1552764_10201208857372563_1675592057_png-9

[Rezension] The White Rabbit Chronicles 01 – Alice im Zombieland von Gena Showalter

Autorin: Gena Showalter
Übersetzerin: Constanze Suhr
Band: 1/4
Dt. Erstausgabe: 12/2013
Verlag: Darkiss
Altersempfehlung: 12-15 Jahre
Format: Hardcover
Seitenzahl: 416
ISBN-10: 3862789861
ISBN-13: 978-3862789863
Preis: 14,99 €


An ihrem 16. Geburtstag sieht Alice „Ali“ Bell eine Wolke, die die Form eines weißen Kaninchens hat. Kurz darauf passiert, was Alice nie für möglich gehalten hätte: Ihre Eltern, ihre Schwester und sie werden von Zombies angegriffen. Nur Ali überlebt. Sie zieht zu ihren Großeltern nach Birmingham und fängt an einer neuen Schule an. Um ihre Familie zu rächen, will Ali lernen, Untote zu besiegen. Um zu überleben, muss sie dem undurchsichtigsten Typ an der Asher High vertrauen: Cole Holland weiß, wie man Zombies jagt. Aber er hat selbst Geheimnisse; und es scheint, dass die größten Gefahren dort lauern, wo Ali sie am wenigsten vermutet …


Meine Meinung

Alice im Zombieland“ von Gena Showalter ist ein origineller Reihenauftakt, der ganz anders war als ich es erwartet hatte.
Zum ersten Mal aufgefallen ist mir das Buch in der Verlagsvorschau, wo es mich mit seinem bezaubernden Cover und diesem Titel sofort in seinen Bann schlug. Gleichzeitig war ich aber auch verunsichert, weil das Wunderland-Motiv geradezu zu Verrücktheit einlädt und die Vorstellung, dass dann auch noch mit Zombies zu kombinieren, war für mich einfach unvorstellbar. Dank meiner ambivalenten Gefühle, entschied ich mich also, erstmal abzuwarten, nur um dann mit anzusehen wie dieses Buch einen richtigen Hype ausgelöst hat. Der Ärger meinerseits war relativ groß, also entschied ich mich, das Beste daraus zu machen und zu warten bis die komplette Trilogie erschienen ist, sodass ich diese dann an einem Stück lesen kann. Überraschenderweise hat die Autorin dann zum Erscheinen des dritten Bandes verkündet, dass es auch noch einen Vierten geben wird, aber da ich nicht weiß, ob und wann dieser in Deutschland erscheinen würde, halte ich mich an meinen ursprünglichen Plan.
Nun standen endlich alle drei Bände in meinem Regal und ich war immer noch unsicher. Was würde mich erwarten? Eine völlig abgedrehte Geschichte? Blutiger Horror? Eine Mischung aus beidem?
Tatsächlich war die Realität relativ ernüchternd. Keine Frage, Alice im Zombieland ist ein spannendes und originelles Jugendbuch. Die Richtung, die Gena Showalter mit ihren Zombies eingeschlagen hat, kam nicht nur völlig überraschend, sondern wäre für mich vorher absolut undenkbar gewesen. Meine hohen Erwartungen mussten jedoch eine herbe Bruchlandung erleben.
Der Einstieg in die Geschichte setzt ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Geschehen an und gibt uns Einblicke in Ali’s Familie und lässt uns dann den verhängnisvollen Unfall hautnah miterleben. Schon in diesem Prolog erschafft die Autorin eine eindringliche Atmosphäre, die mich innerhalb von Sekunden packen konnte. Ich wusste, was kommen würde und erhoffte mir trotzdem das Gegenteil. Ein wirklich toller Beginn für ein Buch, der mich der Protagonistin sehr nahe gebracht hat.
Danach geht es leider erstmal abwärts. Plötzlich befindet man sich in dem typischen Jugendbuch-Szenario wieder, in dem die Protagonistin an eine neue Highschool kommt, sich in den heißesten und aggressivsten Bad Boy der Schule verknallt und nebenbei auch noch das Interesse des stillen, unnahbaren, guten Jungen weckt. Ich dachte echt, ich wäre im falschen Film gelandet und wollte die Reihe schon aufgeben…
…bis Showalter all das klischeehafte wieder über den Haufen wirft. Plötzlich hagelte es Überraschungen und die einnehmende Atmosphäre war wieder da. Das Tempo wurde schlagartig angezogen und der Rest der Geschichte bot Spannung, Action und einiges an Leidenschaft. Die Idee hinter der Story ist ziemlich originell, obwohl diese sich aus verschiedenen Motiven zusammensetzt.
Leider gibt es zu Alice im Wunderland weniger Bezüge als der Titel vermuten lässt. Das Wunderland-Motiv beschränkt sich im Grunde auf die Protagonistin, die Wolke in der Form des Märzhasen und die Kapitelüberschriften. Das ist nur bedingt ein Minuspunkt für das Buch, weil es der Geschichte nicht schadet, aber man erwartet diesbezüglich einfach mehr.
Dafür hat Showalter allerdings eine ganz wundervolle Alice erschaffen. Sie ist taff und nicht auf den Mund gefallen, was man bei ihrem eingeschränkten Leben gar nicht so erwarten würde. Ihre Gefühle sind aufrichtig, leidenschaftlich und auf eine gewisse Weise unschuldig/rein. Sie ist keine Über-Heldin, aber trotzdem stark. Es ist ein wahres Vergnügen, sie auf ihrem Weg zu begleiten.
Ihr männliches Gegenstück, Cole, ist der erste „Bad Boy“, der mich seit langem überzeugt. Er ist kein verkorkster Junge, der irgendwas kompensieren will, sonder ein Kämpfer. Er ist wie er ist, weil er von Klein auf Zombies sehen kann, gegen sie kämpfen und mit ansehen muss, wie diese Familienmitglieder und Freunde töten. Er ist ein guter Kerl, der ein hartes Leben führt. Nur die durchgehende Aggressivität und Gewaltbereitschaft von ihm und seiner Gang, die auch im Alltag nicht abflaut, nervt mich. Ich kann verstehen, dass sie „Zivilisten“ auf Abstand halten wollen, aber man muss dafür nicht immer so auf den Putz hauen. Das ist auf Dauer weniger einschüchternd als lächerlich.
Ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen, dass die Altersempfehlung ein Witz. 12-15 Jahre? Im Ernst? In dieser Geschichte spielen Gewalt und Sex eine große Rolle, auch wenn Letzteres (noch) nicht ausgeübt wird. Wie kann die untere Grenze dann bitte 12 (!) Jahre sein?!

Fazit

Gena Showalters „Alice im Zombieland“ ist ein faszinierender und spannender Reihenauftakt, der dem extremen Hype allerdings nicht gerecht wird. Die Geschichte ist super und definitiv empfehlenswert, konnte aber nicht mit meinen hohen Erwartungen mithalten. Dafür flaute die Spannung zwischendurch zu stark ab und ich hatte mir doch mehr Bezüge zu „Alice im Wunderland“ erhofft. Dafür besticht das Buch mit einer eindringlichen Atmosphäre, einer wundervoll starken Heldin und einer originellen Geschichte. Auch wenn es ein paar Schwächen gibt, bin ich gespannt wie es weitergeht. 4/5 Bücher!

Die Autorin

New York Times und USA Today Bestseller-Autorin Gena Showalter gilt als neuer Shooting Star am romantischen Bücherhimmel des Übersinnlichen. Ihre Romane erobern nach Erscheinen die Herzen von Kritikern und Lesern gleichermaßen im Sturm. Die „Die Herren der Unterwelt“-Reihe gilt als ihre bislang stärkste Serie.

Die Reihe

White Rabbit Chronicles 

  1. Alice im Zombieland | Alice in Zombieland (White Rabbit Chronicles #1)
  2. — | Cole…Meet Ali (White Rabbit Chronicles #1.5)
  3. Rückkehr ins Zombieland | Through the Zombie Glass (White Rabbit Chronicles #2)
  4. Showdown im Zombieland | The Queen of Zombie Hearts (White Rabbit Chronicles #3)
  5. — | A Mad Zombie Party (White Rabbit Chronicles #4)

Prefer it in English?

Originalcover

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *