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[Rezension] Panic – Wer Angst hat, ist raus von Lauren Oliver

© Carlsen Verlag
Autorin: Lauren Oliver
Originaltitel: Panic
Dt. Erstausgabe: 11/2014
Verlag: Carlsen
Format: Hardcover
Seitenzahl: 368
ISBN-10: 3551583293
ISBN-13: 978-3551583291
Preis: 17,99 €
Die Leseprobe findet Ihr hier.
PANIC verändert alle(s). HEATHER hatte nie vor, an dem verbotenen Spiel für Schulabgänger teilzunehmen. Denn der Gewinn ist zwar hoch, aber der Einsatz auch, und sie ist keine Kämpferin. Doch schnell wird ihr klar, dass es nur den richtigen Grund braucht, um dabei sein zu wollen. Und dass Mut auch eine Frage von Notwendigkeit ist. DODGE war sich immer sicher, dass er bei Panic mitmachen würde. Er hat keine Angst, denn es gibt ein Geheimnis, das ihn durchs Spiel pushen wird. Aber um zu gewinnen, muss man auch seine Gegner kennen.

Meine Meinung

Panic – Wer Angst hat, ist raus“ von Lauren Oliver ist ein durchaus lesenswertes Jugendbuch, das meine Erwartungen allerdings nicht ganz erfüllen konnte.

Dabei fängt es wirklich vielversprechend an. Ohne eine lange Vorrede schmeißt uns die Autorin mitten in die erste Mutprobe – dem Sprung von der Klippe. Diesen erleben wir aus der Sicht der beiden Erzähler, die uns direkt mit wenigen Worten von sich selbst, dem Leben in Carp und natürlich DEM Spiel berichten.

Und genau da liegt der Knackpunkt: Panic wird so extrem gepusht, dass man mit der Erwartung an dieses Buch herangeht, einen spannungsgeladenen Roman über ein tödliches Spiel zu lesen. Tatsächlich geht es aber ums Erwachsenwerden und darum, mit den Hochs und Tiefs im Leben seinen Frieden zu schließen. Panic zieht sich natürlich als roter Faden durch die Geschichte, aber spielt im Endeffekt nur eine Nebenrolle.

Das ändert bestimmt nichts daran, dass es ein gutes Jugendbuch mit einer soliden Message ist. Freut man sich aber auf Nervenkitzel und atemraubende Spannung, wird man nun mal unumstößlich enttäuscht. Schuld daran ist vor allem das Werbeangebot des Verlages – der Buchtrailer, die Challengeseite und auch der Klappentext.

So oder so ist es aber ein Buch, das sich gut und schnell lesen lässt. Die Autorin hat einen sehr angenehmen Schreibstil mit Beschreibungen, die das Kopfkino gerade mal so weit anstoßen, dass man nicht im Dunkeln dasteht. Für Leute mit viel Fantasie ist das genau richtig, aber ich hätte schon gerne vor den letzten 100 Seiten gewusst, wie die Protagonistin aussieht. Erzählt wird die Geschichte im personalem Erzählstil.

Die Charaktere sind auch so eine Sache. Sie sind gewiss sehr authentisch, aber vor allem eines: unsympathisch. Sie hatten fast alle nachvollziehbare Gründe für ihre Entscheidung, an Panic teilzunehmen und haben es dann doch geschafft, das Ganze ins Falsche zu verkehren. 

Bei Heather war es eher andersherum. Der Auslöser für ihre Entscheidung war einfach lächerlich, aber im Verlauf des Spiels bekam sie dann einen wirklichen Antrieb. Generell ist es bei ihr so, dass ich sie schon mögen möchte, aber sie es sich einfach immer wieder selbst verbockt. Ich mag die Entwicklung, die sie während des Spieles durchläuft, aber ihren eigentlichen Charakter kann ich nicht Ernst nehmen.

Ihre beste Freundin Natalie ist eine oberflächliche, egoistische Zicke, die durchaus ihre guten Momente hat, aber für mich einfach zu der Sorte Mensch gehört, mit der ich nichts würde zu tun haben wollen. Außerdem hat sie den schwächsten Antrieb und eine ziemliche miese Art für Panic.

Dodge war mir erst suspekt, gewann aber recht schnell meine Sympathien. Er hatte meiner Meinung nach die ehrlichsten Gefühle und fast immer einen guten Grund für sein Handeln. Schade, dass er so übers Ziel hinausschießen musste.

Tja, und dann ist da noch Bishop. Ihn mochte ich von allen am Liebsten, vor allem weil er  auch die größte Überraschung bereit hält. Gleichzeitig ist Letzteres aber auch ein guter Grund dafür, ihn eben doch nicht zu mögen. Schwierig, schwierig!

Teenie-Liebes-Dama gibt es hier leider auch genug, was bei der Personenkonstellation wohl wenig verwunderlich ist. Beide Paare ergaben für mich nicht so viel Sinn, obwohl es zumindest interessant zu beobachten war, wie das Spiel die 4 gleichzeitig auseinanderreißt und zusammenschweißt.

Fazit

Lauren Olivers „Panic – Wer Angst hat, ist raus“ ist leider etwas ganz Anderes als erwartet. Anstelle von spannungsgeladener Action erwartet uns eine Geschichte übers Erwachsenwerden, die gewiss nicht schlecht, aber durch die falschen Erwartungen einfach ziemlich enttäuschend ist. Hätten sich Spannung und Drama wenigstens die Waage gehalten, wäre ich vermutlich nicht ganz so unzufrieden. Die unsympathischen Charaktere machen es leider auch nicht besser, sodass fast nur noch die gute Idee und das runde, moralisch wertvolle Ende als Trost übrigbleibt. 3/5 Bücher!

Die Autorin

© Carlsen Verlag
Schon als Kind hat Lauren Oliver leidenschaftlich gern Bücher gelesen und dann Fortsetzungen dazu geschrieben. Irgendwann wurden daraus ihre eigenen Geschichten. Sie hat Philosophie und Literatur studiert und kurz bei einem Verlag in New York gearbeitet. Lauren Oliver lebt in Brooklyn.

Weitere Bücher der Autorin

Amor Trilogie

  1. Annabel / Annabel (Delirium #0.5)
  2. Delirium / Delirium (Delirium #1)
  3. Hana / Hana (Delirium #1.5)
  4. Pandemonium / Pandemonium (Delirium #2)
  5. Raven / Raven (Delirium #2.5)
  6. Requiem / Requiem (Delirium #3)
  7. Alex / Alex (Delirium #3.5)

Panic

  1. ??? / Panic Origin Story (Panic #0.5)
  2. Wer Angst hat, ist raus / Panic (Panic #1)

Desweiteren:

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie / Before I Fall

Prefer it in English?

Originalcover

3 Gedanken zu „[Rezension] Panic – Wer Angst hat, ist raus von Lauren Oliver

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