[Rezension] Die Prophezeiung der Seraphim von Mascha Vassena

© Heyne Verlag

Autorin: Mascha Vassena
Originaltitel: Die Prophezeiung der Seraphim
Dt. Erstausgabe: 10/2012
Verlag: Heyne
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 416
ISBN-10:
ISBN-13:
Preis: 14,99

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Paris im Jahr 1789: Frankreich schwebt in höchster
Gefahr. Der König ist schwach, und Hunger und Unzufriedenheit treiben
das Volk auf die Straßen. Doch hinter der Revolution steckt noch etwas
viel Gefährlicheres: Erzengel Cal, der Anführer der Seraphim, plant,
mithilfe Ludwigs XVI. die Menschen zu unterjochen. Cal aber hat nicht
mit der temperamentvollen Julie und ihrem Zwillingsbruder Ruben
gerechnet. Als seine verschollen geglaubten Kinder sind sie die
Einzigen, die ihn aufhalten können. Die Jagd auf die ungleichen
Geschwister beginnt …

Ihr fünfzehnter
Geburtstag sollte eigentlich der schönste Tag ihres Lebens werden, doch
dann steht Julie Lagardes Welt plötzlich kopf. Das temperamentvolle
Mädchen erfährt, dass sie von Pflegeeltern großgezogen wurde, dass sie
einen Zwillingsbruder namens Ruben hat und dass ihr leiblicher Vater
kein gewöhnlicher Mensch ist, sondern ein gefallener Engel, der noch
dazu ihre Mutter gefangen hält. Und Cal, der als Berater des Königs über
großen Einfluss verfügt, setzt alles daran, Julie und Ruben in seine
Gewalt zu bringen. Nur mit ihrer Hilfe kann er laut einer Prophezeiung
zu wahrer Macht über die Menschen gelangen. Ebenso sind die Zwillinge
die Einzigen, die seinen Untergang herbeiführen könnten. Als die Krieger
Cals Julie aufspüren, flieht sie zusammen mit Ruben, ihrem besten
Freund Fédéric und dem arroganten, aber gut aussehenden Grafensohn
Nicolas aus Paris. Julie ist entschlossen, Cal aufzuhalten und ihre
Mutter zu befreien. Ihr Weg führt nach Mont-Saint-Michel, dem Ort, an
dem sich Cal verborgen hält. Doch ihre Reise birgt zahlreiche Gefahren.
Und mehr als einmal muss Julie sich fragen, ob sie ihren Freunden
wirklich vertrauen kann? Und für wen ihr Herz schlägt – für Fédéric oder
Nicolas?

Inhalt

Julie lebt
zu Zeiten der französischen Revolution in Paris. Als sie in einen aufgeregten
Mob gerät, bricht ein blaues Licht aus ihr hervor und beruhigt die Menge.
Danach überschlagen sich die Ereignisse – sie findet heraus, dass sie eine
Seraph und somit unsterblich ist, dass sie einen Bruder hat und die beiden der
Schlüssel zur Allmacht der Seraphim sind. Nachdem grausamen Tod ihrer
Pflegeeltern bleibt ihnen nur die Flucht, aber Julie schwört Rache…

Charaktere

Julie hatte
ein glückliches und zufriedenes Leben – bis zu ihrem 15. Geburtstag. Danach
steht die Welt Kopf und sie muss beweisen, wie stark und tapfer sie wirklich
ist. Durch der konstanten testosterongeladenen Streitereien in ihrer Gruppe
wird sie gezwungen, die Führung zu übernehmen und den Jungs zu sagen, wo es
langgeht. Dabei bleibt ihr nicht viel Zeit zum Trauern, aber sie muss sowieso
erst an ihr Ziel gelangen, denn wenn Julie sich einmal etwas in den Kopf
gesetzt hat, zieht sie das auch durch.

Fédéric Guyot ist
von Kindesbeinen an Julies bester Freund, aber er will mehr. Er liebt sie so
sehr, dass er bereit wäre, für sie zu sterben. Auch er zeichnet sich durch
Sturheit, aber vor allem durch seine frechen Sprüche aus. Damit überspielt er
aber nur, dass er kein perfektes Leben hatte und sorgt dafür, dass
oberflächliche Betrachter ihn stets unterschätzen.

Nicolas
d’Ardevon
ist der Sohn von Seraphim, hat aber selbst keine magischen
Fähigkeiten abbekommen. Als Missgeburt war er für seine Mutter nichts wert und
das hat sie ihn jeden Tag spüren lassen. Als er Julie sieht wird ihm sofort
klar, dass er ihr helfen muss – nicht nur, um die Pläne seiner Mutter zu
vereiteln, sondern auch, weil er sich langsam aber sicher in Julie verliebt…

Ruben hatte
nicht so viel Glück wie seine Schwester. Anstatt bei einer Pflegefamilie
unterzukommen, wurde er einem Bauer anvertraut, der ihn zu seinem Leibeigenen
machte. So war sein Leben erfüllt von harter Arbeit, wenig Essen und vielen
Schmerzen. Nicolas’ Mutter war die erste Person, die je gut zu ihm war und so
kann sie ihn völlig um den Finger wickeln…warum sollte er dann auf das
apokalyptische Gerede seiner vermeintlichen Schwester hören?

Eigene
Meinung

Die
Prophezeihung der Seraphim
“ von Mascha Vassena konnte mich leider nicht
wirklich überzeugen.

Der
Schreibstil ist sehr angenehm, stellenweise aber etwas trocken, was vermutlich
an dem zeitgemäßen Sprachgebrauch lag. Authentizität ist für mich sehr wichtig,
aber ich denke, dass die vielen französischen Namen und Begriffe für den ein-
oder anderen doch ziemlich anstrengend sein können. Ein auktorialer Erzähler
schildert das Geschehen, wodurch es mir schwer fiel, einen Bezug zu den
Charakteren aufzubauen.

