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[Rezension] Die Überlebenden von Alexandra Bracken

Übersetzerin: Marie-Luise Bezzenberger
Originaltitel: The Darkest Minds (The Darkest Minds #1)
Dt. Titel: Die Überlebenden
Dt. Erstausgabe: 08/2014
Band: 1/3
Verlag: Goldmann
Format: Paperback
Seitenzahl: 544
ISBN-10: 3442479088
ISBN-13: 978-3442479085
Preis: 12,99 €
Ruby hat überlebt. Doch der Preis dafür war hoch. Sie hat alles verloren: Freunde, Familie, ihr ganzes Leben. Weil sie das Virus überlebt hat. Weil sie nun eine Fähigkeit besitzt, die sie zur Bedrohung werden lässt, zu einer Gefahr für die Menschheit. Denn sie kann die Gedanken anderer beeinflussen. Deshalb wurde sie in ein Lager gebracht mit vielen anderen Überlebenden. Deshalb soll sie getötet werden. Aber Ruby hat nicht überlebt, um zu sterben. Sie wird kämpfen, schließlich hat sie nichts zu verlieren. Noch nicht …

Meine Meinung

Die Überlebenden“ von Alexandra Bracken ist ein grandioser Reihenauftakt, der mich von der ersten Seite an nicht nur gefesselt, sondern sehr berührt hat.

Der Einstieg gelang mir völlig problemos. Von Anfang an war ich gefangen und von der schonungslosen Brutalität, die den Kindern gegenüber angewendet wird, erschüttert. In anderen Rezensionen habe ich von anfänglicher Verwirrung gelesen, mit der ich absolut kein Problem hatte. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich mit offenen Fragen zu kämpfen hatte, aber ich bin da wohl auch etwas genügsamer. Nichtsdestotrotz habe ich auch nach Beenden des Buches nicht das Gefühl, zu wenig Informationen erhalten zu haben. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Ruby erzählt.

Die Charaktere sind einzigartig und authentisch. Sie haben sich mit einer unglaublichen Leichtigkeit in mein Herz geschlichen, wodurch viele Szenen noch emotionaler wurden.

Ruby hat das Potenzial zu einer außergewöhnlichen Heldin. Schon in diesem ersten Band weiß sie von sich zu überzeugen – nichtsdestotrotz ist es ein weiter Weg vom traumatisiertem Kind zur selbstbewussten Kämpferin. Diese Entwicklung gefiel mir ausgesprochen gut und war auch vollkommen nachvollziehbar – allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass diese noch lange nicht abgeschlossen ist.

Ich könnte jetzt noch lang und breit von den tollen Charakteren schwärmen, mit denen man als Leser konfrontiert wird, aber ich finde, die sollte jeder selber kennenlernen. Erwähnenswert ist allerdings der überaus gelungene Antagonist. Er ist ein würdiger Gegner und ragt mit seiner Intelligenz, seiner Rafinesse und seiner Authenzität aus der Masser der feindlichen Parteien hervor. Endlich mal wieder ein Gegenspieler, der sich sehen lassen kann!

Die Geschichte ist nicht nur toll, sondern vor allem glaubhaft. Natürlich lässt sich darüber streiten, inwieweit die hier vorkommenden Psi-Kräfte authentisch sind, aber Bracken schafft es einfach, dass alles sehr real wirkt. Ihr Konzept scheint absolut logisch und ist meines Erachtens nach gut erklärt. Man kann sich selbstverständlich fragen, wie die Eltern so kaltschnäuzig sein können, dass sie ihre Kinder quasi fraglos abgeben. Oder warum die Menschen in Zeltstädten leben müssen, weil sie sich ihre Häuser nicht mehr leisten können – immerhin sollte man doch meinen, dass der Staat andere Probleme hat, wenn dieser selbst komplett pleite ist, die Börse zusammenbricht etc. 

Schon weniger verwunderlich war für mich, dass selbst die Organisationen, die sich angeblich der Rettung der Kinder verschreibt, diese letztlich nur selbst benutzen will. Wobei der akute Mangel an Mitgefühl schon wirklich erschreckend ist! Wie gesagt, hat mich Die Überlebenden von Anfang an berührt. Bracken schreckt nicht vor Gewalt bis zum Tod zurück und konnte mich mit ihrer schonungslosen Erzählweise immer wieder schockieren – und sogar zum Weinen bringen. Ich hatte wirklich schon lange nicht mehr so oft Tränen in den Augen beim Lesen!

Glücklicherweise gibt es auch schönere Momente, die wiederum auf ganz andere Weise berührern können. Desweiteren liefert sich das kleine Grüppchen tolle Wortgefechte, die den Leser auch mal zum Lachen bringen können. Generell zeichnet sich dieser Roman durch tolle Dialoge aus! Ich kann mich an keine „sinnlose“ Stelle erinnern.

Es gibt natürlich auch eine Liebesgeschichte, die aber absolut dezent ist. Die Gefühle entwickeln sich langsam und wirklich nachvollziehbar. Es wirkt an keiner Stelle aufgesetzt und ich hatte überhaupt nicht das Gefühl, dass die Autorin damit irgendein Kriterium erfüllen will. Die Lovestory nimmt an keiner Stelle Überhand und steht immer hinter dem Hauptgeschehen, was ich persönlich sehr wichtig finde.

