunzeln brachten, aber vor allem Samm noch sympathischer machten.

Heron ist eine sehr interessante Figur. Durch und durch Partial, loyal und doch selbstbezogen. Sie ist unglaublich überheblich, hat aber auch die entsprechenden Fähigkeiten. Sie ist sehr schwer zu durchschauen und macht es Kira nicht immer leicht, aber  spielt dennoch eine wichtige Rolle.

Marcus ist immer mitten im Geschehen und überrascht ein ums andere Mal mit tollen Ideen. Sein ständiger Einsatz und die Fähigkeit, die eigene Angst zuzugeben, machen ihn überaus sympathisch.

Die Geschichte knüpft recht zeitnah an den Vorgänger an und man wird gleich wieder mitten ins Geschehen geworfen. Dennoch gestaltet sich der Start als recht ruhig, was mich aber gar nicht gestört hat. Der Autor gewährt dem Leser etwas Zeit, um die Erinnerungen aufzufrischen und sich in sein Zukunftsszenario einzufinden. So war ich auch recht schnell wieder mittendrin und hatte auch wieder die Figuren im Kopf. Danach befindet man sich abwechselnd mit Marcus im Krieg oder mit Kira auf Reisen, wobei meine unstillbare Neugierde Kiras Suche noch etwas interessanter fand. 

Viele vertreten die Meinung, dass diese Fortsetzung etwas schwächer, etwas zäher sei, was bei mir aber gar nicht so rüber kam. Auch diesen Band habe ich an einem Tag verschlungen, immer auf der Suche nach Antworten und um die Menschheit bangend. Jede Antwort warf immer neue Fragen auf und regte oftmals auch zum Nachdenken an. Was bedeutet Menschlichkeit in einem Zukunftsszenario, in dem die Menschheit gegen künstlich erschaffene Soldaten zu kämpfen hat? Ist es recht, denkende und fühlende Wesen zu erschaffe, nur um sie dann zu versklaven? Kann man es ihnen verdenken, wenn sie sich gegen ihr Dasein wehren?

Schon im ersten Band bahnten sich zarte Gefühle zwischen Samm und Kira an, die glücklicherweise nicht zu einem zentralen Thema ausarteten. Spielt diese eine Rolle? In gewisser Weise schon, aber wer auf große Gefühle und Romantik hofft, wird hier enttäuscht. Zugegeben, auch wenn ich in diesem Bereich ziemlich übersättigt bin, hatte ich mir mehr erhofft, kam aber nicht wirklich dazu, es zu vermissen. So widersprüchlich das auch klingt, hat der Autor eigentlich alles richtig gemacht. Nur das sehr aprupte Ende hat mich schwer getroffen. Ich kann nur hoffen, dass man uns nicht allzu lange warten lässt!

Fazit

Dan Wells „Fragmente“ hat mich trotz seiner ruhigen Stellen wieder überaus gut unterhalten und alle meine Erwartungen erfüllt. Ich konnte mich auch dieses Mal kaum von den Seiten lösen und bewunderte die komplexen Verstrickungen, die das Geschehen umgeben. Die Charaktere müssen sich mit schweren Entscheidungen und Grundsatzfragen auseinandersetzen, die auch den Leser zum Nachdenken anregen. Wen „Aufbruch“ überzeugt hat, wird auch von „Fragmente“ begeistert sein – 5/5 Bücher!

Der Autor

Dan Wells studierte Englisch an der Brigham Young University in Provo, Utah, und war Redakteur beim Science-Fiction-Magazin »The Leading Edge«. Mit »Ich bin kein Serienkiller« erschuf er das kontroverseste und ungewöhnlichste Thrillerdebüt der letzten Jahre. Weitere Bestseller wie »Mr. Monster« und »Ich will dich nicht töten« folgten. Nach seinen futuristischen Thrillern um die »Partials« ist »Du bist noch nicht tot« der lang erwartete neue John-Cleaver-Roman.

Die Reihe

Partials-Trilogie

  1. Isolation – Eine Story aus der Welt der Partials / Isolation (Partials #0.5)
  2. Aufbruch / Partials (Partials #1)
  3. Fragmente / Fragments (Partials #2)
  4. Ruinen / Ruins (Partials #3)

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Originalcover