Rezension

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt von Boy Lornsen

Der Autor: Boy Lornsen
Der Illustrator: F. J. Tripp
Dt. Titel: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt*
Dt. Erstausgabe: 1967
Verlag: Thienemann
Altersempfehlung: 8 – 10 Jahre
Genre: Kinderbuch
Hardcover | 9,99 €
eBook | 9,99 €

Tobbi und sein Roboterfreund Robbi sind furchtbar aufgeregt. Stolz sitzen sie am Steuer ihres selbst gebauten Flugzeugs. Ob es auch wirklich fliegen kann? Immer schneller drehen sich die Propeller – und endlich hebt das Fliewatüüt ab! Große Aufgaben liegen vor Robbi und Tobbi. Denn die Roboter-Prüfung zu bestehen, ist gar nicht so einfach. Wird es ihnen gelingen, das Geheimnis der dreieckigen Burg zu lüften? Und können sie gegen Gespenster, Polizisten, eine Riesenkrake und ein Ungeheuer bestehen?

Meine Meinung

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ von Boy Lornsen ist ein Kinderbuch-Klassiker aus den 60er Jahren, der passend zum Kinostart neu aufgelegt wurde.

Laut meinen Eltern habe ich als Kind den Puppenfilm des WDR mehrmals gesehen und geliebt – erinnern kann ich mich daran leider nicht. Dafür habe ich den Kinofilm vorab gesehen (dazu später mehr) und bin fasziniert wie anders und doch gleich diese beiden Varianten der Geschichte sind.

Generell lese ich hin und wieder sehr gerne auch mal ein Kinderbuch. Diese werden oft mit viel Liebe zum Detail und allerlei zusätzlichen Boni (Illustrationen, aufwendige Haptik etc.) gefertigt und sind somit auch für Erwachsene kleine Highlights im heimischen Bücherregal. Allerdings ist meine Schmerzgrenze in der Regel eine Altesempfehlung von 12 Jahren, was in diesem Fall knapp vorbei ist und sich auch bemerkbar gemacht hat. So habe ich mich für einmal wirklich viel zu alt gefühlt, versuche aber trotzdem das Gelesene so objektiv wie möglich zu bewerten.

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ ist sehr technisch, was für die damalige Zeit unheimlich progressiv war. An die heutigen Maßstäbe kommt es allerdings nicht ran. Oft hatte ich beim Lesen das Gefühl, der Autor würde seine Leser für dumm verkaufen oder, anders formuliert, ihnen nicht mehr zutrauen. So hat Lornsen doch einige Möglichkeiten verpasst, seinem Publikum etwas beizubringen. Und gehört das nicht eigentlich auch zu einem Kinderbuch dazu? Zu unterhalten UND zu lehren? Jedes Mal, wenn Robbis oder Tobbis Fragen mit „Das würdet ihr eh nicht verstehen.“ beantwortet wurden, machte mich das ganz schön traurig.

Auch empfand ich die Grenzen zwischen Realität und Fiktion als sehr verworren. Sicherlich ist es nicht realistisch, dass ein Grundschüler mit einem Roboter in einem selbstgebauten Fahrzeug um die Welt reist, aber sprechende Tiere und Fabelwesen stritten sich für mich mit der technischen Seite dieser Geschichte. Kinder werden das aber wahrscheinlich ganz anders empfinden.

Ansonsten ist „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ aber vor allem eines: ein Roadtrip für Kids, der ganz ohne den Selbstfindungsaspekt auskommt, der wohl eher für ältere Zielgruppen ist. Die Abenteuer, die dieses dynamische Duo erleben, sind abwechslungsreich und unterhaltsam. Kurzlebig und nie zu riskant.

Langeweile kommt da keine auf, obwohl es schon ein ziemlich dickes Buch für so junge Leser ist. Da helfen allerdings die Kapitelvorschauen, sodass man nach Bedarf auch ganz leicht bestimmt Abschnitte herauspicken kann. Die in der neuen Auflage vorhandenen Film-Fotos sind ein nettes Extra.

Fazit

Boy Lornsens „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ erstrahlt passend zum Kinofilm im neuen Glanz. Filmfotos lockern das Ganze ein wenig auf, ansonsten erwarten Euch und Eure Kindern die klassischen Abenteuer mit allerlei Technik und auch Zauberei. Ich empfand es als nicht wirklich zeitgemäß und fühlte mich in diesem Fall auch tatsächlich mal zu alt, trotzdem ist es bestimmt ein großer Spaß für Kinder, obgleich der ehemals progressive technische Ansatz bei der heutigen Jugend vermutlich kaum für Aufregung sorgen wird. 4/5 Bücher!

Der Autor

Boy Lornsen, 1922 als Sohn eines Kapitäns auf Sylt geboren, war einer der bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren. Nach Abitur, Kriegsdienst und Kunststudium war er als Steinbildhauermeister, seit 1967 als freier Schriftsteller tätig. Er schrieb Kinder- und Jugendbücher, Gedichte, Erzählungen, einen Roman und Beiträge für Rundfunk und Fernsehen. Für seine Kinderbücher wurde er mit dem Friedrich-Bödecker-Preis und der Silbernen Akademieze ausgezeichnet. Boy Lornsen starb 1995.


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Ein Gedanke zu „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt von Boy Lornsen

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