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[Rezension] Getrieben – Durch ewige Nacht von Veronica Rossi

© Oetinger
Autorin: Veronica Rossi
Dt. Erstausgabe: 05/2013
Verlag: Oetinger
Format: Hardcover
Seitenzahl: 432
ISBN-10: 3789146218
ISBN-13: 978-3789146213
Preis: 17,95 €
Die Leseprobe findet Ihr hier.

Arias Kampf gegen Stürme, die Leben und Liebe bedrohen. Endlich haben Aria und Perry seinen Stamm erreicht. Doch seine Leute trauen Aria nicht. Um den Anfeindungen zu entfliehen, macht sie sich gemeinsam mit Roar auf die Suche nach der Blauen Stille, dem Ort, an dem alle Ätherstürme ruhen und der auch Perrys Stamm retten kann. Während ihrer Abwesenheit taucht Kirra, die Anführerin eines befreundeten Stammes auf. Wird Perry ihren Annäherungsversuchen widerstehen?

Meine Meinung

Getrieben – Durch ewige Nacht“ von Veronica Rossi ist eine tolle Fortsetzung, die ihrem Vorgänger mehr als gerecht wird.

Die Geschichte knüpft nahtlos an das Ende von Gebannt – Unter fremdem Himmel an. Genauer gesagt, erleben wir das letzte Kapitel von Band 1 noch einmal als erstes Kapitel – dieses Mal aber aus Perrys Sicht. Ein ziemlich geschickter Schachzug, der eine gute Hilfe nach einem knappen Jahr Lesepause darstellt. Selbst ich fand es genial, auch wenn ich die Trilogie am Stück gelesen habe und somit keine Gedächtnisstütze brauchte.

Auch am Schreibstil gibt es weiterhin nichts zu Rütteln. In Kombination mit relativ kurzen Kapiteln hält dieser den Leser ordentlich auf Trab, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Dabei wird ein weiteres Mal eine so dichte Atmosphäre kreiert, das man förmlich in der Geschichte versinkt. In gewohnter Weise wird die Geschichte im personalem Erzählstil aus der Sicht von Aria und Perry erzählt.

Die Charaktere konnten mich ja schon im ersten Band überzeugen, aber die Entwicklung, die diese hier durchlaufen, ist einfach nur bewundernswert. Außerdem durfte man einige neue Figuren kennenlernen und anderen wurde endlich mehr Zeit gewidmet.

Aria hat herausgefunden, dass sie nicht das Mädchen ist, das sie zu sein glaubte. Sie ist nicht nur zur Hälfte eine Außenweltlerin / Barbarin, sie hat auch noch ein paar ganz besondere Gene geerbt, die sie zu einer Horcherin machen. Mal ganz abgesehen von dem, was ihr alles widerfahren ist, seitdem sie die Biosphäre verlassen musste, ist das schon viel zu verdauen. Doch Aria lässt sich nicht unterkriegen! Stattdessen scheint sie aus allem nur mehr Stärke zu gewinnen.

Perry hat ganz eigene Probleme. Er muss sich nicht nur immer wieder von dem Mädchen, das er liebt, trennen, sondern hat jetzt auch noch einen Clan zu führen, der mehr von ihm fordert als er erwartet hätte. Jede Handlung, jede Entscheidung scheint eine Prüfung zu sein, die gar nicht so leicht zu bestehen ist. Das Problem ist, dass er weiß, was er will, aber weiß er auch, was das Beste für das Allgemeinwohl ist?

Generell hatte ich das Gefühl, dass der zweite Band das Ziel verfolgte, unsere liebgewonnen Protagonisten leiden zu lassen. Die Autorin hat ihnen wirklich einen Stein nach dem Nächsten in den Weg geworfen und schreckte auch nicht davor zurück, jemanden sterben zu lassen. Und auch wenn das jetzt hart klingen mag, waren es gerade diese Aspekte, die dieses Buch zu so einem Highlight machen.

Rossi hat eine dystopische-, fast mehr schon endzeitliche Welt geschaffen, in der sie eine gefühlvolle Liebesgeschichte platziert. Das ist natürlich nichts Ungewöhnliches, aber sie schafft das, was vielen Autoren misslingt: sie verliert die Realität nicht aus den Augen. Und diese besagt, dass Revolten, Kriege oder Weltuntergänge nun mal keine Rücksicht auf ein noch so süßes Liebespaar nehmen. So ist es nur logisch, dass sie schwere Entscheidungen treffen und sich dafür dann auch mal trennen müssen. Doch der Ton macht die Musik sozusagen und so ist es ihre Entschlossenheit, ihr Durchsetzungsvermögen und das fehlende Zögern, das diese Geschichte zu etwas ganz Besonderem macht.

Fazit

Veronica Rossis „Getrieben – Durch ewige Nacht“ konnte mich genauso begeistern wie sein Vorgänger. Vielleicht war ich sogar noch etwas mehr gefesselt, denn die Autorin schreckte fast vor Nichts zurück. Ihre Charaktere müssen ganz schön leiden, aber sie wachsen auch an all den Prüfungen, denen sie unterzogen werden, und das hat die Autorin wirklich perfekt rübergebracht. Dies ist ein zweiter Band, wie er sein sollte: kein Lückenfüller, sondern einfach eine spannende Fortsetzung. 5/5 Bücher!

Die Autorin

© Sherman Chu
Veronica Rossi, in Rio de Janeiro/Brasilien geboren, zog in ihrer Kindheit oft um und lebte in Mexiko, Venezuela, an der Ostküste der USA und schließlich in Kalifornien. Hier besuchte sie die Universität und studierte Schöne Künste am Californian College of the Arts in San Francisco. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Norden Kaliforniens und arbeitet als freie Autorin. Sie schreibt vor allem futuristische Romane für junge Erwachsene. Erste Ehren erwarb sie mit bisher unveröffentlichten Manuskripten auf amerikanischen Autoren-Wettbewerben, wo sie in der Kategorie Fantasy und Science Fiction auf den vordersten Plätzen rangierte. Die erfolgreiche „Aria und Perry“-Trilogie, eine Liebesgeschichte in postapokalyptischen Zeiten, ist ihre erste Buchveröffentlichung. 

Die Reihe

Aria & Perry Trilogie / Under the Neversky Trilogy

  1. ??? / Roar and Liv (Under the Neversky #0.5)
  2. Gebannt – Unter fremdem Himmel / Under the Neversky (Under the Neversky #1)
  3. Getrieben – Durch ewige Nacht / Through the Evernight (Under the Neversky #2)
  4. ??? / Brooke (Under the Neversky #2.5)
  5. Geborgen – In unendlicher Weite / Into the Still Blue (Under the Neversky #3)

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Originalcover

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