Shades of Grey 01 – Geheimes Verlangen von E. L. James


© Goldmann Verlag

Autorin: E. L. James
Original Titel: Fifty Shades of Grey
Dt. Reihentitel: Shades of Grey
Dt. Titel: Geheimes Verlangen
Erstausgabe: 08/2012
Verlag: Goldmann
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 602
ISBN-10: 3442478952
ISBN-13: 978-3-442-47895-8
Preis: 12,99 €

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren.
Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt
selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem
Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich
schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie
zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm
nicht los. Denn Christian hat etwas in ihr berührt, das sich seitdem
nicht mehr verdrängen lässt. Und als Christian einige Zeit später wieder
vor ihr steht, kann sie nicht anders, als ihren Gefühlen nachzugeben
und sich mit ihm in seiner Wohnung zu treffen. Von da an ist nichts mehr
wie zuvor. Denn Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche
Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie
doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …


Inhalt

Der erste Band der Skandaltrilogie erzählt die Geschichte von Anastasia Steele und Christian Grey. Die beiden lernen sich bei einem Interview kennen, das Ana in Vertretung für ihre kranke Freundin Katherine Kavanagh führen muss. Vom ersten Moment an fühlen die beiden sich zueinander hingezogen und innerhalb kürzester Zeit gehen sie eine Art Beziehung ein. Doch diese ist an einen Vertrag gebunden. Ein Vertrag, der Ana eine Seite von Christian offenbart, die sie sich nie vorgestellt hätte..

Charaktere

Während ich „Shades
of Grey“ gelesen habe, habe ich mich ziemlich von der Meinung anderer
beeinflussen lassen und die Charaktere viel zu kritisch gesehen.
Rückwirkend und vor allem subjektiv betrachtet mochte ich beide sehr
gerne.

Ana ist ein ziemlicher Tollpatsch, unerfahren und
eingeschüchtert von ihrer schönen und selbstbewussten Mitbewohnerin und
besten Freundin Katherine. Gleichzeitig ist sie aber auch belesen und
intelligent.
Bis zu ihrem 21. Lebensjahr hat es ihr kein Mann so
richtig angetan, von daher haut sie Christian dann schon ganz schön um.
Sie ist mit ihren eigenen Gefühlen und den Regungen ihres Körpers
überfordert und wirkt daher nur noch naiver. Im Laufe der Beziehung
jedoch wird sie immer selbstbewusster, nerven allerdings die weiterhin
andauernden Selbstzweifel. Was muss Christian denn noch sagen und tun,
damit sie es endlich versteht?
Natürlich kann ich auch ihren
Wunsch nach „mehr“ verstehen, aber gerade mit dem Vorwissen, dass sie
ihm entlockt hat, muss sie doch auch verstehen, dass er sich nicht von
heute auf morgen ändern kann. Am meisten jedoch hat mich ihre Reaktion
ganz am Schluss geschockt. Sie wusste, worauf sie sich einlässt, hat
den VERTRAG gelesen, Himmel nochmal, und vor allem hat sie es aus
freien Stücken getan. Wie kann sie dann so überreagieren?

Christian
ist das genaue Gegenteil von ihr. Er ist reif, erfahren und mehr als
selbstbewusst. Er ist sich in jeder Sekunde darüber im Klaren, was er
hat und was er kann. Allerdings wurde sein Leben nicht nur durch
Reichtum und Schönheit geprägt wie es zu Anfang den Anschein hat und
das hat ihn halt zu dem gemacht, wer er ist. Er hat eine dunkle Seite
und lebt gern seine Sexualität auf eine Art und Weise aus, die viele
wohl nicht verstehen, aber das macht ihn doch zu keinem Monster. Es ist
wirklich süß zu beobachten wie er sich um Ana bemüht und seine
Stimmungsschwankungen, so nervig sie auch sind, finde ich zumeist eher
lustig. Meiner Meinung nach ist auch er am Ende der Leidtragende, nicht
Anastasia. Er hat seiner Sexualität und seinen Neigungen gegenüber mit
offenen Karten gespielt und um Anas Vertrauen zu erringen, nach und
nach die Dinge offenbart, die ihn verletzlich machen und sie tritt
dieses Geschenk mit Füßen. Ich würde zwar auch nicht gerne „bestraft“
werden, aber wie gesagt, sie wusste, worauf sie sich einlässt.

Eigene Meinung

E. L. JamesShades of Grey – Geheimes Verlangen“ polarisiert die ganze Welt – und selbst mich reißt sie entzwei. Ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich dieses Buch mag oder eben nicht.

Ganz oberflächlich betrachtet gefällt es mir. Jeder, der mich kennt, war sich darüber im Klaren, dass ich dem Medienrummel nicht lange standhalten kann und mir meine eigene Meinung bilden muss. Zu Anfang war ich auch noch ganz aufgeregt, hatte ich doch nur Positives gehört.

Zum Cover muss man auch sagen, dass es doch recht stilvoll ist in Anbetracht der Tatsache, dass der Inhalt doch eher einem „Schundroman“ gleichkommt. Jedoch bin ich auch hier hin- und hergerissen, da mich nicht nur der samtige Umschlag, sonder vor allem das Loch im Cover irriteren. Beides auffällige Eigenschaften und das samtige Gefühl beim lesen ist zumindest angenehm.

Jedenfalls fing ich direkt an zu lesen und schon zu Anfang konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen und meine Augen flogen nur so über die Seiten. Mir war klar, dass ich mich nicht lange daran aufhalten werde und so war es auch. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, wollte unbedingt wissen wie es weitergeht und hatte durchaus meinen Spaß dabei.

