Rezension

Percy Jackson 01 – Diebe im Olymp von Rick Riordan

Der Autor: Rick Riordan
Die Übersetzerin: Gabriele Haefs
Originaltitel: The Lightning Thief
Dt. Reihentitel: Percy Jackson
Dt. Titel: Diebe im Olymp
Band: 1/5
Dt. Erstausgabe: 18.01.2010
Verlag: CARLSEN
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Genre: Kinder- und Jugendbuch | Urban Fantasy

Percy versteht die Welt nicht mehr. Jedes Jahr fliegt er von einer anderen Schule. Ständig passieren ihm seltsame Unfälle. Und jetzt soll er auch noch an dem Tornado schuld sein! Langsam wird ihm klar: Irgendjemand hat es auf ihn abgesehen. Als Percy sich mit Hilfe seines Freundes Grover vor einem Minotaurus ins Camp Half-Blood rettet, erfährt er die Wahrheit: Sein Vater ist der Meeresgott Poseidon, Percy also ein Halbgott. Und er hat einen mächtigen Feind: Kronos, den Titanen. Die Götter stehen Kopf – und Percy und seine Freunde vor einem unglaublichen Abenteuer …

Meine Meinung

Diebe im Olymp“ von Rick Riordan ist der erste Band seiner 5-teiligen Percy Jackson Reihe, die wiederum erst der Auftakt zu vielen mythologisch motivierten Kinder- und Jugendbuch-Reihen ist. Klingt kompliziert? Ist es aber glücklicherweise nicht, vor allem da man die verschiedenen Serien theoretisch auch unabhängig voneinander lesen kann.

Mein erster Kontakt mit Percy Jackson war jedenfalls der Kinofilm von 2010, der mir seinerzeit, wie auch heute noch, sehr gut gefällt. Und das sogar so gut, dass ich nie verstanden habe, warum all die Bücherfans dermaßen darüber geklagt haben. Nun, jetzt da ich das Buch selbst gelesen habe, sieht auch für mich die Welt wieder ganz anders aus…

Denn „Diebe im Olymp“ ist als Buch eine richtige, kleine Perle im Kinderbuchbereich und dabei gleichermaßen besser wie auch logischer als sein Hollywood-Pendant. Vergleiche zu Harry Potter lassen sich sicherlich ziehen, sind mir allerdings von mir aus weder beim Film noch beim Buch in den Sinn gekommen.

Wie auch, wenn uns Rick Riordan eine so solide, moderne Interpretation der griechisch-römischen Mythologie präsentiert. Da das Pantheon seinerzeit den Höhepunkt der westlichen Zivilisation darstellte, findet man selbiges auch heute noch dort, wo das Abendland erblüht. Was laut Rick Riordan bedauerlicherweise Amerika darstellt…nun gut, ob man nun mit dem Autor einer Meinung ist oder nicht, Fakt ist, dass die USA definitiv einen guten Schauplatz darstellen, vor allem auch im Hinblick auf seine anderen Reihen. Ich meine zwar, dass das im Film auch kurz erwähnt wird, aber dort erscheint es definitiv mehr wie die typische Amerikanisierung, wohingegen das komplette Szenario im Buch derart schlüssig erklärt ist, dass ich mehr als einmal meinen imaginären Hut gezogen habe.

Das schlüssige Konzept zieht sich auch gekonnt durchs komplette Buch und so manche Kleinigkeit, die man selbst als irrelevant empfindet, erweist sich im Nachhinein (oder im Folgeband) als wichtige Information. Dabei scheinen gerade der Kreativität auch keine Grenzen gesetzt, sodass zum Beispiel Ares, der Gott des Krieges, als Rocker auf seinem Motorrad unterwegs ist und der ominöse Nebel, der so oft in Büchern wie der Ilias erwähnt wird, dafür sorgen, dass die normalen Menschen einfach nichts von dem abstrusem Scheiß mitkriegen, der um sie herum geschieht. So kann es dann auch vorkommen, dass 12-jährige Halbgötter von Furien, die ehemals ihre Lehrerinnen waren, angegriffen werden…und niemand kriegt es mit oder erinnert sich daran, dass es diese Lehrerin je gegeben hat…

