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[Rezension] Dark Heroine 02 – Autumn Rose von Abigail Gibbs

© IVI Verlag
Autorin: Abigail Gibbs
Dt. Reihentitel: Dark Heroine
Dt.Titel: Autumn Rose
Dt. Erstausgeb: 10/2014
Verlag: IVI
Format: Paperback
Seitenzahl: 480
ISBN-10: 3492703321
ISBN-13: 978-3492703321
Preis: 16,99 €
Die Leseprobe findet Ihr hier.
Mit ihrem verführerisch-düsteren Debütroman „Dark Heroine – Dinner mit einem Vampir“ begeisterte Abigail Gibbs über 17 Millionen Leser auf der ganzen Welt. Nun führt sie ihre Saga um die dunklen Heldinnen fort! Autumn Rose ist anders. Da sie über magische Kräfte verfügt, ist ihr Leben voller Verpflichtungen – worunter auch die Aufsicht über ihre Mitschüler fällt. Das macht es nicht gerade einfach, Freundschaften zu schließen. Und als der gut aussehende Prinz Fallon in ihrer Schule auftaucht und ihr größtes Geheimnis verrät, wird alles nur noch schlimmer. Doch das wird bedeutungslos, als Autumn düstere Visionen heimsuchen. Eine Prophezeiung beginnt sich zu erfüllen. Neun dunkle Heldinnen sollen die Menschheit vor finsteren Mächten bewahren. Und die erste dunkle Heldin, Violet Lee, ist gerade erwacht …

Meine Meinung

Autumn Rose“ von Abigail Gibbs ist der heiß ersehnte zweite Band der „Dark Heroine„-Reihe – einer Buchreihe, die für mich absolutes Suchtpotenzial hat.
Wie auch schon Dinner mit einem Vampir wusste ich nicht so recht, was mich erwarten würde, wurde dementsprechend immer wieder überrascht und war von der ersten Seite an gefesselt. Auch wenn dies offiziell der zweite Band der Reihe ist, könnte man die Bücher im Prinzip auch als Standalones oder in veränderter Reihenfolge lesen, wobei ich das nicht wirklich empfehlen würde. Da die Geschichten parallel verlaufen, kommt es unweigerlich zu Überschneidungen, die auf ganz angenehme Weise umgesetzt wurden und das Gedächtnis natürlich zusätzlich ankurbeln. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Ich-Perspektive von Autumn Rose erzählt, stellenweise aber auch von Fallon. Durch Visionen und/oder Träumen wird die Verbindung zu Violet Lee aus Band 1 hergestellt und kursiv gedruckte innere Monologe bzw. Erinnerungen verdeutlichen die starke Verbindung zwischen Autumn und ihrer verstorbenen Großmutter.
Diese Verbindung nimmt enormen Einfluss auf Autumn Rose Al-Summers Charakter. Sie ist für mich eine wirklich starke Heldin, was paradoxerweise gerade durch ihre Schwächen zur Geltung kommt.
Autumn ist eine Sage. Sie lebt in der ersten Dimension, in der die Menschen zwar von den Dunklen Wesen wissen, diese allerdings nicht wirklich schätzen. Zu den Pflichten einer Sage gehört es, zwei Jahre als Wächterin zu verbringen, was für Autumn bedeutet, sich nicht nur mit Anfeindungen und Spott seitens ihrer Mitschüler abfinden zu müssen, sondern diese „netten“ Schulkollegen auch noch vor allen Gefahren beschützen zu müssen. Eine eher undankbare Aufgabe, die nicht gerade dazu beiträgt, sie aus ihrer Depression zu befreien. Diese wächst seit dem Tod ihrer Großmutter langsam aber stetig heran und nimmt mittlerweile gefährliche Ausmaße an. Dabei ist sie die Herzogin von England und muss sich darauf einstellen, dieses Land schon bald zu regieren und ihren Platz im Rat einzunehmen. Ein Umstand, dem sie nicht unbedingt freudig entgegen sieht, immerhin müsste sie sich so mit der Herrscherfamilie auseinandersetzen, der sie bis heute nicht verzeiht, dass sie ihr nicht verraten, wer hinter dem Tod ihrer Großmutter steckt.
Alles in allem muss man Autumn einfach gern haben, wobei ich mir schon vorstellen kann, dass jeder seinen eigenen Vor- und Nachteile an ihr finden wird. Mich hat zum Beispiel ihre extreme Naivität/ihre Kindlichkeit gestört, allerdings nur, wenn explizit darauf verwiesen wurde. Außerdem mochte ich es nicht, dass sie niemandem in die Augen gesehen hat. Dieses verschüchterte zu Boden blicken fand ich noch nie toll, besonders nicht, wenn es so oft erwähnt wird. Dafür hat sie ein überraschendes Temperament und legt eine tolle Entwicklung hin!
Die Geschichte hat auch dieses Mal wieder keinen klassischen Spannungsbogen, konnte mich aber wieder mehr an die Seiten fesseln als ein nervenaufreibender Thriller es je könnte. Ob es an den Mini-Cliffhangern in jedem Kapitel liegt oder an dem schönen Schreibstil, den sympathischen Figuren, der besonderen Unterhaltung kann ich gar nicht genau sagen. Vermutlich ist es eine Mischung aus all diesen Elementen. Hinzu kommt ein toller Weltentwurf und ein außergewöhnliches Reihenkonzept.
Eine zarte Liebesgeschichte nimmt natürlich einen Großteil der Geschichte ein, ist dabei aber völlig unaufdringlich. Die Gefühle entwickeln sich ungemein glaubhaft und es ist stellenweise einfach süß – einfach weil Autumn so unfassbar unschuldig ist. Damit ist sie natürlich das totale Kontrastprogramm zu Violet Lee, weswegen hier jeder auf seine Kosten kommt, dem die sexuelle Komponente des ersten Bandes zu viel war. Für mich waren die gemischten Signale etwas verwirrend, aber keinesfalls ein Manko.
Ein paar kleinere Kritikpunkte habe ich allerdings trotzdem. Auf den letzten 100 Seiten werden die Handlungsstränge von Dinner mit einem Vampir mit Autumn Rose verknüpft. Das war ganz wichtig und ich habe auch sehnsüchtig darauf gewartet, immerhin war das doch unfassbar fies, dass Band 1 quasi mitten in der Verwandlung geendet hatte. Umso verwirrender war es dann für mich, dass gerade dieser letzte, so wichtige Abschnitt dann irgendwie einfach komisch war. Das fing damit an, dass die Szene, in der Autumn Rose die zweite Dimension besucht, zwar angeschnitten, aber im Prinzip übersprungen wurde. Natürlich verstehe ich, warum, immerhin haben wir diese ja im ersten Band aus Sicht von Violet Lee erlebt, aber ganz ehrlich? Ich hätte es nicht schlecht gefunden, das Ganze noch mal aus Autumns Sicht zu erleben, einfach weil der Übergang dann doch sehr hart war. Ich hatte beim Lesen das Gefühl als wären Seiten herausgerissen worden und das ist alles andere als schön. Dann kommt hinzu, dass Violet und Kaspar hier ganz anders rüberkommen. Auch das ist logisch, weil man ihnen ja aus Sicht der Sage begegnet, weswegen u. a. Vorurteile zum Tragen kommen, aber es widersprach trotzdem dem, was mein „emotionales Gedächtnis“ mir zuflüsterte. Das alles ist zwar kein Weltuntergang, aber es brachte mich durchaus aus dem Takt.
Das Cover ist ein Traum, der Titel passt natürlich perfekt und ich muss einfach noch erwähnen, wie schön man Bezug auf Band 1 genommen hat:

Nach deinem Geist zu urteilen würde ich sagen, du warst mit einem Vampir beim Dinner und selbst der Hauptgang.“ S. 108

Fazit

Abigail Gibbs‘ „Dark Heroine – Autumn Rose“ ist eine tolle Fortsetzung, die beweist, dass diese Reihe nicht nur süchtig macht, sondern Lieblingsreihen-Potenzial hat. Obwohl dieses Buch keinen klar erkennbaren Spannungsbogen hat und auf das übliche Liebes-Drama(-Dreieck) verzichten kann, klebte ich von Anfang bis Ende an der Seite und konnte wirklich nicht aufhören. Das Reihenkonzept und der Weltentwurf sind einfach genial und ich krieg einfach nicht genug davon. Trotzdem hatte ich an manchen Stellen minimale Schwierigkeiten, weswegen es nicht ganz zur Höchstpunktzahl gereicht. Dennoch kann ich diese Reihe nur von Herzem empfehlen – sehr gute 4/5 Bücher!

Die Autorin

© “Courtesy of the Author“
Abigail Gibbs hat im Alter von nur 18 Jahren einen Bestseller verfasst: Ihr Debüt »Dark Heroine. Dinner mit einem Vampir« erschien kapitelweise auf der englischen Social-Reading-Plattform Wattpad, wo das Manuskript über 17 Millionen Mal gelesen wurde. Kurz darauf erhielt Abigail Gibbs einen Verlagsvertrag; seitdem wurde »Dark Heroine« in 17 Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt in England und studiert an der University of Oxford.

Die Reihe

Dark Heroine Reihe

  1. Dinner mit einem Vampir / Dinner With a Vampire (Dark Heroine #1)
  2. Autumn Rose / Autumn Rose (Dark Heroine #2)

Originalcover

Mein Dank geht an…

…den IVI Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Ein Gedanke zu „[Rezension] Dark Heroine 02 – Autumn Rose von Abigail Gibbs

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