[Rezension] Die Sprache der Schatten von Susanne Goga


© Diana Verlag

Autorin: Susanne Goga
Dt. Titel: Die Sprache der Schatten
Dt. Erstausgabe: 06/2011
Verlag: Diana
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 444
ISBN-10: 3453354680
ISBN-13: 978-3-453-35468-5
Preis: 9,99 € 

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Eine folgenschweres Geheimnis und eine große Liebe
Schwarze Schstten, schemenhafte Züge, abgewandte Gestalten. Eine eindringliche Szenerie und kein einziges Gesicht. Als Rika das namenlose Bild geschenkt bekommt, ist sie so fasziniert, dass sie beschließt, den Maler ausfindig zu machen.
Ihr Suche führt sie in die Spandauer Vorstadt zu Anthonis, einem Außenseiter, talentiert und rätselhaft, der sich ganz von der Welt zurückgezogen hat und meist nur noch eins auf die Leindwand bringt: Menschen ohne Geschichter. Instinktiv weiß Rika, dass mehr dahintersteckt, als Anthonis sie glauben lassen will – und sie ist entschlossen, sein Geheimnis zu enthüllen. 

Inhalt

Die Geschichte in „Die Sprache der Schatten“ von Susanne Goga beginnt am Grab des Mannes von Friederike Hesse. Die junge Witwe lebt mit ihrem gleichaltrigen Stiefsohn Alexander und ihrer 9 Jahren jüngeren Stieftochter Anna in der Villa ihres verstorbenen Gemahls und gibt sich alle Mühe, nicht nur die Familie zusammen zu halten, sondern auch Alexander dabei zu unterstützen, die Firma am Laufen zu halten. Bei all dem Stress hilft ihr ihre Liebe zu Kunst, das alles durchzustehen, sodass das Bild des unbekannten Künstlers gerade recht kommt – so bietet das Geschenk ihres Stiefsohns doch die nötige Ablenkung.
Voller Entschlossenheit macht sie sich auf die Suche nach dem Maler und trifft dabei auf Anthonis, der ein Problem mit der Wahrnehmung von Gesichtern zu haben scheint. Was hat es damit nur auf sich? Zwischen Liebe und Rätseln entsteht eine spannende Geschichte, die den Leser immer zu überraschen vermag.

Charaktere

Friederike Hesse, von allen nur Rika genannt, ist eine stolze und schöne Frau, die lernen musste, in gehobenen Kreisen zu leben und sich zu bewegen und dennoch durch ihre ruhige, aber bestimme Art den Respekt der Oberschicht erlangen konnte. Aufgewachsen in eher ärmlichen Verhältnissen muss sie sich gegenüber ihres gleichaltrigen Stiefsohns behaupten, der nicht nur mit ihrem gesellschaftlichen Stand Probleme hat. Auch für ihre Stieftochter Anna fungiert sie mehr als die ältere Schwester, die sie nie hatte als einer wahren Mutterfigur. Trotzdem gibt sie sich Mühe, ihr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, obwohl sie sich nur mit knapper Not gegen Alexander behaupten kann.
Ihr Ehe war alles andere als funkensprühende Liebe, hat sie aus Vernunft geheiratet, weil er ihr schlicht und ergreifend die besten Möglichkeiten und Sicherheit geboten hat. Dennoch trauert sie um ihren Mann, der mehr Freund als Geliebter war.
Die Spannung in der Villa Hesse nimmt immer mehr zu – Anna verliebt sich in einen Juden, den Alexander nicht für angemessen erachtet und wobei Rika ihr nicht helfen kann, da sie die Liebe selbst nie kennen gelernt hat. Außerdem ist sie selbst in Bedrängnis, da ihr Stiefsohn um ihre Hand angehalten hat und sie damit unter Druck setzt, dass es nicht schicklich sei, wenn eine unverheiratete Frau mit einem gleichaltrigen Mann zusammen lebt. Überfordert mit der Situation stürzt sie sich in die Aufgabe, den anonymen Künstler zu finden, der das Werk geschaffen hat, das Alexander ihr geschenkt hat. Sieht man es als die Flucht und Kompensationsmöglichkeit, die es ist, wird es nicht verwundern, dass dabei ihre Stieftochter zu kurz kommt.

