[Rezension] Silber – Das erste Buch der Träume von Kerstin Gier

© Fischer FJB Verlag

Autorin: Kerstin Gier
Dt. Reihentitel: Silber Trilogie
Dt. Titel: Das erste Buch der Träume
Dt. Erstausgabe: 06/2013
Verlag: Fischer FJB
Format: Hardcover
Seitenzahl: 416
ISBN-10: 3841421059
ISBN-13: 978-3-841-42105-0
Preis: 18,99 €

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Die Leseprobe findet Ihr hier.

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und
ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume
sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen
beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei
Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual
beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale
Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde
gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die
vier. Eigentlich sind sie ganz nett. Wirklich unheimlich – noch
viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die
Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat –
wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist
ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie
widerstehen …

  

Inhalt

Liv
und Mia Silber haben die Sommerferien bei ihrem Dad verbracht und sind jetzt
auf dem Weg nach London, wo ihre Mutter ihnen endlich ein Zuhause versprochen
hat. In der Erwartung, ihr neues Leben in einem süßen, kleinen Cottage
außerhalb von London zu verbringen, steigen sie frohgemut aus dem Flieger. Dort
erwartet sie allerdings nicht nur ihre Mum, sondern auch ihr neuer Freund, der
sie mit den Worten, „Es gibt eine kleine Planänderung“, begrüßt. Die „kleine
Planänderung“ beinhaltet nicht nur eine Stadtwohnung und eine Eliteschule,
sondern gleich auch noch zwei neue Geschwister. Immerhin scheint das Brüderchen
ein Geheimnis zu haben und nichts liebt Liv mehr als ein gutes Geheimnis. Dass
dieses allerdings lebhafte und täuschend echte Träume beinhaltet, an die sich
ALLE Beteiligten erinnern können, hätte sie sich aber nie „erträumen“ lassen…

Die Protagonistin

Olivia
Silber
, kurz Liv, ist eine starke Persönlichkeit, die nicht nur nicht auf den
Mund gefallen ist, sondern auch gut über sich selbst lachen kann. Sie hat für
jede Situation den passenden Spruch parat, kann aber auch ernst sein. Wenn sie
sich für einen Weg entschieden hat, geht sie ihn bis zum Ende, koste es was es
wolle. Sie nimmt die Dinge lieber selbst in die Hand als auf einen Prinzen in
schimmernder Rüstung zu warten. Doch ihre wahre Leidenschaft sind Rätsel und
Geheimnisse. Dementsprechend schnell stürzt sie sich in dieses träumerische
Abenteuer, denn sie kann keinem guten Geheimnis widerstehen…

Eigene Meinung

Silber
– Das erste Buch der Träume
“ von Kerstin Gier bietet alles, was man sich von einem
guten Jugendbuch wünscht und braucht sich keinesfalls hinter der Edelstein
Trilogie
zu verstecken.

Kerstin
Giers
Schreibstil ist gewohnt locker, leicht und flüssig. Der Sprachgebrauch
ist jugendlich frisch und ihre Beschreibungen genau richtig. In Kombination mit
ihrem herrlichen Humor, liest sich das Buch förmlich von selbst. Erzählt wird
das Geschehen aus der Ich-Perspektive von der Protagonistin, Liv.
 
Die
Charaktere sind einfach liebenswürdig. Ein jeder hat seine Rolle, sei sie auch
noch so winzig, sodass es keine „überflüssigen“ Figuren gibt, bei denen man
sich fragt, warum sie überhaupt erwähnt werden. Sie sind einzigartig und
vielseitig; jede Persönlichkeit hat dieses eine Merkmal, das sie zu etwas ganz
besonderem macht. Dabei sind die meisten nicht mal besonders tiefgründig, doch
das ist in diesem Fall genau richtig.
Schon
nach wenigen Seiten zieht der Roman die Leser in seinen Bann. Kerstin Gier hat
den perfekten Einstieg gewählt, denn man erfährt auf einer sehr humorvollen Art
wie die Familienverhältnisse sind, wie es dazu kommt, dass die beiden
Schwestern nach London fliegen und im gewissen Maße auch, warum sie so sind wie
sie sind. Danach plätschert die Geschichte auf einer fantasievollen und
abwechslungsreichen Art vor sich hin, denn Spannung im klassischen Sinn erlebt
man erst beim großen Showdown. Doch das ist egal, denn Kerstin beweist, dass
Spannung und Action manchmal völlig überbewertet sind.
Ein
Highlight war ohne Zweifel der Tittle Tattle Blog, der ganz im Stil von Gossip
Girl
, den neuesten Klatsch und Tratsch der Frognal Academy verbreitet. Geführt
wird dieser Blog von der anonymen Secrecy, die schwört, dass niemand je ihre
Identität aufdecken wird – wieder ein Rätsel, dass die Silber Schwestern zu
lösen gedenken. Im Übrigen kann man den Blog unter folgendem Link tatsächlich
besuchen: http://www.tittletattleblog.de/
.
Entgegen
ihrer Überzeugung, immun gegen das männliche Geschlecht zu sein, verliebt sich
Liv – doch in wen, das verrate ich Euch nicht. Das ganze Drumherum um die
aufkeimende Beziehung gliedert sich unauffällig ins Geschehen ein und dominiert
die Geschichte an keiner Stelle. Vielmehr ist es die Kirsche auf der
Sahnehaube!
Auch
wenn ich in der Regel recht unregelmäßig über die Gestaltung eines Buches
berichte, komme ich nicht umhin, sie in diesem Fall zu erwähnen. Selten habe
ich ein vergleichbar schönes Exemplar in mein Regal stellen dürfen. Das Cover
ähnelt vom Stil der Edelsteintrilogie, wenn ich mich nicht irre, war da sogar
dieselbe Designerin am Werk. Mir persönlich gefällt mir dieses Design aber
tausend Mal als bei Rubinrot & Co. Liegt vielleicht auch daran, dass hier
zwei Sinne beansprucht werden; man darf dieses schöne Cover nicht nur mit den
Augen bewundern, sondern auch ertasten. Ohne Schutzumschlag geht die
Entdeckungstour sogleich noch weiter, doch auch hier möchte ich Euch nicht den
Spaß verderben. Ich sage nur so viel: ein zweiter Blick lohnt sich definitiv!
Besonders gefallen hat mir, dass die Ausschnitte aus dem Tittle Tattle Blog
tatsächlich wie Ausdrucke aussahen.

Fazit

    
Kerstin
Giers „Silber – Das erste Buch der Träume“ ist der gelungene Auftakt zu ihrer
lang ersehnten neuen Jugendbuch Trilogie. Nach der Edelstein Trilogie waren die
Erwartungen extrem hoch, doch „Silber“ muss sich keinesfalls hinter seinen
älteren Geschwistern verstecken. Gekonnt zieht die Autorin den Leser mit ihrem
einfachen, flüssigen Schreibstil in ihren Bann und bezaubert mit liebenswürdigen
Charakteren. Die Geschichte ist an keiner Stelle langweilig, auch wenn Spannung
im klassischen Sinne nicht die Mehrheit ausmacht. Der tolle Humor entlockt dem
Leser nicht nur ein Schmunzeln, sondern richtige Lachanfälle; dennoch nimmt man
die Geschichte ernst. Ein definitives Must-Read für alle Fans der Edelstein
Trilogie und allen, die einer innovativen Geschichte mit vielen Lachern nicht
abgeneigt sind – 5/5 Bücher!

Die Autorin

© Ricarda Ohligschläger

Kerstin Gier, Jahrgang 1966, hat als mehr oder weniger arbeitslose Diplompädagogin 1995 ihr erstes Buch veröffentlicht. Mit
riesigem Erfolg: Ihre Romane für Erwachsene wie die »Müttermafia« oder
»Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner« sind längst Kult und
auf allen Bestenlisten zu finden, genauso wie die Jugendbücher
»Rubinrot«, »Saphirblau« und »Smaragdgrün«, die auch international zu
Bestsellern wurden.
Im März 2013 kam mit »Rubinrot« bereits die zweite Verfilmung eines ihrer Bücher mit Starbesetzung in die Kinos. »Silber – Das erste Buch der Träume« ist der Auftakt zu ihrer neuen Jugendbuchreihe. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Köln.

Die Reihe

Silber Trilogie
  1. Das erste Buch der Träume
  2. Das zweite Buch der Träume (erscheint ???)
  3. Das dritte Buch der Träume (erscheint ???)

6 Gedanken zu „[Rezension] Silber – Das erste Buch der Träume von Kerstin Gier

    1. Rica

      Gerne doch! Bin gespannt wie Du es wohl findest 🙂 Ich danke Dür für den Award, meinen Post dazu werde ich noch nachreichen!

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