[Rezension] Amor 02 – Pandemonium von Lauren Oliver

© CARLSEN Verlag
Autorin: Lauren Oliver
Übersetzerin: Katharina Diestelmeier
Dt. Reihentitel: Amor-Trilogie
Dt. Titel: Pandemonium
Dt. Erstausgabe: 10/2012
Verlag: Carlsen
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Format: Hardcover
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 355158284X
ISBN-13: 978-3551582843
Preis: 17,90 €
Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Das Mädchen, das glaubte, was man ihm sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe.

Inhalt

Lena lebt zurzeit in New York, um im Auftrag der Widerstandsbewegung die VdfA, die Vereinigung für ein Deliria freies Amerika, zu observieren. Dabei soll sie sich besonders auf den Sohn des Vorsitzenden, Julian Fineman, konzentrieren.

Bei einer Demonstration kommt es zu einem Anschlag und sie kann den „Schmarotzern“, den feindlichen Invaliden, nur entkommen, indem sie Julian in den Untergrund folgt. Anstatt ihn dort weiter observieren zu können, werden beide überwältigt und gemeinsam eingesperrt…

Charaktere

Julian Fineman ist der Sohn des Vorsitzenden der VdfA. Als solcher wurde er, sofern möglich, noch strenger erzogen und gegen die Invaliden aufgehetzt als Lena damals. Als Kind hatte er einen Hintumor, der operativ entfernt werden konnte, allerdings hatte er drei Rückfälle. Sein Gehirn ist so belastet, dass die Ärzte sich weigern, den Eingriff vorzunehmen, der ihn vor der Deliria schützen könnte. Julian selbst wünscht sich den Eingriff trotzdem, dabei ist es unklar, ob er dermaßen fanatisch oder lebensmüde ist. Mit Lena, einer Invalidin, eingesperrt zu sein, wirft sein Leben völlig aus der Bahn…

Meine Meinung

Pandemonium“ von Lauren Oliver ist der zweite Teil der Amor-Trilogie. Dabei unterscheidet er sich ganz klar von seinem Vorgänger, „Delirium“.
Der wohl größte Unterschied liegt darin, dass es zwei Handlungsstränge gibt, die den ganzen Roman über parallel verlaufen. Diese definieren sich über „Damals“ und „Jetzt’“. Erster knüpft logischerweise nahtlos an Band 1 an und beschreibt Lenas Flucht, wie die Widerständler sie finden und bei sich aufnehmen, ihre Erlebnisse und Entwicklungen auf ihrem Weg nach New York. Im „Jetzt“ befindet sie sich am Big Apple und agiert für die Widerstandsbewegung.
Leider fängt der Roman mit dem „Jetzt“ an und da auch noch mit einem höchst verwirrenden Traum. War es schon vorher nicht leicht, einen Draht zu den Figuren zu kriegen, macht es die „zweiseitige“ Lena in diesem Fall unmöglich. Dabei möchte ich diese Art der Darstellung nicht mal kritisieren, denn es ist nötig zu erfahren, was Lena zu der Person gemacht hat, die sie jetzt ist und ganz nebenbei habe ich persönlich was gegen Zeitsprünge.
Der Schreibstil ist, wie gewohnt, leicht und locker und macht es dem Leser sehr leicht, das Buch in einem Rutsch zu lesen. Doch über allem schwebt ein Hauch Melancholie, die Wortwahl ist weniger poetisch als aufgesetzt dramatisch und die Dialoge, sowie das Geschehen sind teilnahmslos und emotionsarm.
Die neuen Charaktere haben mich irgendwie an die Tribute von Panem erinnert. Vor allem die kleine Blue ließ mich unentwegt an die süße Rue denken. Generell erschienen mir die Invaliden sehr aufgesetzt und klischeehaft. Hunter, der nicht jagen kann, der mürrische Bram, die herrische Raven… die wenigsten hatten mehrere Facetten und entwickelten sich für mich zu Gesichtslosen Schemen im Hintergrund.
Dreiviertel der Geschichte wusste ich nicht so recht, worum es überhaupt geht. Ich weiß selbst, wie dumm sich das anhört, aber es gab kein Ziel, keine Richtung – Lena wusste selbst nicht, was sie tat und was sie erwartet. Ich hatte das Gefühl, die Autorin habe nicht den Faden verloren, nein, sie hat ihn nie gefunden.
Doch dann kommen die Emotionen wieder und die Geschichte wird richtig spannend. Es gibt einige Kampf- und Fluchtszenen und die kämpferische Lena macht das Lesen zu einem Vergnügen. Kurz vor Schluss hatte ich dann doch noch meine Verbindung zu der Protagonistin und auch wenn einiges vorhersehbar war, war ich auf den letzten Seiten ganz atemlos und erleichtert…

…und dann blättert man um und befindet sich auf der Zielgeraden. Langsam, aber sicher nagt ein ganz ungutes Gefühl an mir und ich dachte nur „nein, nein, bitte, nein“ und bumm! Der fieseste, vorausschaubarste Cliffhanger, den ich seit langem erleben musste. Auch wenn ich damit gerechnet, es befürchtet habe, war es ein riesen Schock und mögen auch noch so viele drauf reinfallen und ungeduldig auf Band 3 warten – ich bin sauer! Das ist eine Dystopie und kein Jugend-Romantasy-Quatsch.

Vorsicht: Spoiler!

Ich habe keine Lust mehr auf Dreiecksbeziehungen. Das Thema ist durch, lasst Euch mal was Neues einfallen! Ich kann mir für das große Finale einfach kein zufriedenstellendes Happy End vorstellen. Und dass Lena letztlich ganz alleine da steht, möchte ich auch nicht.

Fazit

Lauren Olivers „Pandemonium“ ist das ziemliche Kontrastprogramm zu seinem Vorgänger. Es fiel mir schwer, in die Geschichte einzutauchen und einen Bezug zu den Charakteren zu finden. Erst im letzten Drittel wird es temporeich und spannend und das würde den nonexistenten „Leitfaden“ beinahe entschuldigen, würde mich der Cliffhanger nicht so wütend zurück lassen. Enttäuschte 3/5 Bücher für ein Buch, von dem ich mir viel mehr erhofft habe.

Die Autorin

© CARLSEN Verlag

Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in Brooklyn.

Die Reihe

Amor Trilogie

  1. Annabel / Annabel (Delirium #0.5)
  2. Delirium / Delirium (Delirium #1)
  3. Hana / Hana (Delirium #1.5)
  4. Pandemonium / Pandemonium (Delirium #2)
  5. Raven / Raven (Delirium #2.5)
  6. Requiem / Requiem (Delirium #3)
  7. Alex / Alex (Delirium #3.5)

Prefer it in English?


Originalcover

buc© Harper Collins

Mein Dank geht an…

Buchbotschafter und den Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Ein Gedanke zu „[Rezension] Amor 02 – Pandemonium von Lauren Oliver

  1. Pingback: [Rezension] Amor 01 - Delirium von Lauren Oliver - Die fantastische Bücherwelt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *