Rezension

Goddess Test 03 – Der Preis der Ewigkeit von Aimée Carter

Der Preis der EwigkeitDie Autorin: Aimée Carter
Die Übersetzerin: Freya Gehrke
Originaltitel: The Goddess Inheritance (Goddess Test #3)
Dt. Titel: Der Preis der Ewigkeit
Band: 3/3
Dt. Erstausgabe: 01.12.2014
Verlag: MIRA Taschenbuch
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy

Neun Monate dauerte Kates Gefangenschaft. Neun Monate, in denen sie eine eifersüchtige Göttin, einen rachsüchtigen Titanen und eine ungeplante Schwangerschaft überlebt hat. Jetzt will die Königin der Götter ihr Kind – und Kate kann nichts dagegen tun. Da bietet ihr Götterkönig Cronus einen Handel an: Wenn sie ihm Ergebenheit schwört, wird er die Menschheit verschonen und ihr das Kind lassen. Doch ihr geliebter Henry, ihre Mutter und der Rest des Rats müssen sterben. Sollte Kate sich hingegen weigern, will Cronus auf der Erde wüten, bis alles Leben ausgelöscht ist.
Das Schicksal aller, die sie liebt, liegt in ihren Händen. Kate muss einen Weg finden, das mächtigste Wesen des Universums zu besiegen, selbst wenn es sie alles kostet. Selbst wenn es sie die Ewigkeit kostet.

Meine Meinung

Der Preis der Ewigkeit“ von Aimée Carter ist der finale Band ihrer polarisierenden Trilogie. Auch ich habe diesem Buch mit gemischten Gefühlen entgegen gesehen, denn so sehr ich den ersten Band geliebt habe, so sehr habe ich den zweiten Band gehasst. Da stellt sich mir doch unweigerlich die Frage: was erwartet mich dieses Mal?

Die ersten Seiten sind schnell gelesen. Der Schreibstil ist gewohnt leicht und flüssig zu lesen, dabei allerdings auch sehr simpel. Die Beschreibungen waren dieses Mal alles andere als zufriedenstellend. Vieles wurde wiederholt in Szene gesetzt, während andere Aspekte eher schwammig beschrieben waren. Abgesehen vom Prolog und wenigen Szenen aus der Perspektive anderer wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive der Protagonistin erzählt.

Die Charaktere zeigen sich auch dieses Mal nur selten von ihrer „besten“ Seite. Dabei muss ich auch gestehen, dass es mir nach der langen Zeit richtig schwer fiel, die weltlichen Namen mit den Göttern zu vereinen. Einige Götter waren klar, aber bei vielen musste ich doch raten, wer sich hinter dem jeweiligen Namen verbirgt – und das hat mich überraschend gestört. Außerdem erschienen sie mir alle noch blasser als zuvor und gleichzeitig noch undurchschaubarer. Es ist zwar „allgemein“ bekannt, dass die olympischen Zwölf sich vor allem durch ihren Egoismus, ihre Tücke und ihre kurzweiligen Leidenschaften auszeichnen, aber in diesem Szenario war das ein völliges Fiasko. Bis zum Schluss hat sich für mich nicht der Sinn hinter Walters großem Plan erschlossen, der beinhaltet, dass Kate ihrem Schicksal überlassen wird. Generell hätte etwas mehr Kommunikation schon viel geholfen!

Kate denkt in etwa so weit voraus wie eine Eintagsfliege. Schön und gut, dass sich ihre eigene Welt nur noch um ihren Sohn dreht, aber muss sie jedes Mal so überrascht sein, wenn ihr einfällt, dass sie mal wieder ihre große Liebe, Henry, nicht mit einkalkuliert hat? Generell ist Denken nicht wirklich ihre Stärke. Es gab so viele Situationen, die man anders hätte lösen können und es war pures Glück, dass Kronos ihre Spielchen so lange mitgemacht hat.

Zu Henry kann ich einfach gar nicht viel sagen. Im Grunde ist er ein sympathisches Kerlchen, aber man kriegt einfach keinen Draht zu ihm. Die Autorin hätte uns ruhig mal ein wenig Einblick in seinen Kopf geben können. Für mich ist sein Verhalten so unverständlich wie seine „Gefühle“. Leider verhält er sich nur selten so, als hätte er überhaupt welche.

Dementsprechend wenig nachvollziehbar ist für mich die Beziehung der beiden. Dabei habe ich am Anfang so mitgefiebert und ich gönne es ihnen ja auch, aber ich kann einfach absolut nicht mit ihnen fühlen.

Die Geschichte entspricht genau dem Spruch: gewollt und nicht gekonnt. Rückblickend sehe ich die große Idee, die die Autorin hatte, aber in der Umsetzung ist sie an so vielen Sachen gescheitert. Mal abgesehen von den leicht zu vergessenden Charakteren, wird die Zeit ziemlich interessant definiert. Während so viele Seiten lang eigentlich nichts passiert und sich die „Ereignisse“ in einer Endlosschleife zu wiederholen scheinen, werden die wenigen spannenden Stellen so überstürzt und ungenau abgehandelt, dass man sich im Nachhinein nur fragen kann: was war das denn? Jeder Schlüsselmoment ist ein Witz, wobei das kaum ein Wunder ist, denn selbst die allmächtigen Götter erscheinen in Carters Interpretation wie jämmerliche Witzfiguren. Die Hälfte der Handlungen war völlig sinnlos und jeder große Plan der reinste Flop. Die meiste Zeit über habe ich mich über irgendeine unlogische Stelle oder eine sinnlose Reaktion aufgeregt. So macht das Lesen doch keinen Spaß!

Fazit

Aimée Carters „Der Preis der Ewigkeit“ ist das enttäuschende Finale dieser witzlosen Trilogie. Selten habe ich erlebt, dass das Niveau einer Reihe so kontinuierlich sinkt. Flache Charaktere, Spannung, die sich im Sande verläuft, und eine Geschichte, die irgendwie so sinnlos erscheint. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder mich darüber aufregen soll. Definitiv keine Empfehlung! 1/5 Bücher!

Die Autorin

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©Onyonet Photo Studios

Aimée Carter hat ihren Abschluss an der Universität Michigan gemacht und schreibt leidenschaftlich gern spannende Geschichten. Die fünfteilige Animox-Serie ist ihr erstes Werk für Kinder.

Die Reihe

GODDESS TEST TRILOGIE

  1. Das göttliche Mädchen | The Goddess Test (Goddess Test #1) → MIRA Taschenbuch, Mai 2012
  2. Die vollkommene Kämpferin | The Goddess Hunt (Goddess Test #1.5)
  3. Die unsterbliche Braut | Goddess Interrupted (Goddess Test #2) → MIRA Taschenbuch, Okt. 2012

  1. Hades und das zwölfte Mädchen | The Goddess Legacy (Goddess Test #2.5)
  2. Der Preis der Ewigkeit | The Goddess Inheritance (Goddess Test #3) → MIRA Taschenbuch, Feb. 2014

Originalcover

The Goddess Inheritance

2 Gedanken zu „Goddess Test 03 – Der Preis der Ewigkeit von Aimée Carter

  1. Pingback: Goddess Test 01 - Das göttliche Mädchen von Aimée Carter - Die fantastische Bücherwelt

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