1552764_10201208857372563_1675592057_png-2

[Rezension] Die Clans der Seeker 01 – Die Stunde des Fuchses von Arwen Elys Dayton

Übersetzerin: Sonja Häußler
Originaltitel: Seeker (Seeker #1)
Dt. Reihentitel: Die Clans der Seeker
Band: 1/2
Dt. Erstausgabe: 30.04.2015
Verlag: Arena
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre
Format: Hardcover
Seitenzahl: 472
ISBN-10: 3401069683
ISBN-13: 978-3401069685
Preis: 16,99 €


Eine epische Saga von Freundschaft, Macht, Verrat und wahrer Liebe. In der Nacht, in der Quin ihren Eid ablegt, wird sie endlich werden, was all ihre Vorfahren vor ihr waren. Ein Seeker. Eine ehrenvolle Kämpferin für die Schwachen und Unterdrückten. Seite an Seite mit ihren engsten Gefährten John und Shinobu. Ihre große Liebe. Ihr bester Freund. Doch in der Nacht, in der Quin ihren Eid ablegt, verändert sich alles. Ein Seeker zu sein, ist nicht, was sie dachte. Ihre Familie ist nicht, was sie dachte. Selbst der Junge, den sie liebt, ist nicht, was sie dachte. Und nun ist es zu spät, davonzulaufen.

Meine Meinung

Die Stunde des Fuchses“ von Arwen Elys Dayton ist der erste Band der (bisher) zwei Bände umfassenden „Die Clans der Seeker„-Reihe.
Orientiert man sich am Cover und am Klappentext erwartet man einen High Fantasy Roman mit einer epischen Quest, Intrigen und einem Hauch von Politik. Doch schnell wird klar, dass dieser Roman nichts von dem erfüllt, was die Werbung verspricht. Das ist natürlich nicht grundsätzlich schlecht, aber da ich selbst nach dem Lesen noch nicht weiß, was die Geschichte eigentlich ausdrücken will oder in welchem Genre sie sich bewegen soll, ist dieser Aspekt doch sehr unbefriedigend. 
Es hat mich schier in den Wahnsinn getrieben, nicht zu wissen, in welcher Zeit der Roman spielt und ob das Setting nun eine futuristische Version unserer Welt oder eine verquere Parallelwelt darstellen soll. Vor allem weil die Geschichte im Grunde genau so anfängt, wie man es von einem (High) Fantasy Buch erwarten würde bis dann plötzlich von „Peitschenschwertern“ und „Disruptoren“ die Rede ist, die uns brutal in die Welt der Science-Fiction katapultieren. Ich mag mit meiner Meinung allein dastehen, aber für mich passt dieses Buch nicht einmal in die Kategorie „Urban Fantasy“, auf die sich die breite Masse dann geeinigt hat. All die Technik spricht dagegen und auch die auf den ersten Blick magisch erscheinenden Reisen sind im Grunde nur Sprünge durch die Dimensionen – und das ist in der heutigen Zeit kein magisches Prinzip mehr. Nur weil wir nicht dazu in der Lage sind, heißt das nicht, dass das nicht möglich ist. Man könnte das auch mit einem Mini-Wurmloch vergleichen. Jedenfalls musste ich immer daran denken.
Die Geschichte selbst ist genauso verquer und konfus. Dabei ist die Grundidee wirklich gut! Dieses verschwendete Potenzial bricht mir schier das Herz. 
Wie kann es sein, dass ich nach Beenden des Buches immer noch nicht weiß, was die eigentliche Story ist? Sicher, es passiert so einiges – und das macht zum Teil auch Sinn – aber es gibt keinen roten Faden, keinen zentralen Konflikt oder Ziel. Zugegeben, eine von den 4 Hauptfiguren hat ein Ziel, eine Aufgabe, aber leider kollidiert diese Figur immer wieder mit den planlosen „Gegenspielern“, die nicht einmal selbst wissen, ob sie gegen ihn sind oder nicht. Die ganze Handlung dreht sich im Kreis und offenbart uns mit jedem Kapitel nur neue Abgründe der Menschheit. Dieser düstere und frustrierende Aspekt war die einzige Konstante auf den fast 500 Seiten.
Die Charaktere konnten den haltlosen Inhalt leider auch nicht retten, denn für mich war einer unsympathischer als der andere. Was ich wirklich schade finde, weil sie zu Anfang eigentlich noch nett und interessant rüberkommen. Je weiter man jedoch vorankommt, desto enttäuschter ist man im Endeffekt. Der eine fixiert sich auf einen Plan, der von Anfang an gescheitert ist während die anderen beiden nur der traurigen Wahrheit über das „Seekertum“ zu entfliehen versuchen. Einer stürzt sich in die Drogensucht und das Mädchen wählt das Vergessen. Die Einzigen, die noch schlimmer als die Protagonisten waren, waren deren Eltern / Lehrer und Vertraute. Ich war irgendwann an dem Punkt angelangt, an dem ich fast allen den Tod gewünscht habe.
Der einzige Lichtblick war Maud mit ihrer Storyline rund um die mysteriösen Dreads. Bei ihr hat die Autorin fast alles richtig gemacht. Sie war der Grund, warum ich das Buch nicht abgebrochen habe.
Immerhin lässt sich das Trauerspiel gut lesen. Der Schreibstil ist angenehm und liest sich sehr flüssig. Die Beschreibungen sind nicht perfekt, aber solide genug, um ein ausreichendes Bild zu erschaffen. Erzählt wird die Geschichte aus vier verschiedenen Perspektiven im personalem Erzählstil. Die wechselnden Perspektiven und auch die Sprünge in die Vergangenheit gehören zu den wenigen guten Aspekten.