Mit dem Cover kann ich prinzipiell nichts anfangen, obwohl es zumindest die düstere Stimmung wiederspiegeln, die dem Roman von der ersten bis zur letzten Seite anhaftet. Allerdings hat dieses Buch eine „sandige“ Oberfläche, die mir wirklich gut gefallen hat. Der Titel passt natürlich perfekt!

Fazit

Alexandra Brackens „Die Überlebenden“ konnte mich von Anfang bis Ende begeistern und berühren. Ich konnte diesen Roman einfach nicht aus der Hand legen und erlebte seit langem mal wieder eine richtige Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich habe gelacht und geweint, war schockiert und gerührt – da war einfach alles dabei! Die dezente Liebesgeschichte gliedert sich einwandfrei in das spannende Geschehen ein und die Charaktere haben mein Herz im Sturm erobert. Es gibt sogar einen wirklich interessanten Antagonisten, wie ich ihn lange vermissen musste. Für mich ein absolutes Highlight – 5/5 Bücher!

Buchtrailer

Die Autorin

Alexandra Bracken wuchs im US-Staat Arizona auf. Nach ihrem Studium am „College of William and Mary“ in Virginia zog es sie nach New York City, wo sie derzeit lebt und arbeitet. Ihren ersten Roman schrieb sie schon während des Studiums als Geschenk für eine Freundin. Die Liebe zu Büchern hat sie aber nicht nur dazu gebracht, selbst zu schreiben. Sie arbeitet außerdem bei einem großen amerikanischen Buchverlag und hat jederzeit eine Buchempfehlung parat.

Verfilmung – ja oder nein?

Twentieth Century Fox hat sich die Rechte gesichert und der Film ist für 2016 angesetzt. Shawn Levy wird als Producer genannt.

Die Reihe

Die Überlebenden Trilogie

  1. Die Überlebenden / The Darkest Minds (The Darkest Minds #1)
  2. ??? / In Time (The Darkest Minds #1.5)
  3. Furchtlose Liebe / Never Fade (The Darkest Minds #2)
  4. ??? / Sparks Rise (The Darkest Minds #2.5)
  5. Blut und Feuer / In the After Light (The Darkest Minds #3)
  6. ??? Beyond the Night (The Darkest Minds #3.5)
  7. ??? Through the Night (The Darkest Minds #1.5,#2.5,#3.5)


Prefer it in English?


Originalcover

22 Gedanken zu „[Rezension] Die Überlebenden von Alexandra Bracken

  1. BeaSwissgirl

    Halli hallo
    Das Buch steht zwar schon auf meiner Wunschliste trotzdem will ich noch so ein paar Meinungen abwarten…
    Obwohl die Geschichte eigentlich sehr ähnlich tönt wie viele andere auch haben mich jetzt vor allem zwei Dinge bei deiner Rezi angesprochen und zwar:
    Dezente Liebesgeschichte und einzigartige authentische Charaktere, damit kann die Autorin bei mir auf jeden Fall punkten!

    Vielen Dank also für die ansprechende Rezi!
    Liebe Grüsse Bea

    Antworten
    1. Rica

      Liebe Bea,

      an welche Bücher erinnert Dich der Inhalt denn konkret? 🙂 Vielleicht ist das ja dann auch was für mich 😀 Ich hoffe, Du entscheidest Dich für das Buch. Ich liebe es!

      Antworten
    1. Rica

      Oh ja, die Meinungen gehen hier wirklich auseinander. Bei vielen Rezis dachte ich mir: haben die ein anderes Buch gelesen? Aber Geschmäcker sind ja verschieden, auch wenn ich echt nicht weiß, warum alle so verwirrt sind 😀

      Antworten
  2. glitzerfee

    Das Buch klingt nach einem must read! Danke für deine tolle Rezension, die mich wirklich auf das Buch aufmerksam gemacht hat. denn ich habe zuvor noch nichts von dem Buch gehört. Ich glaube eine Liebesgeschichte braucht mittlerweile jedes Buch aber wenn es dezent ist, finde ich es vollkommen okay.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

    Antworten
    1. Rica

      Es freut mich, wenn ich Dir ein gutes Buch empfehlen konnte. Hoffentlich gefällt es Dir dann auch! 😀 Ja, die Lovestorys gehören irgendwie dazu, aber bei den meisten Jugendbüchern sind die doch recht nervig.

      Antworten
  3. Monika Schulze

    Wow, Du bist ja richtig begeistert von dem Buch. Bei mir steht es auch auf der Wunschliste, aber jetzt bin ich mir sicher, dass ich es unbedingt lesen muss 🙂 Danke für die tolle Rezi.

    Liebe Grüße,
    Moni

    Antworten
  4. Favola

    Ah, ich möchte das Buch nun noch mehr …. und jetzt, wo ich das Originalcover sehe, geht mir auch ein Licht auf …. das Buch habe ich doch schon früher auf Blogs gesehen 😉

    lg Favola

    Antworten
  5. BeaSwissgirl

    Halli hallo
    Also mehr so von den Fähigkeiten her erinnert mich das Buch an " The Gifted- Vergiss mein nicht"von Jennifer Lynn Barnes, die Geschichte selber ist dann aber so " Criminal Minds" mässig.
    Oder " Ein Herzschlag danach" von Sarah Alderson, allerdings steht da eine Liebesgeschichte im Vordergrund also sicher beides keine Dystopie- Bücher 😉
    Liebe Grüsse Bea

    Antworten
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