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[Rezension] Das Mädchen mit der Maske 01 – Die Stadt des roten Todes von Bethany Griffin

© Goldmann
Autorin: Bethany Griffin
Dt. Reihentitel: Das Mädchen mit der Maske
Dt. Erstausgabe: 11/2012
Verlag: Goldmann
Format: Paperback
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3442478197
ISBN-13: 978-3442478194
Preis: 12,99 €
Die Leseprobe findet Ihr hier.
Die Stadt ist von der Umwelt abgeschnitten, ganze Straßenzüge liegen in Ruinen. Der Regent feiert wilde Feste, während die Bevölkerung von einer schrecklichen Seuche dahingerafft wird. Nur eine kleine Oberschicht kann sich durch kostbare Masken vor der Krankheit schützen. So auch die junge Araby. Doch unter der Last einer großen Schuld sucht sie Vergessen in den Nachtclubs der Reichen. Dort begegnet ihr der faszinierende, verführerische William. Und Elliott, tollkühn, ein Revolutionär. Beide werben um Araby. Und sie muss sich entscheiden, ob sie sich dem Leben stellen und kämpfen will. Um ihre Liebe. Um Vergebung für ihre Schuld. Und um die Zukunft.

Meine Meinung

Das Mädchen mit der Maske – Die Stadt des roten Todes“ von Bethany Griffin punktet mit guten Ideen, kann aber ansonsten nicht wirklich überzeugen.

Als ich das Buch damals in der Verlagsvorschau entdeckt habe, wollte ich erstmal die Finger davon lassen, weil ich irgendwie eine ganz falsche Vorstellung davon hatte. Knappe zwei Jahre später wollte ich es dann aber unbedingt haben – wie praktisch, dass ich dann noch nicht mal mehr lange auf Band 2 warten musste. Doch auch nach all der Zeit hatte sich zumindest eines nicht geändert: meine falschen Erwartungen. Das schöne Cover, der vielversprechende Klappentext und die Tatsache, dass ich mich mittlerweile mit solch düsteren Romanen angefreundet habe, sorgten dafür, dass ich Die Stadt des roten Todes dann doch lesen wollte. Schade nur, dass ich auch nicht mehr bekommen habe.

Der Einstieg war nicht schlecht, aber eben auch nicht gut. Ich musste mich direkt mit einem depressiven Mädchen auseinandersetzen, das mit Partys und Drogen ihren Schmerz kompensieren möchte. Etwas, wofür ich noch nie Verständnis hatte. Jedes Mal, wenn meine Freunde solche Tendenzen an den Tag legen (auch wenn diese zum Glück nicht gleich zu Drogen greifen würden), trete ich ihnen in den Hintern und mache ihnen begreiflich, dass das nicht der richtige Weg ist. Bei Araby waren mir als Leserin allerdings die Hände gebunden. So konnte ich also nur teilnahmslos zusehen und mich ärgern, wodurch direkt eine Distanz entstand, die ich nie ganz überbrücken konnte.

Dass die Charaktere im Allgemeinen so farblos waren und ungefähr keine Persönlichkeit hatten, war in diesem Fall natürlich nicht gerade hilfreich. Hinzu kommt, dass Araby selbst in ihrem Versagen inkonsequent ist und scheinbar keine eigene Meinung hat. Nach dem Tod ihres Bruders hat sie sich selbst geschworen, nichts zu tun, was ihr Bruder nicht mehr erleben wird. Dass der kleine Junge vermutlich nie feiern war, geschweige denn Drogen genommen hat, lasse ich dabei mal außen vor. Aber ihr Schwur beinhaltet unter anderem, dass sie niemanden küssen wird – dumm nur, dass sie dann gleich zwei Jungs küsst.

Wobei wir auch direkt bei der Dreiecksgeschichte sind, die wie immer unnötig, aber tatsächlich gar nicht so schlecht gemacht ist. Wie gesagt, prinzipiell brauch ich sowas nicht und man muss sich doch einfach fragen, ob Menschen, die in so einer Situation sind, nicht eigentlich andere Probleme haben, aber trotzdem kann ich fast nachvollziehen, warum sie bei beiden in Versuchung kommt. Beide bieten ihr etwas, was sie sich wünscht und sind natürlich wie Tag und Nacht. Sie reißen sie aus ihrer Lethargie und hauchen ihr wieder Leben ein…auch hier: nichts, was es nicht schon hundert Mal gegeben hat. Nichtsdestotrotz habe ich schon schlechtere Dreiecksgeschichten erlebt und dabei belasse ich es jetzt.

Die Geschichte beinhaltet viele gute Ideen, ein tolles Setting und eine passend düstere Atmosphäre. Leider war lange Zeit kein roter Faden in Sicht und die Erzählung entpuppte sich als so inkonsequent wie ihre Protagonistin. Warum sind die Masken so wichtig, wenn die Träger diese sowieso ständig abnehmen? Woher haben die Reichen ihr Essen, wenn alles zerstört ist? Woher nehmen sie die schönen Kleider, wenn es weder Rohstoffe noch Arbeiter gibt? Diese und viele weiter Punkte sorgten dafür, dass ich mich immer wieder fragen musste, wieso die Autorin nicht weitergedacht hat oder warum das auch im Lektorat scheinbar keinem aufgefallen ist. So war das ganze Setting einfach nicht stimmig, geschweige denn glaubwürdig. Wie soll man bitte als Leser überzeugt werden, wenn die Geschichte selbst förmlich schreit, dass das alles nicht real ist. Natürlich weiß ich auch bei einem Fantasyroman, das das Gelesene nicht der Realität entspricht, aber ein gutes Buch nimmt den Leser so gefangen, dass dieser alles andere um sich vergisst. Und das war hier ganz bestimmt nicht der Fall.

Fazit

Bethany Griffins „Das Mädchen mit der Maske – Die Stadt des roten Todes“ ist ein Buch mit viel Potenzial, mehr aber auch nicht. „Schade“ scheint in diesem Kontext das Wort zu sein, denn es gibt so viele gute Ansätze, aber leider hofft man vergeblich auf eine genauso gute Umsetzung. Farblose Charaktere und eine unstimmige Geschichte sorgen dafür, dass selbst dieser interessante Genre-Mix langweilig wird. Trotzdem muss ich zumindest das gelungene Setting, die tolle Atmosphäre und die guten Ideen loben. Knappe 3/5 Bücher.

Die Autorin

© Lana Rayhill


Bethany Griffin ist Highschool-Lehrerin. Mit ihren zwei kleinen Kindern und ihrem Ehemann lebt sie in Kentucky und widmet jede freie Minute dem Schreiben. Mit „Das Mädchen mit der Maske“ erobert sie nun auch das Gebiet des Fantastischen.


Die Reihe

Das Mädchen mit der Maske Dilogie

  1. Die Stadt des roten Todes / Masque of the Red Death (Masque of the Red Death #1)
  2. ??? / Glitter and Doom (Masque of the Red Death #1.5)
  3. Das Lied des roten Todes / Dance of the Red Death (Masque of the Red Death #2)

Originalcover

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