[Rezension] Breathe – Gefangen unter Glas von Sarah Crossan

© dtv Verlag

Autorin: Sarah Crossan
Originaltitel: Breathe
Titel: Breathe – Gefangen unter Glas
Dt. Erstausgabe: 03/2013
Verlag: dtv
Format: Hardcover
Seitenzahl: 432
ISBN-10: 3423760699
ISBN-13: 978-3-423-76069-0
Preis: 16,95€ 

  
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Die Leseprobe findet Ihr hier.

Eine Welt ohne Sauerstoff. Alles scheint tot. Unter einer Glaskuppel gibt es nur wenige Überlebende:


Alina,
hat sich schon vor Langem den Rebellen angeschlossen, die gegen die
Allmacht von »Breathe« kämpfen, und wurde nie gefasst. Bis jetzt…



Quinn,
will als Sohn eines ranghohen »Breathe«-Direktors eigentlich nur einen
harmlosen Ausflug ins Ödland machen. Bis er dort auf Alina trifft…



Bea,
Tochter eines Bürgers zweiter Klasse, wollte den Trip raus aus der
Kuppel nutzen, um Quinn endlich für sich zu gewinnen. Doch dann taucht
Alina auf…

Die Begegnung mit Alina verändert für Bea und Quinn alles. 

Inhalt

In einer Welt, in der die Wälder gerodet und das Plankton abgestorben sind, ist der Sauerstoffgehalt so gering, dass die Menschheit gezwungen ist, unter Glaskuppeln zu leben. In diesen werden sie mit künstlichem Sauerstoff versorgt und auf einem existentiellem Niveau von dem Konzern BREATHE kontrolliert.

Charaktere

Bea ist eine sogenannte „Second“. Ihr Bestreben liegt darin, einen Job bei BREATHE zu ergattern – eine der wenigen Möglichkeiten, jemals zum „Premium“ aufzusteigen – um sich un ihrer Familie ein besseres Leben zu bieten.
Ihr bester Freund und heimliche große Liebe, Quinn, ist ein solcher Premium. Ihre Eltern hoffen auf eine Hochzeit – die andere Möglichkeit, ein Premium zu werden – doch Quinn sieht in ihr nie mehr als eine gute Freundin.
Quinn hat es in seinem Leben nie an irgendetwas gemangelt. Im Gegensatz zu anderen Premiums verachtet er die Seconds nicht, aber natürlich begreift er nicht, was es bedeutet, gerade genug Sauerstoff zum Leben zu haben. Allgemein ist er so realitätsfremd, dass er geradezu dümmlich naiv wirkt. Immerhin schafft er es, Bea die ein- oder andere Annehmlichkeit zu bieten, ohne ihr ein Gefühl von Bedürftigkeit zu geben. So hat er zum Beispiel einen Ausflug ins Ödland organisiert – kann ja keiner ahnen, dass Quinn sich ausgerechnet in eine Rebellin verguckt.
Alina ist als ganz normale Second aufgewachsen bis die Rebellen auf sie aufmerksam geworden sind. Seitdem ist ihr erklärtes Ziel, die Welt zu retten, indem sie dabei hilft, Bäume zu pflanzen. So romantisch das auch klingen mag, so gefährlich ist es in Wirklichkeit. Der Konzern BREATHE geht strikt gegen die Rebellen vor – immerhin ist deren Existenzgrundlage eine sauerstoffarme Welt. Je länger Alina dabei ist, desto skrupelloser wird sie. Wie praktisch doch so ein vernarrter Premium ist, wenn man dringend aus der Kuppel raus muss… 

