[Rezension] Shatter Me 01 – Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi

© Goldmann Verlag
Autorin: Tahereh Mafi
Übersetzerin: Mara Henke
Dt. Erstausgabe: 07/2012
Verlag: Goldmann
Format: Hardcover
Seitenzahl: 317
ISBN-10: 3442313015
ISBN-13: 978-3442313013
Preis: 16,99 €
Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht …

Inhalt

Juliette hat eine Gabe: sie kann mit einer bloßen Berührung töten. Allerdings erachten das die Menschen in ihrer Umgebung und auch sie selbst eher als einen Fluch und sperren sie in eine Irrenanstalt. Dort vegetiert sie 3 Jahre lang vor sich hin bis ein junger Mann namens Adam in ihre Zelle gesteckt wird. Vage kommt er ihr bekannt vor und sie freunden sich flüchtig an. Doch dann stürmen Soldaten ihre Zelle und es stellt sich heraus, dass Adam einer von ihnen ist. Hat er sie etwa verraten? Wem kann sie noch trauen? Und vor allem – was geschieht jetzt mit ihr?

Charaktere

Juliette Ferrars ist eines der sanftmütigsten Wesen auf dieser Welt und gleichzeitig mit das Gefährlichste. Nachdem ihre Eltern bemerkt hatten, dass sie ihr eigenes Kind nicht mehr anfassen können, bekamen sie es mit der Angst zu tun – so wie fast jeder Mensch in ihrem Umfeld. Sie wurde von allen abgewiesen und gemieden, musste mehrmals die Schule wechseln und sich wie Dreck behandeln lassen, obwohl sie nur versucht hat, es allen Recht zu machen. Sie redet nur noch, wenn sie muss und hält sich völlig bedeckt, außer wenn sie jemandem helfen kann. Nach einem tragischen Unfall steckt man sie in die Irrenanstalt, wo sie in einer Einzelzelle vor sich hin vegetiert. So wundert es nicht, dass sie kurz davor ist, durch zu drehen. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich aber weiter und aus dem hässlichen Entlein wird ein schöner starker Schwan.
Adam Kent ist Soldat, aber das nicht ganz freiwillig. Er selbst wurde als Kind misshandelt und nach dem großen Sterben blieben nur sein Bruder und er selbst zurück. Um seinem Bruder ein möglichst angenehmes Leben zu ermöglichen, verpflichtet er sich und mimt den loyalen Soldat. Als er davon erfährt, dass sein Vorgesetzter nach Juliette sucht, tut er alles, um bei der Mission dabei zu sein. Das rührt daher, dass er mit Juliette zur Schule gegangen ist und im Gegensatz zu den Anderen ihr gutes Herz erkannt hat.
Alles in allem ist Adam klug, warmherzig und aufopferungsvoll. Er würde alles für seine Liebsten opfern und kann so einiges erdulden. Praktischerweise ist er clever, gut ausgebildet und ein talentierter Schauspieler.

Meine Meinung

Ich fürchte mich nicht“ von Tahereh Mafi ist in seiner Andersartigkeit ein Buch, das polarisiert.
Daran trägt der Schreibstil ganz klar die Hauptlast. Dieser ist zu Anfang so ungewohnt und nicht angenehm für die Augen, dass er durchaus verschreckend wirken kann. Als besonderes Stilmittel bedient sich Mafi nämlich einem Haufen an Wortwiederholungen, gleich oft sinnig und sinnlos aneinander gereiht, aber am Auffälligsten sind die durchgestrichenen Sätze. So wird symbolisiert, was die Protagonistin denkt oder am Liebsten sagen würde.
In Kombination mit den recht kurzen, sprich abgehackten, Sätzen passt sie ihren Schreibstil an die Atmosphäre der Psychiatrie an. Nach dem Szenenwechsel werden die Sätze länger, flüssiger und seltener durchgestrichen parallel zu der Entwicklung der Protagonistin. So ist der gewagte Stil nicht nur originell, sondern auch überaus passend und bleibt definitiv im Gedächtnis verankert.
Das Cover weckt ebenfalls ambivalente Gefühle in mir. Es ist definitiv ein Eyecatcher und für eine Dystopie typisch düster, aber auch schön. Leider muss ich bemängeln, dass die Frau auf dem Cover nichts mit der Protagonistin gemein hat und das meiner Meinung nach sehr schade ist.
Die Charaktere sind durchaus gelungen. Sie sind individuell, facettenreich und haben nur eines gemeinsam: sie lassen sich nicht gerne in die Karten gucken. Durch die sehr intensive Ich-Perspektive tappt der Leser bis zuletzt im Dunkeln und wenn man sich darauf einlässt, wird man ähnlich paranoid wie die Protagonistin.
Mit einer „intensiven Ich-Perspektive“ meine ich in diesem Fall den auffälligen Fokus auf Juliettes Denken und Fühlen. Ihr denkt Euch jetzt sicher, dass das ja normal ist, aber es ist einfach sehr extrem in diesem Fall. Nach allem, was die Hauptfigur erleiden musste, ist es auch kein Wunder, dass sie psychisch ziemlich angegriffen ist und sie muss jedes Gefühl neu kennen lernen und auskosten, sodass der Haupttenor des Romanes dadurch bestimmt wird.
Die Geschichte an sich hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Dafür habe ich einfach vor allem in der letzten Zeit viel zu viele wirklich geniale Dystopien gelesen. Ich muss auch gestehen, dass meine Erwartungen um einiges zu hoch waren, obwohl ich den kleinen Hype schon nachvollziehen kann.
Leider kleidet sich diese Zukunftsvision in ein so hoffnungsloses Gewand, dass es mich richtig runter gezogen hat. Eine Welt, in der Flora und Fauna völlig zerstört und somit quasi nonexistent sind, KANN es doch gar nicht geben. 
Die Liebesgeschichte gibt dem ganzen einen gewissen Pep und gibt nicht nur den Charakteren etwas Hoffnung. Je weiter man im Buch kommt, desto spannender wird es und vor allem zum Schluss kommt frischer Wind auf. Das Ende ist sehr gut gelungen und wenn der zweite Band so gut wird, wie das Ende vermuten lässt, dann bin ich guter Hoffnung.

Fazit

„Ich fürchte mich nicht“ von Tahereh Mafi ist nicht die beste Dystopie, aber durchaus unterhaltsam. Das Ende macht Lust auf mehr und ich kann die Fortsetzung kaum erwarten. Die Idee und die Originalität sind durchaus eine Leseempfehlung wert!

Die Autorin

© Matthew Furman
Tahereh Mafi ist 26 Jahre alt. Sie wurde als jüngstes von fünf Kindern in einer Kleinstadt in Connecticut geboren und lebt mittlerweile in Orange County in Kalifornien. Nach ihrem Abschluss an einem kleinen College in Laguna Beach studierte Mafi, die acht verschiedene Sprachen spricht, ein Jahr in Spanien. Danach reiste sie quer durch die Welt und fing nebenbei an zu schreiben. Mit ihrem Debüt „Ich fürchte mich nicht“ eroberte sie die amerikanische Romantasy-Gemeinde und Bloggerwelt im Sturm. „Rette mich vor dir“ ist der heiß ersehnte zweite Band der Trilogie um Juliette.

Prefer it in English?

Originalcover

© Harper Collins

5 Gedanken zu „[Rezension] Shatter Me 01 – Ich fürchte mich nicht von Tahereh Mafi

  1. Anonym

    Hi Julia, mitlerweile hast du sicher schon das Buch gelesen. Ist ja wohl ein fantastisches Buch, total mitreißend, eben der Hammer. Weißt Du ob schon der 2.Teil rausgekommen ist?
    Lieb gegrüßt von einem Lesefreund

    Regina

    Antworten
  2. Lovely Girl

    Hey,
    ich habe das Buch (auch mal) gelesen und war gar nicht soo begeistert. Der Schreibstil war sehr schön, aber es war gar nicht spannend.
    Deine Rezi gefällt mir sehr genauso wie dein Blog 🙂
    Ich bin gleich Leserin geworden.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn du auch bei mir vorbeischauen würdest 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Besra
    http://bessis-louisiana.blogspot.de/

    Antworten
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