Fazit

Arwen Elys Daytons „Die Clans der Seeker – Die Stunde des Fuchses“ ist ein Paradebeispiel für verschwendetes Potenzial und falschem Marketing. Die Geschichte basiert auf einer unheimlich originellen und spannenden Idee, die in der Umsetzung leider nahezu den kompletten Reiz verlor. Das Versprechen einer epischen Saga in Kombination mit Vergleichen mit „Game of Thrones“ und „Die Tribute von Panem“ sorgen für völlig falsche Erwartungen, die im Grunde nur enttäuscht werden können. Für mich hat die ganze Geschichte einfach (noch) keinen Sinn, weil es für mich eher an eine Aneinanderreihung von Ereignissen erinnert, die durch vier verschiedene Perspektiven und Handlungsebenen auf oft unangenehme Weise kollidieren. Der wohl klarste Konflikt hätte mit einem einfachen Gespräch geklärt werden können, aber da selbst der Leser am Ende noch genauso viel weiß wie am Anfang, kann man von den Figuren kaum mehr erwarten. Meinungen sind ja bekanntlich verschieden, aber ich kann leider keine Empfehlung aussprechen. Schwache 2/5 Bücher.

Die Autorin

Arwen Elys Dayton recherchiert oft monatelang für ihre Bücher. Ihre Forschungen haben sie rund um die ganze Welt geführt, bis hin zu Hongkongs vielen Inseln und in eine große Anzahl schottischer Schlossruinen. Arwen lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern an der Westküste der USA. Man findet sie unter arwendayton.com und @arwenelysdayton bei Twitter und Instagram. Die Clans der Seeker ist Arwens erstes Jugendbuch.

Die Reihe

Die Clans der Seeker Dilogie

  1. Die Stunde des Fuchses / Seeker (Seeker #1)
  2. ??? Traveler (Seeker #2)

Prefer it in English?


Originalcover

2 Gedanken zu „[Rezension] Die Clans der Seeker 01 – Die Stunde des Fuchses von Arwen Elys Dayton

  1. BeaSwissgirl

    Halli hallo

    Ich hatte das Buch auf meiner Biblio- Merkliste als Buch oder Hörbuch…
    Ich denke dann dass ich es mal streichen werde, kann mir sehr sehr gut vorstellen dass ich auf dieselben Kritikpunkte käme 😉

    Liebe Grüsse
    Bea

    Antworten
  2. Nana

    Maaaah :(( Es ist einfach soooo schade, wenn du viel Potenzial verschenkt wird. Unsympathische Charaktere, konfuse Handlung, unerfüllte Erwartungen. Na, das klingt nicht prickelnd :/ Ich hoffe, deine nächste Lektüre kannd ich wieder mehr fesseln und begeistern und wünsche dir ein schönes Lese-Wochenende! ♥

    Sonnige Grüße,
    Nana :o)

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *