[Rezension] Dustlands 01 – Die Entführung von Moira Young

Autorin: Moira Young
Übersetzerin: Alice Jakubeit
Dt. Reihentitel: Dustlands
Dt. Titel: Die Entführung
Band: 1/3
Verlag: Fischer FJB
Altersempfehlung: 14 – 15 Jahre
Format: Hardcover
Seitenzahl: 464
ISBN-10: 3841421423
ISBN-13: 978-3841421425
Preis: 16,99 €


»Sie nennen mich den Todesengel. Weil ich noch nie einen Kampf verloren habe.« Sabas Zwillingsbruder wird von Soldaten verschleppt. Sie schwört, ihn zu finden und zu befreien. Mit dem Mut der Verzweiflung macht sie sich auf einen Weg voller Gefahren, Gewalt und Verrat. Sie kann niemandem vertrauen – auch nicht dem Mann, der ihr das Leben rettet. 

Inhalt

Saba und Lugh sind Zwillinge, geboren an Mittsommer. Für die beiden ist das eine Selbstverständlichkeit – umso überraschter sind sie, als eines Tages Männer in Schwarz ihren Vater umbringen und Lugh entführen. Saba sinnt nach Rache und schwört, dass sie ihren Bruder befreien wird. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Emmi begibt sie sich auf die gefahrvolle Reise und muss erkennen, dass sie nicht im Mindesten auf die Außenwelt vorbereitet war…

Die Protagonistin

Saba ist 17 Jahre alt. Im Gegensatz zu ihrem blonden und blauäugigen Zwillingsbruder, hat sie schwarze Haare und Augen. Sie selbst bezeichnet als etwas Dunkles, das immer hinter ihrem Bruder stehen wird. Als Zeichen dafür, dass sie an Mittsommer geboren sind, tragen sie eine spezielle Mondtattowierung im Gesicht. Saba ist stark und stur. Die Liebe zu ihrem Bruder könnte stärker nicht sein und motiviert sie in jeder Lebenslage. Allerdings bringt sie Saba auch dazu, ihre kleine Schwester als Störfaktor zu betrachten. Man könnte auch einfach sagen, dass sie keinerlei familiäre Bindung zu Emmi empfindet und sie ihr völlig gleichgültig gegenüber steht. Im Laufe der Geschichte legt sie eine Härte und Angriffslust an den Tag, die so ziemlich alles überstehen lässt. Generell erweckt sie den Eindruck, undankbar und aggressiv zu sein.

Meine Meinung

Der Auftakt zu Dustlands Trilogie von Moira Young ist ein schwieriges Buch.
Der Schreibstil war für mich der reinste Albtraum. Im gesamten Roman wurde auf Anführungszeichen verzichtet, sodass oftmals nicht klar, ob der Erzähler spricht, die Charaktere denken oder doch reden. Auch wenn man sich nach einer Weile dran gewöhnt, war es schlicht nicht angenehm zu lesen. Außerdem wurden Verben meist abgekürzt, zum Beispiel: „Ich würd“, „ich wüsst“ etc.
Meiner Meinung nach war auch das sehr nervig. Allgemein wurde die Geschichte aus Sabas Sicht erzählt, wodurch die Perspektive in dem Fall höchst eingeschränkt war, weil es der Protagonistin an Bildung mangelte und sie durch die abgeschiedene Lebensweise recht weltfremd war.
Die Charaktere passen zum Buch – sie sind schwierig und wecken ebenfalls ambivalente Gefühle in mir. Saba ist einfach nur unsympathisch, auch wenn sie oft nur missverstanden wird. Die Entwicklung, die sie durchläuft ist detailliert und realistisch geschildert, allerdings macht es das dem Leser nicht leichter, sich mit ihr anzufreunden. Die meisten anderen Charaktere sind ebenfalls verquer, werden meist nur oberflächlich angeschnitten oder sind ebenso unsympathisch wie Saba. Die ziemlich kranken Familienverhältnisse möchte ich eigentlich gar nicht zur Sprache bringen.
Die Geschichte an sich ist nicht schlecht. Sie überzeugt durch Komplexität und Individualität, außerdem hebt sie sich in dem Fall gerade durch die unsympathischen Charaktere von den 0-8-15 Dystopien ab. An Spannung mangelt es nun auch nicht und die Kampfszenen sind weder zu detailliert, noch zu harmlos.
Verwirrend war allerdings, dass man gar nicht so recht einschätzen konnte, in welcher Zeit das spielen soll. Im Gegensatz zu anderen Dystopien wurde auch nicht darauf eingegangen, warum die Gesellschaft sich so zurückentwickelt hat. Auf Grund mangelnder Andeutungen vermute ich auch mal, dass in den Folgebänden gleichfalls darauf verzichtet wird.
Der Roman ist größtenteils in sich abgeschlossen und verzichtet auf den beliebten Cliffhanger. Ich kann nur spekulieren, was uns noch erwarten wird, aber genau genommen habe ich keine Ahnung wie es weitergehen soll.
Das auf den ersten Blick so unscheinbare Cover überrascht mit feinen Details, die dazu einladen, doch noch mal einen zweiten Blick zu riskieren. Es passt ideal zu der Handlung und kann mich vollends überzeugen.

Fazit

Moira Youngs „Dustlands – Die Entführung“ ist ein durchwachsener Roman, der polarisiert. Die Geschichte ist originell und spannend, der Schreibstil so fürchterlich, dass man sich durchkämpfen muss und die Charaktere sind zwar passend, aber schlicht unsympathisch.
Wenn man sich darauf einlässt, wird einem einiges geboten, aber Lesespaß garantieren kann ich leider nicht.

Die Autorin

Moira Young, geboren und aufgewachsen in British Columbia im Westen Kanadas, trat als Schauspielerin und Opernsängerin in Kanada und Europa auf. Heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in Bath, England. Ihre DUSTLANDS-Trilogie erschien in zahlreichen Ländern und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Die Reihe

Dustlands-Trilogie

  1. Die Entführung / Blood Red Road (Dust Lands #1)
  2. Der Herzstein / Rebel Heart (Dust Lands #2)
  3. Der Blutmond / Raging Star (Dust Lands #3)

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Originalcover

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