]Rezension] Blutsbande 01 – Die Verwandlung von Jennifer Armintrout

© Mira Taschenbuch Verlag

Autorin: Jennifer Armintrout
Originaltitel: The Turning (Blood Ties #1)
Dt. Reihentitel: Blutsbande
Dt. Titel: Die Verwandlung
Dt. Erstausgabe: 10/2007
Verlag: Mira Taschenbuch
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 460
ISBN-10: 3899414489
ISBN-13: 978-3-89941-448-6
Preis: 7,95 €

Ein Biss – und Carrie ist wie verwandelt. Nachdem die junge Ärztin in
der Pathologie von einem Toten angefallen wurde, kann sie auf einmal
kein Sonnenlicht mehr ertragen, verspürt plötzlich einen unerklärlichen
Blutdurst. Ist sie etwa Opfer eines Vampirs geworden? Auf der Suche nach
den Gründen für ihre rätselhaften neuen Gefühle lernt sie den
charismatischen Vampirjäger Nathan kennen – und verliebt sich
unsterblich in ihn. Doch die Blutsbande, die sie an ihren „Erschaffer“
Cyrus fesseln, sind stärker … Gleichzeitig fasziniert und abgestoßen
von dem ebenso attraktiven wie bösartigen Untoten, gerät sie immer mehr
in seinen finsteren Bann …

Inhalt

Carrie ist angehende Ärztin und stolz auf ihr starken Nerven – bis zu dem Tag, an dem „John Doe“ eingeliefert wird. Beim Anblick des schlimm zugerichteten Mannes steht sie unter Schock und ist bis zu seinem Tod nicht einsatzfähig, woraufhin der Chefarzt ihr anrät, sich einen neuen Job zu suchen. Um sich und dem Rest der Welt etwas zu beweisen, geht sie in die Leichenhalle, um sich den Leichnam anzusehen. Doch anstelle von „John Doe“ liegt der Nachtwächter auf der Bahre. Panik übermannt sie, doch bevor sie fliehen kann, wird sie von dem eben gesuchten Leichnam angefallen. Ehe er sie töten kann, wird sie gerettet, aber ihr Herz bleibt stehen. Als sie wieder zu sich kommt, ist nichts mehr wie vorher: sie hat ständigen Hunger und Schmacht und nichts kann ihre Gelüste stillen. Die Sonne brennt fürchterlich in den Augen und sie hat die Körpertemperatur eines Toten. Das alles kann nur eines bedeuten, doch ist sie stark genug, der Wahrheit ins Auge zu blicken?

Charaktere

Carrie ist eine Frau, die keine Ahnung hat, wer sie wirklich ist. In ihrem bisherigen Menschenleben ist sie der festen Überzeugung, dass sie sehr gut alleine klar kommt und dass sie ein starkes Bedürfnis nach Macht hat – immerhin gibt ihr der Beruf, die Möglichkeit über Leben und Tod zu bestimmen. 
Als Vampir hingegen wird ihre Welt erschüttert und sie merkt, dass sie nicht länger an ihrem Irrglauben festhalten kann. So schnell wie möglich muss sie lernen, wer sie ist, sonst hat sie kein Chance, gegen die Blutsbande anzukämpfen. Alle Ihre Sturhheit erweist sich als nutzlos – sollte ihr Meister etwas befehlen, muss sie ihm gehorchen. Doch muss sie ihn auch lieben? Diese Frage stellt sie sich ununterbrochen, gibt es immerhin zwei Vampire in ihrem Leben, zu denen sie sich hingezogen fühlt. Nur eines weiß sie genau: sie will ihren freien Willen und selbst entscheiden wie sie lebt. Für diese Freiheit ist sie bereit, zu kämpfen…
Nathan ist sowas wie ein „guter“ Vampir. Er gehört einer Bewegung an, die sich dazu verschrieben hat, die Zahl der Vampire so gering wie möglich zu halten. Dabei gelten strenge Regeln und werden diese gebrochen, gibt es nur eine Strafe: den Tod.  
Nathan hilft Carrie durch ihre Verwandlung und gibt ihr dann zwei Wochen Zeit sich zwischen einem Leben als Teil der Bewegung oder den Tod zu entscheiden. Dabei geht er viel fürsorglicher vor als man annehmen sollte und rettet sogar wichtige Erinnerungen aus ihrem brennenden Haus. Er fühlt sich direkt zu ihr hingezogen doch es steht nicht nur ihre offene Entscheidung zwischen ihnen…
Überraschenderweise lebt einen Mensch namens Ziggy bei ihm. Er ist ein Teenager und schnell stellt sich heraus, dass er für Nathan wie ein Sohn ist, auch wenn beide das nie zugeben würden. 
Cyrus alias John Doe ist sowohl Antagonist als auch Opfer. Nachdem er Carrie verwandelt hat, spielt er erst wieder eine Rolle als seine Schöpfung ihn kennen lernen will. Dabei zeigt er ihr zwar direkt einen Hauch der Macht, die die Blutsbande und sein Alter ihm verleihen, lässt sie aber dennoch gehen, um ihr augenscheinlich einen freien Willen zu lassen. Der Schein trügt natürlich und mit einer List bringt er sie zu einem Handel, der sie zu seinem Gefangenen macht. Dabei will er doch nur eines: eine Frau an seiner Seite, mit der eines Tages herrschen kann und die ihn liebt. Dieser rührende Wunsch änder leider nichts an seiner Grausamkeit und Perversion, doch seine „schwachen“ Seiten machen es unserer Protagonistin nicht leicht, herauszufinden, ob sie ihn liebt oder nicht.
Dahlia ist ein ziemlich interessanter Charakter. Sie ist eine überaus mächtige Hexe, die Cyrus über alles liebt – und somit Carrie unweigerlich hasst. Sie hat einen Hang zu großen Auftritten und zur Pyromanie. Man blickt nie so ganz hinter ihre Fassade und sie ist ebenso wankelmütig wie unberechenbar.

