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[Rezension] The Iron Thorn 01 – Flüsternde Magie von Caitlin Kittredge

© cbj
Dt. Reihentitel: The Iron Thorn
Dt. Titel: Flüsternde Magie
Dt. Erstausgabe: 09/2014
Verlag: cbj
Format: Hardcover
Seitenzahl: 576
ISBN-10: 3570138305
ISBN-13: 978-3570138304
Preis: 18,99 €
Die Leseprobe findet Ihr hier.
Fern der Familie lebt die 15-jährige Moira in einem Internat, ständig in der Angst, wie ihre Mutter und ihr älterer Bruder dem Fluch der Familie zu erliegen und verrückt zu werden. Doch dann erhält sie eine Nachricht eben dieses Bruders, der sie auffordert, ein magisches Handbuch zu suchen, das ihr Vater einst geschaffen hat und das sie retten kann. Zusammen mit zwei Verbündeten macht sich die junge Moira auf die gefahrvolle Reise, an deren Ende sie mehr über ihre Familie und deren Andersartigkeit erfährt – entstammt sie doch einem alten Elfengeschlecht. Und dem steht eine gewaltige Aufgabe bevor: das Land von seinen derzeitigen Herrschern zu befreien und die Feen an die Macht zu führen.

Eigene Meinung

The Iron Thorn – Flüsternde Magie“ von Caitlin Kittredge ist ein Reihenauftakt mit Ecken und Kanten, der mich dennoch von sich überzeugen konnte.

Der Einstieg gelang völlig problemlos. Schon nach wenigen Sätzen war ich mitten im Geschehen und wollte erstmal nicht mit dem Lesen aufhören. Allerdings wurde dieser so positive erste Eindruck nach 1, 2 Kapiteln geschmälert, da ich das Setting einfach nirgendwo einordnen konnte. Kittredge hat eine Welt geschaffen, die gleichzeitig futuristisch und historisch, voller Magie und Steampunk ist. Diese Mischung ist als Gesamtpaket wirklich toll und hat für viele unterhaltsame Stunde gesorgt, aber erst nachdem ich mich damit abgefunden hatte, dass sich der zeitliche Rahmen nur nach und nach offenbart.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, was mir persönlich ja fast immer gut gefällt. Auch in diesem Fall war es eine sehr gut Wahl, vor allem weil Moira wirklich kein einfacher Charakter ist.

Moira Grayson ist außerordentlich stur – und ansonsten der reinste Widerspruch. Sie zeigt im Laufe ihres Abenteuers eine ordentliche Portion Mut, wird aber gleichzeitig von einer steten Angst begleitet. Zugegeben, manchmal handelt sie auch einfach, ohne vorher darüber nachzudenken, aber das unstreicht im Grunde nur ihr aufbrausendes Naturell. Sie lebt in einer Gesellschaft, in der historisch anmutende Erwartungen an Frauen gestellt werden. Diese „damenhaften“ Tugenden sind ein großes Thema und auch Moira beschäftigt sich ausgiebig damit. Witzigerweise macht sie gerne das Gegenteil von dem, was erwartet wird. Sie möchte Ingenieurin werden und hat ein dementsprechend hohes Wissen über Technologie, außerdem scheut sie keine dunklen, verbotenen Gassen und legt keinen Wert auf den Schutz eines Mannes.

An Moiras Seite stehen ihr bester Freund, Cal, und der zwielichtige Führer, Dean. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und so kommt es unweigerlich zu unterhaltsamen, bisweilen aber auch unnötigen und nervigen, Auseinandersetzungen. Immerhin wird man ausnahmsweise mal nicht mit der von mir befürchteten Dreiecksgeschichte konfrontiert.

Während ich Dean von Anfang an mochte, hat Cal es mir wirklich schwer gemacht. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, warum er so ist wie er ist und wie er es geschafft hat, sich ausgerechnet mit Moira anzufreunden, aber am Ende ergibt alles einen Sin.

Eine Liebesgeschichte gibt es trotzdem, allerdings ohne magische Verbindung, Liebe auf den ersten Blick, Schicksal und all die anderen Klischees. Es sind ein zwei Menschen, die sich von Anfang an sympathisch sind, sich für einander interessieren und auf ihrer Reise Zeit haben, um Gefühle füreinander zu entwickeln. Alles sehr dezent und nicht wichtig für den Verlauf der Geschichte.

Die Geschichte ist wirklich ein Abenteuer, überzeugt allerdings vor allem durch eine sehr dichte und düstere Atmosphäre. Hinzu kommen grandiose Settings mit viel Charakter. Bekannte Mythen werden mit neuen Ideen und einer Vielzahl an Genre kombiniert, deren Ergebnis ein unvergleichlicher Roman ist. Auf 576 Seiten gibt es durchaus mal kleinere Längen, die glücklicherweise durch einen Haufen unerwarteter Wendungen wiedergutgemacht werden. Auch wenn es ein recht rundes Ende ohne fiesen Cliffhanger gibt, habe ich noch genug offene Fragen, um der Fortsetzung entgegen zu fiebern.

Fazit

Caitlin Kittredges „The Iron Thorn – Flüsternde Magie“ ist ein wirklich interessanter Reihenauftakt, der mit neuen Ideen und unkonventionellen Interpretationen überzeugen kann. Auch wenn die Charaktere durchaus als schwierig zu bezeichnen sind, konnte ich sie nach einer Weile in mein Herz schließen. Das Setting und die Atmosphäre sind zwar fast das Beste an dem Roman, haben es mir allerdings dafür zu Anfang schwer gemacht, die Geschichte zeitlich einzuordnen. Die Mischung aus Fantasy, Steampunk und ScienceFiction erscheint absolut absurd und ist dadurch nur umso genialer. Sehr gute 4/5 Bücher!

Die Autorin

© Cherie Priest
Caitlin Kittredge lebt in einem geheimnisvollen viktorianischen Haus zusammen mit ihren beiden Katzen, ihren Kameras und etlichen Kilometern Bücherregalen. Wenn sie nicht gerade schreibt, beschäftigt sie sich mit Fotografieren, dem Aushecken von alternativen Verläufen der Weltgeschichte und alarmierenden Haarfarben. Die Iron Thorn-Trilogie ist ihr erstes Jugendbuchprojekt.

Die Reihe

The Iron Thorn Trilogie
  1. Flüsternde Magie / The Iron Thorn (The Iron Codex #1)
  2. ??? / The Nightmare Garden (The Iron Codex #2)
  3. ??? / The Mirrored Shard (The Iron Codex #3)

Originalcover

Mein Dank geht an…

…den cbj-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

2 Gedanken zu „[Rezension] The Iron Thorn 01 – Flüsternde Magie von Caitlin Kittredge

  1. BeaSwissgirl

    Halli hallo

    Ich werde das Buch auf jeden Fall im Auge behalten oder mir mal ne Leseprobe gönnen, scheint nämlich so als könnte es mir gefallen 😉
    Vielen Dank für die Rezi
    Liebe Grüsse Bea

    Antworten
  2. Pingback: [Wochenrückblick] 39/2014 - Die fantastische Bücherwelt

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