Eigene Meinung

„Breathe – Gefangen unter Glas“ von Sarah Crossan ist die wohl authentischste und erschreckendste Dystopie, die ich jemals gelesen habe.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Bea, Quinn und Alina erzählt. Der Schreibstil ist sehr leichtgängig, der Lesefluss wird selten gestört. Beschreibungen konzentrieren sich mehr auf die Umgebung als die Menschen.
Die Charaktere waren für mich ein richtiger Störfaktor. Mit keinem wurde ich so richtig warm, genauso wenig konnte ich mich in sie hinein versetzen. Bea war noch die angenehmste Persönlichkeit, dafür war Quinn ein richtiges Weichei. Alina war schlicht unsympathisch und Jazz war nicht nur nervig, sondern auch gruselig.
Die Geschichte besticht durch ihre Authentizität. Das Gesellschaftskonstrukt kann man sich gut vorstellen und es stimmt den Leser schon nachdenklich. Leider waren dafür manche Szenen umso berechenbarer und unglaubwürdig. Da mich die Charaktere nicht wirklich für sich gewinnen konnten, war mir ihr Schicksal leider auch ziemlich egal.
Die emotionale Ebene war unglaublich schwach. Meinetwegen muss eine Dystopie nicht auf einer Liebesgeschichte aufgebaut werden, dann sollte man das aber bitte ganz rauslassen. Immerhin verlief die Dreiecksgeschichte anders als gewohnt, aber es wäre doch wirklich schön, wenn mal ganz darauf verzichtet werden würde.
Die Einteilung in 5 Teile ist ja schön und gut, aber die Titel wecken leider völlig falsche Vorstellungen. Vor allem „Die Schlacht“ war der reinste Witz.

Fazit

Sarah Crossans „Breathe – Gefangen unter Glas“ war für mich eine ziemliche Enttäuschung. Vom Spannungsbogen her kann sie sich nicht mit anderen messen, dafür überzeugt Crossan mit der wohl glaubhaftesten dystopischen Gesellschaft. Dieses Buch lässt den Leser nachdenklich zurück und hätte dafür die Höchstpunktzahl verdient. Leider sind die Charaktere so unsympathisch, dass mich ihr Schicksal kalt ließ. Somit verbleibe ich mit 4/5 Büchern – es wäre einfach nicht fair, diese Idee nicht zu würdigen.

Die Autorin

© Andreas Michalitsianos

Sarah Crossan wurde in Irland geboren und verbrachte den größten Teil
ihrer Kindheit und Jugend in England, wo sie u. a. an der Cambridge
University unterrichtete. Mittlerweile lebt sie in den USA, hat ihren
Job als Englischlehrerin aufgegeben und widmet sich ganz dem Schreiben.

Die Reihe

  1. Breathe – Gefangen unter Glas / Breathe
  2. ??? / Resist

Mein Dank geht an… 

 
… den dtv Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! 

5 Gedanken zu „[Rezension] Breathe – Gefangen unter Glas von Sarah Crossan

  1. 78sunny

    Hmm, dass hört sich aber nicht so gut an. Das Buch stand relativ weit oben auf meiner Wunschliste. Allerdings konnte ich mich bis jetzt immer auf deine Einschätzung verlassen und wie scheinen einen sehr ähnlichen Büchergeschmack zu haben. Also ich werde das Buch dann wohl doch eher nicht kaufen, zumindest nicht neu.
    Danke für diese Rezi.
    LG
    Sunny

    Antworten
    1. Rica

      Wow, ich wusste gar nicht, dass manche Leute so viel Wert auf meine Meinung legen 🙂 Es gibt ja nun mal aber auch viele Leser, die begeistert waren! Man sollte halt nur nicht nich mit zu hohen Erwartungen an das Buch herantreten..vielleicht kannst Du es Dir ja mal von jemanden ausleihen. Wenn es Dir dann nicht gefällt, hast Du wenigstens keinen Fehlkauf gemacht.

      Liebe Grüße 🙂

      Antworten
  2. Anonym

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  3. Evy

    Deine Kritik ist hart, aber nachvollziehbar. Ich finde aber nicht, dass Quinn ein Weichei ist, ganz im Gegenteil: Obwohl er so privilegiert ist, denkt er viel nach und beweist am Ende Mut.

    Antworten
  4. Pingback: Macht mit und lest mehr in 2013! (Die Zweite) - Die fantastische Bücherwelt

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