Rezension

Pearl – Liebe macht sterblich von Julie Heiland

Pearl - Liebe macht sterblichDie Autorin: Julie Heiland
Dt. Titel: Pearl – Liebe macht sterblich
Dt. Erstausgabe: 24.05.2017
Verlag: FISCHER FJB
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy
Hardcover | 16,99 €
eBook | 14,99 €

„Zweihundert Jahre habe ich die Liebe gesucht, wollte sie mehr als alles andere – nie hat sie sich meiner erbarmt. Ich habe noch nie geliebt. Wurde noch nie geliebt.“
Pearl ist eine Suchende. Ihre Sehnsucht nach Liebe ist so groß, dass sie selbst im Tod keine Ruhe gefunden hat und zur Unsterblichkeit verdammt ist. Sie hat nur eine Möglichkeit, erlöst zu werden: sie muss die wahre, aufrichtige Liebe erfahren. Aber der, den sie endlich lieben kann, stellt sich als ihr größter Feind heraus. Wird er ihre Gefühle erwidern und sie befreien oder wird er ihr Schicksal auf ewig besiegeln?

Meine Meinung

Pearl – Liebe macht sterblich“ von Julie Heiland ist ein gefühlvolles Jugendbuch, das mit seiner originellen Idee frischen Wind in die urbane Fantasy bringt.

Eigentlich sprach alles dagegen, dass ich dieses Buch mögen würde. Liebesgeschichten nerven mich meist eher, als mich zu unterhalten, und die „Bannwald“-Trilogie der Autorin war einfach nicht so meins. Trotzdem war ich neugierig auf Pearls Geschichte und gebe AutorInnen sowieso gerne mehrere Chancen.

Was auch gut ist, denn „Pearl – Liebe macht sterblich“ gefiel mir richtig gut! Tatsächlich hatte ich sogar mehr als einmal das Gefühl, es mit einer ganz neuen Autorin zu tun zu haben, denn schon der Schreibstil unterscheidet sich gravierend von dem, was man bisher von Julie Heiland gewöhnt war.

Passend zu dieser gefühlvollen Geschichte wirkt gleich der komplette Erzählstil viel wärmer. Die Sätze sind zwar meist immer noch angenehm kurz, jedoch nicht so abgehackt und steril wie in „Bannwald“. Die Dialoge sind wesentlich ausgefeilter und generell präsentiert sich der Text handwerklich als raffinierter. Die Erzählung wirkt rund und einladend.

Diese einladende Wärme ist natürlich auch dem Schauplatz zu verdanken, den Heiland wundervoll eingefangen hat. Venedig, die Stadt der Liebe, ist gewiss die perfekte Wahl für so eine Liebesgeschichte und sorgte gleichermaßen für extra viel Lesefreude. Ich habe es wirklich genossen, an Pearls Seite durch die verwinkelte Lagunenstadt zu streifen und bekam richtig Lust, meine Koffer zu packen, um selbst all die beschriebenen Schauplätze zu besichtigen. Genau so sollte es sein, gut gemacht!

Auch die Charaktere mochte ich dieses Mal sogar richtig gerne. Der Bösewicht ist gut durchdacht und hat einen soliden Hintergrund bekommen, sodass man seinen Hass und seine innere Zerrissenheit sehr gut nachvollziehen kann. Auch die Sehnsucht der Suchenden und ihre Gratwanderung zwischen Gut und Böse ist sehr schön ausgearbeitet. Toll!

Der Plot selbst liest sich sehr angenehm und hat, bis auf ganz wenige Abschnitte, die sich etwas gezogen haben, ein sehr gutes Tempo. Selbst ein Romantikmuffel, wie ich einer bin, konnte diese Liebesgeschichte genießen, auch wenn es durchaus ein paar sehr kitschige Szenen gibt, bei denen ich mir ein Augenrollen nicht verkneifen konnte. Auch war die Action zum Ende ein wenig lächerlich, weil da sehr vieles leicht zu verhindern gewesen wäre, aber da das nur diese wenigen Kapitel betrifft, sehe ich gerne darüber hinweg.

Was mir lange Zeit jedoch Sorgen gemacht hat, war die himmelsschreiende Botschaft, dass ein Leben ohne Liebe nichts wert sei. Dass selbst Freunde oder Familie daran nichts ändern würden. Und das machte mich so wütend! Irgendwann erfährt man dann aber, dass ein Suchender durch die Liebe seines Vaters erlöst wurde, sodass also nur Pearl ziemlich falsche Vorstellungen zu haben scheint. Was war ich da erleichtert! Trotzdem kommt dieser Aspekt, für meinen Geschmack, etwas zu kurz. Und ich hätte Pearl viel lieber gemocht, wenn sie nicht so fokussiert auf die romantische Liebe gewesen wäre.

Fazit

Julie Heilands „Pearl – Liebe macht sterblich“ ist ein Jugendbuch, bei dem sich alles um die Liebe dreht. Überraschenderweise gefiel sogar mir Romantikmuffel Pearls Geschichte, auch wenn es manchmal ein wenig zu kitschig wird. Die Idee ist ein angenehm frischer Wind im Jugendbuch-Bereich, doch das Beste an dem Buch ist für mich eindeutig die Steigerung zu ihren vorherigen Büchern. Es ist angenehmer zu lesen, die Charaktere sind besser ausgearbeitet und wesentlich komplexer, der Plot ist zielgerichteter und stilistisch empfand ich es als wesentlich ansprechender. Die Action-Szenen sind noch ausbaufähig und erst auf den letzten Drücker kam Heiland auch auf andere Arten der Liebe zu sprechen. Na ja, besser spät als nie! Alles in allem mochte ich dieses Buch sehr und empfehle es gerne weiter: sehr gute 4/5 Bücher!

Die Autorin

Julie Heiland

Julie Heiland hat Journalistik studiert. Parallel dazu hat sie eine Schauspiel- und Rhetorikausbildung absolviert und schon in einigen Fernsehfilmen mitgespielt. Julie Heiland, 1991 geboren und lebt in der Nähe von München. Nach ihrer Trilogie – „Bannwald“, „Blutwald“ und „Sternenwald“ – ist „Pearl“ ihr vierter Roman.

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