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[Rezension] Die Diamantkrieger-Saga 01 – Damirs Schwur von Bettina Belitz

Die Autorin: Bettina Belitz
Dt. Reihentitel: Die Diamantkrieger-Saga
Dt. Titel: Damirs Schwur
Band: 1/3
Dt. Erstausgabe: 22.02.2016
Verlag: cbt
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Format: Hardcover
Seitenzahl: 448

ISBN-10: 3570164179
ISBN-13: 978-3570164174

Preis: 17,99 €
Die 17-jährige Sara hat ihre Seele an die Hydra verkauft – jene düstere Unterwelt, für die sie als Meisterdiebin arbeitet und wertvollen Diamantschmuck aus den Villen der Reichen stiehlt. Was mit den Diamanten geschieht, interessiert Sara nicht – bis der mysteriöse Damir in den Katakomben der Unterwelt auftaucht. Die beinah magische Anziehungskraft zwischen den beiden weckt in Sara übermenschliche Fähigkeiten, von denen sie bisher nichts ahnte. Die Fähigkeiten einer Diamantkriegerin. Ein gefährlicher Wandlungsprozess setzt ein, an dessen Ende Sara sich entscheiden muss, auf welcher Seite sie steht: auf der des Lichts oder des Schattens.

Meine Meinung

Damirs Schwur“ von Bettina Belitz ist der Auftakt ihrer Diamantkrieger-Saga – ein Buch, das so ganz anders ist als man erwarten würde und bestimmt nicht für Jedermann.

Bettina Belitz steht für Geschichten abseits der Norm. Ihre Fans lieben sie, doch viele andere meiden sie. Da ich mich selbst doch gut genug kenne, habe ich bislang auch einen Bogen um ihre Bücher gemacht. Sie haben mich jedes Mal gereizt, aber ich konnte nicht einschätzen, ob ich mit dieser besonderen Art, die niemand so recht zu beschreiben vermag, klar kommen würde. Bei „Damirs Schwur“ siegte dann allerdings doch die Neugierde.

Fantasy ist mein Metier und bei Reihen, die als „Saga“ oder „Chroniken“ betitelt werden, werde ich oft allein deswegen schwach. So auch bei der Diamantkrieger-Saga, die sowohl durch ihre Gestaltung als auch durch den Klappentext einfach zu verlockend klang. Wie so viele andere habe ich indes einen High Fantasy oder zumindest einen klassischen Urban Fantasy Roman erwartet – „Damirs Schwur“ verweigert sich jedoch jeglicher Zuordnung.

Die Geschichte spielt in unserer Welt, scheint unserer Zeit hingegen voraus zu sein. Letzteres erschließt sich aus den verschärften Abgründen zwischen den sozialen Klassen oder dem Umstand, dass Arztpraxen mit Securitypersonal ausgestattet sind. Der Ort des Geschehens wird nie namentlich genannt, nur grob umrissen, sodass viel der Fantasie überlassen wird.

Es ist eine düstere Welt, in die uns Belitz entführt. Krankheiten gehen um, das Trinkwasser ist verseucht. Gemeinsam mit Sara verbringt man viel Zeit im Untergrund, begegnet Junkies und Huren, zu denen Sara einen engeren Kontakt pflegt als zu ihren Klassenkameraden. Abhängigkeit und Kontrollverlust sind zentrale Themen – auch die Protagonistin schein in einer Abwärtsspirale gefangen zu sein. Ihr Leben ist geprägt von Hass und Gewalt. Sie musste schnell erwachsen werden, weil sich niemand um sie gekümmert hat und landete so selbst in den Abgründen der Unterwelt. Doch Sara ist anders. Ihre Sinne sind verschärft, ihr Gehirn scheint anders zu arbeiten als das Unsere.

Gerade dank Saras Andersartigkeit fing der Plot so stark an. Die ersten Kapitel überzeugten mich mit einer starken Prämisse und dem lesenswerten, einzigartigen Stil der Autorin. Nicht alles gefiel mir, vor allem nicht der Umstand, dass „die Unterwelt“ die meiste Zeit über nicht mehr als die Kanalisation darstellt, aber ich war doch positiv überrascht. So kam ich dann auch recht zügig voran, aber irgendwann verlief sich die Geschichte im Sand. Ich hatte das Gefühl, die Autorin habe sich in ihren Ideen verrannt und so wurde ich, ebenso wie Sara, mit Halb-Informationen auf der Meta-Ebene abgespeist. Der Eindruck, dass sich die Handlung im Grunde im Kreis dreht, wurde noch durch die repetitiven Gedankengänge der Hauptfigur verstärkt.

So entpuppt sich „Damirs Schwur“ als ein Buch, das kaum zu fassen ist. Viele Dinge haben mir wirklich gut gefallen, aber fast ebenso viele eben nicht. Im Grunde fing es für mich sehr gut an, wurde dann aber zusehends schwächer. Zu Anfang mochte ich die Protagonistin, am Ende ging sie mir auf die Nerven. Doch trotz all meiner Kritikpunkte überwiegt, wenn auch nur sehr knapp, der positive Eindruck. Es war eine angenehme Lektüre, die mir stellenweise richtig unter die Haut ging. Ich mag den Stil der Autorin und bin definitiv gespannt darauf, wie es weitergehen wird, bin mir aber darüber bewusst, dass es in beide Richtungen gehen kann. Entweder nimmt die Geschichte endlich an Fahrt auf oder es wird eine Vollkatastrophe. Herausfinden werde ich das jedoch nur, wenn ich am Ball bleibe.

Fazit

Bettina Belitz „Die Diamantkrieger-Saga – Damirs Schwur“ ist ein Reihenauftakt, der mich eiskalt erwischt hat. Es ist ganz anders als ich erwartet hatte und dabei in vielerlei Hinsicht sowohl besser als auch schlechter. Zusammengefasst hat mich der Plot zu Anfang mit seiner starken Prämisse überzeugt, verlief sich dann aber in wilden Verschwörungstheorien und Halb-Wahrheiten auf der Meta-Ebene. Der Unterhaltungswert sank dadurch jedoch kaum, auch mein Interesse ist noch nicht erloschen. Für mehr als 3/5 Sternen reicht es trotzdem nicht.

Die Autorin

Bettina Belitz wurde 1973 an einem sonnigen Spätsommertag in Heidelberg geboren. Schon als Kind fing sie damit an, eigene Geschichten zu schreiben. Nach ihrem Studium arbeitete Bettina Belitz zunächst als freie Journalistin und Texterin. Heute lebt sie umgeben von Pferden, Schafen, Katzen und Hühnern als freie Autorin in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald.

Die Reihe

Die Diamantkrieger-Saga

  1. Damirs Schwur
  2. — (erscheint im Herbst 2016)

3 Gedanken zu „[Rezension] Die Diamantkrieger-Saga 01 – Damirs Schwur von Bettina Belitz

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