1.-Dark-Angel27s-Summer

[Rezension] Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen von Kristy & Tabita Lee Spencer

© Arena Verlag

Autorinnen: Kristy & Tabita Lee Spencer
Dt. Titel: Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen
Dt. Erstausgabe: 01/2012
Verlag: Arena
Format: Hardcover
Seitenzahl: 475
ISBN-10: 3401067842
ISBN-13: 978-3401067841
Preis: 18,99 €

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Es ist der Sommer, in dem Dawna und Indie beide 17 Jahre alt sind –
vertraute, verrückte, beunruhigende 33 Tage lang. Gemeinsam mit ihrer
Mutter kehren sie zur Oase ihrer Kindheit zurück: Whistling Wing, voll
mit Erinnerungen an die geliebte Granny. Aber diese ist seit einem Jahr
tot und Whistling Wing hat sich verändert. Nicht jeder hier spielt mit
offenen Karten, Freund und Feind lassen sich immer schwerer voneinander
unterscheiden und ein Schwarm unheimlicher Vögel sorgt für Unruhe und
Angst unter den Einwohnern. Fast ist es zu spät, als Indie und Dawna
beginnen, zu verstehen, was geschieht. Und erkennen, welches
unglaubliche Opfer sie bringen müssen, um das aufzuhalten, was sich über
ihnen zusammenbraut.
Wie weit würdest du gehen, um den Menschen zu retten, der dir am wichtigsten ist?
 

Inhalt

Die Geschwister Indie und Dawna sind 33 Tage im Jahr gleich alt. In diesen 33 Tagen passieren die verrücktesten Sachen und alle sind froh, wenn diese Zeit vorbei ist. Dabei ist es gleichzeitig die schönste Zeit für die Schwestern, weil die beiden dann bei ihrer Oma auf Whistling Wing sind. Auch dieses Jahr kehren sie dorthin zurück, doch ihre Granny ist tot und dieses Mal passieren nicht nur merkwürdige, sondern gefährliche Dinge…

Eigene Meinung

Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen“ von Kristy & Tabita Lee Spencer ist ein einzigartiger Reihenauftakt, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Der Schreibstil kann polarisieren, denn die Autorinnen nehmen kein Blatt vor den Mund. Die jugendliche Ausdrucksweise ist gewagt und doch authentisch, auch wenn mir die sehr oft verwendete „Fäkalsprache“ eher früher als später zu viel wurde. Dafür kriegt man so farbenfrohe Beschreibungen, dass das Kopfkino wie von selbst funktioniert. Gedankenfetzen sind in Kursiv gedruckt und somit leicht zu erkennen. Leider werden stellenweise Satzzeichen falsch verwendet, was mich arg genervt hat. Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Dawna und Indie erzählt.
Das ist nicht nur angenehm zu lesen, sondern auch wichtig, denn die Schwestern verhalten sich stellenweise so unverständlich, dass man deren Perspektive braucht, um ihre Beweggründe zu verstehen. Alles in allem ist dieser Roman voller eigenbrötlerischer und seltsamer Charaktere, die sich absolut nicht in die Karten gucken lassen. Diese einzigartigen Persönlichkeiten machen zwar einen guten Teil der Atmosphäre aus, aber sie sind auch sehr anstrengend. Rückblickend gibt es so viele unverständliche Verhaltensmuster, die die Geschichte nur unnötig in die Länge gezogen haben. Da machen auch die Schwestern keine Ausnahme.
Dawna ist ruhig und besonnen – und somit der perfekte und nötige Ausgleich für Indie. Als die Ältere – und dank ihrer kindischen Mutter – sieht sich Dawna seit jeher verpflichtet, sich um Indie zu kümmern und die Verantwortung für die Fehler ihrer Schwester zu übernehmen. Damit einher gehen Neid und Groll und auch eine Mutterrolle, für die Dawna eigentlich zu jung ist. Viel schlimmer ist aber ihr Hang zur Lüge, mit dem sie krampfhaft versucht, vor Indie keine Schwäche zu zeigen, obwohl sie ihren Frust sogar mit Drogen zu kompensieren versucht. Natürlich ist sie auch verständnisvoll und fürsorglich und insgesamt einfach authentisch, aber ihr Verhalten sorgt für Probleme, die sie in dieser Situation einfach nicht gebrauchen können.
Indie ist temperamentvoll, unverantwortlich und trägt das Herz auf der Zunge. Sie ist kämpferisch und verbirgt ihre wahren Gefühle hinter ihrer großen Klappe. Auch wenn sie es nicht zugeben will, beneidet sie ihre Schwester, um ihre Contenance und augenscheinliche Fehlerlosigkeit, gleichzeitig wünscht sie sich, dass auch Dawna mal aus sich rauskommen würde. Indie ist so lebendig, dass man sie einfach ins Herz schließen muss, aber ihre Ausdrucksweise lässt wirklich zu wünsche übrig.
Ganz gleich, wie viele Fehler die Geschwister haben mögen, sie stehen füreinander ein und ihre Liebe zueinander ist ungebrochen.
Die Geschichte ist einfach einzigartig. Selten hat mich ein Buch allein durch seine Atmosphäre fesseln können. Diese steht nämlich im starken Kontrast zu dem sonnigen Wetter, das das Geschehen erhellt. Bis ganz zum Schluss wird nicht klar, worum es überhaupt geht und man hat dieses „Thriller-Gefühl“, weil man endlich hinter des Rätsel’s Lösung kommen möchte. 
Die treffendsten Adjektive für diesen Roman sind eindeutig „einzigartig“ und „seltsam“. Eigenbrötlerische Charaktere agieren vor einem eindrücklichen und farbenfrohen Hintergrund. Scheinbar normale Tiere, die doch irgendwie anders sind, sowie eine sich verrückt verhaltene Mutter komplettieren das Bild.
Auch die Liebe spielt eine Rolle, aber eine sehr dezente. So dezent, dass sie für mich völlig aus dem Kontext gerissen daherkam. In einem Kapitel mögen sie sich nicht, im anderen lieben sie sich. Es mag Hintergrundgeschichten dazu geben, aber für mich war das alles nicht ganz nachvollziehbar. So fiel es mir auch schwer, mich in die Schwestern hinein zu versetzen.
Das Cover und Titel passen perfekt zur Geschichte und vermitteln gleich das richtige Gefühl – sehr gelungen!

Fazit

Kristy & Tabita Lee Spencers „Dark Angels‘ Summer – Das Versprechen“ ist bestimmt kein Buch für Jedermann. Der Schreibstil ist polarisierend; der jugendliche Sprachgebrauch ist gleichzeitig authentisch und gewagt, für mich war es aber zu viel. Die Charaktere sind einzigartig, aber auch anstrengend und die Geschichte besticht durch eine spannende Atmosphäre. Alles in allem ist es ein wirklich gutes Jugendbuch, das bei mir allerdings einen schalen Beigeschmack hinterlässt. Knappe 4/5 Bücher!

Die Autorinnen

Beate Teresa Hanika (alias Kristy Spencer, im Bild links), geboren 1976
in Regensburg, ist Fotografin. Ab 1997 arbeitete sie mehrere Jahre als
Model in verschiedenen europäischen Städten. Ihr erster Jugendbuchroman
„Rotkäppchen muss weinen“ wurde u.a. mit dem Oldenburger Kinder- und
Jugendbuchpreis 2007 und dem Bayerischen Kunstförderpreis 2009
ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 nominiert.

Die Reihe

Dark Angels Tetralogie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *