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[Rezension] Grischa 0.5 – Die Hexe von Duwa von Leigh Bardugo

© CARLSEN Verlag
Autorin: Leigh Bardugo
Übersetzer: Henning Ahrens
Dt. Reihentitel: Grischa
Dt. Titel: Die Hexe von Duwa
Dt. Erstausgabe: 09/2012
Verlag: Carlsen
Format: eBook
Seitenzahl: 48
ASIN: B009EQ0CMC
Preis: 0,99 €
In Rawka, wo die Winternächte lang und dunkel sind, erzählen sich die Leute Märchen aus längst vergangenen Zeiten. So auch die Geschichte von Nadja, der Tochter des Schreiners. Als sie sich des Nachts im Wald verirrt, findet sie Zuflucht bei der alten Magda. Diese braut für die Bewohner der umliegenden Dörfer Heiltränke. Doch ihre geheimnisvolle Kunst reicht noch viel weiter.


Meine Meinung

Die Hexe von Duwa“ von Leigh Bardugo ist eine sehr düstere Kurzgeschichte aus der Welt der Grischas.

Der Untertitel „Ein Märchen aus Rawka“ trifft es genau, denn diese Kurzgeschichte entpuppt sich als eine Märchenadaption von „Hänsel und Gretel„. Allerdings hat die Autorin dem Ganzen so einen eigenen Stempel aufgedrückt, dass man den Ursprung kaum noch erkennt. Zumindest erging es mir so.

Mit ihrem atmosphärischem Schreibstil gelingt es Bardugo ein weiteres Mal, mich von Anfang an zu fesseln. Die Kälte Rawkas bescherte mir eine Gänsehaut und die düstere Stimmung nahm mich völlig in ihren Bann. An manchen Stellen wird es sogar richtig gruselig, sodass mich aus ganz anderen Gründen ein Schauer überfiel.

Die Novelle kann man, wie gesagt, guten Gewissens als Märchen bezeichnen, zumindest erfüllt es einige Kategorien dieses Formats. Dazu passt vor allem die Kürze und auch die Distanziertheit, wobei es gerade im Hinblick auf Letzteres sehr erstaunlich ist, dass das Geschichtchen so eindringlich ist. Die tolle Atmosphäre habe ich ja bereits gelobt, aber auch das Setting ist wieder einmal nicht nur gut gewählt, sondern auch gut gelungen.

Eine große Überraschung waren die vielen Wendungen, die man auf so wenigen Seiten einfach nicht erwartet. Bardugo führt den Leser gekonnt in die Irre und mit dem Ende hätte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Auch wenn Die Hexe von Duwa ein Teil des Grischa-Universums ist, kann man sie getrost unabhängig davon lesen. Es mag zwar in derselben Welt spielen, aber ist und bleibt ein Märchen, das keinerlei Bezug zur eigentlichen Trilogie hat. Gerade deswegen wünsche ich mir aber noch mehr davon!

Fazit

Leigh Bardugos „Die Hexe von Duwa“ ist eine außergewöhnliche Kurzgeschichte. Sie sticht aus der Masse vor allem deshalb heraus, weil sie zwar in derselben Welt wie die Grischa-Trilogie angesiedelt, ansonsten aber völlig eigenständig ist. Es ist einfach ein Märchen, das man sich in Rawka – und nun auch hier – erzählen könnte. Die dichte und packende Atmosphäre sorgt für ein sehr eindringliches Leseerlebnis, auch wenn es nur wenige Seiten sind. 5/5 Bücher!

Die Autorin

© CARLSEN Verlag

Leigh Bardugo wurde 1975 in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf. Sie studierte an der Yale University. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Make-up-Artist. Grischa – Goldene Flammen ist ihr erster Roman, danach folgten zwei weitere Bände der Saga um die Sonnenkriegerin Alina.

Die Reihe

Grischa Trilogie

  1. Die Hexe von Duwa / The Witch of Duva (The Grisha #0.5)
  2. Goldene Flammen / Shadow and Bone (The Grisha #1)
  3. ??? / The Tailor (The Grisha #1.5)
  4. Eisige Wellen / Siege and Storm (The Grisha #2)
  5. Der allzu schlaue Fuchs / The Too-Clever Fox (The Grisha #2.5)
  6. ??? / Little Knife (The Grisha #2.6)
  7. Lodernde Schwingen / Ruin and Rising (The Grisha #3)

Grischa Spin-Off: The Dregs

  1. ??? / Six of Crows (The Dregs #1)
  2. ??? / ??? (The Dregs #2)

Prefer it in English?


Originalcover

© Tor Books

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