An sich
sind die Charaktere schon gut gelungen. Sie haben ihre guten und schlechten
Seiten, sind keinesfalls zu perfekt, verhalten sich in der Regel ihrem Alter
entsprechend…und doch sind viele Reaktionen vorhersehbar, unrealistisch und vor
allem nervig. Ich weiß, dass Ruben und Julie unterschiedlich aufgewachsen sind
und dass sich ihr Charakter dahingehend geformt hat, aber Ruben ist teilweise
einfach missraten. Er versaut immer wieder alles, ist schlicht für Nichts zu
gebrauchen. Die Kapitel, die sich um ihn drehten, waren für mich die reinste
Qual.

Natürlich
gab es auch hier eine Dreiecksgeschichte…und die war nervig! Mal küsst sie den
Einen, dann fummelt sie mit dem Anderen, sie will beide nicht verletzen, tut es
aber doch immer wieder…das Übliche eben. Bedenkt man das Alter war das ganze
Theater sowohl melodramatisch als auch lächerlich.

Die
Geschichte an sich ist ganz nett, letztlich aber der reinste Stilmix. Ein Hauch
griechische Mythologie, gemischt mit dem Christentum, garniert mit Symbolen
Agyptens. Ich hatte das Gefühl, Vassena hätte sich von allem das rausgepickt,
was sie mochte, und dann gut durchgeschüttelt. Irgendwann kam ich kaum noch
hinterher und wenn ich ehrlich bin, hat es mich auch gar nicht interessiert.
Ich wollte diesen Roman nur noch hinter mich bringen.

Der Schluss
hat dann das Fass zum Überlaufen gebracht. Ein offenes Ende – musst das
wirklich sein? Nachher bedeutet das noch, dass es eine Fortsetzung geben
wird…bitte nicht!

Fazit

Mascha
Vassenas „Die Prophezeihung der Seraphim“ mag vielleicht nicht das schlechteste
Buch sein, das ich je gelesen habe, aber gut war es nicht. Der Schreibstil ist
ganz angenehm, die Charaktere sind nicht schlecht…, aber nervig! Der Genremix
war verwirrend, die Dreiecksgeschichte ein Graus. Ich kann mir durchaus
vorstellen, dass es dem ein- oder anderen gefällt, aber mein Buch war es nicht.
Unzufriedene 2/5 Bücher.

Die Autorin

© Claudia Lommel
Mascha Vassena wurde 1970 in Mainz geboren und arbeitete nach dem
Studium als Journalistin und Kommunikationsdesignerin. Sie organisierte
Poetry Slams und war Mitherausgeberin eines Literaturmagazins. In den
letzten Jahren veröffentlichte sie zahlreiche Kurzgeschichten und
Erzählungen, bevor sie mit Die Prophezeiung der Seraphim ihren ersten Fantasy-Jugendroman schrieb. Die Autorin lebt heute in der Schweiz.

7 Gedanken zu „[Rezension] Die Prophezeiung der Seraphim von Mascha Vassena

  1. his + her books

    Oje, wie schade 🙁
    Ich war zu der Zeit gerade voll in dem historic-Fantasy drin, da hat es perfekt gepasst 🙁

    Und das Ende fand ich mit am besten :0

    Bald werden wir uns wieder einig sein (hoffe ich doch)

    lg
    Steffi

    Antworten
    1. Rica

      Na gut, dann hat das wirklich gepasst 🙂 ich hoffe doch, dass wir uns bald wieder einig sind! Immerhin lege ich großen Wert auf Deine Meinung 😀

      Antworten
    2. his + her books

      es hatte ja sonst IMMER gepasst – aber seit Hex Hall…

      Bei unseren Meinungsverschiedenheiten waren es vermutlich wirklich Bücher, bei denen es auf den Lesemoment ankommt. Bei mir Cassia und Ky, bei dir die Seraphim.

      Jetzt lesen wir dann wieder passend, okay? 🙂

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  2. Favola

    Hi Rica
    Wenn ich deine Rezi sehe, fühle ich mich in meinem Handeln wieder bestätigt . . . ich habe mir etwas voreilig dieses Buch ertauscht (habe es mit einem anderen verwechselt) und als es auf dem SuB lag merkte ich, dass ich das Buch gar nicht wirklich lesen wollte und habe es recht schnell wieder bei Tauschticket eingestellt . . .

    lG Favola

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  3. Julia Müller

    Guten Morgen 🙂
    deine Rezi hat mich jetzt noch stärker darin bestätigt, dass das Buch einfach nichts für mich ist.
    Nach Steffis Rezi war ich noch versucht es doch zu probieren. Aber deine Rezi hat einiges Angesprochen was mich auch öfters stört… Deswegen wird das Buch erstmal von der Wunschliste verbannt. Vielleicht begegnet es mir ja mal als ME und dann überleg ich mir das nochmal 😉
    Liebe Grüße
    Julia

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  4. Nadine Stumm

    Huhu 🙂

    bin dadurch, dass ich Rezis zu diesem Buch suche auf deinen Blog gestoßen und ich finde ihn wunderschön *-* Gleich mal leserin geworden 😀 Ich lese es gerade und bin aber bisher auf seite 50 hängengeblieben.. Nach steffis Rezi dachte ich noch vllt probierst du es nochmal aber ich denke nach deiner Rezi werde ich es doch abbrechen. Es langweilt mich einfach jetzt schon so, dass ich mich wahrscheindlich durch quälen müsste und das will ich nicht :/

    Ganz liebe Grüße
    Nadine <3

    buchesser.blogspot.de

    Antworten

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