(2016) Plötzlich Banshee

Plötzlich Banshee von Nina MacKay

Plötzlich BansheeDie Autorin: Nina MacKay
Dt. Titel: Plötzlich Banshee
Dt. Erstausgabe: 01.09.2016
Verlag: IVI
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy

Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?

Meine Meinung

Plötzlich Banshee“ von Nina MacKay ist ein humorvoller Urban Fantasy Roman, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt, manchmal allerdings ein wenig zu gewollt wirkt.

Als treue Fantasy-Leserin jeder Art bin ich stets auf der Suche nach Büchern (Filmen, Serien etc.) über noch nicht aufgebrauchte Fantasy-Wesen. Zwar lese ich auch heute noch gerne Geschichte über Vampire, Werwölfe, Hexen & Co., aber frischer Wind ist mir immer sehr willkommen. „Plötzlich Banshee“ erschien mir in diesem Zusammenhang wie ein Geschenk des Himmels, denn obwohl mir diese Wesen durchaus schon ein paar Mal als Randfiguren begegneten, durfte ich noch nie eine Geschichte aus ihrer Sicht erleben. Umso gespannter war ich also auf Alanas Abenteuer, die als junge, unerfahrene Banshee in den Straßen Santa Fes unterwegs ist, das Pech dabei wie magisch anzieht und eigentlich gar keine Ahnung hat, was sie da eigentlich tut.

An magische Wesen glaubt sie zunächst auch gar nicht, dabei kann sie von Kindesbeinen an die noch verbliebene Lebenszeit eines Menschen in Form einer Digitalanzeige über seinem Kopf schweben sehen. Auch überkommt sie jedes Mal der typisch schrille Banshee-Schrei, wenn eben diese Anzeige gegen 0 geht, aber an das Übernatürliche glauben? Nicht mit ihr. Zudem verdient sie sich ihr Geld als Privatdetektivin, was ich sehr sympathisch und auch interessant finde, wenn man darüber hinwegsieht, dass man nie erfährt wie es dazu gekommen ist und der einzige offizielle Fall in der Zeit, die wir sie begleiten, eine verschwundene Katze ist, die dann sogar von ihrem besten Freund und nicht von ihr gefunden wird. Nun gut.

Leider verwundert dieser Misserfolg immer weniger, je weiter man in der Geschichte vorankommt, denn die gute Alana scheint ein Gedächtnis wie ein Sieb zu haben, sowie ein Talent dafür, dass Offensichtliche zu übersehen. Attribute, die eine Privatdetektivin sich eigentlich nicht erlauben kann und umso nerviger werden, je näher man dem Weltuntergang kommt.

Wäre es nur die Protagonistin, die enttäuscht, könnte ich das vielleicht noch verschmerzen, doch auch der Plot baut zusehends ab. Dabei ist der Anfang wirklich toll! Das erste Kapitel ist temporeich, aufregend, spannend und gleich sehr witzig. Ich war direkt so angefixt, dass ich sofort weiterlesen musste und mich an jeder Seite erfreut habe – zumindest die ersten 150 Seiten lang. Mit der Zeit wurde die arg konstruierte Situationskomik immer mehr strapaziert, die Protagonistin nervte nur noch und von den Logikfehlern fange ich gar nicht erst an…

Sicherlich wäre es eine Lüge, zu behaupten, dass „Plötzlich Banshee“ nicht zu unterhalten weiß, denn das tut es durchaus. Die meiste Zeit über hatte ich sogar richtig Spaß dabei, aber die Enttäuschung überwiegt einfach. Die Idee ist so klasse, auch der Weltentwurf ist eine wundervolle Spielwiese, aber in der Umsetzung ist alles schlichtweg übertrieben. Der Plot wird so aufgebauscht, dass sich der Großteil am Ende nur als heiße Luft entpuppt – insbesondere der Fantasy-Part.

Hätte man die Feen und Elfen nicht einfach Feen und Elfen bleiben lassen können? Warum mussten auf irische Legenden basierende Fabelwesen von gefallenen Engeln abstammen? Bedenkt man, dass ebenjene Fabelwesen ihren Ursprung in einer Zeit vor dem Christentum haben, macht es sogar gleich noch weniger Sinn…

Fazit

Nina MacKays „Plötzlich Banshee“ ist ein humorvoller Urban Fantasy Roman, der auf einer guten Idee basiert, in der Umsetzung jedoch ziemlich enttäuscht. Sicherlich ist es ein Buch, das sich schnell lesen lässt, oft zum Lachen anregt und durchaus Spaß macht. Ich zumindest habe es im Groben sehr gerne gelesen, was seine Schwachstellen leider nicht ungeschehen macht. Sowohl der Plot als auch die Protagonistin präsentieren sich am Anfang stark und vielversprechend, bauen dann jedoch zusehends ab. Der Humor ist auf Dauer eher anstrengend als lustig und die Geschichte dermaßen aufgebauscht, dass am Ende alles ziemlich katastrophal in sich zusammenfällt. Dieses Buch hätte einfach so viel besser sein können, trotzdem bereue ich nicht, es gelesen zu haben. 3/5 Bücher!

Die Autorin

Nina MacKay, geboren irgendwann in den ausgeflippten 80er Jahren, arbeitet als Marketing Managerin (wurde aber auch schon im Wonderwoman-Kostüm im Südwesten Deutschlands gesichtet). Außerhalb ihrer Arbeitszeiten erträumt sie sich eigene Welten und führt imaginäre Interviews mit ihren Charakteren. Gerüchten zufolge hat sie früher als Model gearbeitet und einige Misswahlen auf der ganzen Welt gewonnen. Schreiben ist und war allerdings immer ihre größte Leidenschaft.

3 Gedanken zu „Plötzlich Banshee von Nina MacKay

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  2. Chianti

    Huhu 🙂

    Mich konnte „Plötzlich Banshee“ leider auch nicht begeistern, weil ich mit Alana einfach nicht warm wurde beziehungsweise sie mir teilweise echt auf die Nerven gegangen ist.

    Kennst du die Soul Screamers Reihe von Rachel Vincent? Hier trifft man auch auf Banshees und mir hat die Reihe richtig gut gefallen 😉

    Liebe Grüße
    Chianti

    Antworten

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