So geschehen bei Percy selbst, der daraufhin davon ausgeht, dass er verrückt wird. Zumindest bis er erfährt, was es mit all den Merkwürdigkeiten in seinem Leben wirklich auf sich hat. Man muss dem armen Jungen aber zugute halten, dass er wirklich gut mit der Situation umgeht, jedoch nicht so gut, dass man es ihm nicht abkaufen würde. Er ist gewitzt und mutig, dabei aber nicht furchtlos oder allwissend. Ganz im Gegenteil nimmt er sogar gerne Hilfe an und ist sich auch nicht zu schade, mal etwas zu erfragen. Ich hatte zwar durchaus das Gefühl, dass er sogar etwas zu oft nachfragt, aber das ist immer noch besser als die ewigen Überflieger…insbesondere, weil wir Leser so ja auch Erklärungen kriegen.

Schon bevor Percy im Camp Halfblood ankommt, entspinnt sich eine abenteuerliche Geschichte, auch wenn die eigentliche Quest erst viel später beginnt. Dabei gelingt es Riordan uns stets in sich schlüssige, nie zu lange Kapitel zu liefern, die selbst stets einen kleinen Klimax, sowie einen offensichtlichen Anfang und folglich auch ein Ende haben. Die Kapitelüberschriften sind ein Highlight für sich.

Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, dafür wahnsinnig humorvoll und schlicht angenehm zu lesen. Seine Wortwahl ist kindgerecht, verkauft Leser jeder Altersklasse dabei aber nicht für dumm. Kurz: ein Buch, das Spaß macht und schnell gelesen ist.

Fazit

Rick Riordans „Diebe im Olymp“ ist der Auftakt seiner 5-teiligen Percy Jackson Reihe, die weltweit so beliebt ist, dass das wahrscheinlich eh schon jeder weiß. Auch mir gefiel dieser Auftakt sehr gut, obwohl ich längst der Zielgruppe entwachsen und mit einer ganz anderen Reihe in das Riordan-Universum eingestiegen bin. Zwar habe ich hier nicht halb so viel gelacht wie bei Magnus Chase, dennoch lieferte mir Percy Jackson beste Unterhaltung, sodass ich direkt weiterlesen musste. Dementsprechend kann auch ich jedem diese Reihe empfehlen, der gerne abenteuerliche Kinderbücher liest und/oder einen Faible für die griechisch-römische Mythologie hat. 4/5 Bücher!

Der Autor

© Marty Umans

© Marty Umans

Rick Riordan war viele Jahre lang Lehrer für Englisch und Geschichte. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Boston und widmet sich inzwischen ausschließlich dem Schreiben. Seine Percy-Jackson-Serie hat den Buchmarkt im Sturm erobert und ist in 40 Länder verkauft worden. Auch seine nachfolgenden Serien, »Die Kane-Chroniken«, »Helden des Olymp«, »Percy Jackson erzählt«, »Magnus Chase« und »Die Abenteuer des Apollo«, schafften auf Anhieb den Sprung auf die internationalen Bestsellerlisten.

Die Reihe

Percy Jackson Pentalogie

  1. Diebe im Olymp | The Lightning Thief (Percy Jackson and the Olympians #1) → CARLSEN, Jan. 2010
  2. Im Bann des Zyklopen | The Sea of Monsters (Percy Jackson and the Olympians #2) → CARLSEN, Jan. 2010
  3. Der Fluch des Titanen | The Titan’s Curse (Percy Jackson and the Olympians #3) → CARLSEN, Feb. 2010

  1. Die Schlacht um das Labyrinth | The Battle of the Labyrinth (Percy Jackson and the Olympians #4) → CARLSEN, Jan. 2011
  2. Die letzte Göttin | The Last Olympian (Percy Jackson and the Olympians #5) → CARLSEN, Sep. 2011


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