1552764_10201208857372563_1675592057_png-8

[Rezension] Windfire von Lynn Raven

Die Autorin: Lynn Raven
Dt. Titel: Windfire
Dt. Erstausgabe: 14.12.2015
Verlag: cbt
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Format: Paperback
Seitenzahl: 464
ISBN-10: 3570161021

ISBN-13: 978-3570161029

Preis: 14,99 €

Las Vegas – inmitten der glitzernden Stadt der Glücksspieler schlägt Jessie sich gerade so durch. Immer knapp bei Kasse, versetzt sie ein kostbares Erbstück. Doch kaum hat der Schmuck den Besitzer gewechselt, poltert ein unberechenbarer Fremder in Jessies Leben: Shane. Und er verlangt genau dieses Amulett von ihr.

Die Begegnung der beiden entfacht ungeahnte Leidenschaft: Feuer trifft auf Wind, Halb-Djinn auf Hexe. Wie echte Gegensätze ziehen sich Jessie und Shane an, stoßen sich ab, und Magie bricht sich Bahn. Schnell wird klar, dass sie gemeinsame Feinde haben. Halb auf der Flucht, halb auf der Suche reisen sie zusammen in die Wüstenstadt Petra, um dort Antworten zu finden – Antworten, die weiter führen als je gedacht.

Meine Meinung

Nina Blazon und Lynn Raven – das sind die Namen, an die man bei dem Stichwort „gute, deutsche Fantasy“ denken muss. Beide begeistern mit ihrem Ideenreichtum und der Vielzahl ihrer Werke, mit denen sie nach und nach scheinbar alle Bereiche der Urban- und High Fantasy Literatur abdecken. Sie haben ein unglaubliches Schreibtalent, das sich vor allem dadurch auszeichnet, das man kein Buch mit dem anderen vergleichen kann. Trotzdem erwartet man bei jeder Neuerscheinung ein weiteres Highlight; ein Buch, das uns die Nacht durchlesen lässt.

So auch bei „Windfire„, das zwar viele Kriterien, aber eben nicht alle zu erfüllen vermag. Worauf man sich wirklich immer verlassen kann, ist Ravens Stil. Obwohl sich dieser durch seine Wandelbarkeit auszeichnet, kann er mich doch jedes Mal packen und sorgt dafür, dass man unheimlich schnell vorankommt. Das war dieses Mal auch nicht anders und so waren einige entspannend, unterhaltsame Lesestunden garantiert.

Mit ihren auf den Punkt genauen Beschreibungen fiel es mir leicht, mir von allem ein Bild zu machen. Las Vegas als Setting ist in dem Fall natürlich eine Hilfe – man muss nicht dort gewesen sein, um sich diese leuchtende Metropole vorzustellen. Generell ist es ein faszinierender Schauplatz, den man auch gerne im Laufe einer Geschichte näher erkundet. Schade nur, dass Raven sich den Zauber dieser Stadt nicht zunutze gemacht und sich stattdessen entschieden hat, ihre Akteure auf eine Reise zu schicken. Angesichts der Hintergründe war das zwar nicht unbedingt eine falsche Entscheidung, aber ich hatte mir dennoch etwas mehr Las Vegas gewünscht.

Ebenso wie das Setting konnten mich auch die Charaktere nur zum Teil überzeugen. Prinzipiell mochte ich Jessie und Shane sehr gerne. Sie hatten eine unterhaltsame Dynamik, die für einige lustige Wortgefechte gesorgt hat. Ebenfalls gelungen war die Verbindung zu ihren Elementen und stellenweise glich ihre Beziehung tatsächlich dem Aufeinandertreffen von Feuer und Wind. Leider, leider war Jessies Gedankenwelt ziemlich ernüchternd. Sie ist so eine starke, junge Erwachsene, die mehrere Jobs hat, um für ihren schwerkranken Stiefbruder zu sorgen, denkt aber wie eine 14-jährige. Was hat sich die Autorin dabei bloß gedacht?

Die Geschichte bietet im Grunde alles, was ich mir von einem Urban-Fantasy-Roman erhoffe – und mehr. Doch gerade dieses Mehr ist in diesem Fall leider das Problem. Raven kreiert eine ganz neue Welt innerhalb unserer Realität basierend auf verschiedenen Mythen und Legenden des Orients. Dabei scheut sie nicht vor Details zurück und widmet jeder Gruppe der magischen Welt einige – wenn auch kleine – Abschnitte. Sie wirft mit Begriffen und Namen um sich, die zwar den Hintergrund verdichten, aber keinerlei reellen Bezug zu dem tatsächlichen Geschehen haben. Jeder weitere Blick hinter die Kulissen schürte nur meine Neugierde und ich fragte mich, wie sie das alles auf nicht einmal 500 Seiten verarbeiten will. Die Antwort: gar nicht. Die Geschichte rund um Shane und Jessie ist eine runde Angelegenheit mit einem überstürzten Ende. Vorübergehend absolut zufriedenstellend, aber auf Dauer? Bestimmt nicht. Dieses Buch schreit förmlich „Reihenauftakt“, aber nirgendwo war die Rede davon, dass es tatsächlich eine sein könnte. So verbleibe ich vage hoffend, aber vornehmend unbefriedigt.

Fazit

Lynn Ravens „Windfire“ ist ein gutes Buch, wäre aber ein viel besserer Reihenauftakt. Die zentrale Geschichte wird zwar einigermaßen zufriedenstellend beendet, aber auf dem Weg dorthin schneidet Raven so viele Themen und mögliche Erzählstränge an, dass „Windfire“ als Standalone schlicht nicht funktioniert. Abgesehen davon sorgte der gute Stil der Autorin dennoch für einige unterhaltsame Stunden mit guter Unterhaltung. Gute 3/5 Bücher!

Die Autorin

Lynn Raven lebte in Neuengland, USA, ehe es sie trotz ihrer Liebe zur wildromantischen Felsenküste Maines nach Deutschland verschlug. Nachdem sie zwischenzeitlich in die USA zurückgekehrt war, springt sie derzeit nicht nur zwischen der High- und der Dark-Fantasy hin und her, sondern auch zwischen den Kontinenten.

3 Gedanken zu „[Rezension] Windfire von Lynn Raven

  1. Pingback: [Statistik] Februar 2016 - Die fantastische Bücherwelt

  2. Pingback: [Statistik] Januar 2016 - Die fantastische Bücherwelt

  3. Pingback: Challenges 2016 - Die fantastische Bücherwelt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *