1552764_10201208857372563_1675592057_png-14

[Rezension] Stranwyne Castle 01 – Das trügerische Flüstern des Windes von Sharon Cameron

© Egmont Ink
Autorin: Sharon Cameron
Dt. Reihentitel: Stranwyne Castle
Dt. Erstausgabe: 05/2014
Verlag: Egmont Ink
Format: Paperback
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3863960092
ISBN-13: 978-3863960094
Preis: 14,99 €
Intrigen, Ränkespiele, Gerüchte … bei den Tulmans geht man nicht zimperlich miteinander um. Schon gar nicht mit einer vorlauten jungen Frau, von der man kaum noch hoffen kann, sie zumindest gewinnbringend zu verheiraten. Also wird Katharine vor die Wahl gestellt: Armenhaus oder sie erbringt den Beweis, dass ihr reicher Onkel, Frederick Tulman, verrückt geworden ist und das Familienvermögen zum Fenster hinauswirft. Was sie vorfindet, ist jedoch kein seniler alter Mann, sondern ein Exzentriker, der wahre Wunder vollbringt und eine surreale Welt geschaffen hat, die Katharine immer mehr in ihren Bann zieht. Wie die sturmgrauen Augen seines Assistenten Lane. Doch das Schicksal ist so trügerisch wie das Flüstern des „Stranwyne“, und plötzlich ist es Katharine, die um ihr Leben fürchten muss …

Meine Meinung

Stranwyne Castle – Das trügerische Flüstern des Windes“ von Sharon Cameron ist ein außergewöhnlicher Roman, der mich förmlich verzaubert hat.

Cameron hat einen sehr angenehmen Schreibstil, mit dem sie eine Gratwanderung zwischen Jugendsprache und der Ausdrucksweise des viktorianischen Zeitalters hinlegt. Ihre Beschreibungen entführen den Leser in eine andere Welt und kreieren eine so dichte Atmosphäre, dass ich gelegentlich sogar eine Gänsehaut hatte.


Die Charaktere sind gewiss keine Sympathieträger auf den ersten Blick, aber wie im echten Leben lernt man sie nach und nach immer besser kennen – und lieben.

Katharine ist keine Durchschnittsprotagonistin und hat viele Ecken und Kanten. Wenn man ihr Leben so betrachtet, möchte man direkt mit ihr fühlen und doch eckte sie gerade am Anfang ein paar Mal bei mir an. Sie kommt mit der Intention nach Stranwyne Castle, ihren Onkel für verrückt erklären zu lassen, damit ihre Tante über noch mehr Geld verfügt. Natürlich wird Katherine dazu gezwungen und ich kann nachvollziehen, warum sie das auch in Erwägung zieht, aber die Art und Weise, wie sie sich zu Anfang in dem Anwesens ihres Onkels aufführt, ging für mich gar nicht. Dafür kriegt sie allerdings auch schnell genug die Quittung und zumindest lernt sie dann ja auch hinzu. Im Verlaufe des Romans entwickelt sie sich auch schön weiter und spätestens im Umgang mit ihrem Onkel macht sie ihre anfänglichen Fehler wieder wett.

Es gibt natürlich noch viele weitere Charaktere, die man aber am besten selbst kennenlernt. Sie sind so einzigartig und viele von ihnen so verschroben, dass das Kennenlernen einfach ein richtiges Vergnügen ist.

Die Geschichte selbst war einfach so ganz anders als ich es erwartet hatte. Keine Ahnung, womit ich tatsächlich gerechnet hatte, aber das war es definitiv nicht. Steampunk hat generell seinen ganz eigenen Charme und ich finde, man kann die Bücher dieser Gattung nur selten miteinander vergleichen. Jedenfalls waren die Wenigen, die ich bisher davon gelesen habe, absolut einzigartig. 

Das Beste an diesem Roman ist ganz eindeutig diese besondere Atmosphäre und das geniale Setting. Ich habe eine Vorliebe für alte Häuser mit einer Geschichte oder noch besser einer „Seele“ und so war ich natürlich sofort in dieses grandiose Anwesen verliebt. Natürlich ist Stranwyne Castle viel mehr als bloß ein Haus und so gab es auch viel mehr zu entdecken. Die Autorin hat es dabei tatsächlich geschafft, dass ich sogar noch Monate später das ganze Setting vor Augen habe und mir wünsche, selbst dort zu wohnen.

Auch die Idee hinter der Geschichte ist absolut originell. Gerade zum Ende hin, wenn sich die Ereignisse überschlagen, kommen viele Aspekt hinzu, mit denen ich niemals gerechnet hätte. So kommt es aber auch, dass am Ende fast schon zu viel passiert und man als Leser ganz schön aufpassen muss, um überhaupt noch hinterher zu kommen. Letztlich bin ich aber mit dem Abschluss ungemein zufrieden und auch wenn dieser Roman gut als Standalone funktioniert hätte, freue ich mich auf die Fortsetzung!

Fazit

Sharon Camerons „Stranwyne Castle – Das trügerische Flüstern des Windes“ ist ein wirklich einzigartiger Roman, der mich begeistern und bezaubern konnte. Selbst Monate später habe ich noch dieses wundersame Anwesen vor Augen und spüre noch einen Hauch dieser tollen Atmosphäre, die dieses Buch zu etwas so besonderem macht. Die Charaktere passen absolut zur Geschichte und auch wenn man dafür etwas länger brauchen mag, schließt man sie letztendlich doch ins Herz. Wer einer Mischung aus Steampunk und Mystery nicht abgeneigt ist, sollte sich diesen Roman nicht entgehen lassen – 5/5 Bücher!

Die Autorin

© Egmont Ink
Sharon Cameron lebt in Nashville, Tennessee. Wenn sie nicht gerade schreibt, stöbert sie gern in staubigen Historien-Wälzern, durchlöchert mit ihrem Langbogen Zielscheiben oder frönt ihrer lebenslangen Suche nach geheimen Durchgängen und Verstecken.


“Stranwyne Castle” ist ihr erster Roman.

Die Reihe

Stranwyne Castle Dilogie

  1. Das trügerische Flüstern des Windes / The Dark Unwinding (The Dark Unwinding #1)
  2. ??? / A Spark Unseen (The Dark Unwinding #2)

Originalcover

Mein Dank geht an…

…den Egmont Ink Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *