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[Rezension] Ewiglich 01 – Die Sehnsucht von Brodi Ashton

© Oetinger
Autorin: Brodi Ashton
Originaltitel: Everneath (Everneath #1)
Dt. Reihentitel: Ewiglich
Dt. Titel: Die Sehnsucht
Dt. Erstausgabe: 01/2012
Verlag: Oetinger
Format: Hardcover
Seitenzahl: 320
ISBN-10: 3789130400
ISBN-13: 978-3789130403
Preis: 17,95 €
Wenn die Unsterblichen das größte Opfer verlangen… Jack ist Nikkis große Liebe. Eine Liebe, die sie durch die Finsternis der Unterwelt getragen hat. Endlich, nach hundert Jahren der Sehnsucht, kehrt Nikki zurück. Doch ihr bleibt nur ein halbes Jahr … Ihre Freunde und ihr Vater glauben, dass sie einfach abgehauen war, doch in Wirklichkeit hat der Rockmusiker Cole sie mit in die Unterwelt genommen. Cole ist ein Unsterblicher, der sich von den Gefühlen der Menschen ernährt Nur Nikkis Liebe zu Jack hat sie davor bewahrt zu sterben und ihr ermöglicht, auf die Erde zurückzukehren. Cole, mit dem sie ein seltsam enges Band verbindet, bedrängt sie, mit ihm gemeinsam in der Unterwelt zu herrschen. Doch Jack, der Nikki niemals wieder verlieren möchte, riskiert alles für sie …

Eigene Meinung

Ewiglich – Die Sehnsucht“ von Brodi Ashton ist ein schönes Jugendbuch, dem es leider an Spannung mangelt.
Der Einstieg ist sehr verwirrend, was der Schreibstil nicht gerade lindert. Das Buch beginnt mit einem Abschnitt über das Ewigseits, gefolgt von einem Prolog – beides dazu angetan, die Neugier anzufachen. Es gibt zwei Zeitebenen: vor Nikkis Reise ins Ewigseits und die Zeit danach. Zur Differenzierung gibt es als Kapitelüberschrift immer eine genaue Zeit- und Ortsangabe – Letzteres empfand zumindest ich als absolut überflüssig. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive.
Die Charaktere sind bei diesem Buch so eine Sache: im Grunde mochte ich nur den Antagonisten.
Nikki wäre prinzipiell keine schlechte Protagonistin. Sie ist bodenständig, sympathisch – das klassische Mädchen von Nebenan. Sie ist allerdings auch weinerlich, neigt zu Depressionen und weigert sich, sich mit ihren Gefühlen auseinander zu setzen. Sie handelt mit den besten Absichten und merkt dabei gar nicht, wie egoistisch sie sich im Grunde verhält. Sie bekommt das, was sich viele Menschen wünschen würden: eine zweite Chance – und nutzt sie nicht! Allein aus diesem Grund konnte ich mich nur schwer mit ihr anfreunden.
Jack ist der Star der Highschool und ein Frauenheld – bis er bemerkt, dass Nikki für ihn mehr als eine Freundin ist. Ab da ist er der perfekte Freund und schlicht und ergreifend der Sympathieträger des Buches, was ihn dummerweise für mich absolut uninteressant gemacht hat. Er hatte keine Ecken und Kanten, sagt immer das Richtige, verhält sich fehlerlos und und und…tut mir Leid, aber das war einfach „too good to be true“. Da kann man fast von Glück sagen, dass ebenso eine Heulsuse wie Nikki ist. Die beiden passen wirklich gut zusammen!
Cole ist mein Held. Er ist so ein Mistkerl, dass es fast schon wieder süß war. Er lebt schon so lange, dass von seiner Menschlichkeit nicht mehr viel übrig geblieben ist und das weiß die Autorin sogar zu verkaufen. Er macht keinen Hehl daraus, dass er Nikki nur für seine eigenen Zwecke benutzen will – dumm nur, dass es so aussieht, als würden ihm da doch ein paar Emotionen in die Quere kommen. Hätte die Autorin sich bei dieser Figur nicht so viel Mühe gegeben, wäre auch er wieder das totale Klischee, aber bei ihm kommt das Ganze absolut authentisch rüber. In den Szenen, in denen er vorkommt, hat mich auch immer nur Nikkis Dummheit aufgeregt und nicht seine zum Teil echt miesen Tricks. Ich finde, das sagt schon genug aus, oder?
Die Geschichte ist schön und auch mal anders, aber es passiert einfach nichts. Erst zum Ende kommt ein wenig Spannung auf und an dem Punkt habe ich Nikki im Grunde alles Schlechte gegönnt, denn ganz ehrlich? Sie war es absolut selbst Schuld. Anstatt die 6 Monate zu nutzen, die ihr geschenkt wurden, lässt sie sich hängen. Natürlich ist die Vorstellung, in den Tunneln zu enden, furchtbar, aber was hat sie denn schon groß dagegen unternommen? Sie macht sich keine Gedanken darüber, dass ihre Familie und ihre Freunde wieder den gleichen Schmerz durchlaufen werden, wenn die Tunnel sie holen kommen, aber natürlich ist sie aus reinster Nächstenliebe zurückgekommen. Mal ernsthaft, wer kauft ihr das denn ab? Für mich agierte dieses Mädchen aus reinstem Egoismus. Sie war zu feige, sich mit einem Problem auseinander zu setzen und dann dumm genug, einen Pakt mit dem Teufel einzugehen. Selbst Schuld. Wenn Jack wirklich ihre große Liebe ist, frage ich mich, warum sie sich lieber in die Arme eines anderen flüchtet, anstatt ihm wenigstens die Chance zu geben, eine missverstandene Situation zu erklären. Ich hasse so dummes weibliches Handeln und kann das absolut nicht nachvollziehen.
Dabei hätte auch dieser erste Band schon so viel spannender sein können. Die Art und Weise wie die Autorin die griechische Mythologie neu interpretiert, war wirklich interessant, auch wenn ich mir schon ein paar mehr Antworten gewünscht hätte. Da dies aber ein Trilogieauftakt ist, kann man ja davon ausgehen, dass man noch genug Informationen in den Folgebänden kriegen wird. Trotzdem hätte das Ganze nicht so zäh ablaufen müssen und das finde ich einfach nur schade. So war ich im Grunde nur gelangweilt oder genervt. Das Buch endet natürlich mit einem fiesen Cliffhanger, der auch mich neugierig macht, aber eigentlich hat mich auch das nur aufgeregt.

Fazit

Brodi Ashtons „Ewiglich – Die Sehnsucht“ ist bestimmt kein schlechtes Jugendbuch und auch kein schlechter Reihenauftakt, aber es ist viel langweiliger als es hätte sein müssen. Im Grunde mochte ich nur den Antagonisten und ich hätte mir viel mehr von allem anderen gewünscht. Mehr Mythologie, mehr Antworten, mehr Action. Vor allem aber hätte ich mir eine Protagonistin gewünscht, die weniger dumm und weniger egoistisch gewesen wäre. So hatte ich leider absolut kein Mitleid mehr. Trotzdem macht das Buch Lust auf die Fortsetzung, weswegen es noch knappe 3/5 Bücher geworden sind.

Die Autorin

© Opiefoto
Brodi Ashton studierte Journalismus an der Universität Utah und erwarb einen Master im Fach Internationale Beziehungen an der London School of Economics. Sie ist Mutter von zwei Söhnen, lebt mit ihrer Familie in Utah und erzählt über sich, ihr Leben und das Abenteuer, Autorin zu sein, in ihrem Blog brodiashton.blogspot.com.

Die Trilogie Ewiglich ist ihre erste Buchveröffentlichung für junge Erwachsene, Ewiglich.Die Sehnsucht der erste Teil davon. Die Geschichte ist von der griechischen Mythologie um Persephone, Tochter des Zeus und der Demeter, inspiriert, jedoch in einer modernen Highschool angesiedelt.

Die Reihe

Ewiglich Trilogie

  1. Die Sehnsucht / Everneath (Everneath #1)
  2. ??? / Neverfall (Everneath #1.5)
  3. Die Hoffnung / Everbound (Everneath #2)
  4. Die Liebe / Evertrue (Everneath #3)

Originalcover

2 Gedanken zu „[Rezension] Ewiglich 01 – Die Sehnsucht von Brodi Ashton

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