Anna Hesse ist der jüngste Sprössling aus dem Hause Hesse. Sie ist 9 Jahre jünger als Rika und erachtet sie als eine Schwesternfigur. Sie ist wohlbehütet aufgewachsen und dementsprechen naiv. Sie ist völlig überfordert damit, sich das erste Mal zu verlieben und geht darin voll auf. Leider sieht sich damit alleine dastehen, da ihr Bruder nichts besseres zu tun hat als sie mit den Adel zu verheiraten und Rika ist mit ihrer eigenen Liebesgeschichte überfordert.

So bleibt den Großteil der Handlung ihre kindliche Naivität bestehen bis ein tragischer Unfall ihr Leben drastisch verändert. Innerhalb weniger Tage muss sie erwachsen werden, um die Situation durchzustehen und ich finde es sehr schade, dass ihre Geschichte zum Schluss zu kurz kommt.

Alexander Hesse ist der Erbe des Hauses. Er trägt eine große Verantwortung, muss er doch jetzt die Firma leiten, seinen guten Ruf wahren und die Frauen in seinem Haushalt standesgemäß verheiraten. Dabei geht er ziemlich rücksichtlos vor. Zu Anfang der Geschichte hat man noch ein gewisses Maß an Mitgefühl, wiegt die Bürde, die er zu tragen hat, doch sehr schwer während er versucht, die großen Fußstapfen, die sein Vater hinterlassen hat, und alle Erwartungen zu erfüllen. Doch nach und nach wird er immer skrupelloser, greift zu moralisch widrigen Mitteln und wird der ideale Antagonist.
Anthonis alias Paul Flemming ist der geheimnisumwobene Protagonist und heimliche Held des Buches. Er macht sich ziemlich rar, nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im Buch, aber genau das schürt seine mysteriöse Aura. Auch ihn prägt ein tragischer Unfall und Rika hilft ihm wieder auf die Beine. Er ist intellektuell und ruhig, war aber wohl mal aufreißerisch und risikofreudig. Mehr möchte ich nicht verraten, sonst versau ich noch die Geschichte.

Eigene Meinung

Die Sprache der Schatten“ von Susanne Goga hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Ich habe es bei Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen und vom Klappentext klang es zwar ziemlich interessant, aber ich habe eher mit einem trockenen Roman gerechnet. Wie schon erwähnt wurde ich förmlich aus den Socken gehauen und dermaßen positiv überrascht. Der Schreibstil ist sehr bildhaft, gut struktuiert und man hat das Gefühl die Szenerie springt einem förmlich entgegen. Die Spannung steigert sich kontinuierlich und der Leser wird insofern in die Irre geführt, als dass man das Gefühl hat das Geheimnis zu lüften und dann kommt es doch anders. Die Charaktere haben alle ihre Ecken und Kanten, sodass man auf die eine oder andere Art mit Ihnen mitfiebert.

Die Gesellschaftsstruktur zu der damaligen Zeit kommt gut zur Geltung. In einer Zeit, in der die Frauen langsam anfangen sich zu emanzipieren, ist Rika die ideale Protagonistin. Susanne Goga schafft es meisterhaft die Feinheiten herauszuarbeiten, die der Gratwanderung zu eigen sind, die die Frauen zu meistern haben, vor allem im Punkto Sexualität. Die Problematik die entsteht, nachdem Anna sich in den jüdischen Kaufmannssohn David Löwenstein verliebt, wird fein eingegliedert. Die aufkeimende Verfolgung der Juden spielt somit auch eine wichtige Rolle.
Ich bin voll und ganz überzeugt und kann es nur empfehlen! Es ist ein Leseereignis der ganz besonderen Art und mir hat nich einmal die Magie gefehlt.

Fazit

Einfach top! Definitive Kaufempfehlung!

Die Autorin

Informationen über Susanne Goga findet Ihr hier:

http://www.susannegoga.de/bio.html

Weitere Bücher

 

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