Geht man aber ins Detail sind die vielen Kritikpunkte nicht von der Hand zu weisen. Der Schreibstil ist sehr einfach und mit jedem Satz merkt man der Autorin ihre mangelnde Erfahrung an. Es ist im Präsens und aus der Sicht von Ana geschrieben, die gerne zu Dialogen mit ihrer „inneren Göttin“ neigt, die durchaus unterhaltsam, aber sehr kindlich sind. Auffällig sind leider auch die vielen Wortwiederholen, scheint Ana doch durchweg rot zu werden und auf der Lippe zu kauen und mit ihren blauen Augen in graue zu blicken. Mehr erfährt man leider auch nicht über das Aussehen der Protagonistin, weil James durchweg damit beschäftigt war, dem Leser auf jeder Seite zu beschreiben wie gut Christian aussieht und was er anhat, wobei die Neigung zu Jeans mit weißem Hemd doch sehr deutlich war.  Ich find den Businesslook bei Männern ja auch ganz toll, aber selbst dieser Stil lässt einem doch etwas mehr Auswahl.

Kommen wir nun zum Kern der Sache. Auch wenn ich das so schön ausgelassen bisher, weiß doch jeder, dass es ein Erotikroman ist. Das ist ja auch schön und gut, aber der Skandal dabei ist, dass es nicht um „Blümchensex“ ,wie der Protagonist Grey gerne abschätzend sagt, sondern um BDSM geht. Hierbei wäre Christian der Dom und Ana der Sub und sie hätte zu tun, was Herr Grey will und bei Missachtung würde sie bestraft. Tja, so spannend das auch klingen mag – immerhin erwartet man ja Spannung, wenn das Wort „Skandal“ in aller Munde ist – wird man doch schnell enttäuscht. Abgesehen von einem viele, viele Seiten langen Vertrag und ein bisschen Spaß im „Spielzimmer“ oder die „Kammer der Qualen“ nach Meinung der Protagonistin, hat man sonst nur Einblicke in die Entwicklung der talentiersten Jungfrau der Welt, die einen Superorgasmus nach dem nächsten hat und von einem Unschuldslamm zur Nymphomanin wird.
Der düstere, unnahbare Christian ist, abgesehen von seinen Launen, gar nicht mal so unnahbar und hat auch kein Problem damit, all seine großen Worte innerhalb von kürzester Zeit zu widerlegen.

So, jetzt kennt Ihr mein Dilemma. Obwohl es so betrachtet gar keines sein dürfte. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die negativen Eindrücke überwiegen und doch habe ich es gerne gelesen. Es war ein netter, sehr simpler Roman dieses Genres, aber dennoch lesenswert und ich weiß, dass ich mir auch die Folgebände kaufen werde. James mag zwar unerfahren sein, aber sie weiß definitiv, die Publicity zu nutzen und den Leser mit einem fiesen Cliffhanger neugierig zu machen. Vermutlich bin ich sogar froh, dass es in sexueller Hinsicht nicht so extrem war wie erwartet.

Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass mich die Vergleiche mit Twilight ziemlich aufregen. Die Charaktere mögen zwar in Anlehnung an Bella und Edward erschaffen worden sein, doch wurden sie so zugespitzt, dass es fast lächerlich und eine Beleidigung an Meyer ist.

Fazit

„Shades of Grey – Geheimes Verlangen“ erhält 3 Bücher. Wenn ich nur den Lesespaß beurteilen würde, wären es glatt 4, doch in Anbetracht der langen Liste von Kritikpunkten kann ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. 

Die Autorin

© Michael Lionstar
Die britische Autorin E L James ist Mutter von zwei Kindern und war – bis vor kurzem – Angestellte eines TV-Senders in London. Ihre „Fifty Shades of Grey“-Trilogie erschien zunächst in einem kleinen australischen Verlag und wurde durch reine Mundpropaganda zu einem der sensationellsten internationalen Bucherfolge der letzten Zeit. Die Übersetzungsrechte wurden in über 40 Länder verkauft, die Filmrechte an der Trilogie haben sich Universal Pictures und Focus Features gemeinsam gesichert. Die Verfilmung von Band 1 kommt im Februar 2015 weltweit in die Kinos. E L James lebt in London.

Die Reihe

Originalcover

4 Gedanken zu „Shades of Grey 01 – Geheimes Verlangen von E. L. James

  1. his + her books

    Gib's zu, da hat dein Unterbewusstsein ein Wörtchen mitgeredet 😀
    Deine Beurteilung ist klasse – es ist echt schwer, genau zu beschreiben, warum es eigentlich nicht so schlecht ist, wie der Ruf sagt… Toll gemacht und gut gelöst 🙂
    glg
    Steffi

    Antworten
  2. Rica

    Dankeschön, Steffi 🙂

    Mein Unterbewusstsein hat meine Finger förmlich geführt 😀 Ich hab auch jetzt erst bemerkt, dass der Satz missverstanden werden kann:
    "Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen, wollte unbedingt wissen wie es weitergeht und hatte durchaus meinen Spaß dabei."

    haha

    Deine Rezension war aber auch wirklich toll!

    Antworten
  3. Bücheraxt

    Mir ging es beim Lesen da sehr ähnlich. Natürlich ist man schnell durch und fühlt sich gut unterhalten, im Nachhinein finde ich die Geschichte aber echt ziemlich übel.
    Ich konnte aber auch nie den Hype um den "Skandal" verstehen. Die Leute sollen mal wieder Marquis de Sade lesen, das ist schlimm!

    Antworten

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