Der-Lavendelgarten

[Rezension] Der Lavendelgarten von Lucinda Riley

© Goldmann Verlag

Autorin: Lucinda Riley
Originaltitel: The Light behind the Window 
Dt. Titel: Der Lavendelgarten 
Dt. Erstausgabe: 05/2013
Verlag: Goldmann
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 512
ISBN-10: 3442477972
ISBN-13: 978-3-442-47797-5
Preis: 8,99 €

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Jahrelang hat Emilie de la Martinières darum gekämpft, sich eine
Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft aufzubauen. Doch als
ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, lastet das Erbe der
Familie allein auf Emilies Schultern. Sie kehrt zurück an den Ort ihrer
Kindheit, ein herrschaftliches Château in der Provence. Der Zufall
spielt ihr eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante
Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer
tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für
immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch
nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen …
 

Inhalt

Emilie
de la Martinères genoss ihr Leben in Paris, fernab ihrer Mutter und den
Pflichten, die einem Adelskind nun mal auferlegt werden. Ihre selbst gewählte
Distanz funktionierte aber nur, solange es noch eine Familie gab, der sie sich
fernhalten konnte. So kehrt sie nach dem Tod ihrer Mutter zu ihren Wurzeln
zurück und steht vor einem Erbe, das mehr Last als Sicherheit bedeutet. Genau
in dieser schwierigen Zeit trifft sie Sebastian, der ihr nur zu gerne hilft. Er
erzählt ihr, dass seine Großmutter im zweiten Weltkrieg in dem Chateau der de
la Martinières Schutz gesucht hatte, er aber nicht wisse, wie genau es dazu
kam. So begeben sich die beiden auf die Spuren der Vergangenheit und Emilie
muss erkennen, dass sich diese nicht einfach verdrängen lässt…

Eigene
Meinung

Nachdem
Das Orchideenhaus so gar nichts für
mich war, hatte ich so meine Zweifel, ob Das
Lavendelhaus
von Lucinda Riley
meinem Geschmack entspricht. Der einladende Klappentext und das wunderschöne
Cover sprachen mich jedoch so sehr an, dass ich einfach nicht daran vorbeigehen
konnte als ich es bei Penny (!) gesehen hatte.
Rileys
Schreibstil ist ziemlich ernst, aber schön zu lesen. Sie hat eine sehr feine
und farbenfrohe Ausdrucksweise. Das Setting und die Atmosphäre beschreibt sie
so detailgetreu, dass man sich alles ganz leicht vorstellen kann. Erzählt wird
die Geschichte zum Teil im personalen Erzählstil, zum Teil von einem
auktorialen Erzähler. Es gibt zwei Handlungsstränge: die Hauptgeschichte ab dem
Jahr 1999 und die integrierte Erzählung, die im zweiten Weltkrieg spielt.
Die
Charaktere sind auch dieses Mal nicht so plastisch wie ich es mir wünschen
würde, vor allem im direkten Vergleich mit den unglaublichen
Landschaftsbildern, die Riley uns in
den Kopf setzt. In diesem Band gibt es allerdings viele wichtige Personen, die
auf die ein- oder andere Weise immer wieder eine Rolle spielen – und sei ihr
Beitrag auch noch so klein.
Emilie de la
Martinières
ist
eine von Selbstzweifeln zerrüttete, junge Frau, die im Laufe der Geschichte
eine erstaunliche Wandlung vollzieht. Sie ist sehr ruhig und besonnen, versucht
stets vorurteilsfrei an eine Sache heranzugehen und hört sich am liebsten immer
mehrere Perspektiven an, bevor sie sich eine Meinung bildet. Sie selbst erkennt
nicht, wie schön, stark und intelligent sie ist – doch auch ihr
Selbstbewusstsein soll schon bald wachsen.
Sebastian und Alexander Carruthers könnten nicht unterschiedlicher sein. Alex ist hochintelligent und hat mehr
Begabungen als man sich vorstellen kann. Sein Bruder, der in allem schlechter
war als er, hat ihm daraufhin das Leben zur Hölle gemacht. Was Sebastian an Begabung missen musste, hat
er mit seinen gewieften Tricksereien und Lügen wieder wett gemacht.
Die
Geschichte ist komplex und doch leichtgängig. Die verworrenen Fäden, die die
beiden Familien miteinander verbinden, bieten den perfekten Grundstoff für eine
spannende und durchaus auch romantische Handlung. Die Handlungsstränge werden
munter vermischt, ohne dass dabei der rote Faden aus den Augen verloren geht. Doch
auch dieses Mal hatte ich das Gefühl, dass Riley
die Handlungen in der Vergangenheit besser gelungen sind. Vielleicht sollte sie
sich mal an einem reinen historischen Roman versuchen?
Leider
wirkten die Dialoge oftmals aufgesetzt und emotionslos. Gerade zu Anfang, wurde
ich dadurch so gar nicht warm mit den Figuren. Dafür konnte mich die
französische Perspektive auf den zweiten Weltkrieg, Rileys durchaus nicht durchweg schlechte Meinung über die Deutschen
und die Geschichte der SOE Frauen, die als Spione in den Krieg zogen,
überzeugen. Beschämenderweise kann ich mich nicht daran erinnern, schon einmal
davon gehört zu haben, umso überraschender und spannender waren diese
Abschnitte dann für mich!

Fazit

Lucinda
Rileys „Der Lavendelgarten“ war es definitiv wert, ihr eine zweite Chance
gegeben zu haben. Der Schreibstil ist immer noch einen Hauch zu ernst, die
Dialoge etwas zu platt, trotzdem konnte mich die Geschichte überzeugen. Das
Thema war durchweg interessant, die Verwicklungen der beiden Familien überaus
gut durchdacht. Meiner Meinung nach ist dieser Roman eine klare Leseempfehlung
– sehr gute 4/5 Bücher!

Die Autorin

© Isabelle Grubert
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere
Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten
ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und
Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das
Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten
Debüt, „Das Orchideenhaus“, stürmte jeder ihrer Romane die
internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie
in Norfolk im Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.

Weitere Cover 

2 Gedanken zu „[Rezension] Der Lavendelgarten von Lucinda Riley

  1. glitzerfee

    Das Buch sollte ich auch unbedingt noch lesen.
    Habe bisher nur gutes gehört, gut das du aber deine Kritikpunkte so schön aufgezeigt hast. So weiß ich auf was ich mich einlassen werde 🙂

    Liebe Grüße
    Vanessa

    Antworten

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