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[Rezension] Feuer & Glas 02 – Die Verschwörung von Brigitte Riebe

© Heyne Verlag
Autorin: Brigitte Riebe
Dt. Reihentitel: Feuer & Glas
Dt. Titel: Die Verschwörung
Dt. Erstausgabe: 04/2014
Verlag: Heyne fliegt
Format: Hardcover
Seitenzahl: 384
ISBN-10: 3453267397
ISBN-13: 978-3453267398
Preis: 16,99 €
Die Leseprobe findet Ihr hier.
Konstantinopel im Jahr 1509: Milla, das Mädchen, das über die Kräfte des Feuers gebietet, und Luca, der Junge, dessen Familie zu den Wasserleuten gehört, suchen in der sagenumwobenen Stadt am Bosporus Millas Vater Leandro. Doch als sie ihn endlich finden, kann er sich an nichts erinnern. Nicht an sein früheres Leben und nicht an Milla. Milla ahnt, dass sie selbst und ihre Liebe zu Luca in höchster Gefahr sind, wenn es ihr nicht gelingt, das dunkle Geheimnis um Leandro zu lüften…

In der uralten Lagunenstadt Venedig sind sie sich das erste Mal begegnet: die sechzehnjährige Milla, die von den Feuerleuten abstammt, und Luca aus dem Geschlecht der Wasserleute. Ihre Liebe zueinander ist seitdem nicht erloschen. Als Milla nach Konstantinopel aufbricht, um ihren Vater Leandro zu suchen, begleitet Luca sie. Über Leandros Leben und Verschwinden liegt ein dunkles Geheimnis, das Milla nun endlich ergründen will. Die so lange herbeigesehnte Begegnung mit ihrem Vater verläuft jedoch anders als erwartet: Leandro scheint sich an nichts aus seiner Vergangenheit zu erinnern, auch nicht an Milla. Während das Feuermädchen verzweifelt herauszufinden versucht, was ihrem Vater das Gedächtnis geraubt hat, wird die Stadt von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert. Fast zu spät wird Milla und Luca klar, dass nur der Bund aus Feuer und Wasser die Stadt am Bosporus retten kann. Ausgerechnet in der Stunde der höchsten Not wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt, denn der gut aussehende Baumeister des Sultans scheint alles daranzusetzen, Millas Herz zu gewinnen…

Inhalt

Milla und ihre Freunde haben die beschwerliche Reise nach Konstantinopel bewältigt mit der vagen Hoffnung, ihren Vater zu finden. So komfortabel das Leben in Nikos‘ Haus auch ist, strapaziert die Warterei doch ganz schön Millas Geduld. Kurzerhand begibt sie sich selbst auf die Suche und bringt damit sich und die anderen in größte Gefahr. Immerhin wird das Risiko belohnt: mitten im Palast findet sie ihren Vater, aber er kann sich an nichts mehr erinnern – nicht mal an seine eigene Tochter…

Eigene Meinung

Feuer & Glas – Die Verschwörung“ von Brigitte Riebe ist ein netter Abschluss, der allerdings an einigen Stellen schwächelt und zu viele lose Fäden hat.

Der Schreibstil liest sich gewohnt flüssig, ist aber viel zu stetig für die vielen Erzählperspektiven. Da der Wechsel dazwischen nicht einmal gekennzeichnet ist, war ich mehr als einmal verwirrt, wenn von einer Seite auf die anderen plötzlich ein kompletter Szenenwechsel stattfand. Die Beschreibungen sind zwar auch dieses Mal sehr bildhaft, aber sie schaffen es leider nicht diese tolle Atmosphäre zu kreieren, die den ersten Band ausgemacht hat. Erzählt wird die Geschichte jeweils im personalen Erzählstil.

Die Charaktere entwickeln sich nicht wirklich weiter, abgesehen von Milla, die ein paar neue Fähigkeiten dazu gewinnt.

Millas Tante Ysa wird schmerzlich vermisst, vor allem in ihrer Funktion als Schlichterin.

Die Rolle von Savinia, Millas Mutter, hat sich mir ehrlich gesagt nicht ganz erschlossen. Sie ist zwar Teil der Geschichte, aber trägt absolut nichts dazu bei. Abgesehen von Streitereien mit ihrer Tochter.

Alisar ist noch die gleiche Zicke wie zuvor, nur dass dieses Mal erwartet wird, dass man sie mag. Eine seltsame Kombination, die mir nicht wirklich gefallen hat.

Marco leidet unter seiner Gefangenschaft. Während der Admiral versucht, ihn zu brechen, durchlebt er einen Moment der Schwäche, indem er tatsächlich an seinen Freunden und den zarten Gefühlen für Alisar zweifelt. Leider sind beim ersten Wiedersehen all seine Zweifel und seltsamerweise auch seine Gefühle für Letztere verflogen.

Nikos ist ganz der Alte. Ein reicher Sammler (Menschen bevorzugt), der eine hilfreiche Vaterfigur darstellt.

Luca hätte eindeutig mehr Abschnitte verdient gehabt. Für mich war er so unnahbar wie am Anfang, sodass ich nahezu erschrocken war, wenn er seine Gefühle für Milla ausgelebt hat.

Milla hat leider nicht wirklich dazu gelernt. Auch wenn ihre Impulsivität genau wie das Feuer zu ihr gehört, hätte man auf viele ihrer unbedachten Aktionen gut verzichten können. Das Spannendste, das sie zu bieten hat, ist ihr neuestes Talent zu heilen – allerdings ist das mehr Mittel zum Zweck als eine ausgearbeitete Idee. Nichtsdestotrotz ist sie immer noch so sympathisch, dass man sie einfach gern haben muss.

Die interessanteste Figur ist mit Abstand Enya. Sie ist mysteriös und so hilfsbereit und engagiert, dass man sie einfach lieben muss. Neben Ganesh ist sie auch die Einzige, die tatsächlich hilfreich ist und gute Ideen hat. Schade, dass man nicht mehr über ihre Hintergründe erfährt.

Ganesh ist so ein süßer Schatz, der mich immer wieder zum Lächeln brachte. Er war das Licht am Ende des Tunnels und jedes Mal aufs Neue die Rettung für seine Freunde.

Die Geschichte knüpft relativ nahtlos an den Vorgänger an und erstaunlicherweise fiel mir der Einstieg gar nicht schwer. Dementsprechend schnell hatte ich auch in etwa die Hälfte gelesen bis dann die Handlung stagnierte und nur schwerlich vorwärts kam. Dabei beinhaltete auch der zweite Band so viele gute Ideen und Ansätze, die nur leider so gut wie nie weiter ausgearbeitet wurden. So war schnell klar, dass sich im „großen“ Finale einiges zusammenhäufen wird, von dem nur wenig nicht vorhersehbar war. Viel mehr geärgert hat mich allerdings das Unvermögen beziehungsweise die fehlende Bereitschaft der Protagonisten, sich durchzusetzen. Milla wurde zum Spielball des Padischars und seines Sohnes, obwohl sie doch ihr Feuer hätte, mit dem sie mehr als einmal hätte fliehen können. Jugendbuch schön und gut, aber wenn man seine Figuren mit Fähigkeiten ausstattet, sollten sie diese auch nutzen – und zwar nicht nur für Showeinlagen und Taschenspielertricks.

Die Liebesgeschichte war überraschend unwichtig, was für mich eine der wenigen positiven Überraschungen war. Kein großes Drama und keine Dreiecksgeschichte – was für eine schöne Abwechslung!

Fazit

Brigitte Riebes „Feuer & Glas – Die Verschwörung“ ist eine sehr ruhige Fortsetzung, die ein schönes rundes Ende darstellt, aber doch einige lose Fäden hat. Die Charaktere sind noch ganz die Alten, dafür darf man einige neue, interessante Persönlichkeiten kennenlernen. Die Geschichte ist durchaus lesenswert, Spannung kommt allerdings kaum auf. Vor allem aber musste ich die tolle Atmosphäre vermissen, die uns das historische Venedig im ersten Band beschert hatte. Wer den ersten Teil mochte, sollte sich auch diese Fortsetzung nicht entgehen lassen, aber für mich reicht es dieses Mal leider nur für gute 3/5 Bücher.

Die Autorin

© Schelke Umbach
Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Zu ihren bekanntestenhistorischen Romanen zählen „Pforten der Nacht“, die beiden erfolgreichen Jakobsweg-Romane „Straße der Sterne“ und „Die sieben Monde des Jakobus“ sowie „Die Braut von Assisi“ über das Leben des heiligen Franziskus. Und neu im Diana Verlag: „Die Pestmagd“ über das verheerende Peststerben in Köln um 1540 und „Die geheime Braut“, ein Roman der die spannende Schöpfungsgeschichte der drei weltberühmten Grazien vonLucas Cranach erzählt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

Die Reihe

Feuer & Glas Dilogie
  1. Der Pakt
  2. Die Verschwörung

Mein Dank geht an…

…den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

2 Gedanken zu „[Rezension] Feuer & Glas 02 – Die Verschwörung von Brigitte Riebe

  1. Wonder_

    Ich mag die Stimmung in den Büchern total, aber es bleibt einfach immer sooo viel offen :-/ Ich würde mir so sehr mehr Hintergrundinfos wünschen.

    Antworten
  2. Pingback: [Rezension] Feuer und Glas 01 - Der Pakt von Brigitte Riebe - Die fantastische Bücherwelt

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