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Nocona von Britta Strauss

© Sieben Verlag

Autor(in): Britta Strauss
Titel: Nocona
Dt. Erstausgabe: 08/2012
Verlag: Sieben Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 528
ISBN-10: 3864430844
ISBN-13: 978-3-864-43084-8
Preis: 14,90 €

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Die junge Fotografin Sara reist durch den mittleren Westen der USA, auf
der Suche nach dem einen, besonderen Foto. Als ihr in einem Museum der
Comanche Makah über den Weg läuft, ist sie hingerissen. Das perfekte
Gesicht für das perfekte Foto.
Doch wie erklärt sich die
Vertrautheit zwischen ihnen? Was haben die intensiven Träume zu
bedeuten, die sie seit ihrem ersten Zusammentreffen immer häufiger
heimsuchen? Träume, die sie in die Vergangenheit reisen lassen, in eine
Welt, die längst untergegangen ist. Immer mehr Fragen tauchen auf, die
mit dem Verstand nicht zu beantworten sind.
Als Pflichten Sara zurück
nach New York zwingen, wird sie von Visionen überwältigt. Sie spürt,
dass nur Makah ihr helfen kann. Verzweifelt versucht sie, ihn
wiederzufinden, doch als es ihr endlich gelingt, bricht Unheil über die
beiden Liebenden herein. Schatten aus ferner Vergangenheit drohen ihr
Leben zu zerstören, auf Sara wird ein Mordanschlag verübt.


Während
Vision und Wirklichkeit zunehmend verschwimmen und eine tragische Liebe
aus längst vergangenen Zeiten ihren Weg in die Gegenwart findet, kämpft
Makah um das Leben der Frau, der sein Herz gehört.

Inhalt 

Sara ist
auf der Suche nach dem perfekten Foto als sie auf Makah trifft. Beide fühlen
sich gleich zueinander hingezogen, verbunden durch den Schmerz über das
Schicksal Quanahs, eines Nunumu Häuptling. Ihr kurzes Aufeinandertreffen bleibt
nicht ohne Folgen, schon kurze Zeit später werden beide von lebensechten
„Träumen“ geplagt. Es stellt sich heraus, dass Makah in seinem früheren Leben
Nocona, Vater von Quanah, und Sarah Naduah, seine Ehefrau, war. Während sie
zwischen den Zeiten pendeln, versuchen sie einander auch in der heutigen Zeit
nahe zu sein, aber immer wieder werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Neben
der Gefahr, in der Zeit zu verschwinden, schwebt dann auch noch ein
Mordanschlag über ihrem Glück…

Eigene
Meinung 

Nocona von
Britta Strauss ist ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde und das
definiv verschiedenste Gefühle in mir weckt.
Der
Schreibstil ist zwar angenehm, aber nicht annähernd so leichtgängig wie bei
einem Jugendroman. Ein komplexer Satzbau dominiert die Erzählung, die allgemein
von einem auktorialen Erzähler geschildert wird. Historische Fakten und
zeitgemäße Ausdrucksweisen machen das Verständnis zu Anfang nicht leicht.
Die
Charaktere sind gut durchdacht. Man spürt wie viel Mühe Frau Strauss sich
gemacht haben muss, um historischen Persönlichkeiten so viel Leben
einzuhauchen. Im Fokus stehen ganz klar Makah/Nocona und Sara/Naduah, aber auch
einige andere Figuren wachsen dem Leser ans Herz. Leider lernt man die
Vergangenheit besser kennen als die Zukunft, sodass Sara und Makah eigentlich
kaum eine Chance haben, eine eigene Persönlichkeit zu bilden – sie verkommen zu
Schatten ihrer früheren Leben, die im Tode weitaus lebendiger sind als die
atmenden Visionäre.
Wie bereits
angedeutet, fällt einem der Einstieg nicht leicht. Wenn man sich nicht mit den
historischen Fakten auskennt, auf denen die Handlung beruht, wird man mit Namen
von Gegenständen und Menschen überhäuft. Es hat ganz schön lange gedauert, bis
ich dahinter kam, dass Sara sowohl Cynthia Ann als auch Naduah ist.
Ist man
aber einmal in der Geschichte drin, wird man mitgerissen von der Leidenschaft
und der Liebe, die diesen Roman zu etwas ganz Besonderem machen. Man erlebt die
Geschichte aus einem Blickwinkel, der mein Herz bluten lässt und mich dazu
bringt, für meine Hautfarbe zu schämen. Man verliebt sich in das Land, die
Philosophie der indigenen Völker und in die Liebe selbst. Für mich war es eine
emotionale Achterbahnfahrt – ich habe gelacht und geweint, mich verliebt und
geärgert. Ich war einfach verzaubert.
Doch
irgendwann hat man den Punkt erreicht, an dem es einfach genug ist. Man weiß
von Anfang an wie es mit Nadua und Nocona endet, dennoch nehmen die Visionen
Überhand. Die Kapitel, die im Jahre 2011 spielen, werden immer kürzer,
teilweise sind sie nur noch eine halbe Seite lang! Ich persönlich war
irgendwann an dem Punkt, an dem ich mir gewünscht habe, dass es mit Sara und
Makah weitergeht und nicht mit den Toten! Das Ende war dann noch dramatisch
überspitzt und ich war froh als es vorbei war. Dabei kann ich aber nicht
verschweigen, dass ich richtig geflennt habe. Denn auch wenn man weiß wie es
endet, hat mich das Schicksal der beiden leidgeplagten Protagonisten berührt.
Wenn ich nur daran denke, kommen mir die Tränen.

Fazit

Britta
Strauss’ „Nocona“ ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Kein Buch konnte mich
emotional je so berühren und gleichzeitig so langweilen. Es ist eine tolle
Geschichte, deren Schwerpunkt leider falsch gesetzt wurde. Dennoch bereue ich es
nicht, dieses emotionale „Abenteuer“ erlebt zu haben und bin für diese ganz
neue Perspektive mehr als dankbar.
Nocona ist
ein Muss für jeden Hobbyhistoriker, Dramatiker oder Romantiker – und hat sich
doch noch seine 4/5 Bücher verdient!

Die Autorin

Geboren 1978 in
Sachsen-Anhalt, habe ich meine metaphorischen Zweige und Äste seit 2001 zum
bergischen Land ausgestreckt. Ich schreibe, um mich selbst zu entführen – um
durch nächtliche Wälder zu rennen, in die Tiefen des Universums einzutauchen,
auf fremden Planeten Urlaub zu machen oder mit Walen zu tauchen. Und ich
schreibe, um meine Leser zu entführen. Für eine Weile die Realität vergessen.
Abtauchen. Eintauchen. Verführt werden.

In meinem Leben erlaube
ich mir so viele Freiheiten wie möglich und gehöre zu den glücklichen
Wesenheiten, die ihre wahre Liebe gefunden haben. Meinereiner glänzt durch
Chaos, Unordnung, Zerstreutheit, Naturvernarrtheit, Vorliebe für Dresdner
Stollen, Kaffee und sonstige Leckereien, sowie durch exorbitanten Hang zum Träumen
und Fabulieren, dem sehnsüchtigen Streben nach Erfüllung und Freiheitsdrang in
manchmal ungesundem Maße. Wo derselbe in der Realität an seine Grenzen stößt,
muss mein Laptop ran. Denn im Geiste ist die Freiheit grenzenlos.

Motto: Die Wahrheit ist
irgendwo da draußen. Oder woanders. 

Muse: Mein Liebster. 
Die Erde, der Himmel und das Universum.