Eigene Meinung

Blutsbande – Die Verwandlung“ von Jennifer Armintrout ist der Auftakt zu einer sehr vielversprechenden vampirischen Reihe. Es zeigt sowohl die guten als auch die bösen Seiten des Vampirismus und das in einer allgemein eher düsteren Atmosphäre als es momentan gängig ist. 
Die Vampire sind nicht übermäßig schön oder unglaubwürdig stark. Auch wenn sie animalischer und durchaus stärker als Menschen sind, werden sie nicht gleich zu „Göttern“. Dafür spielt in diesem Szenario die im Titel erwähnte Blutsbande eine wichtige Rolle. Der Vampir, der einen anderen erschafft, ist mit ihm durch sein Blut verbunden. Sie empfinden die Gefühle des anderen und können auch Gedanken einfangen. Dadurch entsteht ein Band zwischen den beiden Parteien, das sonst wahrscheinlich nie zustande gekommen wäre. Im besten Fall kann eine Art von Liebe entstehen, im schlimmsten Fall wird der Sprössling zum Sklaven.
In diesem Fall ist es sehr schwierig zu definieren. Carrie ist ziemlich stur und Cyrus will so zwanghaft eine Frau, die ihn liebt, dass er buchstäblich über Leichen geht. Natürlich ist das keine gute Mischung. Wie bereits erwähnt, ist sich Carrie jedoch nicht im Klaren über ihre Gefühle und Gedanken, was die Sache nicht gerade leichter macht. So dreht sich der Hauptteil des Romans um die Selbstfindung der Protagonisten und dem hin- und her ihrer Gefühle, was natürlich durch eine Dreiecksgeschichte der besonderen Art versüßt wird. In diesem Fall war es nicht ganz so nervig wie in anderen Büchern, aber manchmal will man die Charaktere schon schütteln.
Das Buch ist aus der Sicht der Protagonistin geschrieben und liest sich sehr angenehm. Diese Perspektive verdeutlicht natürlich das Gefühlswirrwarr, das ein so großes Thema ist, lässt aber auch genug Raum für Spekulation, um den Roman spannend zu halten. Durch die Blutsbande kriegt aber auch der Leser Einblicke in die Gefühlswelt der anderen Figuren und da Carrie in ihre Körper schlüpft findet so etwas wie ein extravaganter Perspektivenwechsel statt. 
Um keine falschen Erwartungen zu wecken, möchte ich erwähnen, dass Kitsch und Romantik hier fehl am Platz ist. Blut spielt in dieser Reihe nicht nur bei den Mahlzeiten eine Rolle und mit Kampfszenen wird nicht gegeizt. Dennoch hat der Leser durchaus was zum Lachen und wer genug von romantisch vegetarischen Vampiren hat, tätigt hier definitiv keinen Fehlkauf.
Das Cover lässt jedoch anderes vermuten, ist es doch alles andere als ansprechend. Man kann aber nicht leugnen, dass es zur Stimmung der Romanreihe passt. 

Fazit

Ein Vampirroman, der nichts für schwache Nerven ist, aber definitiv Lust auf mehr macht! Ich bin überzeugt und freue mich darauf, die Fortsetzungen zu lesen. 5/5 verdiente Bücher!

Die Autorin

Jennifer Armintrout – geboren 1980 – lebt in Michigan. Das Jenseitige hat sie schon immer fasziniert. Während ihrer Arbeit in der Pathologie eines Krankenhauses fragte sie sich eines Tages: Was würde passieren, wenn einer der verstorbenen Patienten ein Vampir wäre? Prompt war die Idee zu ihrem Aufsehen erregenden Romanerstlings geboren.

Die Reihe

Blutsbande Tetralogie
  1. Die Verwandlung / The Turning (Blood Ties #1)
  2. Besessen / Possessed (Blood Ties #2)
  3. Asche zu Asche / Ashes to Ashes (Blood Ties #3)
  4. Nacht der Seelen / All Soul’s Night (Blood Ties #4)

Weitere Cover

Mein Dank geht an…

…den Cora Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

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